Pfingsten einfach erklärt: Bedeutung und Symbole
Pfingsten ist das christliche Fest des Heiligen Geistes. Christinnen und Christen erinnern sich daran, dass Gottes Geist Jesu Anhängerinnen und Anhänger ermutigt und über Sprachgrenzen hinweg verbindet. Deshalb gilt Pfingsten auch als „Geburtstag der Kirche“.
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Wann wird Pfingsten gefeiert?
Pfingsten gehört zur Osterzeit. Der Pfingstsonntag ist der 50. Tag der Osterzeit, wenn der Ostersonntag als erster Tag mitgezählt wird. Er liegt sieben Wochen nach Ostern und zehn Tage nach Christi Himmelfahrt.
Der Name kommt vom griechischen Wort pentekosté. Es bedeutet „der fünfzigste Tag“.
Da sich das Osterdatum jedes Jahr ändert, ist auch Pfingsten ein bewegliches Fest. Der Pfingstsonntag kann zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni liegen.
In Deutschland bilden Pfingstsonntag und Pfingstmontag ein zweitägiges Fest. Der Pfingstmontag ist in allen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag.
Ostern bestimmt den Termin: sieben Wochen nach Ostersonntag ist Pfingstsonntag.
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Der Pfingstsonntag ist der Tag der Osterzeit. Der Name stammt aus dem . Weil Pfingsten vom abhängt, wechselt sein Datum.
Was erzählt die Pfingstgeschichte?
Die biblische Pfingstgeschichte steht in Apostelgeschichte 2. Sie berichtet von Jesu Anhängerinnen und Anhängern in Jerusalem. Dort feiern viele jüdische Menschen das Wochenfest Schawuot.
Die Erzählung verläuft so:
- Jesu Anhängerinnen und Anhänger sind gemeinsam an einem Ort.
- Ein Brausen wie von einem starken Wind erfüllt das Haus.
- Etwas wie Feuerzungen erscheint und verteilt sich auf die Anwesenden.
- Alle werden vom Heiligen Geist erfüllt.
- Sie sprechen in anderen Sprachen.
- Menschen aus verschiedenen Ländern hören die Botschaft in ihrer eigenen Sprache.
- Petrus erklärt das Geschehen und erzählt öffentlich von Jesus.
- Viele Menschen lassen sich taufen und schließen sich der Gemeinschaft an.
Das Pfingstwunder bezeichnet besonders die Verständigung über Sprachgrenzen hinweg. Die Erzählung sagt nicht, dass plötzlich alle Unterschiede verschwinden. Menschen mit verschiedenen Sprachen können einander verstehen.
Vor dem Ereignis sind Jesu Anhängerinnen und Anhänger unsicher und ängstlich. Danach treten sie öffentlich auf. Der entscheidende Wandel lautet daher:
Angst → Geistempfang → Mut → Verkündigung → wachsende Gemeinschaft
Warum heißt Pfingsten Fest des Heiligen Geistes?
Heiliger Geist
Im christlichen Glauben bezeichnet der Heilige Geist Gottes wirksame Gegenwart. Christinnen und Christen glauben, dass Gottes Geist Menschen stärkt, verändert und miteinander verbindet. Er ist nicht mit einem Gespenst oder einer bloßen Stimmung gemeint.
Der Geist ist unsichtbar. Die Pfingstgeschichte beschreibt seine Wirkung deshalb mit wahrnehmbaren Bildern: Wind setzt etwas in Bewegung, Feuer verbreitet Licht und Wärme, und Menschen gewinnen Mut.
Pfingsten heißt auch „Geburtstag der Kirche“. Das ist ein Bild, kein Geburtstag wie bei einer einzelnen Person. Es fasst zusammen, was nach der Erzählung geschieht:
- Die Botschaft von Jesus wird öffentlich verkündet.
- Sprachgrenzen werden überwunden.
- Viele Menschen lassen sich taufen.
- Eine größere Gemeinschaft entsteht.
- Die christliche Mission beginnt.
„Geburtstag der Kirche“ bedeutet nicht, dass vorher niemand zu Jesus gehörte. Das Bild betont den öffentlichen Aufbruch und das Wachsen der Gemeinschaft.
Was bedeuten Feuer, Wind und Taube?
Symbole machen eine religiöse Vorstellung anschaulich. Sie sind nicht mit dem Gemeinten identisch, sondern weisen darauf hin.
Feuer zeigt Begeisterung und Veränderung
Die Apostelgeschichte spricht von „Zungen wie von Feuer“. Feuer kann Licht geben, wärmen und etwas verwandeln. Deshalb wird es als Zeichen für Erleuchtung, Begeisterung und neue Kraft gedeutet. In vielen westlichen Kirchen ist Rot die liturgische Farbe des Pfingstfestes.
Wind zeigt unsichtbare Wirkung
Den Wind selbst kannst du nicht sehen, aber du erkennst seine Wirkung. In der Pfingstgeschichte steht das Brausen für eine Kraft, die Menschen bewegt und ihnen Mut gibt.
Die Taube stammt nicht aus der Pfingstgeschichte
Die Taube ist ein verbreitetes Zeichen für den Heiligen Geist. In Apostelgeschichte 2 kommt sie jedoch nicht vor. Ihre Verbindung mit dem Geist stammt vor allem aus der Erzählung von der Taufe Jesu, bei der der Geist „wie eine Taube“ erscheint. Die Noah-Erzählung verbindet die Taube außerdem mit Rettung und Neuanfang.
In der Pfingstgeschichte erscheinen Feuer und Wind. Die Taube ist ein allgemeines christliches Geist-Symbol aus anderen biblischen Erzählungen.
Welchen jüdischen Hintergrund hat das Fest?
Zur Zeit der erzählten Ereignisse sind Jesu Anhängerinnen und Anhänger in Jerusalem, weil dort Schawuot gefeiert wird. Dieses jüdische Wochenfest liegt 50 Tage nach Pessach.
Schawuot verbindet mehrere Bedeutungen:
- Es ist ein Erntefest.
- Es erinnert an die Gabe der Tora beziehungsweise der Gebote am Sinai.
- Es erinnert an den Bund Gottes mit Israel.
Das griechischsprachige Judentum bezeichnete den fünfzigsten Tag als pentekosté. Daher stammt der Name Pfingsten. Das christliche Pfingstfest entwickelte eine eigene Deutung: Im Mittelpunkt steht die Sendung des Heiligen Geistes.
Schawuot ist ein jüdisches Fest und Pfingsten ein christliches Fest. Ihr Zusammenhang darf nicht dazu führen, beide gleichzusetzen oder die eigenständige jüdische Bedeutung zu übergehen.
Wie wird Pfingsten gefeiert?
Evangelische, katholische und orthodoxe Christinnen und Christen feiern Pfingsten. Einzelne Gottesdienstformen und Kalenderregelungen können sich unterscheiden. Die gemeinsame Kernaussage ist die Sendung des Heiligen Geistes.
Kirchliche Feiern greifen häufig die Symbole der Geschichte auf:
- rote Tücher, Gewänder, Kerzen oder Blumen erinnern an das Feuer;
- Taufen erinnern an die Menschen, die sich laut Apostelgeschichte der Gemeinschaft anschließen;
- Gottesdienste im Freien oder am Pfingstfeuer machen Gemeinschaft erlebbar;
- ökumenische Feiern bringen Angehörige verschiedener christlicher Konfessionen zusammen.
Nicht jeder Brauch mit „Pfingst-“ im Namen hat dieselbe religiöse Bedeutung:
- Ein Pfingstgottesdienst bezieht sich unmittelbar auf den christlichen Festinhalt.
- Der geschmückte Pfingstochse gehört zu regionalen Weide- und Frühlingsbräuchen; er stammt nicht aus der Pfingstgeschichte.
- Ein Pfingstturnier oder Pfingstfestival kann nur deshalb so heißen, weil es am langen Wochenende stattfindet.
Du siehst bei einer Veranstaltung rote Tücher, eine Feuerdarstellung und eine Lesung der Pfingstgeschichte. Diese Zeichen werden religiös gedeutet. Ein Sportfest am selben Wochenende ist dagegen nicht automatisch eine religiöse Feier.
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Alles auf einen Blick
- Pfingsten
- Zeitpunkt: 50. Tag der Osterzeit
- Name: pentekosté bedeutet „der fünfzigste Tag“
- Erzählung: Geistempfang und Verständigung
- Wirkung: Mut, Verkündigung und Gemeinschaft
- Symbole: Feuer, Wind und Taube
- Hintergrund: jüdisches Fest Schawuot
- Feier: Gottesdienst, Rot, Taufe und regionale Bräuche
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