Ramadan einfach erklärt: Fasten und Bedeutung
Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Viele Musliminnen und Muslime fasten in diesem Monat von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Dabei geht es nicht nur um Essen und Trinken, sondern auch um Glauben, Selbstbeherrschung, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft.
Auf dieser Seite lernst du den Tagesablauf kennen, verstehst die religiöse Bedeutung und erfährst, warum nicht alle muslimischen Menschen auf dieselbe Weise fasten.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum ist der Ramadan ein besonderer Monat?
Ramadan bezeichnet zunächst einen Monat – nicht das Fasten selbst. Das Fasten heißt auf Arabisch Saum und gehört zu den fünf Säulen des Islam. Damit sind fünf grundlegende religiöse Pflichten gemeint: Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosengabe, Fasten und Pilgerfahrt.
Für viele Gläubige ist Ramadan eine Zeit der inneren Einkehr. Sie beten häufiger, beschäftigen sich mit dem Koran und denken über ihr Verhältnis zu Gott und zu anderen Menschen nach. Nach islamischer Auffassung wurde der Koran im Ramadan herabgesandt.
Auch das soziale Verhalten gehört dazu. Fastende bemühen sich besonders um Geduld, Friedfertigkeit, Großzügigkeit und die Unterstützung bedürftiger Menschen. Hunger und Durst allein erfüllen diesen Sinn nicht.
Ramadan ist der Monat. Saum ist das Fasten. Der Verzicht soll sich auch im Verhalten zeigen.
Wie bestimmt der Mond den Ramadan?
Der islamische Kalender richtet sich nach dem Mond. Ramadan ist sein neunter Monat und dauert 29 oder 30 Tage.
Ein Mondjahr ist ungefähr zehn bis elf Tage kürzer als das verbreitete Sonnenjahr. Deshalb beginnt Ramadan im nächsten Sonnenjahr etwa zehn bis elf Tage früher. Im Laufe der Jahre wandert er durch alle Jahreszeiten.
Der genaue Beginn kann regional unterschiedlich bestimmt werden. Dabei spielen die Sichtung der zunehmenden Mondsichel und astronomische Berechnungen eine Rolle. Deshalb kann Ramadan nicht überall am selben Kalendertag beginnen.
Liegt Ramadan in einem Jahr im Frühling, beginnt er im folgenden Sonnenjahr ungefähr zehn bis elf Tage früher. Nach mehreren Jahren kann er deshalb in den Winter fallen. Dann sind die täglichen Fastenzeiten meist kürzer als im Sommer, weil zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang weniger Zeit liegt.
Wie sieht ein Fastentag aus?
Vor der Morgendämmerung können Fastende die Mahlzeit Sahur einnehmen. Mit Beginn der Morgendämmerung beginnt das tägliche Fasten.
Bis zum Sonnenuntergang verzichten Fastende unter anderem auf:
- Essen,
- Getränke einschließlich Wasser,
- Rauchen,
- Kaugummi,
- Geschlechtsverkehr.
Schule, Arbeit und andere Pflichten gehen grundsätzlich weiter. Besonders bei langen Tagen können Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme auftreten. Ausreichender Schlaf sowie Essen und Trinken in der erlaubten Zeit sind deshalb im Alltag wichtig.
Nach Sonnenuntergang wird das Fasten beim Iftar gebrochen. Viele Menschen essen dabei gemeinsam mit Familie, Freunden oder Gästen. Wasser und Datteln sind verbreitet, aber nicht jede Familie gestaltet den Iftar gleich.
Mina steht vor der Morgendämmerung auf, isst und trinkt bei der Sahur und beginnt anschließend ihren Fastentag. Sie besucht wie gewohnt die Schule. Nach Sonnenuntergang bricht sie das Fasten beim Iftar gemeinsam mit ihrer Familie. Das Beispiel zeigt den Ablauf, schreibt aber nicht allen Familien dieselben Speisen oder Gewohnheiten vor.
Wer fastet – und wer muss nicht fasten?
Muslimisches Leben ist vielfältig. Manche Menschen halten die Fastenregeln vollständig ein, andere teilweise und manche gar nicht. Daraus kannst du nicht ablesen, wie wichtig einer Person ihr Glaube ist.
Das religiöse Fastengebot gilt nach islamischer Auffassung erst ab der Pubertät. Jüngere Kinder können freiwillig einzelne Formen des Verzichts ausprobieren, sind aber nicht zum vollständigen Fasten verpflichtet.
Ausnahmen oder Erleichterungen gelten besonders dann, wenn das Fasten gesundheitliche Probleme verursachen würde. Dazu können unter anderem kranke, schwangere oder ältere Menschen gehören. Auch Reisende und schwer körperlich arbeitende Menschen werden in den überlieferten Regeln berücksichtigt. Wie eine Person damit umgeht, hängt von ihrer Situation und ihrer religiösen Orientierung ab.
Fasten darf nicht als Wettbewerb behandelt werden. Ob jemand fastet, ausgenommen ist oder eine andere Entscheidung trifft, ist eine persönliche und religiöse Angelegenheit.
Wie kannst du Fastenden respektvoll begegnen?
Du musst deinen eigenen Tagesablauf nicht verstecken. Rücksicht beginnt damit, aufmerksam zuzuhören und nicht über andere zu bestimmen.
Hilfreich kann sein:
- Fastende nicht zum Essen oder Trinken zu drängen,
- Müdigkeit wahrzunehmen, ohne die Person als grundsätzlich weniger leistungsfähig darzustellen,
- bei gemeinsamen Aktivitäten nach einer passenden Lösung zu fragen,
- einen Ramadan-Gruß auszusprechen, wenn du weißt, dass die Person sich darüber freut,
- eine Einladung zum Iftar wertzuschätzen.
In der Schule dürfen Schülerinnen und Schüler aus religiösen Gründen fasten. Gleichzeitig bleiben die schulischen Aufgaben bestehen. Bei Belastungen können Familien, Lernende und Schule nach pragmatischen Lösungen suchen, etwa mit Blick auf Schlaf, Klassenarbeiten oder anstrengende Veranstaltungen.
Ramadan endet mit dem Fest des Fastenbrechens, arabisch Eid al-Fitr. Besonders Menschen mit türkischem Familienbezug nennen es häufig Zuckerfest.
Eine Klasse plant am Nachmittag einen anstrengenden Sporttag. Mehrere Jugendliche fasten. Eine respektvolle Lösung ist, frühzeitig miteinander zu sprechen und zu prüfen, welche Anpassung möglich ist. Nicht respektvoll wäre es, für alle Fastenden ungefragt dieselbe Entscheidung zu treffen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Ramadan
- Zeit
- neunter Monat des Mondkalenders
- 29 oder 30 Tage
- jährliche Verschiebung
- Fastentag
- Sahur vor der Morgendämmerung
- Verzicht bis Sonnenuntergang
- Iftar am Abend
- Bedeutung
- Hinwendung zu Gott
- Selbstbeherrschung
- Hilfsbereitschaft
- Vielfalt
- unterschiedliche Praxis
- Ausnahmen und Erleichterungen
- keine vorschnellen Urteile
- Abschluss
- Eid al-Fitr
- Zeit
Abschluss-Check
Du kannst den Ramadan nun als Zusammenspiel von Mondkalender, täglichem Fasten, Glaubensreflexion, sozialem Handeln und vielfältiger persönlicher Praxis erklären.
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