Religion

Ramadan einfach erklärt: Fasten und Bedeutung

Ramadan einfach erklärt: Fasten und Bedeutung
Ramadan einfach erklärt: Fasten und Bedeutung
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Viele Musliminnen und Muslime fasten in diesem Monat von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Dabei geht es nicht nur um Essen und Trinken, sondern auch um Glauben, Selbstbeherrschung, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft.

Auf dieser Seite lernst du den Tagesablauf kennen, verstehst die religiöse Bedeutung und erfährst, warum nicht alle muslimischen Menschen auf dieselbe Weise fasten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum ist der Ramadan ein besonderer Monat?

Ramadan bezeichnet zunächst einen Monat – nicht das Fasten selbst. Das Fasten heißt auf Arabisch Saum und gehört zu den fünf Säulen des Islam. Damit sind fünf grundlegende religiöse Pflichten gemeint: Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosengabe, Fasten und Pilgerfahrt.

Für viele Gläubige ist Ramadan eine Zeit der inneren Einkehr. Sie beten häufiger, beschäftigen sich mit dem Koran und denken über ihr Verhältnis zu Gott und zu anderen Menschen nach. Nach islamischer Auffassung wurde der Koran im Ramadan herabgesandt.

Auch das soziale Verhalten gehört dazu. Fastende bemühen sich besonders um Geduld, Friedfertigkeit, Großzügigkeit und die Unterstützung bedürftiger Menschen. Hunger und Durst allein erfüllen diesen Sinn nicht.

Merke

Ramadan ist der Monat. Saum ist das Fasten. Der Verzicht soll sich auch im Verhalten zeigen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt den Sinn des Ramadan am vollständigsten?
Lösung: Körperlicher Verzicht, religiöse Besinnung und verantwortliches Handeln gehören zusammen. — Das tägliche Fastenbrechen gehört zum Ramadan. Der Monat umfasst aber ebenso Fasten, Glaubensreflexion und soziales Handeln.
Wie bestimmt der Mond den Ramadan?

Der islamische Kalender richtet sich nach dem Mond. Ramadan ist sein neunter Monat und dauert 29 oder 30 Tage.

Ein Mondjahr ist ungefähr zehn bis elf Tage kürzer als das verbreitete Sonnenjahr. Deshalb beginnt Ramadan im nächsten Sonnenjahr etwa zehn bis elf Tage früher. Im Laufe der Jahre wandert er durch alle Jahreszeiten.

Der genaue Beginn kann regional unterschiedlich bestimmt werden. Dabei spielen die Sichtung der zunehmenden Mondsichel und astronomische Berechnungen eine Rolle. Deshalb kann Ramadan nicht überall am selben Kalendertag beginnen.

Beispiel

Liegt Ramadan in einem Jahr im Frühling, beginnt er im folgenden Sonnenjahr ungefähr zehn bis elf Tage früher. Nach mehreren Jahren kann er deshalb in den Winter fallen. Dann sind die täglichen Fastenzeiten meist kürzer als im Sommer, weil zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang weniger Zeit liegt.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum hat Ramadan im verbreiteten Kalender kein festes Datum?
Lösung: Das islamische Mondjahr ist kürzer als das Sonnenjahr. — Weil das Mondjahr ungefähr zehn bis elf Tage kürzer ist, wandert Ramadan durch die Jahreszeiten.
Wie sieht ein Fastentag aus?

Vor der Morgendämmerung können Fastende die Mahlzeit Sahur einnehmen. Mit Beginn der Morgendämmerung beginnt das tägliche Fasten.

Bis zum Sonnenuntergang verzichten Fastende unter anderem auf:

  • Essen,
  • Getränke einschließlich Wasser,
  • Rauchen,
  • Kaugummi,
  • Geschlechtsverkehr.

Schule, Arbeit und andere Pflichten gehen grundsätzlich weiter. Besonders bei langen Tagen können Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme auftreten. Ausreichender Schlaf sowie Essen und Trinken in der erlaubten Zeit sind deshalb im Alltag wichtig.

Nach Sonnenuntergang wird das Fasten beim Iftar gebrochen. Viele Menschen essen dabei gemeinsam mit Familie, Freunden oder Gästen. Wasser und Datteln sind verbreitet, aber nicht jede Familie gestaltet den Iftar gleich.

Beispiel

Mina steht vor der Morgendämmerung auf, isst und trinkt bei der Sahur und beginnt anschließend ihren Fastentag. Sie besucht wie gewohnt die Schule. Nach Sonnenuntergang bricht sie das Fasten beim Iftar gemeinsam mit ihrer Familie. Das Beispiel zeigt den Ablauf, schreibt aber nicht allen Familien dieselben Speisen oder Gewohnheiten vor.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelIn welcher Reihenfolge verläuft ein typischer Fastentag?
Lösung: Sahur – Morgendämmerung – Fastenzeit – Sonnenuntergang – Iftar — Sahur bereitet auf den Tag vor. Von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang wird gefastet, danach folgt der Iftar.
Wer fastet – und wer muss nicht fasten?

Muslimisches Leben ist vielfältig. Manche Menschen halten die Fastenregeln vollständig ein, andere teilweise und manche gar nicht. Daraus kannst du nicht ablesen, wie wichtig einer Person ihr Glaube ist.

Das religiöse Fastengebot gilt nach islamischer Auffassung erst ab der Pubertät. Jüngere Kinder können freiwillig einzelne Formen des Verzichts ausprobieren, sind aber nicht zum vollständigen Fasten verpflichtet.

Ausnahmen oder Erleichterungen gelten besonders dann, wenn das Fasten gesundheitliche Probleme verursachen würde. Dazu können unter anderem kranke, schwangere oder ältere Menschen gehören. Auch Reisende und schwer körperlich arbeitende Menschen werden in den überlieferten Regeln berücksichtigt. Wie eine Person damit umgeht, hängt von ihrer Situation und ihrer religiösen Orientierung ab.

Gut zu wissen

Fasten darf nicht als Wettbewerb behandelt werden. Ob jemand fastet, ausgenommen ist oder eine andere Entscheidung trifft, ist eine persönliche und religiöse Angelegenheit.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEin muslimischer Mitschüler isst während des Ramadan in der Pause. Welche Schlussfolgerung ist angemessen?
Lösung: Es kann persönliche, gesundheitliche oder religiöse Gründe geben; ich urteile nicht darüber. — Es gibt Ausnahmen, unterschiedliche Lebenssituationen und verschiedene Formen religiöser Praxis. Respekt bedeutet, keine vorschnellen Urteile zu fällen.
Wie kannst du Fastenden respektvoll begegnen?

Du musst deinen eigenen Tagesablauf nicht verstecken. Rücksicht beginnt damit, aufmerksam zuzuhören und nicht über andere zu bestimmen.

Hilfreich kann sein:

  • Fastende nicht zum Essen oder Trinken zu drängen,
  • Müdigkeit wahrzunehmen, ohne die Person als grundsätzlich weniger leistungsfähig darzustellen,
  • bei gemeinsamen Aktivitäten nach einer passenden Lösung zu fragen,
  • einen Ramadan-Gruß auszusprechen, wenn du weißt, dass die Person sich darüber freut,
  • eine Einladung zum Iftar wertzuschätzen.

In der Schule dürfen Schülerinnen und Schüler aus religiösen Gründen fasten. Gleichzeitig bleiben die schulischen Aufgaben bestehen. Bei Belastungen können Familien, Lernende und Schule nach pragmatischen Lösungen suchen, etwa mit Blick auf Schlaf, Klassenarbeiten oder anstrengende Veranstaltungen.

Ramadan endet mit dem Fest des Fastenbrechens, arabisch Eid al-Fitr. Besonders Menschen mit türkischem Familienbezug nennen es häufig Zuckerfest.

Beispiel

Eine Klasse plant am Nachmittag einen anstrengenden Sporttag. Mehrere Jugendliche fasten. Eine respektvolle Lösung ist, frühzeitig miteinander zu sprechen und zu prüfen, welche Anpassung möglich ist. Nicht respektvoll wäre es, für alle Fastenden ungefragt dieselbe Entscheidung zu treffen.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerWelche Reaktion zeigt Rücksicht, ohne Fastende zu bevormunden?
Lösung: Nachfragen, welche Unterstützung in der konkreten Situation hilfreich ist. — Gute Unterstützung orientiert sich an der einzelnen Person. Sie verbindet Respekt vor dem Fasten mit einem offenen Gespräch über die tatsächliche Situation.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Ramadan
    • Zeit
      • neunter Monat des Mondkalenders
      • 29 oder 30 Tage
      • jährliche Verschiebung
    • Fastentag
      • Sahur vor der Morgendämmerung
      • Verzicht bis Sonnenuntergang
      • Iftar am Abend
    • Bedeutung
      • Hinwendung zu Gott
      • Selbstbeherrschung
      • Hilfsbereitschaft
    • Vielfalt
      • unterschiedliche Praxis
      • Ausnahmen und Erleichterungen
      • keine vorschnellen Urteile
    • Abschluss
      • Eid al-Fitr
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWas ist Iftar?
Lösung: Das tägliche Fastenbrechen nach Sonnenuntergang. — Iftar bezeichnet das abendliche Fastenbrechen. Ramadan ist der Monat, Sahur die Mahlzeit vor dem Fastentag.
Frage 2 von 3MittelWelche Aussage verbindet Kalender und Alltag richtig?
Lösung: Weil Ramadan durch die Jahreszeiten wandert, verändert sich die Länge der täglichen Fastenzeit. — Das Mondjahr ist kürzer als das Sonnenjahr. Dadurch verschiebt sich Ramadan jährlich ungefähr zehn bis elf Tage nach vorn.
Frage 3 von 3SchwerWelche Zusammenfassung vermeidet ein verbreitetes Vorurteil?
Lösung: Viele Musliminnen und Muslime fasten, gestalten den Ramadan aber je nach Lebenslage und religiöser Praxis unterschiedlich. — Ramadan verbindet religiöse Grundideen mit vielfältiger Praxis. Respektvoll ist eine Beschreibung, die Gemeinsamkeiten erklärt, ohne alle Menschen gleichzumachen.

Du kannst den Ramadan nun als Zusammenspiel von Mondkalender, täglichem Fasten, Glaubensreflexion, sozialem Handeln und vielfältiger persönlicher Praxis erklären.

Passend dazu