Schabbat: Bedeutung, Ablauf und Rituale
Der Schabbat, auch Sabbat oder Shabbat geschrieben, ist der wöchentliche heilige Ruhetag im Judentum. Er dauert von Freitagabend bis Samstagabend. Diese Zeit ist nicht bloß arbeitsfrei: Sie wird durch Gebet, festliche Mahlzeiten, Lernen, Familie und Gemeinschaft bewusst gestaltet.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum ist der Schabbat eine heilige Zeit?
Das hebräische Wort Schabbat wird mit Ruhe oder Aufhören verbunden. Der Tag unterbricht den gewöhnlichen Wochenablauf und schafft Zeit für Gott, Mitmenschen und Erholung.
Die Tora, die grundlegende heilige Schrift des Judentums, verbindet den Schabbat besonders mit zwei Erinnerungen:
- Schöpfung: Gott erschuf die Welt in sechs Tagen und ruhte am siebten Tag. Menschen folgen diesem Rhythmus von Arbeit und Ruhe.
- Befreiung: Der Schabbat erinnert an die Befreiung des jüdischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten. Niemand soll ununterbrochen unter dem Zwang der Arbeit stehen.
Schabbatruhe bedeutet nicht einfach, nichts zu tun. Sie ist eine bewusst gestaltete Unterbrechung für Ruhe, Gebet, Lernen, Familie und Gemeinschaft.
Der Schabbat ist der siebte Tag der jüdischen Woche. Nach jüdischer Tageszählung beginnt ein Tag bereits am Vorabend. Deshalb beginnt der Schabbat am Freitag mit Sonnenuntergang und endet am Samstag nach Einbruch der Dunkelheit.
Wie beginnt der Schabbat am Freitagabend?
Viele Familien bereiten Speisen und Haus schon vor Beginn des Schabbats vor. So müssen bestimmte Arbeiten während der heiligen Zeit nicht mehr erledigt werden.
Der genaue Ablauf unterscheidet sich. Häufig gehören folgende Handlungen zum Freitagabend:
- Schabbatkerzen werden vor Beginn der Ruhezeit entzündet und mit einem Segen verbunden.
- In der Synagoge oder zu Hause wird der Schabbat mit Gebeten und Liedern begrüßt.
- Familienmitglieder und Gäste wünschen einander „Schabbat Schalom“, also einen friedvollen Schabbat.
- Beim festlichen Essen wird der Kiddusch, ein Segensspruch über Wein, gesprochen.
- Ein Segen wird über die Challah gesprochen, ein besonderes geflochtenes Brot. Häufig liegen zwei Brote auf dem Tisch.
- Die Anwesenden essen, erzählen und singen gemeinsam.
Kiddusch
Der Kiddusch ist ein Segensspruch über einen Becher Wein, mit dem die Heiligkeit des Schabbats hervorgehoben wird.
Vor Sonnenuntergang hat eine Familie das Essen vorbereitet. Danach werden Kerzen entzündet. Beim Abendessen spricht ein Familienmitglied den Kiddusch über Wein und den Segen über die Challah.
Der entscheidende Gedanke: Die Handlungen markieren einen Übergang. Die gewöhnliche Arbeitswoche wird unterbrochen, und eine besonders gestaltete Zeit beginnt.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der Schabbat beginnt am . Der Segensspruch über Wein heißt . Das besondere Brot wird genannt. Mit „Schabbat Schalom“ wünscht man einen .
Was bedeutet Ruhe am Samstag?
Am Schabbat soll gewöhnliche Arbeit ruhen. In traditioneller und besonders in orthodoxer Praxis zählen dazu nicht nur Beruf und Einkauf, sondern beispielsweise auch Kochen, Feuerentzünden und die aktive Bedienung elektrischer Geräte.
Viele Tätigkeiten werden deshalb vorbereitet: Speisen entstehen am Freitag, Lampen können über Zeitschaltuhren gesteuert werden und manche Aufzüge halten automatisch, sodass kein Knopf gedrückt werden muss.
An die Stelle der Arbeit treten andere Tätigkeiten:
- der Gottesdienst in der Synagoge;
- Gebet und Lernen aus der Tora;
- festliche Mahlzeiten;
- Gespräche, Besuche und Spaziergänge;
- Zeit mit Familie, Gästen und Gemeinde.
Traditionell gehören drei Mahlzeiten zum Schabbat: eine am Freitagabend sowie zwei am Samstag. Am Samstagvormittag findet häufig ein längerer Synagogengottesdienst mit Lesungen aus Tora und Propheten statt.
Religiöse Ruhe ist nicht mit Langeweile gleichzusetzen. Die Unterbrechung begrenzt den Anspruch von Arbeit, Handel und Leistung und schafft Raum für Beziehungen, Glauben und Erholung.
Wie endet der Schabbat?
Am Samstagabend endet der Schabbat nach Einbruch der Dunkelheit. Häufig gilt die Sichtbarkeit von drei Sternen als Zeichen dafür.
Den Abschluss bildet die Hawdala oder Havdala. Der Name bedeutet „Trennung“ oder „Unterscheidung“. Die Feier unterscheidet die heilige Zeit des Schabbats vom beginnenden Alltag.
Typische Gegenstände sind:
- ein Becher Wein;
- wohlriechende Gewürze, die Besamim genannt werden;
- eine geflochtene Kerze mit mehreren Dochten.
Segenssprüche über Wein, Gewürze und Licht begleiten den Abschied. Danach wünschen sich die Beteiligten häufig „Schawua Tow!“ – „Eine gute Woche!“.
Eine Person behauptet: „Wenn die Hawdala gefeiert wird, beginnt der Schabbat.“
Die Aussage ist falsch. Kerzen, Kiddusch und Festmahl gehören typischerweise zum Beginn. Die Hawdala steht am Ende und markiert den Wechsel zurück in die gewöhnliche Woche.
Wie deutest du den Schabbat ohne Klischees?
Rituale zeigen, woran Menschen glauben und was ihnen wichtig ist. Beim Schabbat verbinden sich vier Seiten:
- Erinnerung: Schöpfung und Befreiung werden vergegenwärtigt.
- Ritual: Kerzen, Segenssprüche, Mahlzeiten und Hawdala gliedern die Zeit.
- Gemeinschaft: Familie, Gäste und Gemeinde verbringen bewusst Zeit miteinander.
- Vielfalt: Jüdische Menschen gestalten und deuten den Schabbat nicht alle auf dieselbe Weise.
Aussagen wie „Jüdinnen und Juden benutzen am Samstag nie ein Handy“ sind zu pauschal. Genauer ist: „In streng religiöser oder orthodoxer Praxis verzichten viele Menschen am Schabbat auf die aktive Bedienung elektronischer Geräte.“
Auch andere Religionen heben Zeiten der Woche hervor. Der christliche Sonntag erinnert besonders an die Auferstehung Jesu. Der islamische Freitag erhält seine besondere Stellung vor allem durch das gemeinschaftliche Freitagsgebet. Diese Zeiten können den Alltag unterbrechen, sind aber nicht einfach dieselbe Feier unter verschiedenen Namen.
Respektvoll vergleichen heißt: Gemeinsamkeiten erkennen, Unterschiede erklären und innerhalb einer Religion nicht alle Menschen gleich darstellen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Schabbat
- Zeit: Freitagabend bis Samstagabend
- Begründung: Schöpfung und Befreiung
- Beginn: Kerzen, Kiddusch und Challah
- Gestaltung: Ruhe, Gebet, Lernen und Gemeinschaft
- Ende: Hawdala mit Wein, Gewürzen und Licht
- Vielfalt: unterschiedliche jüdische Lebensweisen
Abschluss-Check
Du kannst den Schabbat nun als heilige, bewusst gestaltete Zeit erklären: Er erinnert an Schöpfung und Befreiung, verbindet Ruhe mit Gemeinschaft und wird von jüdischen Menschen in vielfältiger Weise gelebt.
Mit Google fortfahren