Stell dir vor, eine Klassengemeinschaft muss nach dem Weggang einer wichtigen Person entscheiden, wer Verantwortung übernimmt. Dabei können verschiedene Vorstellungen entstehen. Im Islam führte eine solche Frage zu unterschiedlichen Glaubensrichtungen.
Was bedeutet Schia?
Schiiten sind Musliminnen und Muslime, die zur Schia gehören. Die Schia ist eine Glaubensrichtung innerhalb des Islams. Ihr Name bezieht sich auf die Anhängerschaft von Ali.
Ali ibn Abi Talib war ein Cousin und Schwiegersohn des Propheten Muhammad. Schiitinnen und Schiiten glauben, dass Ali nach Muhammad die muslimische Gemeinschaft hätte führen sollen.
Schia ist eine Glaubensrichtung innerhalb des Islams. Menschen, die ihr angehören, heißen Schiitinnen und Schiiten.
Wenn jemand sagt: „Ich bin Schiitin“, bedeutet das: Die Person ist Muslimin und gehört einer schiitischen Tradition an.
Die Schia ist keine eigene Religion. Schiitinnen und Schiiten gehören zum Islam.
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Die Nachfolgefrage
Als Muhammad im Jahr 632 starb, musste die muslimische Gemeinschaft klären, wer sie führen sollte. Diese Nachfolgefrage fragt danach, wer nach einer wichtigen Person Verantwortung übernimmt.
Viele Muslime akzeptierten Abu Bakr als ersten Kalifen. Ein Kalif war damals ein Leiter der muslimischen Gemeinschaft nach Muhammad. Die Anhänger Alis waren anderer Meinung. Sie hielten Ali für den rechtmäßigen Nachfolger.
Ali wurde später selbst der vierte Kalif. Die unterschiedlichen Ansichten über seine Stellung blieben aber bestehen. Daraus entwickelte sich mit der Zeit die Schia.
Wenn eine Klassensprecherin die Schule verlässt, kann die Klasse darüber beraten, wer die Aufgabe übernehmen soll. Ähnlich ging es nach Muhammads Tod um die Führung der Gemeinschaft.
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Sunniten und Schiiten teilen viele Grundlagen des Islams. Ein wichtiger Unterschied entstand durch die Frage nach Muhammads Nachfolge.
Ali und die Imame
Für Schiitinnen und Schiiten ist Ali eine besonders wichtige religiöse Persönlichkeit. Sie sehen ihn als ersten Imam an. Ein Imam ist in schiitischen Traditionen ein religiöser und geistlicher Leiter, der der Gemeinschaft Orientierung gibt.
Das Wort Imam kann je nach islamischer Richtung etwas anderes bedeuten. In vielen sunnitischen Gemeinden leitet ein Imam vor allem das Gebet. In schiitischen Traditionen haben Imame eine besonders wichtige geistliche Autorität.
Auch Alis Familie ist bedeutsam. Dazu gehören seine Frau Fatima, die Tochter Muhammads, sowie ihre Söhne Hasan und Husain.
Du kannst dir einen Imam in schiitischen Traditionen wie einen besonders wichtigen geistlichen Wegweiser vorstellen. Er hilft der Gemeinschaft, den Glauben zu verstehen.
Schiitische Gruppen unterscheiden sich darin, welchen Imamen sie folgen und wie sie deren Aufgabe verstehen.
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Die Zwölfer-Schiiten
Die größte schiitische Gruppe heißt Zwölfer-Schiiten. Sie erkennt eine Reihe von zwölf Imamen an. Ali ist der erste Imam, Hasan der zweite und Husain der dritte.
In der Zwölfer-Schia wird der zwölfte Imam als Mahdi bezeichnet. Mahdi ist ein Titel und bedeutet „der Rechtgeleitete“. Zwölfer-Schiiten glauben, dass dieser Imam verborgen lebt und eines Tages wiederkommt. Dann soll er für Gerechtigkeit sorgen.
Die Zahl zwölf im Namen erinnert an die zwölf anerkannten Imame. Sie bedeutet nicht, dass diese Gruppe zwölf Regeln oder zwölf Gebete hätte.
Nicht alle Schiitinnen und Schiiten sind Zwölfer-Schiiten. Es gibt weitere schiitische Gruppen mit anderen Imam-Reihen.
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Husain und Aschura
Husain war ein Sohn von Ali und Fatima. Er gilt als dritter Imam. Im Jahr 680 wurde er in Karbala getötet. Karbala ist eine Stadt im heutigen Irak.
Viele Schiitinnen und Schiiten erinnern im Monat Muharram an Husain. Der wichtige Gedenktag heißt Aschura. An diesem Tag geht es um Trauer, Erinnerung und den Einsatz gegen Unrecht.
Ein Märtyrer ist ein Mensch, der wegen seines Glaubens oder seiner Überzeugung getötet wird. Husain wird in schiitischen Traditionen als Märtyrer verehrt.
Bei einer Gedenkfeier zu Aschura erinnern Menschen an Husain. Sie denken dabei auch über Mut, Gerechtigkeit und Verantwortung nach.
Aschura wird in verschiedenen muslimischen Traditionen unterschiedlich begangen und verstanden.
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Schiiten und Sunniten
Sunniten sind die größte Glaubensrichtung im Islam. Sunnitinnen und Sunniten und Schiitinnen und Schiiten teilen zentrale Grundlagen: Sie glauben an den einen Gott, der im Islam Allah genannt wird. Für beide ist der Koran ein heiliges Buch.
Ein wichtiger Unterschied liegt in der Nachfolge Muhammads und in der Bedeutung der Imame. Sunniten erkennen die ersten vier Kalifen als rechtgeleitet an. Schiitinnen und Schiiten sehen Ali als den rechtmäßigen Nachfolger Muhammads.
Im Alltag gibt es unterschiedliche Traditionen bei Gebeten, Festen und religiösen Regeln. Innerhalb beider Richtungen gibt es aber Vielfalt. Kein einzelner Mensch spricht für alle Sunniten oder alle Schiiten.
Zwei Schülerinnen können dieselbe Sportart mögen, aber in verschiedenen Vereinen trainieren. So teilen Sunniten und Schiiten wichtige Grundlagen des Islams und haben zugleich unterschiedliche Traditionen.
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Zusammenfassung
Schiitinnen und Schiiten gehören zur Schia, einer wichtigen Glaubensrichtung im Islam. Ihre Geschichte hängt mit der Frage zusammen, wer nach Muhammad die Gemeinschaft führen sollte.
Für sie ist Ali der erste Imam und besonders wichtig. Die größte schiitische Gruppe sind die Zwölfer-Schiiten. Sie erkennen zwölf Imame an und bezeichnen den zwölften Imam als Mahdi.
Husain und Aschura haben für viele Schiitinnen und Schiiten eine große Bedeutung. Sunniten und Schiiten teilen wichtige Grundlagen des Islams, unterscheiden sich aber besonders in der Nachfolgefrage und in der Bedeutung der Imame.
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