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Sunniten

Sunniten sind die größte islamische Richtung. Entstehung, wichtige Unterschiede zu Schiiten und Bedeutung werden erklärt.

Wenn im Unterricht über den Islam gesprochen wird, tauchen oft verschiedene Namen für Glaubensrichtungen auf. Das kann zunächst verwirrend sein. Hier lernst du, wer Sunniten sind und warum dieser Begriff wichtig ist.

Was bedeutet sunnitisch?

Sunniten sind Musliminnen und Muslime der größten Glaubensrichtung im Islam. Eine Glaubensrichtung ist eine Gruppe innerhalb einer Religion, die bestimmte Überzeugungen und Traditionen besonders betont.

Ihr Name verweist auf die Sunna. Das sind überlieferte Worte, Handlungen und Vorbilder des Propheten Muhammad. Ein Prophet ist ein Mensch, der nach religiösem Glauben eine Botschaft von Gott überbringt. Sunniten orientieren sich am Koran, dem heiligen Buch des Islam, und an der Sunna.

Beispiel

Ein sunnitischer Muslim möchte wissen, wie religiöses Handeln verstanden werden kann. Er schaut dafür in den Koran und in Überlieferungen darüber, wie Muhammad gehandelt hat.

Merke

Sunniten gehören zum Islam. Sie sind keine eigene Religion.

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Wie entstand die Unterscheidung?

Nach Muhammads Tod im Jahr 632 stellte sich die Frage, wer die muslimische Gemeinschaft leiten sollte. Ein Kalif ist ein Nachfolger Muhammads als Leiter der Gemeinschaft. Er gilt dabei nicht als neuer Prophet.

Die spätere sunnitische Richtung meinte, die Gemeinschaft solle einen geeigneten Leiter auswählen. Die Schiiten sind Musliminnen und Muslime einer weiteren großen Glaubensrichtung im Islam. Ihre spätere Richtung war der Ansicht, Ali, ein Verwandter und Schwiegersohn Muhammads, habe die besondere Berechtigung zur Nachfolge.

Sunniten erkennen Abu Bakr, Umar, Uthman und Ali als die ersten vier Kalifen an. Sie nennen sie oft die rechtgeleiteten Kalifen. Damit bezeichnen sie die ersten vier Leiter der Gemeinschaft nach Muhammad.

Beispiel

Stell dir vor, eine Klassensprecherin verlässt die Schule. Ein Teil der Klasse möchte eine neue Person wählen. Andere finden, eine bestimmte Person aus ihrem engen Kreis solle übernehmen. So ähnlich unterschieden sich die Ansichten zur Leitung der muslimischen Gemeinschaft.

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Was verbindet Sunniten und Schiiten?

Sunniten und Schiiten teilen zentrale Grundlagen des Islam. Beide glauben an den einen Gott, der auf Arabisch Allah heißt. Beide verehren den Koran und Muhammad als Propheten.

Zu den wichtigen religiösen Handlungen gehören das Glaubensbekenntnis, das Gebet, das Fasten im Ramadan, dem islamischen Fastenmonat, das Geben von Almosen und die Pilgerfahrt nach Mekka. In Einzelheiten können Traditionen unterschiedlich sein.

Beispiel

Eine sunnitische und eine schiitische Familie können im Ramadan fasten. Beide können danach das Fest des Fastenbrechens feiern.

Merke

Unterschiedliche Glaubensrichtungen bedeuten nicht, dass Sunniten und Schiiten zwei verschiedene Religionen haben.

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Worin gibt es Unterschiede?

Für Schiiten haben Ali und bestimmte Imame eine besondere Bedeutung. Ein Imam ist hier ein religiöser Leiter in der schiitischen Tradition, der als besonders wichtig für die Weitergabe und Deutung des Glaubens gilt. Das ist mehr als die Person, die ein Gebet anleitet.

Sunniten erkennen die ersten vier Kalifen an. Außerdem gibt es Unterschiede in einzelnen religiösen Traditionen und Rechtsfragen. Das heißt nicht, dass alle Sunniten gleich denken oder gleich leben.

Innerhalb des Sunnitentums gibt es verschiedene Rechtsschulen. Eine Rechtsschule ist eine Tradition, in der Gelehrte religiöse Regeln aus Koran und Sunna auslegen. Vier bekannte sunnitische Rechtsschulen heißen hanafitisch, malikitisch, schafiitisch und hanbalitisch.

Beispiel

Zwei sunnitische Familien können eine religiöse Detailfrage unterschiedlich beantworten. Vielleicht orientieren sie sich an verschiedenen Rechtsschulen. Trotzdem können beide sunnitisch sein.

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Wo leben Sunniten und wie entstehen Konflikte?

Weltweit gehört die große Mehrheit der Musliminnen und Muslime zur sunnitischen Richtung. Häufig werden etwa 85 bis 90 von 100 Musliminnen und Muslimen genannt. Sunniten leben zum Beispiel in Indonesien, der Türkei, Ägypten, Marokko und Deutschland.

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Manchmal werden politische Konflikte als Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten beschrieben. Das greift oft zu kurz. Politische Konflikte sind Auseinandersetzungen um Macht, Einfluss, Geld, Rechte oder Gebiete. Religion kann dabei eine Rolle spielen, ist aber selten die einzige Ursache.

Beispiel

Wenn zwei Regierungen um Einfluss in einer Region streiten, können sie religiöse Unterschiede betonen. Der Streit kann aber zugleich mit Macht und Geschichte zu tun haben.

Merke

Menschen darfst du nicht wegen ihrer Glaubensrichtung für politische Konflikte verantwortlich machen.

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Zusammenfassung

Sunniten sind die größte Glaubensrichtung im Islam. Ihr Name bezieht sich auf die Sunna, also auf überlieferte Vorbilder des Propheten Muhammad.

Die Unterscheidung zu den Schiiten entstand aus der Frage nach der Leitung der muslimischen Gemeinschaft nach Muhammads Tod. Beide Richtungen teilen den Glauben an Gott, den Koran und viele religiöse Grundlagen. Unterschiede helfen beim Verstehen von Religion und Geschichte, dürfen aber nie dazu dienen, Menschen über einen Kamm zu scheren.