Sure: Kapitel des Korans einfach erklärt
Eine Sure ist ein Abschnitt oder Kapitel des Korans. Der Koran umfasst 114 Suren. Jede Sure besteht aus einzelnen Versen, die Aya heißen.
Auf dieser Seite lernst du, wie Suren aufgebaut und angeordnet sind. Außerdem erfährst du, warum al-Fātiha und die Basmallah eine besondere Rolle spielen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
So ist der Koran aufgebaut
Stell dir vor, du möchtest eine bestimmte Stelle im Koran beschreiben. Dafür musst du zwischen einer Sure und einer Aya unterscheiden.
Sure
Eine Sure ist ein Kapitel beziehungsweise ein größerer Abschnitt des Korans. Insgesamt enthält der Koran 114 Suren. Jede Sure trägt einen eigenen Namen.
Aya
Eine Aya ist ein einzelner Vers innerhalb einer Sure. Eine Sure besteht also aus mehreren Aya. Der Plural lautet Ayat.
Al-Fātiha ist eine Sure. Die einzelnen Verse dieser Sure sind ihre Ayat.
Der entscheidende Unterschied lautet daher:
- Sure = Kapitel
- Aya = Vers innerhalb des Kapitels
Eine Sure besteht aus Ayat – so wie ein Kapitel aus einzelnen Abschnitten oder Versen besteht.
Wie sind die Suren angeordnet?
Die Reihenfolge der Suren entspricht nicht einfach der zeitlichen Reihenfolge ihrer Offenbarung. Al-Fātiha steht zum Beispiel an erster Stelle, gilt aber nicht als die zuerst offenbarte Sure.
Fast alle langen Suren stehen im vorderen Teil des Korans. Viele kurze Suren findest du am Ende. Das ist ein häufiges Ordnungsmuster, aber keine Regel, nach der du jede einzelne Sure allein anhand ihrer Position sicher bestimmen kannst.
Die Nummer einer Sure zeigt ihre Stelle im Koran. Sie sagt nicht automatisch, wann die Sure offenbart wurde.
Aus „al-Fātiha ist Sure 1“ darfst du schließen: Sie eröffnet die heutige Anordnung des Korans.
Du darfst daraus nicht schließen: Sie wurde als erste Sure offenbart.
Warum ist al-Fātiha besonders wichtig?
Al-Fātiha bedeutet „die Eröffnende“. Sie ist die erste Sure des Korans und eröffnet damit seine heutige Anordnung.
Al-Fātiha wird als Gebet und als Einführung in den Koran verstanden. In ihr loben die Betenden Allah, bitten ihn um Hilfe und bitten um Führung auf den geraden Weg. Musliminnen und Muslime sprechen diese Sure regelmäßig im täglichen Gebet.
Wer al-Fātiha nur als „Kapitel Nummer 1“ beschreibt, nennt ihre Position, aber noch nicht ihre religiöse Bedeutung. Zu einer vollständigen Erklärung gehören auch ihre Verwendung im Gebet und ihre Bitte um Führung.
Al-Fātiha ist besonders, weil sie den Koran eröffnet und im muslimischen Gebet eine zentrale Rolle spielt.
Was ist die Basmallah?
Viele Suren beginnen mit der Formel Bismillah ar-Rahman ar-Rahim. Sinngemäß bedeutet sie: „Mit dem Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen.“ Diese Formel heißt Basmallah.
113 der 114 Suren beginnen mit der Basmallah. Sure 9 ist die Ausnahme und beginnt ohne diese Formel.
Viele Musliminnen und Muslime sprechen die Basmallah auch vor einem Gebet, einer Arbeit oder einem anderen Vorhaben. Damit beginnen sie die Handlung im Namen Gottes.
Basmallah
Die Basmallah ist eine islamische Eröffnungs- und Segensformel. Sie steht am Anfang von 113 Suren und wird auch vor verschiedenen Handlungen gesprochen.
Die Basmallah ist keine eigene Bezeichnung für jede Aya: Sie ist eine bestimmte Formel mit einer besonderen Eröffnungsfunktion.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der Koran enthält Suren. Davon beginnen mit der Basmallah. Die Ausnahme ist Sure . Ein einzelner Vers innerhalb einer Sure heißt .
Welche Themen können Suren behandeln?
Suren behandeln unterschiedliche Glaubens- und Lebensfragen. Dazu gehören Aussagen über Allah, Propheten, Engel, die Schöpfung und Regeln für das Zusammenleben.
Konkrete Beispiele zeigen diese Vielfalt:
- Al-Fātiha enthält Lob, die Bitte um Hilfe und die Bitte um Führung.
- Al-Māʿūn warnt davor, Waisen wegzustoßen, Arme zu vernachlässigen und nur zum Schein zu beten.
- Al-Ihlās betont die Einzigkeit Allahs.
- Al-Falaq und al-Nās, die letzten beiden Suren, enthalten Bitten um Schutz vor verschiedenen Übeln und schädlichen Einflüssen.
Aufgabe: Ordne die Aussage „Menschen sollen Hilfsbedürftige nicht abweisen“ einem der genannten Beispiele zu.
Lösung: Die Aussage passt zu al-Māʿūn. Diese Sure verbindet religiöses Handeln mit dem Verhalten gegenüber Waisen und Armen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Sure
- Aufbau
- Kapitel des Korans
- besteht aus Ayat
- Koranordnung
- insgesamt 114 Suren
- viele lange Suren vorn, viele kurze hinten
- Position ist nicht Offenbarungszeitpunkt
- Al-Fātiha
- erste Sure
- Gebet und Bitte um Führung
- Basmallah
- Eröffnungsformel
- vor 113 Suren
- Sure 9 als Ausnahme
- Themen
- Glaube und Gottesvorstellung
- Zusammenleben und Verantwortung
- Bitten um Führung oder Schutz
- Aufbau
Eine Sure ist also mehr als nur eine Nummer im Koran: Sie besitzt einen Namen, besteht aus Ayat und behandelt bestimmte religiöse Themen. Ihre Stellung, ihr Inhalt und ihre Verwendung müssen getrennt betrachtet werden.
Abschluss-Check
Wenn du alle vier Fragen begründen kannst, kannst du Sure, Aya und Basmallah sicher unterscheiden und wichtige Besonderheiten der Koranordnung erklären.
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