‹ Religion

Heilige Schrift

Heilige Schriften sind zentrale Texte einer Religion. Hier lernst du Beispiele wie Bibel, Koran, Tora, Veden und Pali-Kanon kennen.

In der Schule arbeitest du oft mit Büchern, die etwas Wichtiges erklären. Für viele gläubige Menschen gibt es außerdem Texte, die ihren Glauben begleiten. Sie werden gelesen, erzählt und gemeinsam besprochen.

Deine Lernziele
  • Du erklärst, was eine heilige Schrift ist.
  • Du nennst wichtige heilige Schriften verschiedener Religionen.
  • Du weißt, warum Menschen solche Texte unterschiedlich verstehen können.

Was macht einen Text heilig?

Eine Religionsgemeinschaft ist eine Gruppe von Menschen, die einen Glauben miteinander teilt. Eine heilige Schrift ist ein Text oder eine Sammlung von Texten, die für eine Religionsgemeinschaft besonders wichtig ist. Darin finden Menschen zum Beispiel Erzählungen, Gebete, Regeln oder Gedanken über Gott, die Welt und das Zusammenleben.

Heilig bedeutet hier nicht einfach „sehr alt“. Menschen behandeln den Text mit besonderem Respekt, weil er zu ihrem Glauben gehört.

Beispiel

Eine Klasse vereinbart Regeln für das Miteinander. Diese Regeln helfen im Schulalltag.

Eine heilige Schrift ist mehr als eine Sammlung von Klassenregeln. Sie gehört zum Glauben einer Gemeinschaft. Viele Menschen lesen darin oder orientieren sich an ihren Aussagen.

Merke

Heilige Schriften sind wichtige Glaubenstexte. Sie helfen vielen Menschen, über ihr Leben und ihren Glauben nachzudenken.

Interaktiver Lückentext wird geladen ...

Wichtige Schriften in drei Religionen

Nicht alle Religionen haben dieselbe heilige Schrift. Manche haben ein wichtiges Buch, andere eine Sammlung vieler Texte.

Im Judentum ist der Tanach die Hebräische Bibel. Die Tora ist ein besonders wichtiger Teil davon und umfasst die fünf Bücher Mose.

Im Christentum ist die Bibel die heilige Schrift. Sie besteht aus dem Alten und dem Neuen Testament. Manche Christinnen und Christen sagen zum Alten Testament auch Erstes Testament.

Im Islam ist der Koran die zentrale heilige Schrift. Musliminnen und Muslime verstehen ihn als Offenbarung Gottes. Eine Offenbarung ist nach religiösem Verständnis eine Botschaft, durch die Gott sich Menschen zeigt oder mitteilt.

Beispiel

Lea lernt etwas über die Tora im Judentum. Paul arbeitet im Religionsunterricht mit einer Bibel. Emir kennt Suren, also Abschnitte des Korans.

Die Schriften sind verschieden. Sie haben aber gemeinsam, dass sie für viele Menschen eng mit ihrem Glauben verbunden sind.

Interaktive Lernkarten wird geladen ...

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Weitere Beispiele aus der Welt

Auch in anderen Religionen gibt es wichtige Glaubenstexte. Im Hinduismus gehören die Veden zu den besonders bedeutenden Schriften. Sie enthalten unter anderem religiöse Lieder und Gedanken.

Im Buddhismus gibt es verschiedene Richtungen. Der Theravada-Buddhismus ist eine buddhistische Richtung, in der der Pali-Kanon besonders wichtig ist. Der Pali-Kanon ist eine große Sammlung von Lehren.

Der Sikhismus ist eine Religion aus Indien. Seine zentrale heilige Schrift heißt Guru Granth Sahib. Das Bahaitum ist eine Religion, deren Anhängerinnen und Anhänger die Schriften von Baha'u'llah besonders wichtig finden.

Beispiel

Wenn du nach dem heiligen Buch im Buddhismus fragst, ist eine genaue Antwort wichtig: Der Pali-Kanon ist besonders im Theravada-Buddhismus bedeutsam. Andere buddhistische Richtungen können andere wichtige Texte haben.

Merke

Eine Religion kann mehrere wichtige Schriften haben. Auch innerhalb einer Religion können unterschiedliche Richtungen verschiedene Texte besonders schätzen.

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Texte verstehen und auslegen

Heilige Schriften sind nicht wie eine einfache Gebrauchsanweisung. Sie enthalten unterschiedliche Textarten. Eine Textart beschreibt die Form eines Textes, zum Beispiel Erzählung, Lied, Gebet, Regel oder Bildsprache.

Auslegen bedeutet, den Sinn eines Textes zu erklären. Dabei fragen Menschen: Wer spricht? Zu wem? Welche Textart liegt vor? Was steht davor und danach?

Beispiel

Der Satz „Mein Herz ist schwer“ meint meist nicht, dass ein Herz auf einer Waage viel wiegt. Er beschreibt ein trauriges Gefühl.

Auch religiöse Texte können Bilder und Geschichten nutzen. Deshalb hilft es, den ganzen Abschnitt aufmerksam zu lesen.

Gut zu wissen

Ein Gottesdienst ist ein gemeinsames Treffen von Gläubigen zum Beten, Singen, Hören und Feiern. Dort werden aus manchen heiligen Schriften Texte vorgelesen oder vorgetragen.

Merke

Beim Auslegen hilft der Zusammenhang. Einzelne Sätze versteht man besser, wenn man die Textart und den ganzen Abschnitt beachtet.

Respektvoll vergleichen

Menschen gehen mit heiligen Schriften unterschiedlich um. Manche lesen täglich darin. Andere hören Texte im Gottesdienst oder kennen einzelne Geschichten. Viele bewahren die Schriften sorgfältig auf.

Respekt heißt: Du musst nicht selbst an eine Religion glauben, um ihre heilige Schrift ernst zu nehmen. Du kannst nachfragen, zuhören und Unterschiede benennen, ohne andere abzuwerten.

Beispiel

Jemand sagt: „Der Koran ist genau wie die Bibel.“

Eine faire Antwort wäre: „Beide sind für viele Menschen heilige Texte. Sie gehören aber zu unterschiedlichen Religionen und haben unterschiedliche Inhalte.“

Interaktive Quizfrage wird geladen ...

Zusammenfassung

Eine heilige Schrift ist ein besonders wichtiger Glaubenstext einer Religionsgemeinschaft. Beispiele sind die Bibel im Christentum, der Tanach im Judentum, der Koran im Islam, die Veden im Hinduismus und der Pali-Kanon im Theravada-Buddhismus.

Heilige Schriften können Geschichten, Gebete, Regeln und Weisheit enthalten. Um sie gut zu verstehen, achtest du auf die Religion, die Textart und den Zusammenhang.