Verkündigung im Christentum einfach erklärt
Verkündigung bedeutet, eine wichtige Botschaft weiterzugeben. Im Christentum ist damit vor allem die Weitergabe des Evangeliums, also der „Frohen Botschaft“ von Jesus Christus, gemeint. Das geschieht durch Worte und durch glaubwürdiges Handeln.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was bedeutet Verkündigung?
Wer etwas verkündigt, teilt eine wichtige Botschaft nachdrücklich und öffentlich mit. Bei religiöser Verkündigung geben Menschen eine Botschaft weiter, die sie mit Gott und ihrem Glauben verbinden.
Verkündigung
Christliche Verkündigung ist die Weitergabe des Evangeliums von Jesus Christus. Sie kann durch Predigen, Erzählen, Feiern, Unterrichten und glaubensgeleitetes Handeln geschehen.
Das Wort hat außerdem eine besondere biblische Bedeutung: Mariä Verkündigung bezeichnet die Erzählung, in der ein Engel Maria die Geburt Jesu ankündigt.
Verkündigung oder Verkündung?
Die ähnlich klingenden Wörter werden in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet:
| Wort | Typischer Zusammenhang | Beispiel |
|---|---|---|
| Verkündigung | Religion und Glaube | Eine Predigt gibt die Frohe Botschaft weiter. |
| Verkündung | Recht und öffentliche Entscheidungen | Ein Gericht verkündet ein Urteil. |
Auch andere Religionen kennen Menschen, die eine als göttlich verstandene Botschaft weitergeben. Inhalte, Bezeichnungen und Formen unterscheiden sich jedoch. Christliche Verkündigung richtet sich auf das Evangelium von Jesus Christus.
Welche Botschaft wird weitergegeben?
Evangelium bedeutet „Gute Nachricht“ oder „Frohe Botschaft“. Im Mittelpunkt stehen Jesus Christus, sein Leben, sein Sterben und seine Auferstehung. Nach christlichem Glauben zeigt sich darin Gottes heilvolles Handeln für die Menschen.
Jesus tritt in Galiläa selbst als Verkündiger auf. Seine Botschaft lautet: Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist nahe. Nach seiner Auferstehung erhalten die Jünger den Auftrag, die Botschaft an Menschen aller Völker weiterzugeben.
Bei christlicher Verkündigung geht es nicht zuerst um eine Institution. Im Mittelpunkt steht die Botschaft von Jesus Christus und ihre Bedeutung für das Leben.
Eine im Ausgangsmaterial dargestellte kirchliche Deutung warnt deshalb davor, das Evangelium auf Verbote oder Moralregeln zu verkürzen. Die Botschaft soll Menschen aufrichten, neugierig machen und auf Christus ausrichten.
Eine Predigt handelt von Vergebung. Sie erklärt nicht nur die Aufforderung „Du sollst vergeben“, sondern verbindet sie mit der christlichen Botschaft: Jeder Mensch besitzt Würde, wird von Gott geliebt und kann einen Neuanfang wagen. Dadurch wird aus einer einzelnen Regel eine Glaubensbotschaft.
Wie geschieht Verkündigung?
Verkündigung ist nicht auf eine Predigt und nicht auf Geistliche beschränkt. Sie kann verschiedene Träger und Formen haben.
Verkündigung durch Worte
Dazu gehören:
- Predigt und Auslegung biblischer Texte,
- Gespräche über Leben und Glauben,
- Religionsunterricht, Glaubenskurse und Katechese,
- gemeinsames Beten und Erzählen in der Familie.
Verkündigung durch Feiern
Auch Gottesdienste, Sakramente und Feste des Kirchenjahres vermitteln Glaubensinhalte. An Weihnachten erinnert beispielsweise die Engelsbotschaft an die Hirten an die verkündete Freude über die Geburt Jesu.
Verkündigung durch Handeln
Menschen können ihren Glauben außerdem durch ihr Verhalten bezeugen. Die Quellen nennen unter anderem Liebe, Vergebung, Teilen, Solidarität sowie die Begleitung leidender Menschen.
Eine Gemeinde spricht über die Würde jedes Menschen und unterstützt zugleich einsame oder notleidende Personen. Das Handeln ersetzt die Botschaft nicht. Es macht aber sichtbar, welche Folgen die Botschaft für das Zusammenleben haben kann.
Verkündigung verbindet Botschaft und Zeugnis: Menschen sprechen von ihrem Glauben und zeigen durch ihr Handeln, was er für sie bedeutet.
Nach der dargestellten kirchlichen Auffassung können Menschen Glauben nicht herstellen oder erzwingen. Sie können die Botschaft weitergeben, Fragen ernst nehmen und Gottes Liebe durch ihr Handeln bezeugen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Eine Predigt ist Verkündigung durch . Ein christliches Fest vermittelt die Botschaft durch gemeinsames . Hilfsbereitschaft kann ein gelebtes sein. Glauben lässt sich dabei nicht .
Was zeigen die biblischen Verkündigungserzählungen?
Im ersten Kapitel des Lukasevangeliums stehen zwei ähnlich aufgebaute Erzählungen nebeneinander:
- Ein Engel kündigt Zacharias die Geburt seines Sohnes Johannes an.
- Ein Engel kündigt Maria die Geburt Jesu an.
Beide Erzählungen folgen einem gemeinsamen Muster:
- Ein Engel erscheint.
- Der angesprochene Mensch erschrickt.
- Der Engel nimmt die Furcht und kündigt eine Geburt an.
- Der Mensch reagiert mit einer Frage oder einem Einwand.
- Ein Zeichen wird angekündigt.
- Die Erzählung zeigt die weitere Reaktion.
Zacharias reagiert mit Zweifel
Der Engel Gabriel erscheint dem alten Priester Zacharias während seines Tempeldienstes. Er kündigt an, dass Zacharias und Elisabet einen Sohn bekommen werden. Dieser soll Johannes heißen und Menschen auf Gott vorbereiten.
Zacharias fragt wegen des hohen Alters der Eltern nach einem Beweis. Als Zeichen verstummt er bis zur Geburt des Kindes.
Maria fragt und stimmt zu
Gabriel kündigt Maria an, dass sie Jesus gebären werde. Maria fragt, wie dies geschehen könne. Der Engel verweist auf das Wirken des Heiligen Geistes. Am Ende stimmt Maria der Botschaft zu.
Die beiden Erzählungen sind parallel gestaltet, aber nicht gleich. Der Vergleich hebt Jesus gegenüber Johannes hervor und stellt Zacharias’ Zweifel Marias abschließender Zustimmung gegenüber.
Wie kannst du Verkündigung erkennen und beurteilen?
Bei einem neuen Beispiel helfen dir vier Fragen:
- Welche Botschaft wird vermittelt?
- Wer gibt sie an wen weiter?
- Welche Form wird genutzt: Wort, Feier, Bildung oder Handlung?
- Passen Botschaft und Verhalten zusammen?
Eine Religionsgruppe spricht über die christliche Aufforderung zum Teilen und sammelt anschließend Lebensmittel für Bedürftige.
- Botschaft: Teilen und Solidarität werden als Folgen des Glaubens erklärt.
- Träger und Adressaten: Die Gruppe vermittelt die Botschaft untereinander und nach außen.
- Form: Gespräch und soziales Handeln werden verbunden.
- Beurteilung: Das Handeln passt zur erklärten Botschaft und macht sie anschaulich.
Nicht jede gute Tat ist automatisch christliche Verkündigung. Sie wird als solche erkennbar, wenn sie als Ausdruck des christlichen Glaubens verstanden oder erklärt wird. Umgekehrt wirkt eine Botschaft unglaubwürdig, wenn das Verhalten ihr deutlich widerspricht.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Christliche Verkündigung
- Inhalt
- Evangelium von Jesus Christus
- Leben, Sterben und Auferstehung
- Formen
- Predigt und Gespräch
- Gottesdienst und Feste
- Bildung und Familie
- Glaubensgeleitetes Handeln
- Biblische Beispiele
- Jesus und der Missionsauftrag
- Zacharias und Maria
- Beurteilung
- Botschaft erkennen
- Wort und Handlung vergleichen
- Inhalt
Abschluss-Check
Du hast das Ziel erreicht, wenn du bei einem neuen Beispiel die Botschaft, ihre Träger, ihre Form und das Verhältnis zwischen Reden und Handeln begründet bestimmen kannst.
Mit Google fortfahren