Erfolgsrechnung einfach erklärt: Gewinn und Verlust
Die Erfolgsrechnung stellt die Erträge und Aufwendungen eines Zeitraums gegenüber. Überwiegen die Erträge, entsteht ein Gewinn. Überwiegen die Aufwendungen, entsteht ein Verlust. Das Wort „Erfolg“ bezeichnet dabei neutral das Ergebnis – auch ein Verlust ist ein rechnerischer Erfolg.
Auf dieser Seite lernst du, das Ergebnis zu berechnen, Ergebnisstufen zu unterscheiden und verschiedene Formen der Erfolgsrechnung passend einzuordnen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum der Kontostand nicht den Erfolg zeigt
Ein Unternehmen hat Geld auf dem Bankkonto. Ist es deshalb erfolgreich? Nicht unbedingt: Der Kontostand ist nur eine Momentaufnahme. Er zeigt nicht vollständig, welche Erträge und Aufwendungen zu einer Abrechnungsperiode gehören.
Ertrag
Ein Ertrag ist ein Wertzuwachs, der einer Abrechnungsperiode zugerechnet wird. Typische Beispiele sind Umsatzerlöse, Zinserträge oder Mieterträge.
Aufwand
Ein Aufwand ist ein Wertverbrauch, der einer Abrechnungsperiode zugerechnet wird. Dazu können Wareneinkauf, Löhne, Miete, Zinsaufwand oder Abschreibungen gehören.
Die Grundrechnung lautet:
Ergebnis = Erträge − Aufwendungen
- Ergebnis größer als 0: Gewinn
- Ergebnis kleiner als 0: Verlust
- Ergebnis gleich 0: Erträge und Aufwendungen sind gleich hoch
Ein Gewinn erhöht das Eigenkapital. Ein Verlust vermindert es.
Die Erfolgsrechnung betrachtet einen Zeitraum. Der Kontostand und die Bilanz zeigen dagegen Werte zu einem Zeitpunkt.
So entsteht ein vollständiger Rechenweg
Gehe bei einer Erfolgsrechnung in vier Schritten vor:
- Lege den betrachteten Zeitraum fest.
- Ermittle die Erträge dieses Zeitraums.
- Ermittle die Aufwendungen desselben Zeitraums.
- Ziehe die Aufwendungen von den Erträgen ab und deute das Vorzeichen.
Ein Betrieb weist für eine Periode 500 € Ertrag und 300 € Aufwand aus.
Schritt 1: Zusammenhang bestimmen Gesucht ist der Erfolg der Periode. Deshalb werden Ertrag und Aufwand gegenübergestellt.
Schritt 2: Rechnen 500 € − 300 € = 200 €
Schritt 3: Ergebnis deuten Das Ergebnis ist positiv. Der Betrieb erzielt in der betrachteten Periode einen Gewinn von 200 €.
Bilanz und Erfolgsrechnung unterscheiden
| Frage | Erfolgsrechnung | Bilanz |
|---|---|---|
| Welchen Zeitbezug hat sie? | Zeitraum, zum Beispiel ein Geschäftsjahr | Zeitpunkt, der Bilanzstichtag |
| Was zeigt sie? | Erträge, Aufwendungen und Ergebnis | Vermögen, Kapital und Schulden |
| Welche Kernfrage beantwortet sie? | Wurde Gewinn oder Verlust erzielt? | Wie ist die finanzielle Lage am Stichtag? |
Beide Rechnungen hängen zusammen: Der in der Erfolgsrechnung ermittelte Gewinn oder Verlust verändert das Eigenkapital in der Bilanz.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die Erfolgsrechnung betrachtet einen . Übersteigt der den Aufwand, entsteht ein . Ein Gewinn das Eigenkapital.
Mehrere Stufen machen Erfolgsquellen sichtbar
Eine einstufige Erfolgsrechnung liefert direkt ein Gesamtergebnis. Eine mehrstufige Erfolgsrechnung bildet zusätzlich Zwischenergebnisse. Dadurch lässt sich besser erkennen, in welchem Bereich Erfolg oder Misserfolg entstanden ist.
Ein vereinfachtes Beispiel entwickelt das Ergebnis in drei Rechenschritten:
- 500 € Erlös − 300 € Aufwand = 200 € Zwischenergebnis
- 200 € + 5 € Zinseinkünfte − 30 € allgemeiner Aufwand = 175 €
- 175 € + 2 € außerordentlicher Ertrag − 10 € außerordentlicher Aufwand = 167 € Unternehmensergebnis
Die letzte Zahl allein zeigt den gesamten Gewinn. Die Zwischenwerte zeigen zusätzlich, wie weitere Ergebnisbereiche den anfänglichen Überschuss verändert haben.
Typische Gliederungen unterscheiden:
- einen Handelsbereich mit dem Bruttogewinn als Zwischenergebnis,
- einen Betriebsbereich mit dem Betriebsergebnis,
- einen neutralen oder weiteren Unternehmensbereich mit dem gesamten Unternehmensergebnis.
Die genaue Bezeichnung und gesetzliche Gliederung hängen vom verwendeten Rechnungslegungssystem ab. Das gemeinsame Prinzip bleibt: Zwischenergebnisse trennen verschiedene Erfolgsquellen.
GKV oder UKV: zwei Wege zum Betriebsergebnis
Das Gesamtkostenverfahren (GKV) und das Umsatzkostenverfahren (UKV) gliedern den betrieblichen Teil unterschiedlich.
Gesamtkostenverfahren
Das GKV stellt den Erträgen grundsätzlich die gesamten Aufwendungen der Periode gegenüber. Weil Produktion und Verkauf nicht immer in derselben Periode stattfinden, werden auch Bestandsveränderungen berücksichtigt.
Umsatzkostenverfahren
Das UKV stellt den Umsätzen die Kosten der tatsächlich verkauften Produkte oder Dienstleistungen gegenüber. Die Gliederung kann nach Funktionen wie Herstellung, Vertrieb und Verwaltung erfolgen.
| Vergleich | Gesamtkostenverfahren | Umsatzkostenverfahren |
|---|---|---|
| Ausgangspunkt | gesamte Produktion und Aufwendungen der Periode | tatsächlich verkaufte Leistungen |
| Wichtige Anpassung | Bestandsveränderungen | Kosten der noch nicht verkauften Leistungen werden nicht als Umsatzkosten angesetzt |
| Typische Gliederung | Aufwandsarten | Funktionsbereiche |
GKV und UKV ordnen dieselbe wirtschaftliche Entwicklung verschieden. Werden alle Größen sachgerecht erfasst, führen beide Verfahren zum gleichen Betriebsergebnis.
Ein überliefertes Zahlenbeispiel zeigt diesen Zusammenhang besonders deutlich: Trotz unterschiedlicher Gliederung ergeben beide Verfahren ein EBIT von 2.000.000 € und einen Jahresüberschuss von 1.200.000 €.
Kurzfristig steuern statt nur jährlich zurückblicken
Eine jährliche Gewinn- und Verlustrechnung informiert über das Ergebnis des Geschäftsjahres. Für schnelle Entscheidungen kann ein Jahr jedoch zu lang sein. Die kurzfristige Erfolgsrechnung (KER) betrachtet deshalb beispielsweise einen Monat, ein Quartal oder ein Halbjahr.
Kurzfristige Erfolgsrechnung
Die KER, auch Betriebsergebnisrechnung oder Kostenträger-Zeitrechnung genannt, ermittelt den betrieblichen Erfolg einer kürzeren Periode. Sie soll sichtbar machen, welche Produkte oder Dienstleistungen besonders oder wenig erfolgreich sind.
Für die KER werden Kosten und Leistungen gegenübergestellt. Dabei unterscheidet sie sich von der externen Erfolgsrechnung:
- Die externe Rechnung arbeitet mit Aufwand und Ertrag.
- Die interne Rechnung arbeitet mit Kosten und Leistungen.
- Neutrale Aufwendungen und Erträge gehören nicht zum Betriebsergebnis.
- Kalkulatorische Kosten können in der internen Rechnung berücksichtigt werden.
Die genaue Abgrenzung einzelner Aufwands-, Ertrags-, Kosten- und Leistungsarten ist ein eigener Lernschritt. Für die Erfolgsrechnung ist zunächst wichtig: Gesamtergebnis und Betriebsergebnis beantworten unterschiedliche Fragen.
Die Jahresrechnung zeigt einen Gewinn. Ein einzelnes Produkt kann trotzdem unwirtschaftlich sein. Eine nach Produkten gegliederte KER kann diesen Unterschied sichtbar machen und dadurch Planung, Kontrolle und Entscheidungen unterstützen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Erfolgsrechnung
- Zeitraum statt Stichtag
- Erträge minus Aufwendungen
- Gewinn oder Verlust
- Zwischenergebnisse zeigen Erfolgsquellen
- GKV und UKV gliedern den Betriebserfolg verschieden
- KER unterstützt kurzfristige Entscheidungen
Abschluss-Check
Wenn du die Aufgaben sicher lösen kannst, beherrschst du den Kern: Du bestimmst Erfolg für einen Zeitraum, deutest das Ergebnis und wählst die passende Gliederung für die jeweilige Fragestellung.
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