Wirtschaft

Ergebnistabelle: FiBu und KLR richtig abgrenzen

Ergebnistabelle: FiBu und KLR richtig abgrenzen
Ergebnistabelle: FiBu und KLR richtig abgrenzen
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Die Ergebnistabelle zeigt, wie aus Aufwendungen und Erträgen der Finanzbuchhaltung (FiBu) die Kosten und Leistungen der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) werden. Sie trennt neutrale Vorgänge ab, korrigiert ungeeignete FiBu-Werte und macht so den Erfolg des eigentlichen Betriebs sichtbar.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum zwei Ergebnisse nötig sind

Stell dir eine Möbelfabrik vor. Sie verdient Geld mit Schränken, erhält aber auch Zinsen aus einer Finanzanlage. Beides ist Ertrag in der FiBu. Für die Frage, wie erfolgreich die Möbelproduktion arbeitet, darf der Zinsertrag jedoch nicht als betriebliche Leistung gelten.

Definition

Rechnungskreis I

Der Rechnungskreis I enthält die Finanzbuchhaltung. Aufwendungen und Erträge ergeben zusammen das Gesamtergebnis des Unternehmens.

Definition

Rechnungskreis II

Der Rechnungskreis II enthält die Abgrenzungsrechnung und die Betriebsergebnisrechnung der KLR. Hier werden neutrale Vorgänge ausgesondert, betriebliche Werte bei Bedarf korrigiert und Kosten sowie Leistungen gegenübergestellt.

Die drei Ergebnisse hängen so zusammen:

$$\text{Gesamtergebnis}=\text{neutrales Ergebnis}+\text{Betriebsergebnis}$$

Das neutrale Ergebnis erfasst die Wirkung neutraler Vorgänge und kostenrechnerischer Korrekturen. Das Betriebsergebnis zeigt dagegen nur den Erfolg des typischen betrieblichen Leistungsprozesses.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt den Zweck der Ergebnistabelle richtig?
Lösung: Sie leitet aus FiBu-Daten ein abgegrenztes Betriebsergebnis für die KLR ab. — Die Ergebnistabelle verbindet FiBu und KLR. Entscheidend ist die Abgrenzung: Nicht jeder Aufwand ist eine Kostenposition und nicht jeder Ertrag eine Leistung.
Wie die Ergebnistabelle aufgebaut ist

Die Zeilen nennen Konten oder zusätzliche kalkulatorische Positionen. Die Spalten folgen dem Weg von der FiBu zur KLR:

BereichTypische SpaltenLeitfrage
Rechnungskreis IAufwendungen, ErträgeWas steht in der FiBu?
Unternehmensbezogene Abgrenzungneutrale Aufwendungen, neutrale ErträgeWas gehört nicht zum typischen Betriebszweck oder nicht in die betrachtete Periode?
Kostenrechnerische Korrekturenbetriebliche FiBu-Aufwendungen, verrechnete KostenWelcher betriebliche Aufwand muss für die KLR anders bewertet werden?
BetriebsergebnisrechnungKosten, LeistungenWas gehört zum eigentlichen Leistungsprozess?

Du bearbeitest die Tabelle in dieser Reihenfolge:

  1. FiBu-Werte übernehmen und das Gesamtergebnis berechnen.
  2. Neutrale Aufwendungen und Erträge abgrenzen.
  3. Korrekturbedürftige Aufwendungen und kalkulatorische Kosten gegenüberstellen.
  4. Übrige betriebliche Werte als Kosten und Leistungen übernehmen.
  5. Teilbereiche summieren, Salden bilden und die Ergebnisgleichung prüfen.
Merke

Ein Saldo steht in der Tabelle auf der kleineren Seite, damit beide Seiten gleich groß werden. Inhaltlich bleibt ein Gewinn die Differenz „Erträge minus Aufwendungen“ beziehungsweise „Leistungen minus Kosten“.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWas ist nach der Übernahme der FiBu-Werte der nächste fachliche Schritt?
Lösung: Neutrale Aufwendungen und Erträge identifizieren und abgrenzen. — Die Arbeitsreihenfolge verhindert Doppelzählungen: erst abgrenzen, dann korrigieren, danach die verbleibenden betrieblichen Werte übernehmen.
Wie du Aufwendungen und Kosten zuordnest

Aufwand ist der Werteverzehr, den die FiBu in einer Periode erfasst. Kosten sind der für den betrieblichen Leistungsprozess bewertete Werteverzehr in der KLR. Entscheidend sind Betriebszweck, Periode und gewöhnlicher Geschäftsablauf.

Definition

Neutraler Aufwand

Ein Aufwand ist neutral, wenn er betriebsfremd, periodenfremd oder außerordentlich ist. Beispiele sind eine Spende ohne Bezug zum Betriebszweck, eine Steuernachzahlung für eine frühere Periode oder ein ungewöhnlicher Schadensfall.

Definition

Zweckaufwand

Zweckaufwand ist betrieblicher, periodenrichtiger und gewöhnlicher FiBu-Aufwand. Er gehört grundsätzlich zum eigentlichen Leistungsprozess.

Zweckaufwand und Kosten werden anschließend genauer verbunden:

KostenartBeziehung zur FiBuBeispiel
GrundkostenZweckaufwand wird in gleicher Höhe als Kosten übernommen.Rohstoffaufwand von 20.000 € wird zu Materialkosten von 20.000 €.
AnderskostenDerselbe betriebliche Sachverhalt wird in der KLR in anderer Höhe bewertet.Betriebliche FiBu-Abschreibung 6.000 €, kalkulatorische Abschreibung 7.500 €.
ZusatzkostenKosten entstehen ohne entsprechenden FiBu-Aufwand.Kalkulatorischer Unternehmerlohn bei einem Einzelunternehmen.
Merke

Prüfe in zwei Stufen: Ist der Aufwand neutral oder Zweckaufwand? Nur bei betrieblichem Zweckaufwand fragst du anschließend, ob Grund- oder Anderskosten vorliegen. Zusatzkosten beginnen ohne FiBu-Aufwand.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Ein betriebsfremder Spendenaufwand ist . Rohstoffaufwand für die laufende Produktion ist . Wird er in gleicher Höhe übernommen, entstehen . Eine kalkulatorische Abschreibung, die vom zugehörigen betrieblichen FiBu-Aufwand abweicht, zählt zu . Ein kalkulatorischer Unternehmerlohn ohne FiBu-Aufwand gehört zu den .

Lösungen: Lücke 1: neutraler Aufwand; Lücke 2: Zweckaufwand; Lücke 3: Grundkosten; Lücke 4: Anderskosten; Lücke 5: Zusatzkosten. Zuerst trennst du neutralen Aufwand von Zweckaufwand. Danach gilt: gleicher Betrag bedeutet Grundkosten, anderer Betrag für denselben Sachverhalt bedeutet Anderskosten, und Kosten ohne FiBu-Aufwand sind Zusatzkosten.
Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Metallwerkstatt kauft Material für die laufende Produktion. Der Aufwand wird unverändert in die KLR übernommen. Außerdem spendet sie an einen Sportverein und setzt für den mitarbeitenden Inhaber ohne FiBu-Gehalt einen kalkulatorischen Unternehmerlohn an. Welche Zuordnung ist vollständig richtig?
Lösung: Material: Zweckaufwand und Grundkosten; Spende: neutraler Aufwand; Unternehmerlohn: Zusatzkosten. — Die Zuordnung folgt drei Fragen: Gehört der Vorgang zum Betriebszweck? Gibt es FiBu-Aufwand? Falls ja, wird derselbe oder ein anderer Betrag als Kosten angesetzt?
Wie du Ertrag und Leistung abgrenzt

Ertrag ist der in der FiBu erfasste Wertezuwachs. Leistung ist der betriebsbezogene Wertezuwachs aus dem eigentlichen Leistungsprozess. Die Logik ist damit die Ertragsseite der Abgrenzung.

Definition

Neutraler Ertrag

Ein Ertrag ist neutral, wenn er betriebsfremd, periodenfremd oder außerordentlich ist. Ein Zinsertrag ist für eine Möbelfabrik meist betriebsfremd, für ein Finanzunternehmen kann er dagegen zum Betriebszweck gehören.

Definition

Leistung

Eine Leistung entsteht aus der typischen betrieblichen Tätigkeit. Bei einer Möbelfabrik sind Umsatzerlöse aus selbst hergestellten Möbeln Leistungen.

Beispiel

Eine Schreinerei verkauft einen Tisch für 2.400 € und erhält 300 € Zinsen aus einer Finanzanlage. Unter der Voraussetzung, dass Finanzierung nicht ihr Betriebszweck ist, gilt:

  • 2.400 € Verkaufserlös sind Ertrag und Leistung.
  • 300 € Zinsertrag sind neutraler Ertrag und keine Leistung.

Die Betriebsbezogenheit lässt sich also nicht allein am Kontonamen ablesen. Du brauchst immer den angegebenen Unternehmenszweck.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Position ist bei einer Möbelfabrik eine Leistung?
Lösung: Umsatzerlös aus dem Verkauf selbst hergestellter Schränke. — Leistung entsteht aus dem typischen Betriebszweck. Bei der Möbelfabrik ist das die Herstellung und der Verkauf von Möbeln.
Frage 2 von 2MittelEin Unternehmen vermietet planmäßig eigene Gewerberäume; genau dies ist sein Betriebszweck. Wie ist der Mietertrag einzuordnen?
Lösung: Als betrieblicher Ertrag und Leistung. — Derselbe Kontentyp kann je nach Unternehmen anders einzuordnen sein. Entscheidend ist, ob der Ertrag aus der gewöhnlichen betrieblichen Tätigkeit stammt.
Wie du eine Ergebnistabelle ausfüllst

Nun bearbeitest du einen vollständigen Fall. Eine Möbelfabrik hat folgende Werte:

  • Umsatzerlöse aus eigenen Möbeln: 120.000 €;
  • Zinserträge aus einer Finanzanlage: 2.000 €;
  • Rohstoffaufwand: 45.000 €;
  • Löhne: 30.000 €;
  • Abschreibungsaufwand: 8.000 €, davon 2.000 € für ein vermietetes, nicht betrieblich genutztes Gebäude;
  • kalkulatorische Abschreibung für die betrieblichen Anlagen: 7.500 €;
  • außergewöhnlicher Schadensaufwand: 5.000 €;
  • kalkulatorischer Unternehmerlohn ohne FiBu-Aufwand: 12.000 €.
Beispiel

Schritt 1: Rechnungskreis I

FiBu-Aufwendungen: $45.000+30.000+8.000+5.000=88.000\,€$

FiBu-Erträge: $120.000+2.000=122.000\,€$

Gesamtergebnis: $122.000-88.000=34.000\,€$ Gewinn.

Schritt 2: Abgrenzen und korrigieren

PositionFiBu-AufwandFiBu-Ertragneutraler Aufwandneutraler Ertragbetrieblicher Aufwand bei Korrekturenverrechnete KostenKLR-KostenKLR-Leistungen
Möbelumsatz120.000 €120.000 €
Zinsertrag2.000 €2.000 €
Rohstoffe45.000 €45.000 €
Löhne30.000 €30.000 €
Abschreibung8.000 €2.000 €6.000 €7.500 €7.500 €
Schadensfall5.000 €5.000 €
Unternehmerlohn12.000 €12.000 €

Rohstoffe und Löhne sind Grundkosten. Die kalkulatorische Abschreibung ist gegenüber dem betrieblichen Abschreibungsaufwand eine Anderskostenposition. Der Unternehmerlohn ist eine Zusatzkostenposition.

Schritt 3: Betriebsergebnis

Kosten: $45.000+30.000+7.500+12.000=94.500\,€$

Leistungen: $120.000\,€$

Betriebsergebnis: $120.000-94.500=25.500\,€$ Gewinn.

Jetzt erstellst du selbst eine Ergebnistabelle. Eine Fahrradmanufaktur hat folgende Werte:

  • Umsatzerlöse aus Fahrrädern: 90.000 €;
  • Zinserträge aus einer Finanzanlage: 1.000 €;
  • Materialaufwand: 32.000 €;
  • Löhne: 25.000 €;
  • vollständig betrieblicher Abschreibungsaufwand: 10.000 €;
  • kalkulatorische Abschreibung: 12.000 €;
  • außergewöhnlicher Hochwasserschaden: 3.000 €;
  • kalkulatorischer Unternehmerlohn ohne FiBu-Aufwand: 8.000 €.

Unterstelle, dass die Zinserträge nicht zum Betriebszweck gehören.

Dein Arbeitsauftrag

Bearbeite zuerst die beiden noch nicht ausgefüllten Tabellen, bevor du zur Lösung weitergehst:

  1. Trage für jede Position den Betrag in jede zutreffende Spalte ein. Setze sonst einen Gedankenstrich.
  2. Addiere die acht Spaltensummen.
  3. Bilde für jeden Teilbereich den Saldo auf der kleineren Seite.
  4. Berechne Gesamt-, Abgrenzungs-, Korrektur-, neutrales und Betriebsergebnis und führe die Ergebnisprobe durch.
PositionFiBu-AufwandFiBu-Ertragneutraler Aufwandneutraler Ertragbetrieblicher Aufwand bei Korrekturenverrechnete KostenKLR-KostenKLR-Leistungen
Fahrradumsatz
Zinsertrag
Material
Löhne
bilanzielle Abschreibung
Hochwasserschaden
kalkulatorischer Unternehmerlohn
Summe vor Saldo
Teilbereichlinke Summerechte SummeSaldo: Betrag und SeiteErgebnis mit Vorzeichen
Rechnungskreis I
unternehmensbezogene Abgrenzung
kostenrechnerische Korrekturen
Betriebsergebnisrechnung

Vollständige Lösung

PositionFiBu-AufwandFiBu-Ertragneutraler Aufwandneutraler Ertragbetrieblicher Aufwand bei Korrekturenverrechnete KostenKLR-KostenKLR-Leistungen
Fahrradumsatz90.000 €90.000 €
Zinsertrag1.000 €1.000 €
Material32.000 €32.000 €
Löhne25.000 €25.000 €
bilanzielle Abschreibung10.000 €10.000 €12.000 €12.000 €
Hochwasserschaden3.000 €3.000 €
kalkulatorischer Unternehmerlohn8.000 €8.000 €
Summe vor Saldo70.000 €91.000 €3.000 €1.000 €10.000 €20.000 €77.000 €90.000 €
Teilbereichlinke Summerechte SummeSaldo auf der kleineren SeiteErgebnis mit Vorzeichen
Rechnungskreis I70.000 € Aufwand91.000 € Ertrag21.000 € links+21.000 € Gesamtergebnis
unternehmensbezogene Abgrenzung3.000 € neutraler Aufwand1.000 € neutraler Ertrag2.000 € rechts−2.000 € Abgrenzungsergebnis
kostenrechnerische Korrekturen10.000 € betrieblicher Aufwand20.000 € verrechnete Kosten10.000 € links+10.000 € Korrekturergebnis
Betriebsergebnisrechnung77.000 € Kosten90.000 € Leistungen13.000 € links+13.000 € Betriebsergebnis

Das neutrale Ergebnis beträgt $-2.000+10.000=8.000\,€$. Die Probe stimmt:

$$21.000\,€=8.000\,€+13.000\,€$$

Rückmeldung zu typischen Fehlern

  • Abgrenzung: Zinsertrag und Hochwasserschaden stehen in den neutralen Spalten und nicht zusätzlich bei Leistungen oder Kosten.
  • Korrektur: Der betriebliche FiBu-Abschreibungsaufwand von 10.000 € steht links im Korrekturbereich; die kalkulatorische Abschreibung von 12.000 € steht rechts und wird als KLR-Kosten übernommen. Der Unternehmerlohn hat keinen FiBu-Aufwand.
  • Keine Doppelzählung: In der KLR stehen für die Abschreibung nur 12.000 €, nicht $10.000+12.000=22.000\,€$. Der Unternehmerlohn erscheint zwar zur Herleitung bei den verrechneten Kosten und in der KLR-Kostenspalte, wird im Betriebsergebnis aber nur einmal als Kosten gezählt.
  • Vorzeichen und Saldo: Das Ergebnis ist immer rechte Seite minus linke Seite. Der Ausgleichssaldo wird dagegen auf der kleineren Seite eingetragen. Bei den hier verwendeten Paaren steht ein Saldo links für ein positives Teil- oder Gesamtergebnis und ein Saldo rechts für ein negatives; die Bezeichnung Gewinn oder Verlust passt nur zu Gesamt- und Betriebsergebnis.
Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEine Lernende nennt für die Fahrradmanufaktur nur das Abgrenzungsergebnis von −2.000 € als neutrales Ergebnis. Wie lautet die richtige Korrektur?
Lösung: Zum Abgrenzungsergebnis kommt das Korrekturergebnis von +10.000 € hinzu; das neutrale Ergebnis beträgt +8.000 €. — Rechne mit Vorzeichen: $-2.000+10.000=8.000\,€$. Erst danach prüfst du $21.000=8.000+13.000$.
Wie du die Ergebnisse abstimmst

Für die Probe berechnest du jeden Teil mit einer eindeutigen Vorzeichenregel:

$$\text{Gesamtergebnis}=\text{Erträge}-\text{Aufwendungen}$$

$$\text{Betriebsergebnis}=\text{Leistungen}-\text{Kosten}$$

Das neutrale Ergebnis setzt sich in der hier verwendeten Ergebnistabelle aus zwei Teilen zusammen:

$$\text{Ergebnis der Abgrenzung}=\text{neutrale Erträge}-\text{neutrale Aufwendungen}$$

$$\text{Korrekturergebnis}=\text{verrechnete Kosten}-\text{betriebliche FiBu-Aufwendungen der Korrekturen}$$

Für die Möbelfabrik ergibt sich:

  • Ergebnis der Abgrenzung: $2.000-7.000=-5.000\,€$;
  • Korrekturergebnis: $(7.500+12.000)-6.000=13.500\,€$;
  • neutrales Ergebnis: $-5.000+13.500=8.500\,€$;
  • Probe: $8.500+25.500=34.000\,€$ Gesamtergebnis.
Gut zu wissen

Ein positives Korrekturergebnis bedeutet hier nicht automatisch einen zusätzlichen Zahlungserfolg. Es zeigt, dass die verrechneten KLR-Kosten höher sind als die zugehörigen betrieblichen FiBu-Aufwendungen. Dadurch fällt das Betriebsergebnis gegenüber dem FiBu-Ergebnis niedriger aus.

Typische Fehler erkennst du so:

  • Doppelte Kosten: Bei einer Anderskostenposition darf nicht zusätzlich der alte FiBu-Betrag als KLR-Kosten stehen.
  • Fehlender Unternehmenszweck: Zinsen oder Mieten sind nicht automatisch neutral; der betriebliche Zusammenhang entscheidet.
  • Falsches Vorzeichen: Nutze die Differenzformeln und prüfe anschließend $\text{Gesamtergebnis}=\text{neutrales Ergebnis}+\text{Betriebsergebnis}$.
  • Saldo verwechselt: Der Eintrag auf der kleineren Tabellenseite gleicht Spalten aus; seine wirtschaftliche Bedeutung ergibt sich aus der zugehörigen Differenz.
Teste dich
Frage 1 von 1SchwerDas Gesamtergebnis beträgt 34.000 €, das neutrale Ergebnis 8.500 €. Welches Betriebsergebnis ist mit der Probe vereinbar?
Lösung: 25.500 €. — Aus $\text{Gesamtergebnis}=\text{neutrales Ergebnis}+\text{Betriebsergebnis}$ folgt $34.000-8.500=25.500\,€$.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Ergebnistabelle
    • Rechnungskreis I
      • Aufwendungen und Erträge
      • Gesamtergebnis
    • Abgrenzung
      • neutrale Aufwendungen und Erträge
      • betriebsfremd, periodenfremd, außerordentlich
    • Kostenrechnerische Korrekturen
      • Anderskosten
      • Zusatzkosten
    • Betriebsergebnisrechnung
      • Kosten und Leistungen
      • Betriebsergebnis
    • Kontrolle
      • Teilbereiche summieren
      • Ergebnisgleichung prüfen
Abschluss-Check

Transferauftrag: Kaffeerösterei

Eine Kaffeerösterei erzielt 105.000 € aus dem Verkauf selbst gerösteten Kaffees und 1.500 € Zinsen aus einer Finanzanlage. Finanzierung gehört nicht zu ihrem Betriebszweck. In der FiBu stehen 38.000 € Rohkaffeeaufwand, 28.000 € Löhne, 9.000 € vollständig betriebliche Abschreibung und 4.000 € außergewöhnlicher Wasserschaden. Die KLR setzt statt der bilanziellen Abschreibung 11.000 € kalkulatorische Abschreibung sowie 7.000 € kalkulatorischen Unternehmerlohn ohne FiBu-Aufwand an.

Erstelle aus diesen Rohdaten selbst die Ergebnistabelle. Trage zuerst alle Positionen ein, bilde dann Spaltensummen und Salden und stimme zuletzt die drei Ergebnisse ab. Nutze die Lösung erst zur Kontrolle.

PositionFiBu-AufwandFiBu-Ertragneutraler Aufwandneutraler Ertragbetrieblicher Aufwand bei Korrekturenverrechnete KostenKLR-KostenKLR-Leistungen
Kaffeeumsatz
Zinsertrag
Rohkaffee
Löhne
bilanzielle Abschreibung
Wasserschaden
kalkulatorischer Unternehmerlohn
Summe vor Saldo
Teilbereichlinke Summerechte SummeSaldo: Betrag und SeiteErgebnis mit Vorzeichen
Rechnungskreis I
unternehmensbezogene Abgrenzung
kostenrechnerische Korrekturen
Betriebsergebnisrechnung

Lösung und Diagnose

PositionFiBu-AufwandFiBu-Ertragneutraler Aufwandneutraler Ertragbetrieblicher Aufwand bei Korrekturenverrechnete KostenKLR-KostenKLR-Leistungen
Kaffeeumsatz105.000 €105.000 €
Zinsertrag1.500 €1.500 €
Rohkaffee38.000 €38.000 €
Löhne28.000 €28.000 €
bilanzielle Abschreibung9.000 €9.000 €11.000 €11.000 €
Wasserschaden4.000 €4.000 €
kalkulatorischer Unternehmerlohn7.000 €7.000 €
Summe vor Saldo79.000 €106.500 €4.000 €1.500 €9.000 €18.000 €84.000 €105.000 €
Teilbereichlinke Summerechte SummeSaldo auf der kleineren SeiteErgebnis mit Vorzeichen
Rechnungskreis I79.000 € Aufwand106.500 € Ertrag27.500 € links+27.500 € Gesamtergebnis
unternehmensbezogene Abgrenzung4.000 € neutraler Aufwand1.500 € neutraler Ertrag2.500 € rechts−2.500 € Abgrenzungsergebnis
kostenrechnerische Korrekturen9.000 € betrieblicher Aufwand18.000 € verrechnete Kosten9.000 € links+9.000 € Korrekturergebnis
Betriebsergebnisrechnung84.000 € Kosten105.000 € Leistungen21.000 € links+21.000 € Betriebsergebnis

Das neutrale Ergebnis ist $-2.500+9.000=6.500\,€$. Mit $27.500\,€=6.500\,€+21.000\,€$ sind Gesamt-, neutrales und Betriebsergebnis abgestimmt. Falls dein Ergebnis abweicht, prüfe zuerst, ob der Wasserschaden nur neutral erfasst ist, ob bei der Abschreibung 11.000 € statt $9.000+11.000\,€$ als KLR-Kosten stehen und ob du rechts minus links gerechnet hast.

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Frage 1 von 3LeichtWelche Position sind Zusatzkosten?
Lösung: Ein kalkulatorischer Unternehmerlohn ohne FiBu-Aufwand. — Zusatzkosten entstehen ohne entsprechenden Aufwand in der FiBu. Der kalkulatorische Unternehmerlohn ist das typische Beispiel.
Frage 2 von 3MittelWelche Erträge der Kaffeerösterei sind Leistungen?
Lösung: Nur die 105.000 € aus dem Kaffeeverkauf. — Leistungen entstehen aus dem typischen Betriebszweck. Deshalb ist der Kaffeeumsatz eine Leistung, der Zinsertrag dagegen neutral.
Frage 3 von 3SchwerEine Lernende trägt bei der Kaffeerösterei 9.000 € bilanzielle Abschreibung und 11.000 € kalkulatorische Abschreibung zusammen als 20.000 € KLR-Kosten ein. Welche Korrektur ist richtig?
Lösung: In der KLR-Kostenspalte stehen nur 11.000 € kalkulatorische Abschreibung; die 9.000 € stehen getrennt als betrieblicher Aufwand im Korrekturbereich. — Derselbe Sachverhalt wird bei Anderskosten unterschiedlich bewertet. Für das Betriebsergebnis zählt nur der kalkulatorische Kostenbetrag von 11.000 €.

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