Aufwand, Kosten, Ertrag und Leistung erklärt
Aufwand und Ertrag gehören zum externen Rechnungswesen. Kosten und Leistung zeigen im internen Rechnungswesen, was dem eigentlichen Betriebszweck dient. Deshalb ist nicht jeder Aufwand eine Kostenposition und nicht jeder Ertrag eine betriebliche Leistung.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Die vier Begriffe sicher unterscheiden
Stell dir bei einem Geschäftsfall zuerst zwei Fragen: Verändert er den Erfolg des Unternehmens? Gehört er außerdem zur eigentlichen betrieblichen Tätigkeit?
Aufwand
Aufwand ist der bewertete Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen in einer Periode. Er mindert das Eigenkapital. Dazu können zum Beispiel verbrauchtes Material, Löhne oder eine Spende gehören.
Kosten
Kosten sind der bewertete, betriebszweckbezogene Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen. Sie werden in der Kosten- und Leistungsrechnung erfasst.
Ertrag
Ertrag ist ein erfolgswirksamer Wertzuwachs innerhalb einer Periode. Er erhöht das Eigenkapital.
Leistung
Leistung ist das bewertete Ergebnis der eigentlichen betrieblichen Tätigkeit. Dazu gehören beispielsweise Verkaufserlöse, hergestellte Lagerbestände und selbst erstellte Anlagen.
Aufwand und Ertrag erfassen erfolgswirksame Wertveränderungen des gesamten Unternehmens. Kosten und Leistung beziehen sich auf den Betriebszweck.
Aufwand in Kosten überführen
Ein Aufwand wird als Zweckaufwand bezeichnet, wenn er betriebszweckbezogen, periodenrichtig und nicht außerordentlich ist. Stimmen sein Wert in Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung überein, liegt eine Grundkostenposition vor.
Scheitert mindestens eines dieser Kriterien, handelt es sich um neutralen Aufwand:
- betriebsfremd: Der Vorgang dient nicht dem Betriebszweck, etwa eine Spende.
- periodenfremd: Der Aufwand gehört wirtschaftlich in eine andere Periode, etwa eine Steuernachzahlung für das Vorjahr.
- außerordentlich: Der Vorgang stammt nicht aus dem gewöhnlichen Betriebsablauf, etwa der Brand einer Lagerhalle.
Nicht alle Kosten werden unverändert aus der Finanzbuchhaltung übernommen:
- Anderskosten: Es gibt einen entsprechenden Aufwand, aber die Kostenrechnung verwendet einen anderen Wert. Ein Beispiel ist eine intern anders bemessene Abschreibung.
- Zusatzkosten: Es gibt Kosten, aber keinen entsprechenden Aufwand. Beispiele sind ein kalkulatorischer Unternehmerlohn oder eine kalkulatorische Miete für kostenlos genutzte Räume.
Eine Maschine wird in der Finanzbuchhaltung mit 4.000 Euro abgeschrieben. Die Kostenrechnung setzt den betriebsbedingten Werteverzehr mit 5.000 Euro an.
Die 5.000 Euro sind Anderskosten. Sie werden nicht zusätzlich zu den 4.000 Euro angesetzt, sondern ersetzen deren Wert in der Kostenrechnung.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Eine Spende ohne Bezug zum Betriebszweck ist . Stimmen Aufwand und Kosten in gleicher Höhe überein, liegen vor. Kosten ohne entsprechenden Aufwand heißen .
Ertrag von Leistung abgrenzen
Auch auf der positiven Seite entscheidet der Betriebszweck. Ein Ertrag aus der gewöhnlichen Leistungserstellung ist zugleich eine Leistung. Ein Ertrag außerhalb des eigentlichen Betriebszwecks ist neutraler Ertrag und wird nicht als Leistung übernommen.
Ein Möbelbetrieb hat drei positive Geschäftsfälle:
- Der Verkauf eigener Tische ist Ertrag und Leistung.
- Eine Bestandserhöhung bei selbst hergestellten Tischen ist Ertrag und Lagerleistung.
- Mietertrag aus einem nicht betriebsnotwendigen Gebäude ist Ertrag, aber keine Leistung des Möbelbetriebs.
Entscheidend ist nicht, ob bereits Geld geflossen ist. Entscheidend ist hier, ob ein erfolgswirksamer Wertzuwachs vorliegt und ob er zum Betriebszweck gehört.
Eine selbst erstellte Maschine kann als aktivierte Eigenleistung erfasst werden. Obwohl sie nicht an einen Kunden verkauft wurde, stammt ihr Wert aus der eigenen betrieblichen Tätigkeit.
Geschäftsfälle Schritt für Schritt zuordnen
Nutze bei jedem Geschäftsfall dieselbe Entscheidungshilfe:
- Prüfe, ob Aufwand oder Ertrag vorliegt.
- Frage, ob der Vorgang zum eigentlichen Betriebszweck gehört.
- Prüfe beim Aufwand zusätzlich Periode und Außerordentlichkeit.
- Vergleiche bei Kosten den Wert mit dem Aufwand.
- Begründe die Einordnung mit dem entscheidenden Merkmal.
Ein Bäckereibetrieb meldet folgende Vorgänge:
- Mehl wird in der laufenden Periode verbraucht: Aufwand und Grundkosten, weil der Verbrauch betriebsbezogen, periodenrichtig und gewöhnlich ist.
- Der Betrieb spendet 500 Euro: neutraler Aufwand, weil die Spende nicht der Backwarenherstellung dient.
- Für die Mitarbeit des Inhabers wird ohne gebuchtes Gehalt ein interner Wert angesetzt: Zusatzkosten, weil kein entsprechender Aufwand vorliegt.
- Eine Abschreibung wird intern höher als in der Finanzbuchhaltung angesetzt: Anderskosten, weil Aufwand und Kosten denselben Sachverhalt mit unterschiedlichen Werten erfassen.
- Brötchen werden verkauft: Ertrag und Leistung, weil der Verkauf zum Betriebszweck gehört.
Eine Ergebnistabelle erstellen und abstimmen
Eine vereinfachte Ergebnistabelle trennt den gesamten Unternehmenserfolg vom neutralen Ergebnis und vom Betriebsergebnis.
Jetzt du: Werte zuordnen
Ein Unternehmen meldet 120.000 Euro Erträge und 100.000 Euro Aufwendungen. Davon sind 10.000 Euro neutraler Ertrag und 20.000 Euro neutraler Aufwand. Anderskosten, Zusatzkosten und kalkulatorische Leistungen treten nicht auf.
Erstelle drei Zeilen für das gesamte Unternehmen, den neutralen Bereich und den Betrieb. Berechne jeweils das Ergebnis und prüfe anschließend die Abstimmung.
Lösung
| Bereich | Positive Werte | Negative Werte | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Gesamtes Unternehmen | Erträge: 120.000 € | Aufwendungen: 100.000 € | Gesamtergebnis: 20.000 € |
| Neutraler Bereich | Neutraler Ertrag: 10.000 € | Neutraler Aufwand: 20.000 € | Neutrales Ergebnis: −10.000 € |
| Betrieb | Leistungen: 110.000 € | Kosten: 80.000 € | Betriebsergebnis: 30.000 € |
Die Rechnungen lauten:
- Gesamtergebnis = 120.000 € − 100.000 € = 20.000 €
- Neutrales Ergebnis = 10.000 € − 20.000 € = −10.000 €
- Leistungen = 120.000 € − 10.000 € = 110.000 €
- Kosten = 100.000 € − 20.000 € = 80.000 €
- Betriebsergebnis = 110.000 € − 80.000 € = 30.000 €
Die Abstimmung bestätigt die Tabelle:
Gesamtergebnis = neutrales Ergebnis + Betriebsergebnis = −10.000 € + 30.000 € = 20.000 €.
Diese einfache Abstimmung gilt hier, weil keine Anderskosten, Zusatzkosten oder kalkulatorischen Leistungen hinzukommen.
Ein negatives neutrales Ergebnis kann mit einem positiven Betriebsergebnis zusammen trotzdem zu einem positiven Gesamtergebnis führen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Abgrenzung im Rechnungswesen
- Extern: Ertrag minus Aufwand ergibt das Gesamtergebnis
- Intern: Leistung minus Kosten ergibt das Betriebsergebnis
- Aufwand mit Betriebsbezug: Zweckaufwand und gegebenenfalls Grundkosten
- Aufwand ohne passenden Betriebs-, Perioden- oder Gewöhnlichkeitsbezug: neutraler Aufwand
- Kosten mit abweichendem Aufwand: Anderskosten
- Kosten ohne Aufwand: Zusatzkosten
- Kontrolle im einfachen Fall: neutrales Ergebnis plus Betriebsergebnis ergibt das Gesamtergebnis
Abschluss-Check
Du kannst Geschäftsfälle nun in zwei Ebenen betrachten: Zuerst bestimmst du Aufwand oder Ertrag. Danach prüfst du, welcher Teil als Kosten oder Leistung zum eigentlichen Betriebszweck gehört.
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