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Ertrag und Leistung

Ertrag und Leistung in BWL: Unterschied, Zusammenhang und Beispiele für Rechnungswesen und Kostenrechnung verständlich erklärt.

In einem Unternehmen passiert jeden Tag viel: Waren werden verkauft, Dienstleistungen erbracht, Maschinen gebaut oder alte Gegenstände verkauft. In der Schule wirken diese Vorgänge oft ähnlich, weil überall Geldwerte auftauchen. Für das interne Rechnungswesen musst du aber genauer hinschauen. Entscheidend ist: Gehört der Vorgang zum eigentlichen Zweck des Unternehmens oder nicht?

Deine Lernziele
  • Du kannst Ertrag und Leistung unterscheiden.
  • Du erkennst, wann Ertrag und Leistung gleich sind.
  • Du kannst neutrale Erträge, Grundleistungen und Zusatzleistungen einordnen.
  • Du verstehst typische Beispiele aus der Kosten- und Leistungsrechnung.

Warum die Unterscheidung wichtig ist

Stell dir eine Bäckerei vor. Sie verkauft Brötchen, Kuchen und Brot. Das passt genau zu ihrem normalen Geschäft.

Wenn dieselbe Bäckerei aber ein altes Lieferauto verkauft, bekommt sie ebenfalls Geld. Trotzdem ist das etwas anderes als der Verkauf von Brötchen. Das Auto wurde nicht gebacken, und der Verkauf gehört nicht zur eigentlichen Hauptaufgabe.

Definition

Der Betriebszweck ist die eigentliche Hauptaufgabe eines Unternehmens. Er beschreibt, womit das Unternehmen normalerweise Geld verdienen will.

Bei einer Bäckerei ist der Betriebszweck zum Beispiel das Herstellen und Verkaufen von Backwaren. Bei einem Friseursalon ist es das Schneiden, Färben und Pflegen von Haaren.

Definition

Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) ist ein Teil des internen Rechnungswesens. Sie untersucht, welche Kosten und Leistungen im eigentlichen Betrieb entstehen.

Die Finanzbuchhaltung sammelt Geschäftsvorfälle für den offiziellen Jahresabschluss. Sie arbeitet stärker mit Erträgen und Aufwendungen.

Beispiel

Ein Fahrradgeschäft verkauft ein neues Fahrrad an eine Kundin.

Das passt zum Betriebszweck, weil das Geschäft Fahrräder verkauft. Der Vorgang gehört also zur normalen betrieblichen Tätigkeit.

Merke

Frage dich immer zuerst: Passt der Vorgang zum eigentlichen Geschäft des Unternehmens?

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Ertrag: Wertzuwachs im Unternehmen

Jetzt brauchst du den ersten Hauptbegriff. Er ist weiter gefasst als Leistung.

Definition

Ein Ertrag ist ein Wertzuwachs in einem Unternehmen innerhalb einer bestimmten Zeit. Er erhöht das Vermögen oder den Erfolg des Unternehmens.

Ertrag kann aus dem normalen Geschäft entstehen. Er kann aber auch aus anderen Vorgängen kommen, die nicht direkt zum Betriebszweck gehören.

Ein Ertrag ist also nicht automatisch Gewinn. Ein Gewinn entsteht, wenn die Erträge höher sind als die Aufwendungen. Ein Aufwand ist ein Werteverbrauch, zum Beispiel Materialverbrauch, Miete oder Löhne.

Beispiel

Eine Schreinerei verkauft Tische für 8.000 Euro. Dadurch entsteht ein Ertrag, weil dem Unternehmen ein Wert zufließt.

Die Schreinerei verkauft außerdem ein ungenutztes Grundstück für 50.000 Euro. Auch das ist ein Ertrag, weil das Unternehmen einen Wertzuwachs hat. Der Grundstücksverkauf gehört aber nicht zur normalen Tischproduktion.

Merke

Ertrag fragt: Kommt dem Unternehmen ein Wert zu? Ertrag fragt noch nicht unbedingt: Gehört das zum eigentlichen Betriebszweck?

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Leistung: Ertrag aus dem Betriebszweck

Nun kommt der zweite Hauptbegriff. Er ist enger als Ertrag.

Definition

Eine Leistung ist der Wert der Güter oder Dienstleistungen, die ein Unternehmen im Rahmen seines Betriebszwecks erstellt.

Leistungen gehören zur KLR. Sie zeigen, was durch die eigentliche betriebliche Tätigkeit entsteht.

Bei Leistung geht es also um das, was das Unternehmen normalerweise herstellt, verkauft oder anbietet. In der KLR steht Leistung den Kosten gegenüber. Kosten sind der bewertete Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen, der durch den Betriebszweck entsteht.

Beispiel

Ein Nachhilfeinstitut gibt Matheunterricht und erhält dafür 1.200 Euro. Das ist eine Leistung, weil Unterricht genau zum Betriebszweck gehört.

Ein Möbelhersteller verkauft Schränke aus eigener Produktion. Auch das ist eine Leistung, weil die Schränke das Ergebnis der normalen betrieblichen Tätigkeit sind.

Gut zu wissen

Leistungen können aus verkauften Produkten, angebotenen Dienstleistungen oder selbst erstellten Gütern bestehen. Wichtig ist immer der Bezug zum Betriebszweck.

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Wenn Ertrag und Leistung gleich sind

Oft fallen Ertrag und Leistung zusammen. Das ist der Normalfall, wenn ein Unternehmen etwas verkauft, das genau zu seinem Betriebszweck gehört.

Definition

Ein Zweckertrag ist ein Ertrag, der aus dem Betriebszweck entsteht.

Eine Grundleistung ist eine Leistung, der ein gleich hoher Ertrag gegenübersteht. In einfachen Schulaufgaben sind Zweckertrag und Grundleistung oft derselbe Vorgang aus zwei Blickwinkeln.

Der Blickwinkel ist wichtig. In der Finanzbuchhaltung schaust du stärker auf Erträge und Aufwendungen. In der KLR schaust du stärker auf Leistungen und Kosten.

Beispiel

Eine Bäckerei verkauft Brot für 500 Euro.

Aus Sicht der Finanzbuchhaltung ist das ein Ertrag, weil ein Wertzufluss entsteht. Aus Sicht der Kosten- und Leistungsrechnung ist es eine Leistung, weil Brotverkauf zum Betriebszweck gehört. Hier sind Ertrag und Leistung gleich hoch: 500 Euro.

Merke

Wenn ein Wertzufluss aus dem normalen Betriebszweck kommt, ist er meist Ertrag und Leistung zugleich.

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Ertrag ohne Leistung: neutraler Ertrag

Manchmal bekommt ein Unternehmen einen Wert, obwohl der Vorgang nicht zur eigentlichen Tätigkeit gehört. Dann ist es zwar ein Ertrag, aber keine Leistung.

Definition

Ein neutraler Ertrag ist ein Ertrag, der nicht aus dem Betriebszweck stammt, nicht zur betrachteten Periode passt oder außergewöhnlich ist.

Neutral bedeutet hier: Für die KLR wird dieser Ertrag abgegrenzt. Er gehört nicht zur normalen Leistungserstellung.

Drei typische Gründe helfen dir beim Erkennen. Betriebsfremd bedeutet: Der Ertrag liegt außerhalb der Haupttätigkeit. Periodenfremd bedeutet: Der Ertrag gehört eigentlich zu einem anderen Zeitraum. Außerordentlich bedeutet: Der Ertrag ist ungewöhnlich und nicht regelmäßig.

Beispiel

Ein Möbelhersteller vermietet eine freie Wohnung über seiner Werkstatt. Die Mieteinnahme ist ein Ertrag. Sie ist aber keine Leistung, weil der Möbelhersteller nicht hauptsächlich Wohnungen vermietet.

Ein Unternehmen erhält eine Steuerrückerstattung für ein altes Jahr. Das ist ein Ertrag, aber keine Leistung der aktuellen Produktion.

Merke

Ertrag ohne Betriebszweckbezug ist keine Leistung. In der KLR heißt er neutraler Ertrag.

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Leistung ohne passenden Ertrag

Es gibt auch die andere Richtung: Ein Unternehmen erbringt eine Leistung, aber es entsteht kein gleich hoher Ertrag in der Finanzbuchhaltung.

Definition

Eine Zusatzleistung ist eine betriebliche Leistung, der kein entsprechender Ertrag gegenübersteht.

Eine Andersleistung ist eine betriebliche Leistung, die in der KLR anders bewertet wird als in der Finanzbuchhaltung.

Das klingt zuerst abstrakt. Denke wieder an den Zweck: Die KLR will den Betrieb realistisch steuern. Deshalb kann sie Leistungen berücksichtigen, die in der Finanzbuchhaltung nicht oder anders auftauchen.

Beispiel

Eine Maschinenfabrik baut für die eigene Produktion eine Spezialvorrichtung. Sie verkauft diese Vorrichtung nicht an Kunden. Trotzdem entsteht ein betrieblicher Wert, weil die Vorrichtung im Unternehmen genutzt wird.

Wenn dieser Wert in der Finanzbuchhaltung nicht als Ertrag erscheint, kann die KLR ihn als Zusatzleistung berücksichtigen. Wenn Finanzbuchhaltung und KLR unterschiedliche Werte ansetzen, kann eine Andersleistung entstehen.

Gut zu wissen

Für viele Schulaufgaben reicht diese Grundidee: Grundleistung bedeutet Ertrag und Leistung sind gleich. Zusatzleistung bedeutet Leistung ohne Ertrag. Andersleistung bedeutet Leistung und Ertrag haben unterschiedliche Werte.

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Zusammenfassung

Ertrag und Leistung wirken ähnlich, aber sie beantworten verschiedene Fragen. Ertrag fragt nach einem Wertzuwachs im Unternehmen. Leistung fragt nach dem Wert, der aus dem eigentlichen Betriebszweck entsteht.

Wenn eine Bäckerei Brot verkauft, ist das Ertrag und Leistung zugleich. Wenn sie ein altes Auto verkauft oder Zinsen erhält, ist das ein Ertrag, aber keine Leistung. Wenn sie eine betriebliche Leistung ohne passenden Ertrag erbringt, kann eine Zusatzleistung vorliegen.

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