Festgeld einfach erklärt: Zinsen und Sicherheit
Festgeld ist Geld, das du für eine vereinbarte Zeit bei einer Bank anlegst. Der Zinssatz bleibt in dieser Zeit fest, doch du kannst normalerweise nicht vor dem Laufzeitende auf das Geld zugreifen. Festgeld passt deshalb nur zu Geld, das du bis zu einem bekannten Termin sicher nicht brauchst.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Festgeld und Tagesgeld unterscheiden
Stell dir vor, du möchtest Geld in zwei Jahren für ein gebrauchtes Auto einsetzen. Wenn der Termin feststeht und du das Geld vorher nicht brauchst, kann Festgeld passen.
Festgeld
Festgeld ist eine einmalige Geldanlage mit fester Laufzeit und festem Zinssatz. Während der Laufzeit ist das Geld grundsätzlich nicht verfügbar. Am Ende erhältst du das Kapital und die vereinbarten Zinsen.
| Merkmal | Festgeld | Tagesgeld |
|---|---|---|
| Laufzeit | vorher festgelegt | unbefristet |
| Zinssatz | für die Laufzeit fest | veränderlich |
| Zugriff | normalerweise erst am Ende | täglich |
| Typischer Zweck | Geld für einen späteren, bekannten Termin | verfügbare Reserve |
Der feste Zins macht den nominalen Ertrag planbar. Dafür gibst du Liquidität auf. Liquidität bedeutet, wie schnell du über dein Geld verfügen kannst.
Prüfen, ob Festgeld zu deinem Ziel passt
Bevor du Zinsen vergleichst, klärst du zuerst deinen Geldbedarf. Eine hohe Prozentzahl hilft dir nicht, wenn du das Geld unerwartet brauchst.
Gehe in dieser Reihenfolge vor:
- Bestimme, wann du das Geld wieder brauchst.
- Halte eine täglich verfügbare Reserve zurück.
- Wähle nur eine Laufzeit, die vor deinem Bedarfstermin endet.
- Vergleiche danach Zins, Sicherheit und Vertragsbedingungen.
Binde nur Geld, das du während der gesamten Laufzeit sicher nicht brauchst. Eine Notfallreserve gehört nicht ins Festgeld.
Lea hat 8.000 Euro gespart. In acht Monaten möchte sie davon einen Laptop kaufen. Ein zweijähriges Festgeld passt für diesen Betrag nicht: Der Bedarf liegt vor dem Laufzeitende. Für das benötigte Geld ist eine täglich verfügbare Anlage geeigneter. Nur ein darüber hinaus sicher entbehrlicher Teil käme für Festgeld infrage.
Zinsen, Kaufkraft und tatsächlichen Ertrag verstehen
Der Nominalzins ist der vertraglich genannte Jahreszins. Für einen einfachen Zinsertrag ohne Zinseszins gilt:
$$Z = K \times p \times t$$
Dabei ist $K$ das angelegte Kapital, $p$ der Jahreszinssatz als Dezimalzahl und $t$ die Laufzeit in Jahren.
Du legst 10.000 Euro für fünf Jahre zu 2,4 Prozent pro Jahr an. Die Zinsen werden nicht mitverzinst.
$$Z = 10.000\,€ \times 0{,}024 \times 5 = 1.200\,€$$
Vor Steuern erhältst du am Ende 11.200 Euro. Der Rechenweg gilt nur für einfache Verzinsung. Werden Zinsen schon während der Laufzeit gutgeschrieben und wiederangelegt, kann Zinseszins entstehen.
Der Effektivzins hilft beim Vergleich, weil er unter anderem den Zeitpunkt der Zinsgutschrift und mögliche Boni berücksichtigt. Gleiche Nominalzinsen können deshalb unterschiedliche tatsächliche Erträge ergeben.
Der Bruttozins ist noch nicht automatisch dein Nettoertrag. Steuern und bei Auslandsangeboten möglicherweise Quellensteuer können den Betrag mindern. Prüfe deshalb die Steuerbehandlung, statt nur den Nominalzins zu vergleichen.
Auch Inflation verändert das Ergebnis. Als einfache Näherung gilt:
$$\text{Realzins} \approx \text{Nominalzins} - \text{Inflationsrate}$$
Bei 3 Prozent Nominalzins und 2,5 Prozent Inflation beträgt der Realzins näherungsweise 0,5 Prozent. Dein Kontostand wächst, aber deine Kaufkraft nur wenig. Liegt die Inflation über dem Zins, kann die Kaufkraft trotz nominalem Gewinn sinken.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der vertraglich genannte Jahreszins heißt . Für einen Angebotsvergleich ist der oft aussagekräftiger. Steuern machen aus dem Bruttoertrag den . Liegt die Inflation über dem Anlagezins, kann die sinken.
Sicherheit und Vertrag prüfen
Festgeld unterliegt nicht den täglichen Kursschwankungen einer Börse. Trotzdem ist es nicht unbegrenzt abgesichert.
Gesetzliche Einlagensicherung
In der Europäischen Union sind Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro je Person und Bank geschützt. In die Grenze gehören auch erworbene Zinsansprüche.
Wenn Kapital und Zinsansprüche die Grenze überschreiten, kann der darüberliegende Teil bei einer Bankeninsolvenz gefährdet sein. Größere Summen lassen sich auf mehrere Banken verteilen. Zusätzliche freiwillige Sicherungssysteme darfst du nicht einfach voraussetzen; du musst prüfen, ob sie für das konkrete Angebot gelten.
Bei einer Bank im Ausland prüfst du zusätzlich das zuständige nationale Sicherungssystem, die Bonität des Sitzlandes, mögliche Quellensteuer und die Währung. Festgeld in einer Fremdwährung kann durch Wechselkurse gewinnen oder verlieren.
Kontrolliere vor dem Abschluss außerdem:
- Mindest- und Maximalanlage,
- Zeitpunkt der Zinsgutschrift,
- nötige Zusatzkonten und Kosten,
- Ende des Vertrags oder automatische Verlängerung,
- Kündigungsfrist und Zinssatz nach einer Verlängerung,
- Regeln für eine ausnahmsweise vorzeitige Kündigung.
Eine vorzeitige Kündigung ist normalerweise nicht vorgesehen. Selbst wenn die Bank sie aus wichtigem Grund zulässt, können Zinsen verloren gehen oder Gebühren entstehen.
Mit einer Zinstreppe flexibler bleiben
Du musst nicht den gesamten Betrag gleich lange binden. Eine Zinstreppe verteilt das Geld auf mehrere Laufzeiten.
Du möchtest 12.000 Euro anlegen und teilst den Betrag in drei gleiche Teile:
- 4.000 Euro für ein Jahr,
- 4.000 Euro für zwei Jahre,
- 4.000 Euro für drei Jahre.
Nach einem Jahr wird der erste Teil frei. Du kannst ihn verwenden oder erneut anlegen. Ein Jahr später wird der zweite Teil fällig. So steht regelmäßig ein Teilbetrag zur Verfügung.
Die Zinstreppe verteilt den Zeitpunkt des Abschlusses und das Risiko ungünstiger Zinsen. Sie garantiert aber keine höhere Rendite. Sinken die Marktzinsen, kann eine fällige Tranche nur zu einem niedrigeren Zins neu angelegt werden. Steigen sie, kann wenigstens der frei werdende Teil zu besseren Bedingungen angelegt werden.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Festgeld beurteilen
- Ziel und Bedarfstermin
- Fester Zins und feste Laufzeit
- Ertrag: nominal, effektiv, real und netto
- Sicherheit: Grenze je Person und Bank
- Vertrag: Gutschrift, Kündigung und Verlängerung
- Flexibilität durch Zinstreppe
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