Wirtschaft

Festgeld einfach erklärt: Zinsen und Sicherheit

Festgeld einfach erklärt: Zinsen und Sicherheit
Festgeld einfach erklärt: Zinsen und Sicherheit
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Festgeld ist Geld, das du für eine vereinbarte Zeit bei einer Bank anlegst. Der Zinssatz bleibt in dieser Zeit fest, doch du kannst normalerweise nicht vor dem Laufzeitende auf das Geld zugreifen. Festgeld passt deshalb nur zu Geld, das du bis zu einem bekannten Termin sicher nicht brauchst.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Festgeld und Tagesgeld unterscheiden

Stell dir vor, du möchtest Geld in zwei Jahren für ein gebrauchtes Auto einsetzen. Wenn der Termin feststeht und du das Geld vorher nicht brauchst, kann Festgeld passen.

Definition

Festgeld

Festgeld ist eine einmalige Geldanlage mit fester Laufzeit und festem Zinssatz. Während der Laufzeit ist das Geld grundsätzlich nicht verfügbar. Am Ende erhältst du das Kapital und die vereinbarten Zinsen.

MerkmalFestgeldTagesgeld
Laufzeitvorher festgelegtunbefristet
Zinssatzfür die Laufzeit festveränderlich
Zugriffnormalerweise erst am Endetäglich
Typischer ZweckGeld für einen späteren, bekannten Terminverfügbare Reserve

Der feste Zins macht den nominalen Ertrag planbar. Dafür gibst du Liquidität auf. Liquidität bedeutet, wie schnell du über dein Geld verfügen kannst.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Festgeld richtig?
Lösung: Zinssatz und Laufzeit werden beim Abschluss festgelegt. — Festgeld verbindet einen festen Zins mit einer festen Laufzeit. Der Preis für die Planbarkeit ist der normalerweise fehlende Zugriff.
Prüfen, ob Festgeld zu deinem Ziel passt

Bevor du Zinsen vergleichst, klärst du zuerst deinen Geldbedarf. Eine hohe Prozentzahl hilft dir nicht, wenn du das Geld unerwartet brauchst.

Gehe in dieser Reihenfolge vor:

  1. Bestimme, wann du das Geld wieder brauchst.
  2. Halte eine täglich verfügbare Reserve zurück.
  3. Wähle nur eine Laufzeit, die vor deinem Bedarfstermin endet.
  4. Vergleiche danach Zins, Sicherheit und Vertragsbedingungen.
Merke

Binde nur Geld, das du während der gesamten Laufzeit sicher nicht brauchst. Eine Notfallreserve gehört nicht ins Festgeld.

Beispiel

Lea hat 8.000 Euro gespart. In acht Monaten möchte sie davon einen Laptop kaufen. Ein zweijähriges Festgeld passt für diesen Betrag nicht: Der Bedarf liegt vor dem Laufzeitende. Für das benötigte Geld ist eine täglich verfügbare Anlage geeigneter. Nur ein darüber hinaus sicher entbehrlicher Teil käme für Festgeld infrage.

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Frage 1 von 1MittelAmir braucht 3.000 Euro in einem Jahr sicher für seinen Führerschein. Welcher Schritt ist sinnvoll?
Lösung: Er wählt höchstens eine Laufzeit, die rechtzeitig vor dem Zahlungstermin endet. — Der Bedarfstermin begrenzt die Laufzeit. Erst danach werden passende Angebote verglichen.
Zinsen, Kaufkraft und tatsächlichen Ertrag verstehen

Der Nominalzins ist der vertraglich genannte Jahreszins. Für einen einfachen Zinsertrag ohne Zinseszins gilt:

$$Z = K \times p \times t$$

Dabei ist $K$ das angelegte Kapital, $p$ der Jahreszinssatz als Dezimalzahl und $t$ die Laufzeit in Jahren.

Beispiel

Du legst 10.000 Euro für fünf Jahre zu 2,4 Prozent pro Jahr an. Die Zinsen werden nicht mitverzinst.

$$Z = 10.000\,€ \times 0{,}024 \times 5 = 1.200\,€$$

Vor Steuern erhältst du am Ende 11.200 Euro. Der Rechenweg gilt nur für einfache Verzinsung. Werden Zinsen schon während der Laufzeit gutgeschrieben und wiederangelegt, kann Zinseszins entstehen.

Der Effektivzins hilft beim Vergleich, weil er unter anderem den Zeitpunkt der Zinsgutschrift und mögliche Boni berücksichtigt. Gleiche Nominalzinsen können deshalb unterschiedliche tatsächliche Erträge ergeben.

Der Bruttozins ist noch nicht automatisch dein Nettoertrag. Steuern und bei Auslandsangeboten möglicherweise Quellensteuer können den Betrag mindern. Prüfe deshalb die Steuerbehandlung, statt nur den Nominalzins zu vergleichen.

Auch Inflation verändert das Ergebnis. Als einfache Näherung gilt:

$$\text{Realzins} \approx \text{Nominalzins} - \text{Inflationsrate}$$

Bei 3 Prozent Nominalzins und 2,5 Prozent Inflation beträgt der Realzins näherungsweise 0,5 Prozent. Dein Kontostand wächst, aber deine Kaufkraft nur wenig. Liegt die Inflation über dem Zins, kann die Kaufkraft trotz nominalem Gewinn sinken.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Der vertraglich genannte Jahreszins heißt . Für einen Angebotsvergleich ist der oft aussagekräftiger. Steuern machen aus dem Bruttoertrag den . Liegt die Inflation über dem Anlagezins, kann die sinken.

Lösungen: Lücke 1: Nominalzins; Lücke 2: Effektivzins; Lücke 3: Nettoertrag; Lücke 4: Kaufkraft. Unterscheide Vertragszins, vergleichbaren Effektivzins, Ertrag nach Abzügen und Kaufkraft. Diese vier Größen beantworten unterschiedliche Fragen.
Sicherheit und Vertrag prüfen

Festgeld unterliegt nicht den täglichen Kursschwankungen einer Börse. Trotzdem ist es nicht unbegrenzt abgesichert.

Definition

Gesetzliche Einlagensicherung

In der Europäischen Union sind Einlagen grundsätzlich bis 100.000 Euro je Person und Bank geschützt. In die Grenze gehören auch erworbene Zinsansprüche.

Wenn Kapital und Zinsansprüche die Grenze überschreiten, kann der darüberliegende Teil bei einer Bankeninsolvenz gefährdet sein. Größere Summen lassen sich auf mehrere Banken verteilen. Zusätzliche freiwillige Sicherungssysteme darfst du nicht einfach voraussetzen; du musst prüfen, ob sie für das konkrete Angebot gelten.

Bei einer Bank im Ausland prüfst du zusätzlich das zuständige nationale Sicherungssystem, die Bonität des Sitzlandes, mögliche Quellensteuer und die Währung. Festgeld in einer Fremdwährung kann durch Wechselkurse gewinnen oder verlieren.

Kontrolliere vor dem Abschluss außerdem:

  • Mindest- und Maximalanlage,
  • Zeitpunkt der Zinsgutschrift,
  • nötige Zusatzkonten und Kosten,
  • Ende des Vertrags oder automatische Verlängerung,
  • Kündigungsfrist und Zinssatz nach einer Verlängerung,
  • Regeln für eine ausnahmsweise vorzeitige Kündigung.

Eine vorzeitige Kündigung ist normalerweise nicht vorgesehen. Selbst wenn die Bank sie aus wichtigem Grund zulässt, können Zinsen verloren gehen oder Gebühren entstehen.

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Frage 1 von 1MittelEine Person legt 100.000 Euro bei einer Bank an. Bis zum Ende kommen Zinsansprüche hinzu. Welche Beurteilung ist richtig?
Lösung: Die Sicherungsgrenze muss zusammen mit den Zinsansprüchen geprüft werden. — Entscheidend ist die Summe je Person und Bank. Kapital und Zinsansprüche dürfen für die gesetzliche Grundsicherung nicht getrennt betrachtet werden.
Mit einer Zinstreppe flexibler bleiben

Du musst nicht den gesamten Betrag gleich lange binden. Eine Zinstreppe verteilt das Geld auf mehrere Laufzeiten.

Beispiel

Du möchtest 12.000 Euro anlegen und teilst den Betrag in drei gleiche Teile:

  • 4.000 Euro für ein Jahr,
  • 4.000 Euro für zwei Jahre,
  • 4.000 Euro für drei Jahre.

Nach einem Jahr wird der erste Teil frei. Du kannst ihn verwenden oder erneut anlegen. Ein Jahr später wird der zweite Teil fällig. So steht regelmäßig ein Teilbetrag zur Verfügung.

Die Zinstreppe verteilt den Zeitpunkt des Abschlusses und das Risiko ungünstiger Zinsen. Sie garantiert aber keine höhere Rendite. Sinken die Marktzinsen, kann eine fällige Tranche nur zu einem niedrigeren Zins neu angelegt werden. Steigen sie, kann wenigstens der frei werdende Teil zu besseren Bedingungen angelegt werden.

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Frage 1 von 1SchwerNach dem Start einer Zinstreppe steigen die Marktzinsen. Was ist ihr entscheidender Vorteil?
Lösung: Die nächste fällige Tranche kann zu den neuen Bedingungen angelegt werden. — Die Staffelung schafft regelmäßige Entscheidungspunkte. Laufende Verträge ändern sich nicht, aber fällige Teilbeträge können neu beurteilt werden.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Festgeld beurteilen
    • Ziel und Bedarfstermin
    • Fester Zins und feste Laufzeit
    • Ertrag: nominal, effektiv, real und netto
    • Sicherheit: Grenze je Person und Bank
    • Vertrag: Gutschrift, Kündigung und Verlängerung
    • Flexibilität durch Zinstreppe
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas ist der wichtigste Unterschied zwischen Festgeld und Tagesgeld?
Lösung: Festgeld bindet das Geld für eine feste Laufzeit; Tagesgeld bleibt täglich verfügbar. — Festgeld bietet einen festen Zins gegen eingeschränkte Verfügbarkeit. Tagesgeld bleibt liquide, sein Zins kann sich aber ändern.
Frage 2 von 3MittelWelche Rechnung liefert bei 15.000 Euro, 2,9 Prozent pro Jahr und einem Jahr den einfachen Bruttozins?
Lösung: $15.000\,€ \times 0{,}029 = 435\,€$ — 2,9 Prozent entsprechen 0,029. Kapital mal Jahreszinssatz ergibt für ein Jahr 435 Euro Bruttozins.
Frage 3 von 3SchwerSamira hat eine Notfallreserve, zusätzliches Geld für eine Anschaffung in drei Jahren und vergleicht zwei Festgeldangebote. Was ist die beste Vorgehensweise?
Lösung: Reserve verfügbar lassen, Laufzeit am Bedarfstermin ausrichten und Effektivzins, Sicherung sowie Vertragsende prüfen. — Eine begründete Entscheidung verbindet Anlageziel, Liquidität, Ertrag, Sicherheit und Vertragsbedingungen. Keine einzelne Kennzahl reicht allein aus.

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