Wirtschaft

Fiskalpolitik und Staatsverschuldung verstehen

Fiskalpolitik und Staatsverschuldung verstehen
Fiskalpolitik und Staatsverschuldung verstehen
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Mit Fiskalpolitik verändert der Staat seine Einnahmen und Ausgaben, um die Konjunktur zu beeinflussen. Dabei kann neue Verschuldung in einer Krise stabilisieren, aber bei dauerhaft hohen Defiziten den Haushalt belasten. Ob Kredite sinnvoll sind, hängt deshalb von der Wirtschaftslage, ihrer Verwendung und der langfristigen Tragfähigkeit ab.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie steuert der Staat die Konjunktur?

In einer Rezession geben private Haushalte und Unternehmen häufig weniger aus. Unternehmen verkaufen weniger, drosseln ihre Produktion und beschäftigen möglicherweise weniger Menschen. Der Staat kann versuchen, diesen Abschwung zu mildern.

Definition

Fiskalpolitik

Fiskalpolitik umfasst staatliche Maßnahmen, die über öffentliche Einnahmen und Ausgaben auf Nachfrage, Beschäftigung und Konjunktur wirken.

Bei expansiver Fiskalpolitik erhöht der Staat seine Ausgaben oder senkt Abgaben. Dadurch soll die gesamtwirtschaftliche Nachfrage steigen. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, entsteht ein Defizit.

Bei restriktiver Fiskalpolitik senkt der Staat seine Ausgaben oder erhöht Abgaben. Das kann die Nachfrage bremsen und den Haushalt entlasten.

Eine antizyklische Politik wirkt der jeweiligen Konjunkturphase entgegen:

  • In der Rezession wird die Nachfrage gestützt.
  • Im Konjunkturhoch werden Defizite zurückgeführt und möglichst Rücklagen gebildet.
Definition

Automatische Stabilisatoren

Automatische Stabilisatoren wirken ohne jeweils neuen politischen Beschluss. Im Abschwung sinken beispielsweise bestimmte Steuereinnahmen, während konjunkturabhängige staatliche Leistungen steigen können. Das stabilisiert die verfügbaren Einkommen und die Nachfrage.

Kurzarbeitergeld ist ein Beispiel für eine staatliche Maßnahme, die Beschäftigung und Einkommen in einer Krise stützen kann.

Merke

Antizyklische Fiskalpolitik bedeutet nicht „immer mehr Schulden“. Defizite im Abschwung sollen durch eine entlastende Haushaltspolitik im Aufschwung ausgeglichen werden.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Maßnahme ist in einer Rezession expansiv?
Lösung: Der Staat erhöht seine Ausgaben für öffentliche Aufträge. — Expansive Fiskalpolitik stärkt die Nachfrage durch höhere Ausgaben oder niedrigere Abgaben.
Frage 2 von 2MittelDie Steuereinnahmen sinken im Abschwung, ohne dass ein neues Gesetz beschlossen wird. Wie ist das einzuordnen?
Lösung: Als Wirkung eines automatischen Stabilisators — Automatische Stabilisatoren reagieren mit dem Haushalt auf die Konjunktur, ohne dass jede Veränderung einzeln beschlossen werden muss.
Welche vier Haushaltsgrößen darfst du nicht verwechseln?

Die Aussage „Der Staat hat Schulden“ reicht für eine Analyse nicht aus. Du musst mindestens vier Größen unterscheiden.

KennzahlArt der GrößeBedeutung
DefizitStromgrößeAusgaben übersteigen in einem Zeitraum die Einnahmen.
SchuldenstandBestandsgrößeSumme der erfassten staatlichen Verbindlichkeiten zu einem Zeitpunkt
SchuldenquoteVerhältniszahlSchuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP
ZinslastStromgrößeZinszahlungen des Staates in einem Zeitraum

Die Schuldenquote wird so berechnet:

$$\text{Schuldenquote}=\frac{\text{Schuldenstand}}{\text{BIP}}\cdot 100\,\%$$

Sie kann sinken, obwohl der Schuldenstand noch steigt: Das ist möglich, wenn das BIP schneller wächst als die Schulden. Umgekehrt kann die Quote in einer Krise allein deshalb steigen, weil das BIP stark einbricht.

Beispiel

Für Deutschland nennt das Material für 2007 eine Schuldenquote von $65{,}0\,\%$ und für 2010 von $78{,}8\,\%$.

Die Veränderung beträgt:

$$78{,}8-65{,}0=13{,}8$$

Die Schuldenquote nahm also um 13,8 Prozentpunkte zu. „13,8 Prozentpunkte“ ist hier genauer als „13,8 Prozent“, weil zwei Prozentangaben voneinander abgezogen werden.

Für 2018 nennt das Material eine Schuldenquote von $60{,}8\,\%$, einen durchschnittlichen Schuldzins von $1{,}4\,\%$ und einen Zinsdienst von rund $0{,}9\,\%$ des BIP. Eine Näherung zeigt den Zusammenhang:

$$60{,}8\,\%\cdot 1{,}4\,\%=0{,}8512\,\%$$

Gerundet ergibt das etwa $0{,}85\,\%$ des BIP und liegt damit nahe bei den genannten $0{,}9\,\%$. Abweichungen können unter anderem durch gerundete Ausgangswerte entstehen.

Merke

Ein Defizit vergrößert gewöhnlich den Schuldenstand. Die Schuldenquote hängt zusätzlich vom BIP ab, die Zinslast zusätzlich vom geltenden Zinsniveau.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Kennzahl ist eine Bestandsgröße?
Lösung: Der Schuldenstand — Der Schuldenstand wird zu einem bestimmten Zeitpunkt gemessen. Defizit und Zinszahlungen beziehen sich dagegen auf einen Zeitraum.
Frage 2 von 2MittelDer Schuldenstand steigt um 2 %, das nominale BIP aber um 5 %. Was ist bei sonst gleichen Bedingungen für die Schuldenquote zu erwarten?
Lösung: Sie sinkt. — Wenn der Nenner der Quote schneller wächst als der Zähler, sinkt das Verhältnis von Schuldenstand zu BIP.
Wie entsteht eine fiskalpolitische Wirkungskette?

Eine Ausgabe des Staates ist zugleich eine Einnahme für andere. Erteilt der Staat beispielsweise einen zusätzlichen öffentlichen Bauauftrag, erzielt das beauftragte Unternehmen Umsatz. Es zahlt Löhne und kauft Vorleistungen. Beschäftigte und Zulieferer können einen Teil ihrer zusätzlichen Einnahmen erneut ausgeben.

Definition

Multiplikator

Der Multiplikator beschreibt, dass ein anfänglicher staatlicher Nachfrageimpuls weitere Einkommens- und Ausgabenrunden auslösen kann. Die Gesamtwirkung kann dadurch größer als der erste Impuls sein. Ihre Stärke ist jedoch nicht fest garantiert.

Eine mögliche expansive Wirkungskette lautet:

  1. Der Staat erhöht seine Ausgaben.
  2. Unternehmen erhalten zusätzliche Aufträge und Umsätze.
  3. Produktion, Einkommen und möglicherweise Beschäftigung steigen.
  4. Ein Teil der zusätzlichen Einkommen wird wieder ausgegeben.
  5. Weitere Unternehmen erhalten zusätzliche Nachfrage.
  6. Höhere Einkommen und Umsätze können auch die Steuereinnahmen erhöhen.

Die Wirkung wird kleiner, wenn ein großer Teil der zusätzlichen Einkommen gespart oder für Importe ausgegeben wird. Auch ausgelastete Produktionskapazitäten begrenzen die reale Mehrproduktion.

Definition

Verdrängungsrisiko

Verdrängung oder Crowding-out bezeichnet das Risiko, dass staatliche Kreditaufnahme private Investitionen erschwert. Das kann etwa geschehen, wenn der Staat viel Kapital beansprucht und dadurch Finanzierungskosten steigen.

Das Verdrängungsrisiko ist umstritten und hängt von der Lage ab:

  • Bei hoher Auslastung und knappen Finanzierungsmitteln kann es stärker sein.
  • Bei schwacher privater Nachfrage und sehr niedrigen Zinsen kann es geringer sein.
  • Hohe oder als unsicher wahrgenommene Staatsschulden können Risikoprämien erhöhen.
  • Glaubwürdige Konsolidierung kann Unsicherheit senken, gleichzeitig aber kurzfristig Nachfrage entziehen.
Gut zu wissen

Deshalb gibt es keine Wirkungskette, die in jeder Lage automatisch gilt. Eine gute Analyse nennt erst die Konjunkturlage und prüft dann Multiplikator, Finanzierung, Kapazitäten und mögliche Gegenwirkungen.

Beispiel

Fall: In einer schweren Rezession finanziert der Staat zusätzliche Investitionen in öffentliche Infrastruktur mit Krediten. Private Unternehmen investieren gleichzeitig wenig.

Analyse: Der Auftrag erhöht zunächst unmittelbar die Nachfrage. Zusätzliche Einkommen können weitere Ausgaben auslösen: Das ist der Multiplikatoreffekt. Weil die private Kreditnachfrage schwach ist, muss ein starkes Verdrängen privater Investitionen nicht eintreten. Langfristig kann nutzbare Infrastruktur die Produktion unterstützen. Trotzdem entstehen Schulden und Zinszahlungen, die bei der Beurteilung nicht ausgeblendet werden dürfen.

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Frage 1 von 2MittelWarum kann ein staatlicher Ausgabenimpuls mehr Nachfrage auslösen als nur den ursprünglichen Auftrag?
Lösung: Weil Empfänger zusätzlicher Einkommen einen Teil davon erneut ausgeben können. — Weitere Einkommens- und Ausgabenrunden erklären den Multiplikator. Wie stark sie ausfallen, hängt von den wirtschaftlichen Bedingungen ab.
Frage 2 von 2SchwerIn welcher Lage ist ein starkes Verdrängungsrisiko eher plausibel?
Lösung: Wenn Produktionskapazitäten und Finanzierungsmittel bereits stark beansprucht sind. — Verdrängung wird wahrscheinlicher, wenn Staat und Privatsektor um knappe Finanzierungsmittel oder ausgelastete reale Kapazitäten konkurrieren.
Wann ist staatliche Verschuldung tragfähig?

Tragfähigkeit bedeutet, dass ein Staat seine Verpflichtungen dauerhaft bedienen kann, ohne dadurch immer stärkere wirtschaftliche oder politische Verwerfungen auszulösen. Eine einzelne Grenzzahl beantwortet diese Frage nicht vollständig.

Prüfe eine Kreditaufnahme mit fünf Leitfragen:

  1. Konjunkturlage: Stabilisiert der Kredit eine Rezession, oder verstärkt er eine bereits hohe Auslastung?
  2. Verwendung: Finanziert er eine kurzfristige Ausgabe, eine Krisenmaßnahme oder eine langfristig nutzbare Investition?
  3. Zinslast: Wie hoch sind die laufenden Zinszahlungen, und welches Risiko entsteht bei später steigenden Zinsen?
  4. Entwicklung der Quote: Wachsen Schulden dauerhaft schneller als das BIP?
  5. Zukunftswirkung: Hinterlässt die Finanzierung nur Zahlungsverpflichtungen oder auch öffentlichen Nutzen und einen produktiven Kapitalstock?

Kreditfinanzierte Investitionen können künftigen Generationen Vorteile bringen. Dann spricht etwas dafür, auch die Finanzierung über mehrere Jahre zu verteilen. Schlechte oder nur scheinbare Investitionen werden durch Kreditfinanzierung jedoch nicht automatisch sinnvoll.

Auch ein niedriger Zins löst nicht jedes Problem. Er verringert zunächst den Zinsdienst, kann aber steigen. Bei einem hohen Schuldenstand wirkt sich eine spätere Zinserhöhung besonders stark aus, sobald Schulden refinanziert werden müssen.

Neben ausdrücklich aufgenommenen Krediten gibt es implizite Verpflichtungen. Das sind erwartete künftige staatliche Leistungen oder Garantien, deren genaue Höhe noch nicht feststeht. Sie sind schwerer zu messen als ausgegebene Staatsanleihen, können die künftigen Haushalte aber ebenfalls belasten.

Merke

Beurteile nicht nur die Höhe eines Kredits. Entscheidend sind Konjunkturlage, Verwendungszweck, Zinsrisiko, Wachstum, künftiger Nutzen und weitere Verpflichtungen.

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Frage 1 von 2MittelWelche Beurteilung ist am vollständigsten?
Lösung: Der Kredit kann in einer Rezession stabilisieren; zusätzlich müssen Investitionsnutzen, Zinslast und langfristige Tragfähigkeit geprüft werden. — Eine begründete Beurteilung verbindet kurzfristige Konjunkturwirkungen mit langfristigen Kosten, Risiken und Nutzen.
Frage 2 von 2SchwerZwei Projekte kosten gleich viel. Projekt A deckt laufende Ausgaben ohne erkennbare Zukunftswirkung. Projekt B erneuert dauerhaft nutzbare Infrastruktur. Was folgt daraus?
Lösung: Projekt B hat ein zusätzliches Nutzenargument, muss aber trotzdem auf Kosten, Zinsen und Tragfähigkeit geprüft werden. — Langfristiger Nutzen ist ein wichtiges Kriterium, ersetzt aber keine Prüfung der Qualität und Finanzierung.
Warum ist die Schuldenbremse umstritten?

Die deutsche Schuldenbremse wurde 2009 eingeführt. Das Material beschreibt ihre damalige Ausgestaltung: Das strukturelle Defizit des Bundes wurde auf $0{,}35\,\%$ des BIP begrenzt, das der Länder grundsätzlich auf $0\,\%$. Konjunkturelle Schwankungen und besondere Notsituationen wurden dabei anders behandelt als ein dauerhaftes strukturelles Defizit.

Definition

Strukturelles Defizit

Das strukturelle Defizit ist der Teil des Haushaltsdefizits, der nicht nur durch die aktuelle Konjunkturlage erklärt wird. Seine Berechnung hängt von Schätzungen der wirtschaftlichen Normallage ab und kann deshalb überprüft und diskutiert werden.

Befürworter fester Regeln argumentieren:

  • In früheren Aufschwüngen wurden Schulden nicht zuverlässig zurückgeführt.
  • Eine glaubwürdige Begrenzung kann Vertrauen stärken und Risikoprämien senken.
  • Geringere Schulden schaffen Spielraum für spätere Krisen.
  • Regeln erschweren es, Lasten ständig in die Zukunft zu verschieben.

Kritiker wenden ein:

  • Zu schnelle Konsolidierung kann in einer schwachen Wirtschaft die Nachfrage senken.
  • Eine Regel kann notwendige öffentliche Investitionen erschweren.
  • Bei sehr niedrigen Zinsen und schwacher privater Investition fällt das klassische Verdrängungsargument weniger stark aus.
  • Wenn viele Länder gleichzeitig sparen, kann die gemeinsame Nachfrage zurückgehen.

Beide Seiten erkennen Grenzen an: Verschuldung ist kein Freibrief für beliebige Ausgaben, aber ein ausgeglichener Haushalt ist auch nicht in jeder Lage automatisch die beste Konjunkturpolitik.

Vertiefung: Staat, Banken und andere Länder

Staatsverschuldung kann über mehrere Bereiche wirken:

Zweifel an staatlicher Zahlungsfähigkeit → höhere Risikoprämien → schwächere Bankbilanzen und teurere Kredite → weniger Investitionen → Belastung der Realwirtschaft

Auch die internationale Wirkung ist nicht eindeutig. Konsolidierung kann Vertrauen schaffen. Senkt sie jedoch in mehreren Ländern gleichzeitig die Nachfrage, können Exporte und Wachstum der Partner leiden. Welche Wirkung überwiegt, hängt unter anderem von Zinsen, Auslastung, Finanzstabilität und den Handelsbeziehungen ab.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt die im Material dargestellte Schuldenbremse angemessen?
Lösung: Sie ist eine politische Haushaltsregel mit Konjunktur- und Ausnahmeregelungen. — Die im Material dargestellte Schuldenbremse begrenzt bestimmte Defizite, ist aber weder ein vollständiges Kreditverbot noch eine Garantie für eine bestimmte Ausgabenstruktur.
Frage 2 von 2SchwerWarum können Fachleute dieselbe Konsolidierung unterschiedlich beurteilen?
Lösung: Sie gewichten Nachfrageverlust, Vertrauensgewinn, Zinslage und langfristige Risiken unterschiedlich. — Die Kontroverse entsteht nicht nur aus verschiedenen Zielen, sondern auch aus unterschiedlichen Annahmen über Multiplikator, Vertrauen, Zinsen und internationale Rückwirkungen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Fiskalpolitik und Staatsverschuldung
    • Konjunktur steuern
      • expansiv in der Rezession
      • restriktiv im Aufschwung
    • Haushaltsgrößen unterscheiden
      • Defizit und Schuldenstand
      • Schuldenquote und Zinslast
    • Wirkungen analysieren
      • Multiplikator
      • Verdrängung und Vertrauen
    • Kredite beurteilen
      • Lage und Verwendung
      • Zinsen, Wachstum und Zukunftsnutzen
    • Regeln abwägen
      • Haushaltsdisziplin
      • Stabilisierung und Investitionen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtEin Staat gibt in einer Rezession mehr aus, als er einnimmt. Welche Kombination ist richtig?
Lösung: Expansive Fiskalpolitik und ein Defizit im betrachteten Zeitraum — Die Maßnahme ist expansiv. Ob die Schuldenquote steigt, hängt zusätzlich vom Schuldenstand und vom BIP ab.
Frage 2 von 3MittelEin Land hat eine hohe Schuldenquote, aber derzeit niedrige Zinsen. Welche Schlussfolgerung ist tragfähig?
Lösung: Die aktuelle Zinslast kann niedrig sein; Zinsänderungsrisiko, Verwendung der Kredite und künftige Quote bleiben zu prüfen. — Schuldenquote und Zinslast hängen zusammen, messen aber Verschiedenes. Eine umfassende Analyse betrachtet beide.
Frage 3 von 3SchwerNeuer Fall: Die Wirtschaft befindet sich in einer schweren Rezession, Unternehmen investieren wenig und Infrastruktur ist sanierungsbedürftig. Der Staat erwägt einen kreditfinanzierten Sanierungsauftrag. Welche Beurteilung ist am besten begründet?
Lösung: Der Auftrag kann Nachfrage und Beschäftigung stabilisieren und langfristigen Nutzen schaffen; dennoch sind Projektqualität, Zinsrisiko und Rückführung im Aufschwung zu prüfen. — Eine gute Beurteilung verbindet den möglichen Multiplikatoreffekt und das geringe Verdrängungsrisiko in der Rezession mit Nutzen-, Kosten- und Tragfähigkeitskriterien.

Du kannst Fiskalpolitik jetzt als Abwägungsproblem analysieren: Bestimme zuerst die Konjunkturlage, trenne die Haushaltskennzahlen, entwickle die Wirkungskette und beurteile anschließend Nutzen und Risiken der Finanzierung.

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