Wirtschaft

Investition und Finanzierung einfach vergleichen

Investition und Finanzierung einfach vergleichen
Investition und Finanzierung einfach vergleichen
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Eine Investition verwendet Kapital und bindet es meist langfristig, zum Beispiel in einer Maschine. Die Finanzierung klärt, woher das benötigte Kapital kommt. Beide Entscheidungen gehören zusammen: Ein Betrieb muss beurteilen, ob sich eine Anschaffung lohnt und wie er sie bezahlen kann.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was unterscheidet Investition und Finanzierung?

Stell dir vor, eine Bäckerei kauft einen neuen Backofen. Der Ofen ist die Antwort auf die Frage: Wofür wird das Kapital eingesetzt? Damit liegt eine Investition vor. Ob die Bäckerei den Ofen aus eigenen Mitteln oder mit einem Bankkredit bezahlt, ist dagegen eine Finanzierungsentscheidung.

Definition

Investition

Eine Investition ist die zielgerichtete, meist langfristige Bindung finanzieller Mittel in Vermögenswerten. Sie soll künftig Einzahlungen ermöglichen, Kosten senken oder andere betriebliche Ziele unterstützen.

Definition

Finanzierung

Finanzierung umfasst die Beschaffung und Sicherung der finanziellen Mittel, die ein Betrieb unter anderem für Investitionen benötigt.

Investition und Finanzierung betrachten also dasselbe Kapital aus zwei Richtungen:

  • Finanzierung: Woher kommt das Kapital?
  • Investition: Wofür wird das Kapital verwendet?

Auszahlung und Aufwand sind nicht dasselbe

Eine Auszahlung vermindert die verfügbaren Zahlungsmittel. Ein Aufwand ist dagegen der in einer Abrechnungsperiode erfasste Werteverbrauch und mindert den Gewinn.

Beispiel

Ein Unternehmen bezahlt für ein Fahrzeug 30.000 €. Dadurch entsteht zunächst eine Auszahlung von 30.000 €.

Wird das Fahrzeug über sechs Jahre gleichmäßig abgeschrieben, beträgt die jährliche Abschreibung:

$$30.000\,€ : 6 = 5.000\,€$$

Die Anschaffung führt damit nicht sofort zu 30.000 € Aufwand. Stattdessen werden in diesem vereinfachten Beispiel sechs Jahre lang jeweils 5.000 € als Abschreibungsaufwand erfasst.

Merke

Eine Investition beschreibt die Mittelverwendung. Eine Finanzierung beschreibt die Mittelherkunft. Auszahlung und Aufwand können zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstehen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Aussage beschreibt die Finanzierung des Backofens?
Lösung: Die Bäckerei nimmt für den Kauf einen Bankkredit auf. — Bei einer Finanzierung wird entschieden, aus welcher Quelle das benötigte Kapital stammt.
Frage 2 von 2MittelEin Fahrzeug wird sofort bezahlt und über mehrere Jahre abgeschrieben. Was trifft zu?
Lösung: Die Auszahlung entsteht beim Bezahlen, der Abschreibungsaufwand verteilt sich über die Nutzungsdauer. — Auszahlung betrifft die Zahlungsmittel. Die Abschreibung verteilt den erfassten Werteverbrauch auf mehrere Perioden.
Welche Arten von Investitionen gibt es?

Investitionen lassen sich danach unterscheiden, worin das Kapital gebunden wird.

InvestitionsartInvestitionsobjektBeispiel
Sachinvestitionkörperlicher VermögenswertMaschine, Fahrzeug oder Grundstück
immaterielle Investitionnicht körperlicher VermögenswertSoftware, Patent oder Lizenz
Finanzinvestitionfinanzieller Anspruch oder AnteilAnleihe oder Unternehmensbeteiligung

Auch der Anlass kann verschieden sein:

  • Eine Ersatzinvestition ersetzt ein defektes oder veraltetes Betriebsmittel.
  • Eine Erweiterungsinvestition vergrößert die Kapazität.
  • Eine Rationalisierungsinvestition soll beispielsweise Personal-, Material- oder Energiekosten senken.
  • Eine Gründungsinvestition stattet einen neuen Betrieb mit notwendigen Vermögenswerten aus.

Eine einzelne Anschaffung kann mehrere Zwecke erfüllen. Eine größere, energiesparende Maschine kann zum Beispiel gleichzeitig erweitern und rationalisieren.

Investitionen werden nicht nur nach Geldbeträgen beurteilt. Neben erwarteten Kosten, Erlösen und Einsparungen können auch Sicherheit, Unabhängigkeit sowie soziale oder ökologische Ziele wichtig sein.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Anschaffung ist eine immaterielle Investition?
Lösung: Eine Lizenz für eine Unternehmenssoftware — Eine Lizenz ist ein nicht körperlicher Vermögenswert und gehört deshalb zu den immateriellen Investitionen.
Frage 2 von 2MittelEin Betrieb ersetzt eine funktionierende Maschine durch ein sparsameres Modell, um Energiekosten zu senken. Welcher Anlass steht im Vordergrund?
Lösung: Rationalisierung — Rationalisierungsinvestitionen sollen Abläufe verbessern, die Produktivität erhöhen oder Kosten senken.
Wie unterscheiden sich Eigen- und Fremdfinanzierung?

Bei der Finanzierung sind zwei Einteilungen wichtig. Sie dürfen nicht miteinander verwechselt werden:

  • Innen- oder Außenfinanzierung beschreibt die Herkunft der Mittel aus dem Betrieb oder von außen.
  • Eigen- oder Fremdfinanzierung beschreibt die rechtliche Stellung der Kapitalgeber.

Einbehaltene Gewinne sind beispielsweise eine Innenfinanzierung und stärken zugleich das Eigenkapital. Eine neue Einlage eines Anteilseigners kommt von außen, gehört aber ebenfalls zur Eigenfinanzierung.

Definition

Eigenfinanzierung

Bei der Eigenfinanzierung stellen Eigentümer Kapital bereit oder Gewinne bleiben im Unternehmen. Eigenkapital trägt Verluste mit und ist grundsätzlich nicht wie ein Kredit zu einem festen Termin zurückzuzahlen. Neue Anteilseigner können jedoch Mitsprache- und Beteiligungsrechte erhalten.

Definition

Fremdfinanzierung

Bei der Fremdfinanzierung erhält das Unternehmen Kapital von Gläubigern, etwa durch einen Bankkredit. Üblicherweise entstehen Zins- und Rückzahlungspflichten. Gläubiger werden dadurch normalerweise nicht zu Eigentümern.

KriteriumEigenfinanzierungFremdfinanzierung
typische GegenleistungBeteiligung am Unternehmenserfolg oder Verzicht auf AusschüttungZinsen und Rückzahlung
Risiko für das UnternehmenEigenkapital trägt Verluste mitZahlungsverpflichtungen bestehen grundsätzlich auch bei schwachem Geschäft
Mitspracheneue Anteilseigner können Rechte erhaltenGläubiger erhalten normalerweise keine Eigentümerrechte
Wirkung auf die Liquiditätkeine planmäßige KredittilgungZinsen und Tilgung belasten künftige Zahlungsmittel
Unabhängigkeitkann durch neue Anteilseigner sinkenbleibt hinsichtlich Eigentum eher erhalten, kann aber durch Kreditbedingungen begrenzt werden

Keine Form ist immer überlegen. Die Entscheidung hängt unter anderem von verfügbaren Eigenmitteln, Finanzierungskosten, Rückzahlungsfähigkeit, gewünschter Unabhängigkeit und Risikobereitschaft ab. Häufig werden mehrere Formen kombiniert.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEin Unternehmen möchte keine neuen Anteilseigner aufnehmen. Zugleich kann es regelmäßige Zins- und Tilgungszahlungen zuverlässig leisten. Welche Möglichkeit passt grundsätzlich eher?
Lösung: Fremdfinanzierung durch einen Kredit — Ein Kredit schafft normalerweise keine neuen Eigentümerrechte, belastet die Liquidität aber durch Zinsen und Tilgung.
Frage 2 von 2SchwerEin Unternehmen hat schwankende Einnahmen. Welches Risiko eines Kredits muss es besonders beachten?
Lösung: Zinsen und Tilgung werden auch in einnahmeschwachen Zeiten fällig. — Bei Fremdfinanzierung muss die Finanzplanung prüfen, ob die künftige Liquidität für Zinsen und Tilgung ausreicht.
Wie lässt sich eine Investition einfach beurteilen?

Vor einer Investition werden Anschaffungsauszahlung, laufende Kosten, erwartete Einzahlungen und mögliche Einsparungen gegenübergestellt. Eine Investition kann finanziell vorteilhaft sein, wenn ihre Rückflüsse und Einsparungen die Auszahlungen und laufenden Kosten übersteigen.

Statische und dynamische Verfahren

Statische Verfahren arbeiten meist mit Durchschnittswerten eines repräsentativen Jahres. Sie sind einfach, bilden zeitliche Unterschiede der Zahlungen aber nur unvollständig ab.

Dynamische Verfahren betrachten Ein- und Auszahlungen mehrerer Perioden und berücksichtigen den Zeitwert des Geldes: Ein künftig verfügbarer Geldbetrag hat einen geringeren Gegenwartswert als derselbe Betrag heute. Solche Verfahren sind genauer, benötigen aber mehr Annahmen und Rechenaufwand.

Die einfache Amortisationszeit

Die Amortisationszeit gibt an, wie lange es dauert, bis die anfängliche Investitionsauszahlung durch jährliche Einzahlungsüberschüsse zurückgeflossen ist.

Bei gleich hohen jährlichen Überschüssen gilt vereinfacht:

$$\text{Amortisationszeit} = \frac{\text{Investitionsauszahlung}}{\text{jährlicher Einzahlungsüberschuss}}$$

Beispiel

Ein Betrieb vergleicht zwei Maschinen:

MaschineInvestitionsauszahlungjährlicher Einzahlungsüberschuss
A24.000 €6.000 € pro Jahr
B18.000 €5.000 € pro Jahr

Für Maschine A:

$$24.000\,€ : 6.000\,€\text{ pro Jahr} = 4\text{ Jahre}$$

Für Maschine B:

$$18.000\,€ : 5.000\,€\text{ pro Jahr} = 3{,}6\text{ Jahre}$$

Nach diesem Kriterium amortisiert sich Maschine B schneller. Die Einheit ist plausibel: Euro geteilt durch Euro pro Jahr ergibt Jahre.

Die Entscheidung ist damit noch nicht vollständig. Nutzungsdauer, Reparaturrisiko, unterschiedliche Leistungen, Zahlungen nach der Amortisation und der Zeitwert des Geldes fehlen in dieser vereinfachten Rechnung.

Merke

Eine kurze Amortisationszeit spricht für einen schnellen Kapitalrückfluss. Sie beweist allein aber nicht, dass eine Investition insgesamt den höchsten Gewinn oder den größten Unternehmenswert erzeugt.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEine Maschine kostet 20.000 € und erzeugt jährlich 5.000 € Einzahlungsüberschuss. Wie lang ist die einfache Amortisationszeit?
Lösung: 4 Jahre — Es gilt: 20.000 € geteilt durch 5.000 € pro Jahr ergibt 4 Jahre.
Frage 2 von 2SchwerZwei Maschinen haben dieselbe Amortisationszeit. Welche Schlussfolgerung ist zulässig?
Lösung: Für eine vollständige Entscheidung müssen weitere quantitative und qualitative Kriterien geprüft werden. — Die Amortisationszeit betrachtet nur die Geschwindigkeit des Kapitalrückflusses. Andere Kosten, Erträge, Risiken und Ziele bleiben zu prüfen.
Wie hängen beide Entscheidungen in einem Fall zusammen?

Ein Fahrradbetrieb möchte eine neue Montagestation kaufen. Sie kostet 18.000 € und soll jährlich 5.000 € Einzahlungsüberschuss ermöglichen. Der Betrieb verfügt über 8.000 € freie Eigenmittel; die übrigen 10.000 € könnten durch einen Kredit finanziert werden.

  1. Investition erkennen: Die Montagestation bindet Kapital langfristig in einem Sachwert.
  2. Vorteilhaftigkeit prüfen: Die vereinfachte Amortisationszeit beträgt 18.000 € geteilt durch 5.000 € pro Jahr, also 3,6 Jahre.
  3. Finanzierung planen: 8.000 € stammen aus Eigenmitteln und 10.000 € aus Fremdkapital. Es liegt eine Mischfinanzierung vor.
  4. Liquidität prüfen: Der Betrieb muss nicht nur die Investitionsauszahlung betrachten, sondern auch sicherstellen, dass Zinsen, Tilgung und laufende Betriebsausgaben bezahlt werden können.
  5. Weitere Kriterien prüfen: Dazu gehören Nutzungsdauer, Reparaturkosten, erwartete Nachfrage, Sicherheit und mögliche Auswirkungen auf die Unabhängigkeit.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Der Kauf der Montagestation ist eine . Die Aufnahme des Kredits ist eine . Der Kredit gehört zum . Die Kombination aus eigenen Mitteln und Kredit ist eine .

Lösungen: Lücke 1: Investition; Lücke 2: Finanzierung; Lücke 3: Fremdkapital; Lücke 4: Mischfinanzierung. Frage zuerst nach der Funktion: Die Investition verwendet Kapital, die Finanzierung beschafft es. Ein Kredit stellt Fremdkapital bereit; mehrere Finanzierungsquellen bilden eine Mischfinanzierung.
Teste dich
Frage 1 von 1SchwerDer Betrieb könnte die Station vollständig aus Eigenmitteln bezahlen, hätte danach aber kaum Geld für Material und Löhne. Was sollte er besonders prüfen?
Lösung: Ob nach der Zahlung genügend Liquidität für die laufenden Verpflichtungen bleibt — Zahlungsfähigkeit hat Vorrang: Eine Investition darf den Betrieb nicht daran hindern, fällige Rechnungen zu bezahlen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Investition und Finanzierung
    • Investition: Kapital verwenden und langfristig binden
    • Investitionsarten: Sachwerte, immaterielle Werte und Finanzanlagen
    • Finanzierung: Kapital beschaffen und sichern
    • Eigenkapital: Verlusttragung und mögliche Mitsprache
    • Fremdkapital: Zinsen, Tilgung und Liquiditätsbelastung
    • Investitionsprüfung: Kosten, Nutzen, Amortisation und weitere Ziele
    • Finanzplanung: Zahlungsfähigkeit und Unabhängigkeit sichern
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWelche Frage gehört zur Investitionsentscheidung?
Lösung: Wofür soll das Kapital langfristig eingesetzt werden? — Die Investitionsentscheidung betrifft die Verwendung des Kapitals.
Frage 2 von 4MittelEine Maschine kostet 24.000 € und bringt jährlich 6.000 € Einzahlungsüberschuss. Wann amortisiert sie sich vereinfacht?
Lösung: Nach 4 Jahren — 24.000 € geteilt durch 6.000 € pro Jahr ergibt 4 Jahre.
Frage 3 von 4SchwerEin Unternehmen wählt zwischen einem Kredit und einem neuen Anteilseigner. Welche Beurteilung ist sachgerecht?
Lösung: Es muss Zins und Tilgung des Kredits gegen mögliche Mitsprache und Verlustbeteiligung des Anteilseigners abwägen. — Eine tragfähige Entscheidung vergleicht Kosten, Risiko, Mitsprache, Liquidität und Unabhängigkeit statt nur ein einzelnes Merkmal.
Frage 4 von 4SchwerEine Investition amortisiert sich schnell. Warum kann sie trotzdem ungeeignet sein?
Lösung: Weil etwa hohe Folgekosten, technische Risiken oder nicht monetäre Ziele gegen sie sprechen können — Die Amortisationszeit ist nur ein Kriterium. Eine vollständige Entscheidung bezieht weitere finanzielle und qualitative Auswirkungen ein.

Passend dazu