Investition und Finanzierung einfach vergleichen
Eine Investition verwendet Kapital und bindet es meist langfristig, zum Beispiel in einer Maschine. Die Finanzierung klärt, woher das benötigte Kapital kommt. Beide Entscheidungen gehören zusammen: Ein Betrieb muss beurteilen, ob sich eine Anschaffung lohnt und wie er sie bezahlen kann.
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Was unterscheidet Investition und Finanzierung?
Stell dir vor, eine Bäckerei kauft einen neuen Backofen. Der Ofen ist die Antwort auf die Frage: Wofür wird das Kapital eingesetzt? Damit liegt eine Investition vor. Ob die Bäckerei den Ofen aus eigenen Mitteln oder mit einem Bankkredit bezahlt, ist dagegen eine Finanzierungsentscheidung.
Investition
Eine Investition ist die zielgerichtete, meist langfristige Bindung finanzieller Mittel in Vermögenswerten. Sie soll künftig Einzahlungen ermöglichen, Kosten senken oder andere betriebliche Ziele unterstützen.
Finanzierung
Finanzierung umfasst die Beschaffung und Sicherung der finanziellen Mittel, die ein Betrieb unter anderem für Investitionen benötigt.
Investition und Finanzierung betrachten also dasselbe Kapital aus zwei Richtungen:
- Finanzierung: Woher kommt das Kapital?
- Investition: Wofür wird das Kapital verwendet?
Auszahlung und Aufwand sind nicht dasselbe
Eine Auszahlung vermindert die verfügbaren Zahlungsmittel. Ein Aufwand ist dagegen der in einer Abrechnungsperiode erfasste Werteverbrauch und mindert den Gewinn.
Ein Unternehmen bezahlt für ein Fahrzeug 30.000 €. Dadurch entsteht zunächst eine Auszahlung von 30.000 €.
Wird das Fahrzeug über sechs Jahre gleichmäßig abgeschrieben, beträgt die jährliche Abschreibung:
$$30.000\,€ : 6 = 5.000\,€$$
Die Anschaffung führt damit nicht sofort zu 30.000 € Aufwand. Stattdessen werden in diesem vereinfachten Beispiel sechs Jahre lang jeweils 5.000 € als Abschreibungsaufwand erfasst.
Eine Investition beschreibt die Mittelverwendung. Eine Finanzierung beschreibt die Mittelherkunft. Auszahlung und Aufwand können zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstehen.
Welche Arten von Investitionen gibt es?
Investitionen lassen sich danach unterscheiden, worin das Kapital gebunden wird.
| Investitionsart | Investitionsobjekt | Beispiel |
|---|---|---|
| Sachinvestition | körperlicher Vermögenswert | Maschine, Fahrzeug oder Grundstück |
| immaterielle Investition | nicht körperlicher Vermögenswert | Software, Patent oder Lizenz |
| Finanzinvestition | finanzieller Anspruch oder Anteil | Anleihe oder Unternehmensbeteiligung |
Auch der Anlass kann verschieden sein:
- Eine Ersatzinvestition ersetzt ein defektes oder veraltetes Betriebsmittel.
- Eine Erweiterungsinvestition vergrößert die Kapazität.
- Eine Rationalisierungsinvestition soll beispielsweise Personal-, Material- oder Energiekosten senken.
- Eine Gründungsinvestition stattet einen neuen Betrieb mit notwendigen Vermögenswerten aus.
Eine einzelne Anschaffung kann mehrere Zwecke erfüllen. Eine größere, energiesparende Maschine kann zum Beispiel gleichzeitig erweitern und rationalisieren.
Investitionen werden nicht nur nach Geldbeträgen beurteilt. Neben erwarteten Kosten, Erlösen und Einsparungen können auch Sicherheit, Unabhängigkeit sowie soziale oder ökologische Ziele wichtig sein.
Wie unterscheiden sich Eigen- und Fremdfinanzierung?
Bei der Finanzierung sind zwei Einteilungen wichtig. Sie dürfen nicht miteinander verwechselt werden:
- Innen- oder Außenfinanzierung beschreibt die Herkunft der Mittel aus dem Betrieb oder von außen.
- Eigen- oder Fremdfinanzierung beschreibt die rechtliche Stellung der Kapitalgeber.
Einbehaltene Gewinne sind beispielsweise eine Innenfinanzierung und stärken zugleich das Eigenkapital. Eine neue Einlage eines Anteilseigners kommt von außen, gehört aber ebenfalls zur Eigenfinanzierung.
Eigenfinanzierung
Bei der Eigenfinanzierung stellen Eigentümer Kapital bereit oder Gewinne bleiben im Unternehmen. Eigenkapital trägt Verluste mit und ist grundsätzlich nicht wie ein Kredit zu einem festen Termin zurückzuzahlen. Neue Anteilseigner können jedoch Mitsprache- und Beteiligungsrechte erhalten.
Fremdfinanzierung
Bei der Fremdfinanzierung erhält das Unternehmen Kapital von Gläubigern, etwa durch einen Bankkredit. Üblicherweise entstehen Zins- und Rückzahlungspflichten. Gläubiger werden dadurch normalerweise nicht zu Eigentümern.
| Kriterium | Eigenfinanzierung | Fremdfinanzierung |
|---|---|---|
| typische Gegenleistung | Beteiligung am Unternehmenserfolg oder Verzicht auf Ausschüttung | Zinsen und Rückzahlung |
| Risiko für das Unternehmen | Eigenkapital trägt Verluste mit | Zahlungsverpflichtungen bestehen grundsätzlich auch bei schwachem Geschäft |
| Mitsprache | neue Anteilseigner können Rechte erhalten | Gläubiger erhalten normalerweise keine Eigentümerrechte |
| Wirkung auf die Liquidität | keine planmäßige Kredittilgung | Zinsen und Tilgung belasten künftige Zahlungsmittel |
| Unabhängigkeit | kann durch neue Anteilseigner sinken | bleibt hinsichtlich Eigentum eher erhalten, kann aber durch Kreditbedingungen begrenzt werden |
Keine Form ist immer überlegen. Die Entscheidung hängt unter anderem von verfügbaren Eigenmitteln, Finanzierungskosten, Rückzahlungsfähigkeit, gewünschter Unabhängigkeit und Risikobereitschaft ab. Häufig werden mehrere Formen kombiniert.
Wie lässt sich eine Investition einfach beurteilen?
Vor einer Investition werden Anschaffungsauszahlung, laufende Kosten, erwartete Einzahlungen und mögliche Einsparungen gegenübergestellt. Eine Investition kann finanziell vorteilhaft sein, wenn ihre Rückflüsse und Einsparungen die Auszahlungen und laufenden Kosten übersteigen.
Statische und dynamische Verfahren
Statische Verfahren arbeiten meist mit Durchschnittswerten eines repräsentativen Jahres. Sie sind einfach, bilden zeitliche Unterschiede der Zahlungen aber nur unvollständig ab.
Dynamische Verfahren betrachten Ein- und Auszahlungen mehrerer Perioden und berücksichtigen den Zeitwert des Geldes: Ein künftig verfügbarer Geldbetrag hat einen geringeren Gegenwartswert als derselbe Betrag heute. Solche Verfahren sind genauer, benötigen aber mehr Annahmen und Rechenaufwand.
Die einfache Amortisationszeit
Die Amortisationszeit gibt an, wie lange es dauert, bis die anfängliche Investitionsauszahlung durch jährliche Einzahlungsüberschüsse zurückgeflossen ist.
Bei gleich hohen jährlichen Überschüssen gilt vereinfacht:
$$\text{Amortisationszeit} = \frac{\text{Investitionsauszahlung}}{\text{jährlicher Einzahlungsüberschuss}}$$
Ein Betrieb vergleicht zwei Maschinen:
| Maschine | Investitionsauszahlung | jährlicher Einzahlungsüberschuss |
|---|---|---|
| A | 24.000 € | 6.000 € pro Jahr |
| B | 18.000 € | 5.000 € pro Jahr |
Für Maschine A:
$$24.000\,€ : 6.000\,€\text{ pro Jahr} = 4\text{ Jahre}$$
Für Maschine B:
$$18.000\,€ : 5.000\,€\text{ pro Jahr} = 3{,}6\text{ Jahre}$$
Nach diesem Kriterium amortisiert sich Maschine B schneller. Die Einheit ist plausibel: Euro geteilt durch Euro pro Jahr ergibt Jahre.
Die Entscheidung ist damit noch nicht vollständig. Nutzungsdauer, Reparaturrisiko, unterschiedliche Leistungen, Zahlungen nach der Amortisation und der Zeitwert des Geldes fehlen in dieser vereinfachten Rechnung.
Eine kurze Amortisationszeit spricht für einen schnellen Kapitalrückfluss. Sie beweist allein aber nicht, dass eine Investition insgesamt den höchsten Gewinn oder den größten Unternehmenswert erzeugt.
Wie hängen beide Entscheidungen in einem Fall zusammen?
Ein Fahrradbetrieb möchte eine neue Montagestation kaufen. Sie kostet 18.000 € und soll jährlich 5.000 € Einzahlungsüberschuss ermöglichen. Der Betrieb verfügt über 8.000 € freie Eigenmittel; die übrigen 10.000 € könnten durch einen Kredit finanziert werden.
- Investition erkennen: Die Montagestation bindet Kapital langfristig in einem Sachwert.
- Vorteilhaftigkeit prüfen: Die vereinfachte Amortisationszeit beträgt 18.000 € geteilt durch 5.000 € pro Jahr, also 3,6 Jahre.
- Finanzierung planen: 8.000 € stammen aus Eigenmitteln und 10.000 € aus Fremdkapital. Es liegt eine Mischfinanzierung vor.
- Liquidität prüfen: Der Betrieb muss nicht nur die Investitionsauszahlung betrachten, sondern auch sicherstellen, dass Zinsen, Tilgung und laufende Betriebsausgaben bezahlt werden können.
- Weitere Kriterien prüfen: Dazu gehören Nutzungsdauer, Reparaturkosten, erwartete Nachfrage, Sicherheit und mögliche Auswirkungen auf die Unabhängigkeit.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Der Kauf der Montagestation ist eine . Die Aufnahme des Kredits ist eine . Der Kredit gehört zum . Die Kombination aus eigenen Mitteln und Kredit ist eine .
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Investition und Finanzierung
- Investition: Kapital verwenden und langfristig binden
- Investitionsarten: Sachwerte, immaterielle Werte und Finanzanlagen
- Finanzierung: Kapital beschaffen und sichern
- Eigenkapital: Verlusttragung und mögliche Mitsprache
- Fremdkapital: Zinsen, Tilgung und Liquiditätsbelastung
- Investitionsprüfung: Kosten, Nutzen, Amortisation und weitere Ziele
- Finanzplanung: Zahlungsfähigkeit und Unabhängigkeit sichern
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