Investition: Arten, Ziele und Risiken verstehen
Eine Investition setzt heute Geld oder andere Mittel ein, um künftig eine Wirkung zu erzielen. Ein Unternehmen kauft zum Beispiel eine Maschine, um mehr oder günstiger zu produzieren. Ob sich die Investition lohnt, hängt von ihren Kosten, ihrem Nutzen und unsicheren zukünftigen Entwicklungen ab.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was macht eine Ausgabe zur Investition?
Stell dir vor, eine Firma kauft eine Maschine. Das Geld ist zunächst gebunden. Dafür soll die Maschine über längere Zeit Waren herstellen und so zusätzliche Erlöse oder Einsparungen ermöglichen.
Investition
Eine Investition ist der gegenwärtige Einsatz von Geld, Sachmitteln, Zeit oder Mühe, von dem in der Zukunft eine Wirkung erwartet wird. Im Unternehmen geht es meist um langfristig genutzte Vermögensgegenstände, höhere Gewinne, Einsparungen oder den Erhalt der Leistungsfähigkeit.
Nicht jede Investition führt sicher zum gewünschten Ergebnis. Die Kosten fallen heute an, während der Nutzen von künftigen Aufträgen, Preisen, technischen Entwicklungen und anderen Bedingungen abhängt.
Eine Investition verbindet heutigen Mitteleinsatz, zukünftigen Nutzen und Unsicherheit.
Welche drei Investitionsarten gibt es?
Investitionen lassen sich danach ordnen, worin die Mittel gebunden werden.
Sachinvestition
Eine Sachinvestition betrifft körperliche Güter. Dazu gehören Maschinen, Fahrzeuge, Werkzeuge, Gebäude, Grundstücke sowie IT- und Büroausstattung.
Finanzinvestition
Bei einer Finanzinvestition wird Geld beispielsweise in Aktien, Anleihen oder Beteiligungen angelegt. Erwartet werden Zinsen, Dividenden oder ein Wertzuwachs. Ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.
Immaterielle Investition
Eine immaterielle Investition betrifft nicht körperliche Werte. Beispiele sind Forschung und Entwicklung, Patente, Lizenzen, Software, Weiterbildung, Marken und Know-how.
Gerade bei immateriellen Investitionen ist der spätere Ertrag oft schwer vorherzusagen. Forschung kann scheitern, aber auch ein erfolgreiches neues Produkt ermöglichen. Weiterbildung kann Kompetenzen erhöhen, ohne dass sich ihr Nutzen sofort als Geldbetrag messen lässt.
Ein Unternehmen kauft eine neue Maschine, schult seine Beschäftigten für deren Bedienung und beteiligt sich an einem anderen Unternehmen.
- Die Maschine ist eine Sachinvestition.
- Die Schulung ist eine immaterielle Investition.
- Die Beteiligung ist eine Finanzinvestition.
Warum investieren Unternehmen?
Auch der Anlass einer Investition hilft bei der Einordnung.
- Eine Ersatzinvestition ersetzt eine defekte oder veraltete Anlage. Sie soll die vorhandene Leistungsfähigkeit erhalten.
- Eine Erweiterungsinvestition vergrößert die Kapazität. Das Unternehmen kann anschließend beispielsweise mehr herstellen.
- Eine Rationalisierungsinvestition soll Abläufe effizienter machen oder Personal-, Material- oder Energiekosten senken. Dabei kann ein noch nutzbares Gut durch ein moderneres ersetzt werden.
- Eine Gründungsinvestition beschafft die benötigten Sachanlagen bei der Gründung eines Unternehmens.
Eine alte Maschine ist defekt und wird durch ein neues Modell mit gleicher Kapazität ersetzt. Das ist eine Ersatzinvestition.
Kauft das Unternehmen dagegen eine zusätzliche Maschine, weil es dauerhaft mehr verkaufen kann, handelt es sich um eine Erweiterungsinvestition.
Ersatz erhält, Erweiterung vergrößert, Rationalisierung verbessert die Effizienz.
Investition und Finanzierung sind nicht dasselbe
Bei einer Investitionsentscheidung geht es um die Frage: Wofür werden die Mittel eingesetzt? Bei der Finanzierung lautet die Frage: Woher kommen die Mittel?
Finanzierung
Finanzierung bezeichnet die Beschaffung der Mittel, mit denen eine Investition oder andere Ausgaben bezahlt werden. Möglich sind unter anderem Eigenmittel, Bankkredite, Fördermittel oder eine Mischung daraus.
Eine Maschine ist also die Investition. Ein Bankkredit kann ihre Finanzierung sein. Derselbe Investitionsgegenstand kann auf unterschiedliche Weise finanziert werden.
Beim Leasing zahlt das Unternehmen gewöhnlich regelmäßige Raten für die Nutzung eines Fahrzeugs oder einer Maschine, ohne dabei Eigentum zu erwerben.
Ein Unternehmen kauft ein Fahrzeug und bezahlt einen Teil aus Eigenmitteln, den Rest mit einem Bankkredit.
- Investition: Erwerb des Fahrzeugs
- Finanzierung: Eigenmittel und Bankkredit
Wie lässt sich eine Investition beurteilen?
Eine Investition verursacht nicht nur die Anschaffungsausgabe. Während der Nutzung können weitere Kosten für Personal, Material und Energie entstehen. Dem stehen erwartete zusätzliche Erlöse oder Einsparungen gegenüber.
Eine wirtschaftliche Prüfung kann deshalb so vorgehen:
- Anschaffungskosten und weitere Kosten erfassen.
- Erwartete Erlöse oder Einsparungen schätzen.
- Nutzungsdauer und Kapitalbindung berücksichtigen.
- Alternativen vergleichen.
- Risiken und unsichere Annahmen offenlegen.
Statische Verfahren arbeiten meist mit den Durchschnittswerten eines repräsentativen Jahres. Dazu gehören Kosten-, Gewinn-, Rentabilitäts- und Amortisationsvergleiche. Sie sind vergleichsweise einfach, bilden wechselnde Zahlungsströme aber nur ungenau ab.
Dynamische Verfahren berücksichtigen, in welchem Jahr Zahlungen anfallen. Bei der Kapitalwertmethode werden zukünftige Beträge auf den heutigen Zeitpunkt abgezinst. Diese Verfahren sind aufwendiger und werden besonders bei großen, langfristigen Vorhaben eingesetzt.
Eine Investitionsrechnung verbessert den Vergleich, beseitigt die Unsicherheit aber nicht. Alle Ergebnisse hängen von Annahmen über zukünftige Kosten, Erlöse und andere Entwicklungen ab.
Warum wird eine Investition abgeschrieben?
Ein länger genutzter Vermögensgegenstand wird grundsätzlich nicht vollständig in einem einzigen Jahr als Aufwand behandelt. Seine Anschaffungs- oder Herstellungskosten werden über die Nutzungsdauer verteilt. Diese Verteilung heißt Abschreibung.
Ein betriebliches Fahrzeug kostet netto 30.000 EUR und wird über sechs Jahre linear abgeschrieben.
$$30.000\ \text{EUR} \div 6 = 5.000\ \text{EUR pro Jahr}$$
In jedem der sechs Jahre beträgt die Abschreibung 5.000 EUR. Dieser Betrag mindert den unternehmerischen Gewinn des jeweiligen Jahres.
Die Abschreibung verteilt Kosten rechnerisch über die Nutzungsdauer. Sie zeigt nicht, dass der Kaufpreis jedes Jahr erneut bezahlt wird oder automatisch zurückfließt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Investition
- bindet heute Mittel für eine zukünftige Wirkung
- betrifft Sachgüter, Finanzrechte oder immaterielle Werte
- dient Ersatz, Erweiterung oder Rationalisierung
- wird durch Eigenmittel, Kredite oder andere Mittel finanziert
- verursacht Kosten und kann Erlöse oder Einsparungen bewirken
- bleibt trotz Investitionsrechnung mit Unsicherheit verbunden
Abschluss-Check
Du kannst eine Investition nun danach untersuchen, was angeschafft wird, welchem Zweck sie dient, wie sie finanziert wird und welche Kosten, Chancen und Risiken mit ihr verbunden sind.
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