Marktmodell: Angebot, Nachfrage und Preisbildung
Das Marktmodell erklärt vereinfacht, wie Angebot, Nachfrage und Preis zusammenwirken. Sind angebotene und nachgefragte Menge bei einem Preis gleich, besteht ein Marktgleichgewicht. Reale Märkte sind jedoch komplexer als das Modell.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was ist ein Marktmodell?
Ein Markt ist ein realer oder gedachter Ort, an dem Anbieter und Nachfrager zusammentreffen. Ein Wochenmarkt ist ein sichtbarer Ort. Der Smartphone- oder Arbeitsmarkt umfasst dagegen viele Geschäfte, Plattformen und andere Wege des Austauschs.
Marktmodell
Ein Marktmodell bildet nur die wichtigsten Zusammenhänge eines Marktes ab. Es lässt Einzelheiten weg, damit sich die Preisbildung leichter untersuchen lässt.
Im Modell gibt es zwei Marktseiten:
- Anbieter verkaufen Güter oder Dienstleistungen.
- Nachfrager möchten Güter oder Dienstleistungen zu einem bestimmten Preis kaufen.
Das Marktangebot ist die Summe aller angebotenen Mengen. Die Marktnachfrage ist die Summe aller nachgefragten Mengen.
Zwei Fischstände bieten jeweils vier Fische an. Gemeinsam bilden sie ein Marktangebot von acht Fischen, denn zweimal vier ergibt acht.
Wie reagieren Angebot und Nachfrage auf den Preis?
Im vereinfachten Marktmodell wird zunächst nur der Preis verändert.
- Steigt der Preis, bieten Verkäufer gewöhnlich eine größere Menge an. Zugleich möchten Käufer eine kleinere Menge erwerben.
- Sinkt der Preis, bieten Verkäufer gewöhnlich eine kleinere Menge an. Zugleich möchten Käufer eine größere Menge erwerben.
Die Angebotskurve verläuft deshalb im Preis-Mengen-Diagramm von links unten nach rechts oben. Die Nachfragekurve verläuft von links oben nach rechts unten. Auf der waagerechten Achse steht die Menge, auf der senkrechten Achse der Preis.
Preis steigt: Angebotsmenge steigt, Nachfragemenge sinkt. Preis sinkt: Angebotsmenge sinkt, Nachfragemenge steigt.
Wie entsteht das Marktgleichgewicht?
Marktgleichgewicht
Im Marktgleichgewicht sind angebotene und nachgefragte Menge gleich. Der zugehörige Preis heißt Gleichgewichtspreis, die gehandelte Menge Gleichgewichtsmenge.
Am Gleichgewicht ist der Markt „geräumt“: Es bleibt weder ein Angebotsüberschuss noch ein Nachfrageüberhang.
Liegt der Preis über dem Gleichgewichtspreis, bieten Verkäufer mehr an, als Käufer nachfragen. Es entsteht ein Angebotsüberschuss. Der Preis gerät unter Druck und sinkt in Richtung Gleichgewicht.
Liegt der Preis unter dem Gleichgewichtspreis, möchten Käufer mehr erwerben, als Verkäufer anbieten. Dieser Nachfrageüberhang kann den Preis nach oben bewegen.
Auf einem Fischmarkt werden acht Fische angeboten, aber nur sieben gekauft. Ein Fisch bleibt übrig: Es besteht ein Angebotsüberschuss von einem Fisch. Senken die Verkäufer den Preis so weit, dass acht Fische nachgefragt werden, stimmen beide Mengen wieder überein.
Wann bewegt sich eine Kurve, wann verschiebt sie sich?
Eine Bewegung auf einer Kurve entsteht, wenn sich nur der Preis des betrachteten Gutes ändert. Dann verändert sich die angebotene oder nachgefragte Menge entlang der vorhandenen Kurve.
Eine Kurvenverschiebung zeigt dagegen, dass sich Angebot oder Nachfrage unabhängig vom Preis verändert haben. Dann gilt bei jedem betrachteten Preis eine andere Menge als zuvor.
Steigen die Einkommen der Haushalte und fragen sie dadurch bei jedem Preis mehr von einem bestimmten Gut nach, verschiebt sich dessen Nachfragekurve nach rechts. Beim alten Preis entsteht zunächst ein Nachfrageüberhang. Der Preis steigt, Anbieter weiten ihre Menge aus und ein neues Gleichgewicht kann entstehen.
Ein Gleichgewicht ist daher kein dauerhafter Endzustand. Verändern sich die Marktbedingungen, können ein neuer Gleichgewichtspreis und eine neue Gleichgewichtsmenge entstehen.
Welche Annahmen und Grenzen hat das Modell?
Damit die Preisbildung übersichtlich wird, nimmt das Marktmodell idealisierte Bedingungen an:
- Viele Anbieter und Nachfrager konkurrieren miteinander; niemand beherrscht den Markt allein.
- Nachfrager wollen günstig kaufen, Anbieter ihren Gewinn erhöhen.
- Alle Beteiligten kennen die verlangten Preise vollständig.
- Die angebotenen Produkte haben die gleiche Qualität.
- Freundschaften, räumliche Nähe und Zeitdruck beeinflussen die Wahl des Handelspartners nicht.
Eine weitere Idealvorstellung ist der homo oeconomicus: ein vollständig informierter Mensch, der stets rational die Alternative mit dem größten eigenen Nutzen auswählt.
Unter solchen Annahmen kann sich der Markt durch Preisänderungen selbst regulieren. Die Vorstellung, dass die Verfolgung eigener Interessen zugleich zum gesellschaftlichen Wohlstand beitragen kann, wird als unsichtbare Hand bezeichnet.
Das Modell ist ein Analysewerkzeug, keine Garantie für faire oder gesellschaftlich optimale Ergebnisse. Reale Märkte können durch Monopole, ungleiche Informationen, unterschiedliche Produktqualität, Einkommensunterschiede sowie vernachlässigten Umwelt- und Klimaschutz geprägt sein. Deshalb werden Marktwirtschaften durch staatliche Rahmenbedingungen und Eingriffe ergänzt.
Das Marktmodell kann erklären, welche Richtung eine Preis- oder Mengenänderung unter seinen Annahmen nimmt. Es bildet die wirtschaftliche Wirklichkeit aber nicht vollständig ab.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Marktmodell
- Marktseiten: Anbieter und Nachfrager
- Preisreaktion: Angebot und Nachfrage verändern sich entgegengesetzt
- Gleichgewicht: angebotene und nachgefragte Menge stimmen überein
- Ungleichgewicht: Angebotsüberschuss oder Nachfrageüberhang
- Veränderung: Bewegung auf der Kurve oder Kurvenverschiebung
- Modellgrenze: idealisierte Annahmen statt vollständiger Realität
Abschluss-Check
Du beherrschst das Marktmodell, wenn du den Preis-Mengen-Mechanismus erklären, eine Kurvenbewegung von einer Kurvenverschiebung unterscheiden und die Aussagekraft des Modells kritisch begrenzen kannst.
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