Produktion verstehen: Ablauf, Faktoren und Ziele
Bei der Produktion werden Materialien, Vorprodukte und weitere Produktionsfaktoren in Güter oder Dienstleistungen umgewandelt. Dazu gehören nicht nur die eigentliche Herstellung, sondern auch Planung, Beschaffung, Kontrolle, Lagerung und Auslieferung.
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Was wird bei der Produktion verwandelt?
Produktion
Produktion ist ein Transformationsprozess: Betriebe kombinieren und verändern Inputs, sodass daraus Outputs entstehen. Inputs sind zum Beispiel Rohstoffe, Bauteile, Arbeitskraft und Maschinen. Outputs sind fertige Güter oder Dienstleistungen.
Produktion findet nicht nur in Fabriken statt. Ein Auto oder ein Kleidungsstück ist ein Sachgut. Auch eine erstellte Webseite oder ein Friseurtermin ist das Ergebnis einer Produktion, obwohl dabei kein dauerhaft greifbarer Gegenstand entstehen muss.
Ein Produktionsergebnis kann später erneut zum Input werden. Ein zugeliefertes Einzelteil ist zunächst der Output eines Betriebs und anschließend ein Input bei der Montage einer Maschine.
Produktion bedeutet nicht einfach „etwas in einer Fabrik bauen“. Entscheidend ist, dass Inputs planmäßig in ein Gut oder eine Dienstleistung umgewandelt werden.
Wie läuft ein Produktionsprozess ab?
Ein Produktionsprozess beginnt nicht erst an einer Maschine. Er verbindet mehrere aufeinander abgestimmte Schritte:
- Der Betrieb ermittelt, welche Leistung und welche Menge benötigt werden.
- Er plant Abläufe, Arbeitskräfte und Produktionsmittel.
- Er beschafft Materialien, Bauteile oder andere notwendige Inputs.
- Er verarbeitet oder montiert die Inputs.
- Er kontrolliert die Qualität anhand festgelegter Anforderungen.
- Er verpackt und lagert fertige Güter, wenn dies erforderlich ist.
- Er liefert das Ergebnis an die Kundschaft aus.
Bei Dienstleistungen können einzelne Schritte anders aussehen. Auch dort müssen jedoch Bedarf, Arbeitsablauf, benötigte Mittel, Qualität und Übergabe geplant werden.
Bei der Herstellung eines Fahrzeugs werden zunächst die benötigte Menge, der Ablauf, die Arbeitskräfte und die Produktionsmittel geplant. Danach werden Bauteile beschafft und an aufeinanderfolgenden Stationen montiert. Während und nach der Fertigung wird geprüft, ob das Fahrzeug die festgelegten Anforderungen erfüllt. Anschließend kann es für die Auslieferung bereitgestellt werden.
Der entscheidende Gedanke: Die Montage ist nur ein Teil des gesamten Produktionsprozesses. Ohne Planung, Beschaffung, Kontrolle und Auslieferung wäre die Leistung nicht vollständig erbracht.
Welche Produktionsfaktoren werden benötigt?
Produktionsfaktoren sind Mittel und Voraussetzungen, die in die Produktion eingehen. Drei zentrale Faktoren sind Arbeit, Boden und Kapital.
- Arbeit umfasst körperliche und geistige Tätigkeiten. Dazu zählen ausführende Aufgaben ebenso wie Planung, Leitung und Kontrolle.
- Boden stellt Standorte, Flächen und natürliche Ressourcen bereit. Er ist knapp und zugleich Lebensraum, weshalb seine wirtschaftliche Nutzung ökologische Folgen haben kann.
- Kapital umfasst finanzielle Mittel und bereitgestellte Produktionsmittel wie Maschinen. Auch Patente können für eine Produktion bedeutsam sein.
Die Faktoren wirken zusammen. Eine Maschine stellt ohne Menschen, Standort, Energie, Material und einen geplanten Ablauf nicht selbstständig ein fertiges Produkt her.
Das passende Verhältnis der Faktoren kann technisch festgelegt sein. In anderen Fällen lassen sich Faktoren teilweise unterschiedlich kombinieren. Ein Betrieb muss dann nicht nur Kosten, sondern auch Qualität, Sicherheit und weitere Ziele beachten.
Wie hängt Produktion mit Handel und Konsum zusammen?
Produktion, Handel und Konsumtion sind voneinander abhängig:
- Die Produktion stellt Güter und Dienstleistungen bereit.
- Der Handel verteilt und verkauft angebotene Güter.
- Bei der Konsumtion verwenden Menschen Güter oder nehmen Dienstleistungen in Anspruch.
Handel kann nur verteilen, was produziert wurde. Umgekehrt ist eine dauerhafte Produktion auf Verteilung und Absatz angewiesen. Das Angebot muss außerdem zu Bedürfnissen der möglichen Kundschaft passen.
Im betrieblichen Kreislauf fließen unterschiedliche Dinge:
- Der Betrieb setzt Geld ein und beschafft Arbeitsleistungen sowie weitere Produktionsmittel.
- Die Inputs werden in Outputs umgewandelt.
- Der Handel bietet die Ergebnisse am Markt an.
- Durch Verkäufe entstehen Erlöse.
Ein Zulieferbetrieb fertigt Einzelteile. Für ihn sind diese Teile Outputs. Ein Maschinenbaubetrieb kauft sie und verwendet sie bei der Montage als Inputs. Nach dem Verkauf der fertigen Maschine erhält der Maschinenbaubetrieb einen Erlös.
Welche Ziele und Produktionsarten gibt es?
Ein Betrieb kann mehrere Produktionsziele gleichzeitig verfolgen:
- Wirtschaftlichkeit: Leistung und Kosten sollen in einem günstigen Verhältnis stehen.
- Qualität: Produkte und Prozesse sollen festgelegte Anforderungen zuverlässig erfüllen.
- Zeit: Herstellung und Auslieferung sollen rechtzeitig erfolgen.
- Ökologie: Ressourcen und Umwelt sollen möglichst geschont werden.
- Soziales: Sichere Arbeitsbedingungen und die Förderung von Beschäftigten werden berücksichtigt.
- Menge: Die eingesetzten Faktoren sollen eine passende Produktionsmenge ermöglichen.
Diese Ziele können sich gegenseitig unterstützen oder in Konflikt geraten. Eine sehr schnelle Produktion darf beispielsweise nicht automatisch zulasten von Qualität oder Sicherheit gehen.
Auch die Organisation der Fertigung kann unterschiedlich aussehen:
- Massenproduktion: Große Mengen eines standardisierten Produkts werden hergestellt.
- Chargenproduktion: Eine Gesamtmenge wird in abgegrenzten Teilmengen produziert, zum Beispiel bei Arzneimitteln.
- Kontinuierliche Produktion: Die Herstellung läuft ohne regelmäßige Unterbrechung als fortlaufender Prozess.
- Fließbandfertigung: Ein Produkt durchläuft nacheinander Stationen mit verschiedenen Aufgaben. Sie ist eine Form der Massenproduktion.
- Projektfertigung: Ein individuelles Erzeugnis entsteht nach einem eigenen Projektplan, etwa ein Kreuzfahrtschiff.
- Schlanke Produktion: Abläufe sollen Verschwendung verringern und effizienter werden.
- Agile Fertigung: Die Produktion soll flexibel auf Veränderungen reagieren.
Eine Produktionsart beschreibt, wie gefertigt wird. Ein Produktionsziel beschreibt, was durch die Gestaltung der Produktion erreicht werden soll.
Wie wirken sich Störungen auf den Ablauf aus?
Produktionsschritte und Unternehmensbereiche sind vernetzt. Eine Störung bleibt deshalb oft nicht auf einen einzelnen Arbeitsplatz begrenzt.
Angenommen, wichtige Bauteile treffen verspätet ein:
- Die Beschaffung kann den geplanten Materialbedarf nicht rechtzeitig decken.
- Die Produktion kann bestimmte Arbeitsschritte nicht wie vorgesehen beginnen.
- Arbeitskräfte und Maschinen stehen möglicherweise nicht passend zum neuen Ablauf bereit.
- Die Auslieferung kann sich verzögern.
- Der Absatz muss die Kundschaft über den veränderten Liefertermin informieren.
- Erlöse können später als geplant eingehen.
So beeinflusst eine Störung Materialfluss, Informationsfluss und Geldfluss. Gute Steuerung bedeutet daher auch, Abweichungen zu erkennen und den weiteren Ablauf neu abzustimmen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Produktion
- verwandelt Inputs in Outputs
- Güter und Dienstleistungen
- nutzt Produktionsfaktoren
- Arbeit, Boden und Kapital
- umfasst mehrere Schritte
- Planung, Beschaffung, Fertigung, Kontrolle und Auslieferung
- ist wirtschaftlich vernetzt
- Handel, Konsum und Erlöse
- folgt verschiedenen Zielen
- Wirtschaftlichkeit, Qualität, Zeit, Ökologie, Soziales und Menge
- lässt sich unterschiedlich organisieren
- Massen-, Chargen-, Fließband- oder Projektfertigung
- verwandelt Inputs in Outputs
Abschluss-Check
Du hast das Thema verstanden, wenn du bei einem neuen Beispiel Inputs, Produktionsschritte, Outputs und beteiligte Produktionsfaktoren bestimmen sowie mögliche Folgen einer Störung begründen kannst.
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