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Erbgang

Erbgang in der Genetik: Definition, Ablauf, Beispiele und wichtige Zusammenhänge einfach erklärt.

Warum sieht ein Merkmal in einer Familie manchmal in jeder Generation auf und manchmal erst nach einer Pause? Genau solche Muster beschreibt ein Erbgang. Er hilft dir, die Weitergabe von Allelen, Genotypen und Phänotypen zu verstehen.

Deine Lernziele
  • Du erklärst, was ein Erbgang ist.
  • Du unterscheidest Genotyp, Phänotyp, Allel, homozygot und heterozygot.
  • Du beschreibst dominant-rezessive, intermediäre und kodominante Erbgänge.
  • Du erkennst den Unterschied zwischen autosomaler und gonosomaler Vererbung.

Was ist ein Erbgang?

Ein Erbgang beschreibt, wie ein Merkmal von Eltern an Nachkommen weitergegeben wird. Besonders gut lässt sich das bei Merkmalen beobachten, die klar unterscheidbare Ausprägungen haben.

Definition

Ein Erbgang ist das Vererbungsmuster eines Merkmals. Er zeigt, wie Allele über Generationen weitergegeben werden und wie daraus ein sichtbarer Phänotyp entstehen kann.

Erbgänge werden oft mit Kreuzungsschemata oder Stammbäumen untersucht. Dabei geht es nicht nur um Aussehen, sondern auch um Merkmale wie Blutgruppen oder genetisch bedingte Krankheiten.

Merke

Ein Erbgang verbindet drei Ebenen: Allele im Genotyp, sichtbarer Phänotyp und Weitergabe über Generationen.

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Grundbegriffe sicher unterscheiden

Bevor du Erbgänge löst, brauchst du die wichtigsten Begriffe. Viele Fehler entstehen, weil Genotyp und Phänotyp verwechselt werden.

Definition

Der Genotyp ist die Allelkombination eines Lebewesens für ein Merkmal. Der Phänotyp ist die beobachtbare Ausprägung dieses Merkmals.

Ein Gen kann in verschiedenen Varianten vorkommen. Diese Varianten nennt man Allele. Hat ein Lebewesen zwei gleiche Allele für ein Merkmal, ist es homozygot. Hat es zwei verschiedene Allele, ist es heterozygot.

Definition

Homozygot bedeutet reinerbig: zwei gleiche Allele. Heterozygot bedeutet mischerbig: zwei verschiedene Allele.

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Dominant-rezessiver Erbgang

Beim dominant-rezessiven Erbgang setzt sich ein Allel im Phänotyp gegenüber dem anderen durch.

Definition

Ein dominantes Allel prägt den Phänotyp schon aus, wenn es nur einmal vorhanden ist. Ein rezessives Allel wird im Phänotyp meist nur sichtbar, wenn es doppelt vorliegt.

Oft schreibt man dominante Allele mit Großbuchstaben und rezessive Allele mit Kleinbuchstaben. Bei A und a haben AA und Aa den dominanten Phänotyp, während aa den rezessiven Phänotyp zeigt.

Beispiel

Angenommen, A steht für ein dominantes Merkmal und a für die rezessive Variante. Ein heterozygotes Lebewesen Aa zeigt den dominanten Phänotyp, trägt aber auch das rezessive Allel.

Merke

Rezessiv heißt nicht "schwach" oder "verschwindet". Das rezessive Allel kann verborgen weitergegeben werden.

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Intermediär und kodominant

Nicht alle Erbgänge laufen dominant-rezessiv. Manchmal sieht man bei heterozygoten Individuen eine Mischform oder beide Merkmale gleichzeitig.

Definition

Bei einem intermediären Erbgang liegt der heterozygote Phänotyp zwischen den beiden homozygoten Phänotypen. Bei Kodominanz sind beide Allele im Phänotyp nebeneinander erkennbar.

Beispiel

Intermediär: Eine rote und eine weiße Blütenvariante können bei heterozygoten Nachkommen rosa Blüten ergeben.

Kodominant: Bei der Blutgruppe AB werden A- und B-Merkmal gleichzeitig ausgeprägt.

Der Unterschied ist wichtig: Intermediär bedeutet Zwischenform. Kodominant bedeutet beide Ausprägungen gleichzeitig, nicht vermischt.

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Autosomal oder gonosomal?

Erbgänge werden auch danach eingeteilt, auf welchem Chromosom ein Gen liegt.

Definition

Autosomal bedeutet: Das Gen liegt auf einem Autosom, also nicht auf einem Geschlechtschromosom. Gonosomal bedeutet: Das Gen liegt auf einem Geschlechtschromosom, zum Beispiel auf dem X- oder Y-Chromosom.

Bei autosomalen Erbgängen spielt das biologische Geschlecht für die Verteilung des Gens meist keine direkte Rolle. Bei gonosomalen Erbgängen kann das Muster je nach Geschlechtschromosomen unterschiedlich aussehen.

Beispiel

Ein X-chromosomal rezessives Merkmal fällt in Stammbäumen oft dadurch auf, dass es bei Personen mit nur einem X-Chromosom häufiger sichtbar wird. Der Grund: Es gibt kein zweites X-Chromosom mit einem möglichen zweiten Allel an derselben Stelle.

Merke

Autosomal fragt: Liegt das Gen auf einem Körperchromosom? Gonosomal fragt: Liegt es auf einem Geschlechtschromosom?

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Stammbäume lesen

In der Stammbaumanalyse geht es darum, aus einem Familienmuster auf einen wahrscheinlichen Erbgang zu schließen.

Beispiel

Wenn ein Merkmal in fast jeder Generation vorkommt und betroffene Personen oft einen betroffenen Elternteil haben, passt das häufig zu einem dominanten Erbgang.

Wenn zwei unauffällige Eltern ein betroffenes Kind haben, passt das häufig zu einem rezessiven Erbgang.

Das sind Hinweise, keine Zauberregeln. Man prüft immer mehrere Möglichkeiten und achtet auf Geschlecht, Generationenfolge und Eltern-Kind-Muster.

Merke

Stammbaumanalyse ist Detektivarbeit: Generationen anschauen, Geschlechter vergleichen, unauffällige Träger mitdenken.

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Typische Aufgabenstrategie

Bei Erbgangaufgaben hilft ein festes Vorgehen. Erst die Begriffe klären, dann kombinieren.

Gut zu wissen

Eine einfache Strategie:

  1. Lege fest, wofür die Buchstaben stehen.
  2. Schreibe die möglichen Genotypen auf.
  3. Ordne jedem Genotyp den Phänotyp zu.
  4. Prüfe, welche Eltern-Genotypen zu den Nachkommen passen.
  5. Bei Stammbäumen: Schaue über mehrere Generationen.
Beispiel

Bei einem dominant-rezessiven Merkmal mit A dominant und a rezessiv kann ein unauffälliger Träger den Genotyp Aa haben, wenn das dominante Merkmal unauffällig ist. Deshalb musst du immer wissen, welches Allel welchen Phänotyp auslöst.

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Abschluss-Check

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Zusammenfassung

Ein Erbgang beschreibt, wie ein Merkmal über Generationen vererbt wird. Wichtige Grundbegriffe sind Allel, Genotyp, Phänotyp, homozygot und heterozygot. Beim dominant-rezessiven Erbgang setzt sich ein dominantes Allel schon in einfacher Ausführung durch, während ein rezessiver Phänotyp meist zwei rezessive Allele braucht. Intermediäre Erbgänge zeigen eine Zwischenform, kodominante Erbgänge beide Ausprägungen gleichzeitig. Autosomale Erbgänge liegen auf Körperchromosomen, gonosomale auf Geschlechtschromosomen. In Stammbäumen deutest du Erbgänge über Generationenfolge, Geschlecht und Eltern-Kind-Muster.