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Mendelsche Regeln

Mendelsche Regeln in der Genetik: Definition, Ablauf, Beispiele und wichtige Zusammenhänge einfach erklärt.

Wenn in einer Familie bestimmte Merkmale immer wieder auftauchen, steckt dahinter kein Zufall allein. Die Mendelschen Regeln helfen dir zu verstehen, wie einzelne Merkmale vererbt werden können. Danach kannst du Kreuzungsschemata lesen, Zahlenverhältnisse deuten und typische Genetikaufgaben sicherer lösen.

Deine Lernziele
  • Ich kann die Grundbegriffe Gen, Allel, Genotyp und Phänotyp erklären.
  • Ich kann die Uniformitätsregel, Spaltungsregel und Unabhängigkeitsregel unterscheiden.
  • Ich kann ein einfaches Kreuzungsschema ausfüllen.
  • Ich kann dominant-rezessive und intermediäre Erbgänge vergleichen.
  • Ich kann prüfen, ob eine Aufgabe wirklich zu den Mendelschen Regeln passt.

Grundbegriffe für Mendel

Bevor du die Regeln benutzt, brauchst du die Sprache der Genetik. Mendel untersuchte Erbsenpflanzen. Er schaute zum Beispiel darauf, ob Samen gelb oder grün waren. Ein solches beobachtbares Kennzeichen nennt man Merkmal.

Definition

Gen und Allel

Ein Gen ist ein Abschnitt der Erbinformation, der an einem Merkmal beteiligt sein kann. Ein Allel ist eine Variante eines Gens, zum Beispiel eine Variante für gelbe oder grüne Samenfarbe.

In Körperzellen diploider Lebewesen liegen die meisten Gene doppelt vor: eines stammt von der Mutterseite, eines von der Vaterseite. Sind beide Allele gleich, nennst du den Organismus homozygot oder reinerbig. Sind sie verschieden, heißt er heterozygot oder mischerbig.

Definition

Genotyp und Phänotyp

Der Genotyp beschreibt die Allelkombination, zum Beispiel GG oder Gg. Der Phänotyp beschreibt, was du am Merkmal beobachten kannst, zum Beispiel gelbe Samen.

Bei einem dominant-rezessiven Erbgang setzt sich ein dominantes Allel im Phänotyp gegen ein rezessives Allel durch. Du schreibst dominante Allele oft groß und rezessive klein.

Beispiel

Für Samenfarbe steht G für gelb und g für grün. GG ist reinerbig gelb. gg ist reinerbig grün. Gg ist mischerbig, sieht aber gelb aus, wenn G dominant ist.

Merke

Genotyp ist die Buchstabenkombination. Phänotyp ist das sichtbare Merkmal.

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Generationen richtig benennen

In Mendelaufgaben werden die Generationen fast immer mit Buchstaben abgekürzt. Das wirkt erst fremd, spart aber viel Schreibarbeit.

Definition

P-, F1- und F2-Generation

Die P-Generation ist die Elterngeneration. Die F1-Generation ist die erste Tochtergeneration. Die F2-Generation entsteht, wenn F1-Individuen untereinander gekreuzt werden.

Beispiel

Wenn du reinerbig gelbe Erbsen mit reinerbig grünen Erbsen kreuzt, sind diese beiden Pflanzen die P-Generation. Ihre direkten Nachkommen heißen F1. Werden zwei F1-Pflanzen miteinander gekreuzt, gehören deren Nachkommen zur F2.

Merke

P sind die Eltern. F1 sind ihre Kinder. F2 sind, vereinfacht gesagt, die Enkelgeneration in der Kreuzungsaufgabe.

Erste Mendelsche Regel: Uniformitätsregel

Die erste Regel beschreibt, was passiert, wenn zwei reinerbige Eltern gekreuzt werden, die sich in einem Merkmal unterscheiden.

Definition

Uniformitätsregel

Kreuzt man zwei reinerbige Eltern, die sich in einem Merkmal unterscheiden, sind alle Nachkommen der F1-Generation in diesem Merkmal genotypisch und phänotypisch gleich.

Das Wort uniform bedeutet einheitlich. Die Nachkommen müssen nicht in allem gleich sein, sondern in dem betrachteten Merkmal.

Beispiel

Eine Pflanze mit gelben Samen hat den Genotyp GG. Eine Pflanze mit grünen Samen hat den Genotyp gg. Die Keimzellen enthalten jeweils nur ein Allel: G oder g. Alle Nachkommen erhalten Gg. Weil G dominant ist, haben alle gelbe Samen.

Kreuzung: GG x gg

Nachkommen: Gg, Gg, Gg, Gg

Genotyp-Verhältnis: 100 Prozent Gg. Phänotyp-Verhältnis: 100 Prozent gelb.

Merke

Reinerbig verschieden plus dominant-rezessiv ergibt in der F1 eine einheitliche Generation.

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Zweite Mendelsche Regel: Spaltungsregel

Die zweite Regel betrachtet die nächste Generation. Dazu kreuzt du zwei mischerbige F1-Individuen miteinander.

Definition

Spaltungsregel

Kreuzt man die mischerbigen F1-Nachkommen untereinander, spalten sich Genotypen und Phänotypen in der F2-Generation in bestimmten Zahlenverhältnissen auf.

Bei einem dominant-rezessiven monohybriden Erbgang lautet das Genotyp-Verhältnis 1 : 2 : 1. Das Phänotyp-Verhältnis lautet 3 : 1.

Beispiel

Kreuzung: Gg x Gg

Mögliche Keimzellen beider Eltern: G und g.

Keimzellen G g
G GG Gg
g Gg gg

Genotypen: 1 GG : 2 Gg : 1 gg. Phänotypen bei dominantem G: 3 gelb : 1 grün.

Gut zu wissen

Das Verhältnis 3 : 1 gilt nur für diesen einfachen Fall: ein betrachtetes Gen, zwei Allele, dominante Vererbung, keine besonderen Einflüsse. In echten Lebewesen können Merkmale auch komplizierter vererbt werden.

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Dritte Mendelsche Regel: Unabhängigkeitsregel

Manchmal werden zwei Merkmale gleichzeitig betrachtet, zum Beispiel Samenfarbe und Samenform. Dann geht es um die Frage, ob die Anlagen unabhängig voneinander verteilt werden.

Definition

Unabhängigkeitsregel

Die Unabhängigkeitsregel besagt: Anlagen für zwei Merkmale können unabhängig voneinander an Nachkommen verteilt und neu kombiniert werden, wenn die Gene auf verschiedenen Chromosomen liegen oder weit genug voneinander entfernt sind.

Diese Regel gilt nicht automatisch für alle Gene. Liegen Gene eng gekoppelt auf demselben Chromosom, werden sie häufig gemeinsam weitergegeben. Dann passt das einfache Mendel-Verhältnis nicht.

Beispiel

Eine reinerbige Erbsenpflanze ist gelb und glatt, ihr Genotyp ist zum Beispiel GGRR. Eine andere reinerbige Pflanze ist grün und runzlig, ihr Genotyp ist ggrr. Wenn die Gene unabhängig verteilt werden, können in der F2 auch neue Kombinationen auftreten, zum Beispiel grün und glatt oder gelb und runzlig. Bei zwei dominant-rezessiven Merkmalen ist das typische Phänotyp-Verhältnis 9 : 3 : 3 : 1.

Merke

Die dritte Regel erklärt Neukombinationen. Sie gilt nur, wenn die betrachteten Gene unabhängig voneinander vererbt werden.

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Intermediärer Erbgang

Nicht jeder Erbgang ist dominant-rezessiv. Bei einem intermediären Erbgang setzt sich kein Allel vollständig durch. Der Phänotyp der Mischerbigen liegt zwischen den beiden reinerbigen Formen.

Definition

Intermediärer Erbgang

Ein intermediärer Erbgang liegt vor, wenn heterozygote Nachkommen eine Mischform zeigen, weil kein Allel vollständig dominant ist.

Beispiel

Rote Blüten werden mit weißen Blüten gekreuzt. Sind beide Eltern reinerbig und liegt ein intermediärer Erbgang vor, haben alle F1-Pflanzen rosa Blüten. Kreuzt man rosa mit rosa, entstehen in der F2 rote, rosa und weiße Blüten im Verhältnis 1 : 2 : 1.

Merke

Beim intermediären Erbgang stimmen Genotyp- und Phänotyp-Verhältnis in der F2 oft überein: 1 : 2 : 1.

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Prüfungsmodus

In Aufgaben musst du zuerst erkennen, welche Regel passt. Frage dich: Werden reinerbige Eltern gekreuzt? Dann geht es oft um die erste Regel. Werden F1-Individuen untereinander gekreuzt? Dann ist die zweite Regel wahrscheinlich. Geht es um zwei Merkmale und neue Kombinationen? Dann prüfst du die dritte Regel.

Beispiel

Aufgabe: Zwei mischerbige Pflanzen mit gelben Samen werden gekreuzt. Ein Teil der Nachkommen hat grüne Samen. Welche Regel passt?

Lösung: Die Eltern sind mischerbig und werden untereinander gekreuzt. Es geht um die F2-Aufspaltung eines Merkmals. Deshalb passt die Spaltungsregel. Bei dominant-rezessiver Vererbung erwartest du ungefähr 3 gelbe zu 1 grüne Pflanze.

Gut zu wissen

Nicht jede Vererbung passt zu den Mendelschen Regeln. Körpergröße wird zum Beispiel von vielen Genen und Umweltfaktoren beeinflusst. Auch Kodominanz ist ein eigener Fall: Bei den Blutgruppen A und B können beide Allele im Phänotyp sichtbar sein. Das ist nicht dasselbe wie intermediär, denn es entsteht keine Mischform zwischen A und B.

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Alles auf einen Blick

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Abschluss-Check

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Zusammenfassung

Die Mendelschen Regeln beschreiben einfache Vererbungsmuster. Die Uniformitätsregel erklärt die einheitliche F1 bei reinerbig verschiedenen Eltern. Die Spaltungsregel erklärt feste Zahlenverhältnisse in der F2, zum Beispiel 1 : 2 : 1 im Genotyp und 3 : 1 im Phänotyp. Die Unabhängigkeitsregel beschreibt die freie Neukombination zweier Merkmale, wenn die Gene unabhängig vererbt werden. Wichtig ist immer, zuerst Genotyp, Phänotyp, Dominanz und die betrachtete Generation sauber zu klären.