Biologie

Mutation einfach erklärt: Arten, Folgen, Vererbung

Mutation einfach erklärt: Arten, Folgen, Vererbung
Mutation einfach erklärt: Arten, Folgen, Vererbung
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Eine Mutation ist eine dauerhafte Veränderung des Erbguts. Sie kann spontan entstehen oder durch äußere Einflüsse ausgelöst werden. Je nach Ort und Art bleibt sie unbemerkt, verändert ein Merkmal oder trägt zu einer Erkrankung bei.

Auf dieser Seite lernst du, Mutationen nach ihrer Ebene zu ordnen, mögliche Folgen abzuleiten und ihre Vererbbarkeit zu beurteilen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was genau ist eine Mutation?

Das Erbgut einer Zelle ist in ihrer DNA gespeichert. Wird die DNA verändert und bleibt diese Veränderung dauerhaft erhalten, liegt eine Mutation vor. Bei einer Zellteilung kann sie an die Tochterzellen weitergegeben werden.

Definition

Mutation

Eine Mutation ist eine dauerhafte Veränderung der genetischen Information einer Zelle oder eines Organismus.

Nicht jede Beschädigung der DNA wird zur Mutation. Reparatursysteme der Zelle beheben viele Schäden und Kopierfehler. Erst wenn eine Veränderung nicht richtig repariert wird und bestehen bleibt, kann daraus eine Mutation werden.

Mutationen entstehen nicht, weil ein Lebewesen eine bestimmte Eigenschaft benötigt. Sie sind in diesem Sinn ungerichtet. Ihre Folgen hängen anschließend davon ab, welcher DNA-Bereich betroffen ist und unter welchen Umweltbedingungen ein Organismus lebt.

Merke

Eine Mutation ist nicht automatisch schädlich. Ihre Wirkung kann unauffällig, neutral, nachteilig oder vorteilhaft sein.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Veränderung ist sicher eine Mutation?
Lösung: Eine dauerhaft erhaltene Veränderung der DNA — Entscheidend ist, dass sich die genetische Information dauerhaft verändert.
Welche drei Mutationsebenen gibt es?

Für die schulische Einordnung fragst du zuerst: Wie viel vom Erbgut ist betroffen?

MutationsartBetroffene EbeneTypisches Beispiel
GenmutationBasenfolge eines GensAustausch, Einfügen oder Verlust von Basen
ChromosomenmutationAufbau eines ChromosomsVerlust oder Umkehrung eines Chromosomenabschnitts
GenommutationZahl der Chromosomen oder ChromosomensätzeTrisomie 21

Genmutation

Eine Genmutation verändert die Basenfolge eines einzelnen Gens. Basen können ausgetauscht, eingefügt oder entfernt werden.

Chromosomenmutation

Eine Chromosomenmutation verändert die Struktur eines Chromosoms. Dabei können größere Abschnitte betroffen sein:

  • Deletion: Ein Abschnitt geht verloren.
  • Duplikation: Ein Abschnitt liegt doppelt vor.
  • Inversion: Ein Abschnitt wird umgekehrt wieder eingesetzt.
  • Insertion: Ein Chromosomenstück wird an anderer Stelle eingefügt.
  • Translokation: Ein Abschnitt wird an eine andere Position verlagert.

Genommutation

Eine Genommutation verändert die Chromosomenzahl. Bei einer Aneuploidie fehlen einzelne Chromosomen oder liegen zusätzlich vor. Bei einer Polyploidie ist ein vollständiger Chromosomensatz vervielfacht.

Beispiel

Bei Trisomie 21 liegt Chromosom 21 dreimal statt zweimal vor. Verändert ist damit die Anzahl eines Chromosoms. Trisomie 21 ist deshalb eine Genommutation und keine Chromosomenmutation.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtEin Abschnitt eines Chromosoms wird umgekehrt wieder eingesetzt. Welche Art liegt vor?
Lösung: Chromosomenmutation — Eine Inversion verändert die Struktur eines Chromosoms.
Frage 2 von 2MittelEine Zelle besitzt drei Kopien von Chromosom 21. Wie ordnest du die Veränderung ein?
Lösung: Genommutation — Eine zusätzliche Kopie eines einzelnen Chromosoms ist eine Aneuploidie und damit eine Genommutation.
Wie kann eine Genmutation ein Protein verändern?

Ein protein-codierendes Gen enthält die Information für die Herstellung eines Proteins. Bei der Proteinbiosynthese werden in der mRNA jeweils drei Basen als Codon gelesen. Ein Codon steht für eine Aminosäure oder für ein Stoppsignal.

Eine Mutation kann deshalb unterschiedliche Folgen haben:

  • Bei einer stummen Mutation ändert sich ein Codon, aber es wird dieselbe Aminosäure eingebaut. Die Aminosäurefolge des Proteins bleibt gleich.
  • Bei einer Missense-Mutation steht das veränderte Codon für eine andere Aminosäure.
  • Bei einer Nonsense-Mutation entsteht ein vorzeitiges Stoppcodon. Das Protein wird verkürzt.
  • Bei einer Rastermutation verschiebt sich die Einteilung in Codons. Das geschieht, wenn Basen eingefügt oder entfernt werden und ihre Anzahl nicht durch drei teilbar ist.
Beispiel

Angenommen, durch einen Basenaustausch verändert sich in der mRNA das Codon GAU zu GUU. Statt Asparaginsäure wird Valin eingebaut. Das ist eine Missense-Mutation.

Ob das Protein dadurch seine Funktion verliert, lässt sich aus dem Austausch allein noch nicht sicher entscheiden. Dafür ist auch wichtig, an welcher Stelle des Proteins die Aminosäure liegt.

Merke

Eine veränderte DNA-Sequenz bedeutet nicht automatisch ein funktionsloses Protein. Entscheidend sind Mutationsart, Ort und Aufgabe des betroffenen Bereichs.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Ein Basenaustausch mit einer anderen Aminosäure ist eine . Ein vorzeitiges Stoppcodon kennzeichnet eine . Werden zwei Basen in einen protein-codierenden Bereich eingefügt, kann sich das verschieben. Werden dort genau drei Basen eingefügt, bleibt die Einteilung der folgenden Basen in Dreiergruppen .

Lösungen: Lücke 1: Missense-Mutation; Lücke 2: Nonsense-Mutation; Lücke 3: Leseraster; Lücke 4: erhalten. Bei Einfügungen oder Verlusten im protein-codierenden Bereich entscheidet die Zahl der Basen: Ist sie nicht durch drei teilbar, verschiebt sich das Leseraster.
Wie entstehen Mutationen und wann sind sie vererbbar?

Spontane und induzierte Mutationen

Spontane Mutationen entstehen ohne einen besonderen äußeren Auslöser. Beim Kopieren der DNA kann zum Beispiel eine falsche Base eingebaut werden. Kontroll- und Reparatursysteme korrigieren viele, aber nicht alle Fehler.

Induzierte Mutationen werden durch Mutagene ausgelöst. Mutagene sind Einflüsse, die Mutationen verursachen können. Dazu gehören beispielsweise UV- und Röntgenstrahlung, bestimmte Chemikalien und einige Viren.

Schutz vor starker UV-Strahlung und der Verzicht auf Tabakrauch können die Belastung durch Mutagene verringern. Spontane Mutationen lassen sich dadurch jedoch nicht vollständig verhindern.

Somatische und Keimbahnmutationen

Für die Vererbung ist entscheidend, in welchem Zelltyp die Mutation liegt:

  • Eine somatische Mutation entsteht in einer Körperzelle. Sie wird bei Teilungen an deren Tochterzellen weitergegeben, gelangt bei geschlechtlicher Fortpflanzung aber nicht an die Kinder.
  • Eine Keimbahnmutation betrifft eine Eizelle, ein Spermium oder eine Vorläuferzelle der Keimbahn. Sie kann nach der Befruchtung an Nachkommen weitergegeben werden.
Beispiel

Eine Mutation in einer Hautzelle kann sich durch Zellteilungen in einem Hautbereich ausbreiten und an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt sein. Sie ist somatisch und wird nicht an Kinder vererbt.

Liegt eine Mutation dagegen in einer Keimzelle und ist diese an einer Befruchtung beteiligt, kann die Veränderung Teil des Erbguts des Kindes werden.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Mutation kann bei geschlechtlicher Fortpflanzung an ein Kind weitergegeben werden?
Lösung: Eine Mutation in einer beteiligten Keimzelle — Für die Vererbung ist der betroffene Zelltyp entscheidend, nicht allein die Ursache der Mutation.
Frage 2 von 2MittelUV-Strahlung verändert die DNA einer Hautzelle dauerhaft. Welche Einordnung passt?
Lösung: induzierte somatische Mutation — Nach der Ursache ist die Mutation induziert; nach dem Zelltyp ist sie somatisch.
Welche Folgen haben Mutationen für Organismus und Evolution?

Eine Mutation kann die Funktion eines Proteins vermindern, ausschalten oder verändern. Sie kann aber auch ohne erkennbare Auswirkung bleiben. Deshalb muss zwischen der Veränderung des Erbguts und ihrer Wirkung unterschieden werden.

  • Neutral: Die Mutation verändert die Fortpflanzungschancen unter den gegebenen Bedingungen nicht wesentlich.
  • Nachteilig: Sie kann eine Funktion beeinträchtigen, eine Erkrankung begünstigen oder die Fortpflanzungschancen senken.
  • Vorteilhaft: Sie kann unter bestimmten Umweltbedingungen einen Vorteil schaffen.

Ein Beispiel ist die Sichelzellmutation: Zwei veränderte Genkopien können zur Sichelzellanämie führen, bei der verändertes Hämoglobin die Form und Funktion roter Blutkörperchen beeinträchtigt. Menschen mit einer veränderten und einer unveränderten Genkopie können in Malariagebieten dagegen einen Schutzvorteil haben. Die Wirkung einer genetischen Variante hängt also auch von der Kombination der Genkopien und von der Umwelt ab.

Mutation als Evolutionsfaktor

Vererbbare Mutationen erzeugen neue Varianten eines Gens, sogenannte Allele. Dadurch nimmt die genetische Vielfalt einer Population zu. Natürliche Selektion kann anschließend dazu führen, dass sich vorteilhafte Varianten häufiger verbreiten.

Gut zu wissen

Mutation erzeugt neue genetische Varianten. Selektion erzeugt sie nicht, sondern wirkt auf bereits vorhandene Unterschiede. Für die Evolution sind vor allem vererbbare Mutationen der Keimbahn bedeutsam.

Der grundlegende Zusammenhang lautet:

vererbbare Mutation → neues Allel → mögliche Veränderung eines Merkmals → unterschiedliche Fortpflanzungschancen → veränderte Häufigkeit des Allels

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWarum kann dieselbe Mutation je nach Umwelt unterschiedlich wirken?
Lösung: Weil der Nutzen oder Nachteil eines Merkmals von den Umweltbedingungen abhängen kann — Ob eine Mutation vorteilhaft, neutral oder nachteilig ist, ergibt sich aus ihrem biologischen und ökologischen Zusammenhang.
Frage 2 von 2SchwerEine vererbbare Mutation verbessert in einer bestimmten Umwelt die Fortpflanzungschancen. Welche Entwicklung ist möglich?
Lösung: Das zugehörige Allel wird über Generationen häufiger — Haben Träger im Durchschnitt mehr fortpflanzungsfähige Nachkommen, kann natürliche Selektion die Häufigkeit des Allels erhöhen.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Mutation
    • Entstehung
      • spontan
      • durch Mutagene induziert
    • betroffene Ebene
      • Genmutation
      • Chromosomenmutation
      • Genommutation
    • Vererbung
      • somatische Mutation
      • Keimbahnmutation
    • Wirkung
      • neutral
      • nachteilig
      • vorteilhaft
    • Evolution
      • neue Allele
      • genetische Vielfalt
      • Grundlage für Selektion

Prüfe bei einer unbekannten Veränderung in dieser Reihenfolge:

  1. Bleibt die genetische Information dauerhaft verändert?
  2. Betrifft sie die Basenfolge eines Gens, die Struktur eines Chromosoms oder die Chromosomenzahl?
  3. Liegt sie in einer Körperzelle oder in der Keimbahn?
  4. Welche Auswirkung ist auf Protein, Merkmal und Fortpflanzungschancen zu erwarten?
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage beschreibt eine Genommutation?
Lösung: Die Anzahl einzelner Chromosomen oder ganzer Chromosomensätze verändert sich. — Bei einer Genommutation ist die Chromosomenzahl betroffen; Trisomie 21 ist ein Beispiel.
Frage 2 von 4MittelIm protein-codierenden Bereich eines Gens werden zwei Basen entfernt. Welche unmittelbare Folge ist zu erwarten?
Lösung: Das Leseraster der folgenden Codons verschiebt sich. — Zwei ist nicht durch drei teilbar. Deshalb werden die folgenden Basen anders zu Codons zusammengefasst.
Frage 3 von 4SchwerEine Mutation entsteht in einer Vorläuferzelle von Spermien und verändert ein Protein nicht erkennbar. Welche Aussage ist richtig?
Lösung: Sie kann vererbbar sein, obwohl ihre Wirkung unauffällig ist. — Vererbbarkeit und Wirkung sind getrennte Einteilungen: Die Keimbahn entscheidet über die mögliche Weitergabe, nicht die sichtbare Wirkung.
Frage 4 von 4SchwerIn einer Population tritt ein neues Allel auf. Wann kann natürliche Selektion seine Häufigkeit erhöhen?
Lösung: Wenn es unter den vorhandenen Bedingungen die Fortpflanzungschancen seiner Träger steigert — Selektion begünstigt ein Allel nur dann, wenn sein Effekt im jeweiligen Zusammenhang zu mehr fortpflanzungsfähigen Nachkommen beiträgt.

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