Reptilien: Merkmale, Lebensweise und Entwicklung
Reptilien sind Wirbeltiere mit Lungen. Typisch sind eine trockene, von Hornschuppen geschützte Haut, innere Befruchtung und eine starke Abhängigkeit der Körpertemperatur von der Umgebung. Viele Arten legen an Land Eier. Ihre Jungen durchlaufen keine Metamorphose wie Kaulquappen.
Auf dieser Seite lernst du, Reptilien sicher zu erkennen und ihre Merkmale als funktionale Angepasstheiten zu erklären.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du ein Reptil?
Reptilien werden auch Kriechtiere genannt. Sie besitzen eine Wirbelsäule und ein knöchernes Skelett. Damit gehören sie zu den Wirbeltieren.
Reptilien
Reptilien sind wechselwarme Wirbeltiere, die ihr ganzes Leben mit Lungen atmen. Ihre meist trockene Körperoberfläche wird durch Hornschuppen oder einen Panzer geschützt.
Typische Reptilien sind Eidechsen, Schlangen, Schildkröten und Krokodile. In der klassischen Einteilung werden vier Gruppen unterschieden:
- Schildkröten
- Krokodile
- Brückenechsen
- Schuppenkriechtiere, zu denen unter anderem Eidechsen und Schlangen gehören
Ein einzelnes Merkmal reicht nicht immer zur Bestimmung. Vier Beine sind zum Beispiel typisch für viele Reptilien, aber nicht für alle: Bei Schlangen sind die Gliedmaßen äußerlich nicht mehr erkennbar. Schildkröten besitzen statt einer gewöhnlichen beschuppten Körperform einen festen Panzer, der mit Teilen ihres Skeletts verbunden ist.
Suche bei der Einordnung nach einer Kombination von Merkmalen. Ein Reptil ist nicht einfach jedes Tier mit Schuppen oder jedes Tier mit vier Beinen.
Wie beeinflusst die Temperatur das Verhalten?
Reptilien sind wechselwarm. Ihre Körpertemperatur hängt stark von der Temperatur ihrer Umgebung ab. Sie erzeugen nicht dauerhaft genug eigene Wärme, um ihre Körpertemperatur unabhängig von außen annähernd gleich zu halten.
Das führt zu einer Wirkungskette:
Außentemperatur → Körpertemperatur → Aktivität
An einem kühlen Morgen bewegen sich viele Reptilien zunächst langsam. Ein sonniger Platz erwärmt ihren Körper. Danach können sie gewöhnlich schneller reagieren, jagen oder fliehen. Bei großer Kälte werden ihre Bewegungen wieder träge.
Eine Eidechse sitzt morgens auf einem besonnten Stein. Das Sonnen ist kein bloßes Ausruhen: Die Wärme der Umgebung erhöht ihre Körpertemperatur. Dadurch kann sie aktiver werden.
„Wechselwarm“ bedeutet nicht, dass ein Reptil seine Temperatur beliebig wechselt. Die Temperatur und Aktivität des Tieres werden wesentlich von der Umgebung beeinflusst.
Wie helfen Haut und Panzer beim Leben an Land?
Die Haut vieler Reptilien ist trocken und mit Hornschuppen bedeckt. Diese Körperbedeckung schützt vor mechanischen Einwirkungen und lässt nur wenig Wasser verdunsten. Das ist für das Leben in trockenen Lebensräumen nützlich.
Hornschuppen wachsen nicht im gleichen Maß wie der übrige Körper. Deshalb stoßen Schlangen und viele Eidechsen ihre alte äußere Haut regelmäßig ab. Diesen Vorgang nennt man Häutung.
Bei Schildkröten übernimmt der feste Panzer eine besondere Schutzfunktion. Er ist mit Teilen des Skeletts verwachsen. Eine Schildkröte kann ihren Panzer daher nicht verlassen.
Angepasstheit
Eine Angepasstheit ist ein Merkmal, das unter den gegenwärtigen Lebensbedingungen eine nützliche Funktion erfüllt. Reptilien haben ihre Hornschuppen nicht absichtlich entwickelt; das Merkmal ist im Verlauf ihrer Stammesgeschichte entstanden.
Eine trockene, wenig wasserdurchlässige Haut verringert den Wasserverlust. Dadurch können viele Reptilien längere Zeit an Land leben, ohne ihre Körperoberfläche ständig feucht halten zu müssen.
Wie atmen und entwickeln sich Reptilien?
Alle Reptilien atmen ihr ganzes Leben mit Lungen. Das gilt auch für Schildkröten und Krokodile, die viel Zeit im Wasser verbringen. Sie können lange tauchen, müssen zum Atmen aber auftauchen.
Die Befruchtung findet bei fast allen Reptilien im Körper des Weibchens statt. Das nennt man innere Befruchtung. Die meisten Arten legen Eier an einem geschützten Ort an Land. Schildkröten und Krokodile besitzen eher harte Eischalen, während die Eier vieler Eidechsen und Schlangen weich und pergamentartig sind. Es gibt auch Arten, die lebende Junge zur Welt bringen.
Junge Reptilien ähneln nach dem Schlüpfen oder der Geburt bereits den erwachsenen Tieren. Sie wachsen noch, durchlaufen aber keinen grundlegenden Gestaltwandel wie eine Kaulquappe auf dem Weg zum Frosch.
Reptilien und Amphibien vergleichen
| Merkmal | Reptilien | Amphibien |
|---|---|---|
| Körperoberfläche | meist trocken, mit Hornschuppen oder Panzer | meist feucht und durchlässiger |
| Atmung | lebenslang mit Lungen | bei vielen Arten Larven mit Kiemen; später unter anderem Lungen- und Hautatmung |
| Fortpflanzung | meist innere Befruchtung und Eiablage an Land | häufig Fortpflanzung im Wasser |
| Entwicklung | keine Metamorphose wie beim Frosch | häufig Metamorphose von der Larve zum erwachsenen Tier |
Ein Tier besitzt eine trockene, beschuppte Haut, atmet mit Lungen und legt an Land Eier. Die Jungtiere sehen den Erwachsenen bereits ähnlich. Die Kombination spricht für ein Reptil.
Ein Tier schlüpft dagegen als wasserlebende Larve mit Kiemen und verändert später seine Körperform grundlegend. Diese Metamorphose spricht für ein Amphibium.
Wie überstehen Reptilien den Winter?
Kälte stellt wechselwarme und frostempfindliche Tiere vor ein Problem. Sinkt die Umgebungstemperatur, sinken Körpertemperatur und Aktivität. Reptilien suchen deshalb weitgehend frostfreie Winterquartiere auf, senken ihren Energieumsatz und leben von zuvor aufgebauten Reserven.
Geeignete Quartiere können im Boden, in Felsspalten, Höhlen, Baumstrünken sowie unter Laub-, Stein-, Holz- oder Komposthaufen liegen. Entscheidend ist vor allem der Schutz vor Frost.
Im Quartier sind die Körperfunktionen stark reduziert. Die Tiere fressen normalerweise nicht, weil ihre Verdauung bei den niedrigen Temperaturen nicht ausreichend arbeitet. Stattdessen werden Fettreserven langsam abgebaut.
Die Tiere sind dabei träge, aber nicht im wörtlichen Sinn unbeweglich „erstarrt“. Schon bei wenigen Grad über dem Gefrierpunkt können sie sich bewegen und Reize wahrnehmen. An milden, sonnigen Wintertagen verlassen manche Arten kurzzeitig ihr Quartier.
Eine Eidechse findet im Herbst eine frostgeschützte Bodenspalte. Dort sinken Aktivität und Energieverbrauch. Weil sie nicht frisst, nutzt sie langsam ihre Fettreserven. Diese drei Bedingungen wirken zusammen: geschütztes Quartier, geringer Energiebedarf und gespeicherte Reserven.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Reptilien
- Einordnung
- Wirbeltiere mit knöchernem Skelett
- Schildkröten, Krokodile, Brückenechsen und Schuppenkriechtiere
- Körper
- trockene Hornschuppen oder Panzer
- Lungenatmung
- Temperatur
- wechselwarm
- Sonnen erhöht die Aktivität
- Kälte senkt die Aktivität
- Fortpflanzung
- meist innere Befruchtung
- meist Eier an Land
- keine Metamorphose wie beim Frosch
- Angepasstheiten an Land
- geringer Wasserverlust
- geschützte Entwicklung der Jungen
- Winter
- frostfreies Quartier
- verringerter Energieverbrauch
- Nutzung von Fettreserven
- Einordnung
Abschluss-Check
Du kannst Reptilien nun nicht nur an typischen Merkmalen erkennen. Du kannst auch erklären, warum Hornschuppen, Lungenatmung, Entwicklung ohne Metamorphose und temperaturabhängiges Verhalten zu ihrer Lebensweise passen.
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