Sukzession: Arten, Stadien und Beispiele
Sukzession ist die schrittweise Veränderung der Lebensgemeinschaft an einem Standort. Nach einer Störung oder auf einer neuen Fläche folgen unterschiedliche Gemeinschaften aufeinander. Dabei verändern Lebewesen ihre Umwelt – und schaffen so Bedingungen, unter denen später andere Arten leben können.
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Was Sukzession bedeutet
Ein Waldbrand, ein Sturm oder ein Vulkanausbruch verändert einen Lebensraum stark. Die danach sichtbare Entwicklung ist keine bloße Rückkehr einzelner Arten. Die gesamte Lebensgemeinschaft verändert sich über längere Zeit.
Sukzession
Sukzession ist die typische zeitliche Abfolge von Lebensgemeinschaften an einem Standort. Sie beginnt auf einer neuen Fläche oder nach einer Störung und verläuft unter den jeweils herrschenden Umweltbedingungen.
Zur Lebensgemeinschaft gehören alle Populationen verschiedener Arten, die am Standort miteinander leben. Dazu zählen Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen. Licht, Wasser, Temperatur und Boden sind dagegen abiotische Faktoren, also Einflüsse der unbelebten Umwelt.
Sukzession entsteht durch ein Zusammenspiel:
- Arten besiedeln einen Standort.
- Die Organismen verändern den Standort, etwa durch Beschattung oder den Aufbau von Biomasse.
- Dadurch entstehen neue Lebensbedingungen.
- Weitere Arten können hinzukommen, während andere verdrängt werden oder verschwinden.
Sukzession bedeutet nicht nur „Es wachsen immer mehr Arten“. Entscheidend ist, dass sich die Artenzusammensetzung im Laufe der Zeit verändert.
Primär- und Sekundärsukzession unterscheiden
Für die Einordnung musst du zuerst fragen: Was ist nach dem auslösenden Ereignis noch vorhanden?
Primärsukzession
Eine Primärsukzession ist die Erstbesiedlung eines neu entstandenen oder zuvor unbelebten Standorts. Eine frühere Lebensgemeinschaft und ein entwickelter Boden fehlen.
Ein frisches Lavafeld oder eine nach einem Gletscherrückzug freigelegte Fläche sind typische Beispiele. Die ersten Organismen müssen mit sehr schwierigen Bedingungen zurechtkommen.
Sekundärsukzession
Eine Sekundärsukzession ist die Wiederbesiedlung eines gestörten Standorts, an dem Boden, Organismen oder andere biologische Reste erhalten geblieben sind.
Nach einem Waldbrand, Sturmwurf oder Kahlschlag ist meist noch Boden vorhanden. Samen, Wurzeln, Mikroorganismen oder überlebende Tiere können den Neubeginn beschleunigen.
Frisches Lavafeld: Es gibt keine frühere Lebensgemeinschaft und keinen entwickelten Boden. Das ist Primärsukzession.
Sturmwurf im Wald: Bäume wurden umgeworfen, doch Boden und zahlreiche Organismen sind noch vorhanden. Das ist Sekundärsukzession.
Wie die Stadien aufeinander folgen
Das verbreitete Grundmodell unterscheidet drei Stadien. Manche Darstellungen teilen die Folgestadien weiter auf oder ergänzen eine Zerfallphase. Die Übergänge sind in der Natur nicht scharf.
Initialstadium
Am Anfang besiedeln Pionierarten die Fläche. Das sind robuste Arten, die mit ungünstigen Bedingungen zurechtkommen. Je nach Standort können dazu Mikroorganismen, Pilze, Moose, Flechten, Gräser oder Farne gehören.
Typisch sind geringe Biomasse, wenige Arten und einfache Nahrungsbeziehungen. Pionierarten verändern den Standort: Abgestorbenes Material trägt zum Bodenaufbau bei, Pflanzen halten Feuchtigkeit zurück und die Vegetation beeinflusst Licht und Nährstoffe.
Folgestadien
Weitere Pflanzen und Tiere siedeln sich an. Biomasse, Artenvielfalt, Konkurrenz und Vernetzung nehmen häufig zu. Höher wachsende Pflanzen beschatten kleinere Arten. Deshalb können frühe Besiedler wieder verschwinden, obwohl sie den Weg für spätere Arten mitbereitet haben.
Ein zusätzlich genanntes Übergangsstadium ist keine grundsätzlich andere Entwicklung. Es kann als genauer unterteiltes Folgestadium verstanden werden.
Klimaxstadium
Unter annähernd gleichbleibenden äußeren Bedingungen entsteht eine relativ stabile, stark vernetzte Lebensgemeinschaft. Sie heißt Klimaxgesellschaft. Aufbau, Tod und Zersetzung laufen weiterhin ab; nur die Zusammensetzung des Gesamtsystems verändert sich vergleichsweise wenig.
Die Stadien sind ein vereinfachtes Modell. Sie helfen beim Ordnen einer Entwicklung, sind aber keine starren Schubladen mit festen Zeitgrenzen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Robuste erste Besiedler heißen . Sie prägen das . Wenn weitere Arten hinzukommen und die Konkurrenz zunimmt, befinden wir uns in den . Eine relativ stabile spätere Gemeinschaft wird dem zugeordnet.
Wie sich ein Wald nach einer Störung entwickelt
Nach einem Brand oder Kahlschlag läuft meist eine Sekundärsukzession ab, weil Boden und biologische Reste erhalten sind. Die genaue Dauer und Artenfolge hängen vom Standort ab.
Eine mögliche Waldentwicklung verläuft so:
- Gräser, Moose, Farne und Kräuter besiedeln die offene Fläche.
- Sträucher wie Brombeeren oder Holunder wachsen höher und verstärken die Konkurrenz um Licht.
- Erste Bäume wie Birken und Kiefern bilden einen Pionierwald.
- Das Kronendach schließt sich. Am Boden wird es dunkler, sodass lichtbedürftige Kräuter zurückgehen.
- Später können große Baumarten wie Buchen oder Eichen die Waldgemeinschaft prägen.
Der entscheidende Zusammenhang lautet: Mehr und höhere Vegetation verändert das Lichtangebot. Dadurch verschieben sich die Vorteile zwischen den Arten.
Die genannten Baumarten und Zeiträume sind Beispiele, keine überall gültige Vorschrift. Klima, Wasser, Boden, verbliebene Organismen und weitere Störungen beeinflussen den Verlauf.
Warum ein reifes Ökosystem nicht stillsteht
Ein Klimaxstadium wird manchmal wie ein unveränderliches Endziel dargestellt. Das ist zu einfach. Organismen werden geboren, wachsen und sterben. Stoffe werden fortlaufend aufgebaut und wieder abgebaut.
Fließgleichgewicht
Ein Fließgleichgewicht ist ein dynamischer Zustand, in dem fortlaufende Aufbau- und Abbauprozesse einander ungefähr ausgleichen. Gleichgewicht bedeutet hier nicht Stillstand.
Wenn in einem Wald ein alter Baum umfällt, entsteht eine Lichtung. Dort gibt es plötzlich mehr Licht. Gräser, Farne oder Sträucher können sich ausbreiten, bevor wieder größere Bäume wachsen.
Mosaik-Zyklus-Konzept
Das Mosaik-Zyklus-Konzept beschreibt ein Ökosystem als Mosaik aus Teilflächen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Lokale Störungen setzen die Sukzession auf einzelnen Flächen erneut in Gang.
Ein Wald kann deshalb als Gesamtsystem relativ stabil sein, obwohl sich seine Teilflächen ständig verändern.
Sukzession auf einen See übertragen
Auch ein See kann sich über lange Zeit verändern. Sedimente und abgestorbenes organisches Material lagern sich ab. Dadurch wird das Becken flacher, und Pflanzen können weitere Bereiche besiedeln.
Eine mögliche Abfolge ist:
- Material sammelt sich im See und verringert allmählich die Wassertiefe.
- Wasser- und Uferpflanzen breiten sich aus.
- Abgestorbene Pflanzen liefern weiteres organisches Material.
- Es können Sumpf- oder Moorbereiche entstehen.
- Auf dem ehemaligen Seegebiet kann sich später ein terrestrisches Ökosystem wie ein Wald entwickeln.
Dieser Verlauf heißt Verlandung. Er ist ein möglicher Sukzessionsweg, aber kein überall identischer Zeitplan.
Du beobachtest an einem See über einen langen Zeitraum, dass sich Schilf vom Ufer aus ausbreitet und offene Wasserflächen kleiner werden. Gleichzeitig lagern sich Pflanzenreste ab.
Deutung: Die Beobachtungen passen zu einer Verlandung. Pflanzenbewuchs und Materialablagerung verändern den Lebensraum, sodass neue Gemeinschaften entstehen können.
Eine Sukzession führt nicht zwangsläufig immer zu einer komplexeren Gemeinschaft. Nach sehr starken Beeinträchtigungen kann eine zuvor stark entwickelte Gemeinschaft auch durch eine einfacher strukturierte ersetzt werden. Dieser umgekehrte Verlauf wird regressive Sukzession genannt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Sukzession
- Ausgangslage
- neue unbelebte Fläche: Primärsukzession
- gestörter Standort mit Resten: Sekundärsukzession
- Grundverlauf
- Initialstadium mit Pionierarten
- Folgestadien mit wachsender Konkurrenz
- relativ stabiles Klimaxstadium
- Ursachen der Veränderung
- Licht, Wasser, Boden und Nährstoffe
- Beschattung, Biomasseaufbau und Konkurrenz
- Feuer, Sturm und menschliche Eingriffe
- Dynamik
- Fließgleichgewicht statt Stillstand
- lokale Neuanfänge im Waldmosaik
- Beispiele
- Waldentwicklung nach Brand oder Kahlschlag
- Verlandung eines Sees
- Ausgangslage
Abschluss-Check
Du kannst eine Sukzession nun mit drei Leitfragen untersuchen: Was war am Anfang vorhanden? Welche Umweltbedingungen verändern sich? Warum profitieren dadurch andere Arten?
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