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Population

Population in der Ökologie: Bedeutung, Beispiele, Wechselwirkungen und typische Aufgaben verständlich erklärt.

Wenn du auf einer Wiese viele Marienkäfer siehst, geht es in der Biologie nicht nur um einzelne Tiere. Spannend ist auch, wie viele dort leben, ob sie sich vermehren und warum ihre Zahl wieder kleiner werden kann. Nach dieser Seite kannst du erklären, was eine Population ist, wie man ihre Größe beschreibt und wie sich Populationen verändern.

Deine Lernziele
  • Ich kann den Begriff Population in der Biologie erklären.
  • Ich kann Population, Art, Lebensraum und Bestand voneinander unterscheiden.
  • Ich kann Populationsgröße und Populationsdichte berechnen und deuten.
  • Ich kann erklären, wodurch eine Population wächst oder schrumpft.
  • Ich kann ökologische und genetische Sichtweisen auf Populationen vergleichen.
  • Ich kann typische Prüfungsaufgaben zu Populationen begründet lösen.

Was eine Population ist

Stell dir einen Teich vor. Darin leben Wasserflöhe, Frösche, Algen und viele Bakterien. Eine Population meint aber nicht einfach alles Lebendige dort, sondern eine genau abgegrenzte Gruppe.

Definition

Population

Eine Population ist eine Gruppe von Individuen derselben Art, die zur gleichen Zeit in einem bestimmten Gebiet lebt. Ökologisch zählt diese räumliche und zeitliche Abgrenzung; genetisch fragt man zusätzlich, ob die Individuen Gene austauschen können.

Die drei wichtigen Bausteine sind also: gleiche Art, gleicher Ort, gleiche Zeit. Fehlt einer davon, ist es meistens keine gemeinsame Population. Alle Rotfüchse in einem Wald können eine Population sein. Rotfüchse in zwei weit entfernten Wäldern gehören zur selben Art, aber nicht automatisch zur selben Population. Auch Organismen ohne geschlechtliche Fortpflanzung, zum Beispiel viele Bakterien, können ökologisch als Population untersucht werden, wenn sie zur gleichen Art oder Formengruppe im gleichen Bereich vorkommen.

Beispiel

Beispiel: Rehe am Waldrand

In einem Waldgebiet leben im Frühling 32 Rehe. Sie gehören alle zur Art Reh, nutzen denselben Lebensraum und können sich dort begegnen.

Darum kannst du sagen: Die 32 Rehe bilden eine Population.

Die Wildschweine im selben Wald gehören nicht dazu, weil sie eine andere Art sind. Rehe in einem 200 km entfernten Wald gehören auch nicht automatisch dazu, weil sie nicht im selben Gebiet leben.

Merke

Population = eine Art + ein Gebiet + ein Zeitpunkt.

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Population, Art, Lebensraum und Bestand unterscheiden

Viele Begriffe klingen ähnlich, meinen aber verschiedene Blickwinkel. Eine Art umfasst alle Individuen, die biologisch zusammengehören. Eine Population ist kleiner gedacht: Sie nimmt aus der Art eine räumlich und zeitlich abgegrenzte Gruppe heraus.

Definition

Art

Eine Art ist eine Gruppe von Lebewesen mit gemeinsamen Merkmalen und gemeinsamer Abstammung. Bei vielen Tieren und Pflanzen gilt zusätzlich: Individuen derselben Art können miteinander fruchtbare Nachkommen bekommen.

Ein Lebensraum ist der Ort mit seinen Bedingungen, zum Beispiel Wald, See, Hecke oder Wattenmeer. Dort können viele Arten leben. Ein Bestand meint im Alltag oft die gezählte Menge einer Art in einem Gebiet. In Schulaufgaben wird Bestand häufig fast wie Populationsgröße verwendet. Population ist aber der genauere biologische Begriff, weil er auch Beziehungen innerhalb der Gruppe mitdenkt.

Beispiel

Vier Aussagen sauber sortiert

  1. "Die Amsel ist in Europa verbreitet." Das beschreibt eher die Art und ihre Verbreitung.
  2. "Im Schulgarten leben 14 Amseln." Das kann eine lokale Population oder ein Bestand sein.
  3. "Der Schulgarten hat Hecken, Rasen und Bäume." Das beschreibt den Lebensraum.
  4. "Amseln, Regenwürmer, Bakterien und Pflanzen kommen dort gemeinsam vor." Das beschreibt eine Lebensgemeinschaft.
Gut zu wissen

In der Biologie hängt die genaue Abgrenzung von der Frage ab. Für Ökologie reicht oft: gleiche Art, gleicher Ort, gleiche Zeit. Für Genetik fragt man zusätzlich, ob die Individuen sich tatsächlich miteinander fortpflanzen und Gene austauschen.

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Populationsgröße und Populationsdichte

Wenn Biologinnen und Biologen eine Population untersuchen, zählen sie nicht nur "viele" oder "wenige". Sie verwenden messbare Größen.

Definition

Populationsgröße

Die Populationsgröße ist die Anzahl der Individuen einer Population. Oft wird sie mit \(N\) abgekürzt.

Definition

Populationsdichte

Die Populationsdichte gibt an, wie viele Individuen auf eine Fläche oder in einem Raum vorkommen, zum Beispiel Tiere pro Hektar oder Bakterien pro Milliliter.

Die Dichte ist nützlich, weil dieselbe Populationsgröße je nach Gebiet ganz anders wirkt. 100 Kaninchen auf einer riesigen Insel sind etwas anderes als 100 Kaninchen auf einem kleinen Sportplatz.

Beispiel

Dichte berechnen

Auf einer Wiese von 30 Hektar werden 120 Feldhasen gezählt.

Formel:

$$ \text{Populationsdichte} = \frac{\text{Individuenzahl}}{\text{Fläche}} $$

Einsetzen:

$$ \frac{120}{30} = 4 $$

Die Populationsdichte beträgt 4 Feldhasen pro Hektar.

Deutung: Im Durchschnitt leben auf jedem Hektar 4 Feldhasen. Das heißt nicht, dass die Tiere gleichmäßig verteilt stehen. Sie können sich an guten Futterstellen häufen.

Merke

Die Populationsgröße zählt Individuen. Die Populationsdichte setzt diese Zahl in Beziehung zur Fläche oder zum Raum.

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Wie Populationen wachsen oder schrumpfen

Eine Population ist kein festes Ding wie ein Stein. Sie verändert sich, weil Individuen geboren werden, sterben, zuwandern oder abwandern.

Definition

Populationsdynamik

Populationsdynamik beschreibt, wie und warum sich die Größe einer Population im Laufe der Zeit verändert.

Für eine einfache Bilanz kannst du so denken:

$$ N_{neu} = N_{alt} + \text{Geburten} + \text{Zuwanderung} - \text{Todesfälle} - \text{Abwanderung} $$

Diese Gleichung ist kein Naturgesetz für jedes Detail. Sie ist ein Rechenmodell, das dir die wichtigsten Richtungen zeigt.

Beispiel

Bestandsänderung berechnen

Eine kleine Käferpopulation hat am Anfang 50 Tiere. In einem Monat kommen 18 Jungkäfer dazu. 7 Käfer wandern aus einer Nachbarwiese ein. 12 Käfer sterben. 5 Käfer wandern ab.

Rechnung:

$$ 50 + 18 + 7 - 12 - 5 = 58 $$

Am Monatsende umfasst die Population 58 Käfer.

Zusatzdeutung: Die Population ist um 8 Tiere gewachsen. Bezogen auf den Anfang sind das \(8\) von \(50\), also \(16\%\) Wachstum.

Die Werte einer Population können in einer Untersuchung als Diagramm dargestellt werden. Im Beispiel unten steigt der Bestand erst an und fällt danach wieder. Das passt zu einer Population, bei der günstige Bedingungen zeitweise von begrenzenden Faktoren abgelöst werden.

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Gut zu wissen

In echten Ökosystemen wachsen Populationen selten unbegrenzt. Nahrung, Platz, Fressfeinde, Krankheiten, Wetter und Konkurrenz können das Wachstum bremsen.

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Begrenzende Faktoren und Wechselwirkungen

Warum gibt es in einem Wald nicht unendlich viele Rehe? Weil jede Population von ihrer Umwelt abhängt. Die Umwelt bietet Ressourcen, setzt aber auch Grenzen.

Definition

Begrenzender Faktor

Ein begrenzender Faktor ist eine Umweltbedingung, die das Wachstum oder Überleben einer Population einschränkt. Das kann zum Beispiel Nahrung, Platz, Wasser, Temperatur, Licht, Konkurrenz oder ein Fressfeind sein.

Manche Faktoren wirken stärker, wenn die Population dichter wird. Dann teilen sich mehr Individuen dieselben Ressourcen. Andere Faktoren treffen eine Population eher unabhängig von ihrer Dichte, zum Beispiel ein starker Frost oder eine Überschwemmung.

Definition

Dichteabhängiger Faktor

Ein dichteabhängiger Faktor wirkt stärker, wenn viele Individuen auf engem Raum leben. Typische Beispiele sind Konkurrenz um Nahrung, schnelle Ausbreitung von Krankheiten oder mehr Stress durch Platzmangel.

Definition

Dichteunabhängiger Faktor

Ein dichteunabhängiger Faktor hängt nicht direkt davon ab, wie dicht die Population ist. Frost, Dürre, Feuer oder Überschwemmungen können kleine und große Populationen treffen.

Definition

Umweltkapazität

Die Umweltkapazität ist die ungefähr größte Populationsgröße, die ein Lebensraum über längere Zeit tragen kann. Sie wird oft mit \(K\) bezeichnet.

Beispiel

Rehe und Nahrung

In einem milden Winter finden Rehe genug Knospen und junge Triebe. Viele überleben, und im Frühjahr können mehr Kitze geboren werden.

In einem langen, schneereichen Winter wird Nahrung knapp. Schwache Tiere sterben eher, und manche Weibchen bekommen weniger Nachwuchs.

Die Populationsgröße hängt also nicht nur von der Fortpflanzung ab, sondern auch davon, wie gut der Lebensraum die Tiere versorgt.

Merke

Eine Population verändert sich immer im Zusammenspiel mit ihrem Lebensraum und anderen Lebewesen.

Wenn eine Population unter sehr günstigen Bedingungen zunächst schnell wächst, nennt man das exponentielles Wachstum. Dabei wird der Zuwachs immer größer, weil immer mehr Individuen Nachwuchs bekommen können. In der Natur folgt darauf oft logistisches Wachstum: Das Wachstum wird langsamer, weil Nahrung, Platz oder andere Faktoren begrenzen. Die Kurve nähert sich dann der Umweltkapazität.

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Genetische Sicht: Genpool, Genfluss und Metapopulation

In der Ökologie fragst du oft: Wie viele Individuen leben wo, und wovon hängt ihre Zahl ab? In der Genetik kommt eine weitere Frage dazu: Tauschen die Individuen Gene aus?

Definition

Genpool

Der Genpool ist die Gesamtheit aller Genvarianten, die in einer Population vorkommen. Genvarianten werden auch Allele genannt.

Wenn sich Individuen einer Population fortpflanzen, werden Gene neu kombiniert. Dadurch gehört eine Population nicht nur räumlich zusammen, sondern auch genetisch. Wandern einzelne Tiere zwischen Gruppen und pflanzen sich dort fort, nennt man den Austausch von Genen Genfluss.

Definition

Metapopulation

Eine Metapopulation besteht aus mehreren räumlich getrennten Teilpopulationen derselben Art, zwischen denen gelegentlich Individuen wandern und sich fortpflanzen.

Metapopulationen sind wichtig im Naturschutz. Eine kleine Teilpopulation kann aussterben. Wenn aber andere Teilpopulationen in der Nähe überleben, können Tiere oder Samen das Gebiet später wieder besiedeln. Dafür brauchen sie Verbindungen, zum Beispiel Hecken, Bachläufe oder Wanderkorridore.

Beispiel

Amphibien in mehreren Teichen

In einer Landschaft gibt es fünf Teiche mit Laubfröschen. Zwischen den Teichen liegen Wiesen und Hecken. Die meisten Frösche bleiben an ihrem Teich. Einige junge Frösche wandern aber in andere Teiche und pflanzen sich dort später fort.

Jeder Teich kann eine lokale Population haben. Zusammen können die Teiche eine Metapopulation bilden, weil gelegentlich Austausch stattfindet.

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Prüfungsmodus

In Aufgaben geht es selten nur darum, eine Definition auswendig zu können. Du sollst meist entscheiden, welche Gruppe eine Population ist, Daten deuten oder eine Veränderung begründen.

Beispiel

Fehler finden

Behauptung: "Alle Vögel in einem Park bilden eine Population."

Fehler: Im Park leben wahrscheinlich mehrere Vogelarten, zum Beispiel Amseln, Meisen und Krähen. Eine Population bezieht sich aber auf eine Art.

Bessere Formulierung: "Alle Amseln in diesem Park zu einem bestimmten Zeitpunkt können als Population betrachtet werden."

Beispiel

Daten deuten

In einem Naturschutzgebiet sinkt die Zahl einer Schmetterlingspopulation von Jahr zu Jahr. Gleichzeitig verschwinden viele Blütenpflanzen, auf denen die Raupen fressen.

Begründete Deutung: Die fehlenden Futterpflanzen können ein begrenzender Faktor sein. Dadurch überleben weniger Raupen, und später gibt es weniger erwachsene Schmetterlinge.

Vorsicht: Aus den Daten allein weißt du noch nicht sicher, ob nur dieser Faktor verantwortlich ist. Wetter, Parasiten oder Pestizide könnten ebenfalls mitwirken.

Merke

In Prüfungen zählt die Begründung: Nenne Art, Gebiet, Zeitpunkt und den biologischen Zusammenhang.

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Alles auf einen Blick

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Abschluss-Check

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Zusammenfassung

Eine Population ist eine Gruppe von Individuen derselben Art, die zur gleichen Zeit in einem bestimmten Gebiet lebt. Sie ist kleiner und genauer abgegrenzt als die Art insgesamt. Ein Bestand meint oft die gezählte oder geschätzte Menge dieser Art in einem Gebiet; Population ist der biologische Begriff für die abgegrenzte Gruppe.

Mit Populationsgröße und Populationsdichte kannst du Populationen beschreiben und vergleichen. Durch Geburten und Zuwanderung wird eine Population größer, durch Todesfälle und Abwanderung kleiner. Exponentielles Wachstum beschreibt eine schnelle Zunahme unter günstigen Bedingungen; logistisches Wachstum nähert sich einer Umweltkapazität.

Begrenzende Faktoren wie Nahrung, Platz, Wetter, Konkurrenz oder Fressfeinde erklären, warum Populationen nicht unbegrenzt wachsen. Aus genetischer Sicht ist außerdem wichtig, ob Individuen Gene austauschen. Deshalb spielen Genpool, Genfluss und Metapopulationen besonders in Evolution und Naturschutz eine Rolle.