Umweltfaktoren: biotisch und abiotisch erklärt
Umweltfaktoren sind Einflüsse der Umwelt auf Lebewesen. Sie können Wachstum, Entwicklung, Verhalten, Verbreitung und Überleben fördern oder beeinträchtigen. Entscheidend ist die Unterscheidung: Abiotische Faktoren stammen aus der unbelebten Umwelt, biotische Faktoren aus der belebten Umwelt.
Auf dieser Seite lernst du, Umweltfaktoren zuzuordnen und ihre gemeinsame Wirkung in einem Ökosystem zu erklären.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du einen Umweltfaktor?
Ein See wird nicht nur durch die Lebewesen geprägt, die du dort siehst. Auch Temperatur, Licht, Sauerstoffgehalt und Salzgehalt beeinflussen, welche Arten vorkommen und wie sie leben können.
Umweltfaktor
Ein Umweltfaktor ist ein Einfluss der lebenden oder unbelebten Umwelt, der auf ein Lebewesen wirkt. Die Bezeichnungen ökologischer Faktor und Ökofaktor bedeuten dasselbe.
Umweltfaktoren können direkt oder indirekt wirken. Temperatur kann zum Beispiel unmittelbar die Aktivität eines Tieres beeinflussen. Sie kann zugleich den Sauerstoffgehalt eines Gewässers verändern und dadurch indirekt auf Wasserorganismen wirken.
Frage bei der Einteilung nach dem Ursprung des Einflusses: Stammt er aus der unbelebten Natur oder geht er von einem Lebewesen aus?
Welche Faktoren sind abiotisch?
Abiotisch bedeutet „unbelebt“. Abiotische Umweltfaktoren sind physikalische oder chemische Bedingungen der unbelebten Umwelt.
Abiotischer Umweltfaktor
Ein abiotischer Umweltfaktor stammt aus der unbelebten Natur. Beispiele sind Licht, Wasser, Temperatur, Wind, Luftfeuchtigkeit, pH-Wert, Sauerstoffgehalt und Bodenbeschaffenheit.
An Land sind häufig Licht, Wasser, Temperatur, Wind und Bodeneigenschaften wichtig. In Gewässern spielen unter anderem Temperatur, Sauerstoffgehalt, Salzgehalt, Strömung und pH-Wert eine Rolle.
Licht, Temperatur und Wasser
Pflanzen benötigen Licht für die Fotosynthese. Der Wechsel von Licht und Dunkelheit beeinflusst außerdem die Aktivitätszeiten vieler Tiere.
Temperatur wirkt bei Pflanzen auf Keimung, Wachstum, Atmung und Transpiration. Bei Tieren kann sie Aktivität, Verhalten und Entwicklung verändern. Wasser ist Bestandteil von Zellen und Lebensräumen; auch Bodenfeuchtigkeit und Luftfeuchtigkeit beeinflussen Organismen.
Ein Lurch besitzt eine nackte, feuchte Haut. Deshalb ist er auf Lebensräume mit ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit angewiesen. Die Luftfeuchtigkeit ist hier der abiotische Faktor. Seine Hautbeschaffenheit erklärt, warum dieser Faktor für das Tier wichtig ist.
Abiotisch bedeutet nicht unveränderbar
Menschen und andere Lebewesen können abiotische Bedingungen verändern. Abwasser kann beispielsweise den pH-Wert eines Sees beeinflussen. Der pH-Wert bleibt trotzdem ein abiotischer Faktor, denn er beschreibt eine chemische Eigenschaft der unbelebten Umwelt.
Welche Faktoren sind biotisch?
Biotisch bedeutet „belebt“. Ein biotischer Faktor geht von einem Lebewesen derselben oder einer anderen Art aus.
Biotischer Umweltfaktor
Ein biotischer Umweltfaktor entsteht durch Lebewesen oder durch ihre Wechselwirkungen. Dazu gehören Konkurrenz, Räuber-Beute-Beziehungen, Parasitismus und Symbiose.
Konkurrenz
Konkurrenz entsteht, wenn Organismen dieselben begrenzten Ressourcen nutzen. Sie können beispielsweise um Nahrung, Lebensraum, Licht oder Fortpflanzungspartner konkurrieren. Konkurrenz kann innerhalb einer Art oder zwischen verschiedenen Arten auftreten.
Räuber, Parasiten und Partner
Bei einer Räuber-Beute-Beziehung frisst der Räuber seine Beute. Beim Parasitismus profitiert ein Parasit, während er seinem Wirt schadet. Bei einer Symbiose leben Individuen verschiedener Arten zum beiderseitigen Vorteil zusammen.
Eine Biene erhält an einer Blüte Pollen als Nahrung. Beim Blütenbesuch unterstützt sie die Bestäubung der Pflanze. Beide Arten profitieren: Ihre Beziehung ist eine Symbiose und damit ein biotischer Faktor.
Wie wirken Umweltfaktoren zusammen?
In einem Ökosystem wirkt ein Faktor selten völlig allein. Abiotische Bedingungen beeinflussen Lebewesen; die Lebewesen beeinflussen einander und können wiederum ihre unbelebte Umwelt verändern.
Bei hoher Lichtintensität kann die Umgebungstemperatur steigen. Dadurch nimmt die Wasserabgabe einer Pflanze durch Transpiration zu. Wird Wasser knapp, schließt die Pflanze ihre Spaltöffnungen. Dann ist auch die Fotosynthese eingeschränkt.
Die Wirkungskette lautet:
- hohe Lichtintensität,
- höhere Temperatur,
- stärkere Transpiration,
- Schließen der Spaltöffnungen,
- eingeschränkte Fotosynthese.
Der entscheidende Gedanke: Licht, Temperatur und Wasserangebot wirken gemeinsam auf einen Vorgang der Pflanze.
Auch biotische und abiotische Faktoren können sich verbinden. Zwei Arten mit unterschiedlichen Temperaturvorlieben nutzen möglicherweise verschiedene Bereiche eines Lebensraums. Dadurch begegnen sie einander seltener und konkurrieren weniger direkt.
Erkläre ökologische Folgen als Wirkungskette: Umweltbedingung → Reaktion des Organismus → Folge für sein Leben oder sein Vorkommen.
Wie ordnest du neue Beispiele richtig ein?
Nutze diese drei Schritte:
- Benenne den Einfluss. Was wirkt auf den Organismus?
- Prüfe den Ursprung. Gehört der Einfluss zur belebten oder unbelebten Umwelt?
- Erkläre die Wirkung. Was verändert sich bei Wachstum, Verhalten, Entwicklung, Verbreitung oder Überleben?
Aufgabe: Ordne Wind, einen Parasiten und Bodenfeuchtigkeit ein.
- Wind: abiotisch, weil Luftbewegung eine physikalische Bedingung ist. Wind kann die Transpiration einer Pflanze erhöhen.
- Parasit: biotisch, weil ein Lebewesen auf Kosten eines Wirts lebt.
- Bodenfeuchtigkeit: abiotisch, weil sie eine Bedingung der unbelebten Umwelt beschreibt. Sie beeinflusst die Wasserversorgung von Pflanzen.
Ein häufiger Fehler besteht darin, nur das betroffene Lebewesen anzusehen. Für die Zuordnung musst du jedoch den wirkenden Einfluss betrachten.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Licht ist ein Faktor. Konkurrenz ist ein Faktor. Verändert ein Mensch den pH-Wert eines Sees, bleibt der pH-Wert ein Faktor.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Umweltfaktoren
- abiotisch: Licht, Wasser, Temperatur, pH-Wert
- biotisch: Konkurrenz, Räuber-Beute, Parasitismus, Symbiose
- Wirkungen: Wachstum, Entwicklung, Verhalten, Verbreitung
- Zusammenspiel: Bedingungen, Reaktionen und Folgen
Abiotische und biotische Faktoren lassen sich unterscheiden, wirken in einem Ökosystem aber zusammen. Für eine vollständige Erklärung benennst du den Faktor, ordnest ihn ein und beschreibst seine Wirkung auf den Organismus.
Abschluss-Check
Du kannst dein Verständnis prüfen, indem du bei einem neuen Beispiel drei Fragen beantwortest: Was wirkt? Ist es biotisch oder abiotisch? Welche Folge hat es für den Organismus oder das Ökosystem?
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