Chemie

Elektronenpaarbindung einfach erklärt

Elektronenpaarbindung einfach erklärt
Elektronenpaarbindung einfach erklärt
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Bei einer Elektronenpaarbindung teilen sich zwei Nichtmetallatome mindestens ein Elektronenpaar. Die negativ geladenen Bindungselektronen werden von beiden positiv geladenen Atomkernen angezogen und halten die Atome als Molekül zusammen.

Du lernst, wie diese Bindung entsteht, wie du Einfach-, Doppel- und Dreifachbindungen unterscheidest und wie du einfache Lewis-Formeln prüfst.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum teilen Atome Elektronen?

Valenzelektronen sind die Elektronen in der äußersten besetzten Schale eines Atoms. Sie bestimmen wesentlich, welche Bindungen ein Atom eingehen kann.

In vielen einfachen Molekülen erreichen die beteiligten Atome durch das Teilen von Valenzelektronen eine stabile Außenschale. Wasserstoff werden dabei zwei Elektronen zugerechnet. Bei den hier betrachteten Nichtmetallatomen sind es meist acht.

Definition

Elektronenpaarbindung

Eine Elektronenpaarbindung, auch Atombindung oder kovalente Bindung genannt, entsteht durch mindestens ein gemeinsam genutztes Elektronenpaar zwischen zwei Atomen.

Beispiel: Wasserstoff H₂

Jedes Wasserstoffatom besitzt ein Elektron und benötigt für eine gefüllte erste Schale ein zweites. Nähern sich zwei H-Atome, steuert jedes ein Elektron zu einem gemeinsamen Paar bei.

Beispiel

Die Darstellung H–H zeigt das Wasserstoffmolekül. Der Strich steht für zwei gemeinsam genutzte Elektronen. Weil das Paar beiden Atomen zugerechnet wird, erreicht jedes H-Atom zwei Elektronen.

Merke

Die beiden Atome besitzen nicht jeweils ein eigenes neues Elektronenpaar. Sie nutzen dasselbe Paar gemeinsam.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWas hält die beiden H-Atome in H₂ zusammen?
Lösung: Die Anziehung der gemeinsamen Elektronen durch beide Atomkerne — Das bindende Elektronenpaar befindet sich zwischen den Kernen und wird von beiden Kernen angezogen.
Wie entstehen Einfach-, Doppel- und Dreifachbindungen?

Die Zahl der gemeinsam genutzten Elektronenpaare heißt Bindungsordnung. Ein gemeinsames Paar bildet eine Einfachbindung, zwei bilden eine Doppelbindung und drei eine Dreifachbindung.

BindungGemeinsame ElektronenpaareDarstellungBeispiel
Einfachbindung1H–HH₂
Doppelbindung2O=OO₂
Dreifachbindung3N≡NN₂

Warum braucht O₂ eine Doppelbindung?

Ein Sauerstoffatom besitzt sechs Valenzelektronen. Ihm fehlen im einfachen Schalenmodell zwei Elektronen bis zur gefüllten Außenschale. Zwei O-Atome teilen deshalb zwei Paare. So werden jedem O-Atom acht Außenelektronen zugerechnet.

Bei Stickstoff fehlen jedem Atom drei Elektronen. Im Stickstoffmolekül N₂ entstehen deshalb drei gemeinsame Paare und damit eine Dreifachbindung.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Darstellung zeigt zwei gemeinsame Elektronenpaare?
Lösung: O=O — Jeder Bindungsstrich steht in der Lewis-Schreibweise für ein gemeinsames Elektronenpaar.
Wie liest und erstellt man eine einfache Lewis-Formel?

Eine Lewis-Formel, auch Valenzstrichformel genannt, stellt die Valenzelektronen dar. Ein Strich zwischen zwei Atomen zeigt ein bindendes Elektronenpaar. Elektronenpaare, die nicht an einer Bindung beteiligt sind, heißen freie Elektronenpaare.

Für einfache Moleküle gehst du so vor:

  1. Bestimme die Valenzelektronen aller Atome.
  2. Verbinde die Atome zunächst durch Einfachbindungen.
  3. Ordne die übrigen Elektronen als freie Paare an.
  4. Prüfe die Außenschalen: H soll zwei Elektronen erreichen, die übrigen hier behandelten Atome meist acht.
  5. Fehlen noch Elektronen, prüfe, ob eine Doppel- oder Dreifachbindung nötig ist.
Gut zu wissen

Die Oktettregel ist eine hilfreiche schulische Prüfmethode für viele einfache Moleküle, aber keine ausnahmslos gültige Naturregel.

Vollständiges Beispiel: Wasser H₂O

Sauerstoff besitzt sechs Valenzelektronen, jedes Wasserstoffatom eines. Insgesamt sind acht Valenzelektronen zu verteilen.

Beispiel

Die Grunddarstellung lautet H–O–H.

Die zwei O–H-Bindungen enthalten zusammen vier Elektronen. Die übrigen vier Elektronen bilden zwei freie Elektronenpaare am Sauerstoffatom.

Prüfung:

  • Jedem H-Atom werden über seine Bindung zwei Elektronen zugerechnet.
  • Dem O-Atom werden zwei Bindungspaare und zwei freie Paare zugerechnet, also insgesamt acht Elektronen.
Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Aussage zur Lewis-Formel von H₂O stimmt?
Lösung: Das O-Atom besitzt zwei bindende und zwei freie Elektronenpaare. — Zwei gemeinsame Paare bilden die beiden O–H-Bindungen. Zwei weitere Paare bleiben als freie Elektronenpaare am O-Atom.
Wann ist eine Elektronenpaarbindung polar?

Die Elektronegativität beschreibt, wie stark ein Atom die gemeinsamen Bindungselektronen anzieht.

Ziehen beide Bindungspartner gleich stark, ist das Elektronenpaar gleichmäßig verteilt. Die Bindung ist unpolar. Das ist beispielsweise bei H–H, O=O und N≡N der Fall, weil jeweils gleiche Atome miteinander verbunden sind.

Zieht ein Atom stärker, verschiebt sich die Elektronendichte zu diesem Atom. Die Bindung ist polar. Das stärker anziehende Atom trägt eine negative Partialladung δ−, sein Partner eine positive Partialladung δ+.

Beispiel

In H–Cl zieht Chlor die Bindungselektronen stärker an als Wasserstoff. Deshalb trägt Cl δ− und H δ+. Es entstehen keine vollständig geladenen Ionen: Die Elektronen werden weiterhin geteilt.

Merke

Partialladungen sind Teilladungen. Sie dürfen nicht mit den vollständigen Ladungen von Ionen verwechselt werden.

Die Polarität einer einzelnen Bindung ist nicht automatisch dasselbe wie die Polarität des gesamten Moleküls. Dafür muss zusätzlich die räumliche Anordnung aller Bindungen betrachtet werden.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWoran erkennst du eine polare Elektronenpaarbindung?
Lösung: Ein Atom zieht das gemeinsame Elektronenpaar stärker an als das andere. — Unterschiedliche Elektronegativitäten verschieben die Elektronendichte. Dadurch entstehen Partialladungen.
Wie unterscheidet sie sich von anderen Bindungsarten?

Alle drei grundlegenden Bindungsarten beruhen auf elektrostatischer Anziehung. Entscheidend ist, welche Teilchen einander anziehen.

BindungsartTypischer VorgangBindende Anziehung
ElektronenpaarbindungNichtmetallatome teilen Elektronen.Bindungselektronen und Atomkerne ziehen einander an.
IonenbindungElektronen werden übertragen.Positive und negative Ionen ziehen einander an.
MetallbindungValenzelektronen sind zwischen positiven Atomrümpfen beweglich.Bewegliche Elektronen und positive Atomrümpfe ziehen einander an.
Teste dich
Frage 1 von 1SchwerZwei Nichtmetallatome nutzen Elektronen gemeinsam. Welche Bindungsart liegt vor?
Lösung: Eine Elektronenpaarbindung — Das gemeinsame Nutzen von Bindungselektronen ist das Kennzeichen der Elektronenpaarbindung.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Elektronenpaarbindung
    • Entstehung: Nichtmetallatome teilen Valenzelektronen
    • Bindungswirkung: Beide Kerne ziehen die Bindungselektronen an
    • Einfachbindung: ein gemeinsames Elektronenpaar
    • Doppelbindung: zwei gemeinsame Elektronenpaare
    • Dreifachbindung: drei gemeinsame Elektronenpaare
    • Lewis-Formel: Striche zeigen bindende oder freie Paare
    • Unpolare Bindung: beide Atome ziehen gleich stark
    • Polare Bindung: ein Atom zieht stärker
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWofür steht ein Strich zwischen zwei Atomen in einer Lewis-Formel?
Lösung: Für ein bindendes Elektronenpaar — Ein Bindungsstrich fasst zwei gemeinsam genutzte Elektronen zusammen.
Frage 2 von 4MittelWarum wird O₂ als O=O dargestellt?
Lösung: Jedes O-Atom benötigt zwei gemeinsam genutzte Elektronenpaare für eine gefüllte Außenschale. — Jedes O-Atom besitzt sechs Valenzelektronen. Zwei gemeinsame Paare ergänzen die zugerechneten Außenelektronen auf acht.
Frage 3 von 4SchwerEine Darstellung zeigt N≡N. Welche Auswertung ist richtig?
Lösung: Die beiden N-Atome teilen drei Elektronenpaare. — Drei Bindungsstriche bedeuten drei gemeinsame Elektronenpaare und damit eine Dreifachbindung.
Frage 4 von 4SchwerIn einer Bindung zieht Atom A die gemeinsamen Elektronen stärker an als Atom B. Welche Zuordnung passt?
Lösung: A trägt δ−, B trägt δ+; die Bindung ist polar. — Die Elektronendichte verschiebt sich zum stärker anziehenden Atom A. Deshalb erhält A die negative Partialladung.

Passend dazu