Chemie

Faraday-Gesetze: Elektrolyse berechnen

Faraday-Gesetze: Elektrolyse berechnen
Faraday-Gesetze: Elektrolyse berechnen
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Die Faraday-Gesetze verbinden bei einer Elektrolyse die geflossene elektrische Ladung mit der umgesetzten Stoffmenge. Aus Stromstärke und Zeit kannst du deshalb berechnen, wie viel Stoff theoretisch an einer Elektrode entsteht: $Q=I\cdot t$ und $Q=n\cdot z\cdot F$.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie hängen Ladung und Stoffumsatz zusammen?

Bei einer Elektrolyse transportiert der elektrische Strom Ladung. Je mehr Ladung insgesamt durch den Elektrolyten fließt, desto mehr Teilchen können an den Elektroden Elektronen aufnehmen oder abgeben.

Das erste Faradaysche Gesetz sagt: Die abgeschiedene Stoffmenge ist proportional zur geflossenen Ladung. Doppelte Ladung führt unter gleichen Bedingungen zur doppelten Stoffmenge.

Definition

Elektrische Ladung

Die Ladung $Q$ gibt an, wie viel elektrische Ladung insgesamt geflossen ist. Bei konstanter Stromstärke gilt $Q=I\cdot t$. Eine Ampere-Sekunde ist ein Coulomb: $1\,\mathrm{A\,s}=1\,\mathrm C$.

Merke

Stromstärke und Ladung sind nicht dasselbe: $I$ beschreibt Ladung pro Zeit, $Q$ die während der gesamten Zeit geflossene Ladung.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWas passiert bei gleicher Stromstärke, wenn die Elektrolysezeit verdoppelt wird?
Lösung: Ladung und theoretisch abgeschiedene Stoffmenge verdoppeln sich. — Bei konstantem $I$ ist $Q$ proportional zu $t$. Nach dem ersten Faradayschen Gesetz ist auch die Stoffmenge proportional zu $Q$.
Welche Größen stehen in der Faraday-Gleichung?

Ein Mol einfach geladener Teilchen trägt den Ladungsbetrag der Faraday-Konstante:

$$F=96\,485\,\mathrm{C\,mol^{-1}}$$

Für einen Stoff, bei dessen Elektrodenreaktion pro Teilchen $z$ Elektronen übertragen werden, gilt:

$$Q=n\cdot z\cdot F$$

Dabei ist $n$ die Stoffmenge in Mol. Zusammen mit $Q=I\cdot t$ erhältst du:

$$n=\frac{Q}{zF}=\frac{I\cdot t}{zF}$$

Mit der molaren Masse $M$ und $m=n\cdot M$ folgt für die Masse:

$$m=\frac{M\cdot I\cdot t}{zF}$$

Für eine gesuchte Ladung oder Zeit kannst du umstellen:

$$Q=\frac{m\cdot zF}{M}$$

$$t=\frac{m\cdot zF}{M\cdot I}$$

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei konstanter Stromstärke gilt $Q=$. Die Faraday-Gleichung lautet $Q=$. Für die Masse wird zusätzlich die benötigt.

Lösungen: Lücke 1: I\cdot t; Lücke 2: n\cdot z\cdot F; Lücke 3: molare Masse $M$. Prüfe zuerst, welche Größe gesucht ist. Ladung entsteht aus Stromstärke mal Zeit; die Masse erhältst du aus Stoffmenge mal molarer Masse.
Wie bestimmst du die Elektronenzahl z?

Die Zahl $z$ gibt an, wie viele Elektronen pro umgesetztem Teilchen übertragen werden. Du liest sie aus der ausgeglichenen Elektrodenreaktion ab.

Beispiel

Ein Silberion nimmt ein Elektron auf:

$$\mathrm{Ag^+ + e^- \rightarrow Ag}$$

Daher ist $z=1$. Ein Kupfer(II)-Ion nimmt zwei Elektronen auf:

$$\mathrm{Cu^{2+} + 2e^- \rightarrow Cu}$$

Daher ist $z=2$. Bei gleicher Ladung wird deshalb nur halb so viel Stoffmenge Kupfer wie Silber abgeschieden.

Merke

Setze nicht automatisch die Ladungszahl irgendeines Teilchens ein. Entscheidend ist die Zahl der Elektronen in der ausgeglichenen Reaktion des tatsächlich umgesetzten Stoffes.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelFür $1\,\mathrm{mol}$ Kupfer gilt $z=2$. Welche Ladung wird benötigt?
Lösung: $192\,970\,\mathrm C$ — Mit $Q=nzF$ ergibt sich $Q=1\,\mathrm{mol}\cdot2\cdot96\,485\,\mathrm{C\,mol^{-1}}=192\,970\,\mathrm C$.
Wie löst du eine vollständige Elektrolyseaufgabe?

Gehe immer in derselben Reihenfolge vor:

  1. Notiere die gesuchte Größe und alle Angaben mit Einheiten.
  2. Wandle die Zeit in Sekunden um, wenn du mit Ampere und Coulomb rechnest.
  3. Bestimme $z$ aus der Elektrodenreaktion.
  4. Wähle die passende Form des Faraday-Gesetzes.
  5. Setze Werte mit Einheiten ein und prüfe das Ergebnis im Kontext.
Beispiel

Eine Eisengabel wird $10\,\mathrm{min}$ lang bei $5{,}0\,\mathrm A$ versilbert. Für Silber gilt $z=1$ und $M(\mathrm{Ag})=107{,}9\,\mathrm{g\,mol^{-1}}$.

Zuerst wird die Zeit umgerechnet:

$$10\,\mathrm{min}=600\,\mathrm s$$

Die geflossene Ladung beträgt:

$$Q=I\cdot t=5{,}0\,\mathrm A\cdot600\,\mathrm s=3\,000\,\mathrm C$$

Nun folgt die Stoffmenge:

$$n=\frac{I\cdot t}{zF}=\frac{5{,}0\,\mathrm A\cdot600\,\mathrm s}{1\cdot96\,485\,\mathrm{A\,s\,mol^{-1}}}=0{,}0311\,\mathrm{mol}$$

Schließlich wird daraus die Masse:

$$m=n\cdot M=0{,}0311\,\mathrm{mol}\cdot107{,}9\,\mathrm{g\,mol^{-1}}=3{,}36\,\mathrm g$$

Unter den idealisierten Bedingungen werden theoretisch $3{,}36\,\mathrm g$ Silber abgeschieden.

Übung: Veränderte Stromstärke und Zeit

Silber wird $15\,\mathrm{min}$ lang bei $2{,}0\,\mathrm A$ abgeschieden. Verwende $z=1$, $F=96\,485\,\mathrm{C\,mol^{-1}}$ und $M(\mathrm{Ag})=107{,}9\,\mathrm{g\,mol^{-1}}$. Welche Masse entsteht theoretisch?

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Frage 1 von 1MittelWelche Rechnung und welches Ergebnis sind richtig?
Lösung: $m=\frac{107{,}9\cdot2{,}0\cdot900}{1\cdot96\,485}\,\mathrm g\approx2{,}01\,\mathrm g$ — Mit $t=900\,\mathrm s$ ist $Q=1\,800\,\mathrm C$. Daraus folgen $n=1\,800/96\,485\,\mathrm{mol}$ und $m\approx2{,}01\,\mathrm g$. Die Einheit und die kleinere Ladung gegenüber dem Gabelbeispiel machen das Ergebnis plausibel.
Gut zu wissen

Die Formeln beschreiben den theoretischen Stoffumsatz. Die dargestellten Gleichungen enthalten keinen Wirkungsgrad und keine Nebenreaktionen. Reale Abweichungen kannst du daher nur berechnen, wenn zusätzliche verlässliche Angaben vorliegen.

Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Faraday-Gesetze
    • Ladung: $Q=I\cdot t$
    • Stoffumsatz: $Q=n\cdot z\cdot F$
    • Masse: $m=M\cdot I\cdot t/(zF)$
    • Elektronenzahl: aus der Elektrodenreaktion
    • Geltung: theoretischer Stoffumsatz
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Einheit passt zur Ladung $Q$?
Lösung: Coulomb — Aus $Q=I\cdot t$ folgt $\mathrm{A\,s}=\mathrm C$.
Frage 2 von 4MittelBei gleicher Stromstärke und Zeit steigt $z$ von 1 auf 2. Wie verändert sich die Stoffmenge?
Lösung: Sie halbiert sich. — Bei gleicher Ladung benötigt jedes Teilchen nun doppelt so viele Elektronen; deshalb kann nur die halbe Stoffmenge umgesetzt werden.
Frage 3 von 4SchwerZwei Rechnungen liefern für dieselbe Elektrolyse unterschiedliche Massen. Rechnung A verwendet Minuten direkt mit Ampere, Rechnung B wandelt Minuten in Sekunden um. Welche ist im verwendeten Einheitensystem richtig?
Lösung: Rechnung B, weil $1\,\mathrm A=1\,\mathrm{C\,s^{-1}}$ gilt. — Mit $I$ in Ampere und $F$ in $\mathrm{C\,mol^{-1}}$ muss $t$ in Sekunden eingesetzt werden. Erst dann ergibt $I\cdot t$ eine Ladung in Coulomb.
Frage 4 von 4SchwerEine reale abgeschiedene Masse ist kleiner als der theoretisch berechnete Wert. Was darfst du allein aus der Grundgleichung sicher schließen?
Lösung: Die Grundgleichung liefert hier nur den theoretischen Stoffumsatz; für die Abweichung fehlen zusätzliche Angaben. — Wirkungsgrad und Nebenreaktionen sind in der dargestellten idealen Gleichung nicht enthalten. Ohne weitere Daten lässt sich die Ursache nicht quantitativ festlegen.

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