Chemie

Stoffmenge berechnen: Mol, Masse und Teilchenzahl

Stoffmenge berechnen: Mol, Masse und Teilchenzahl
Stoffmenge berechnen: Mol, Masse und Teilchenzahl
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Die Stoffmenge gibt an, wie viele Teilchen in einer Stoffportion enthalten sind. Ihr Formelzeichen ist $n$, ihre Einheit ist Mol ($\mathrm{mol}$). Mit ihr kannst du zwischen der unsichtbaren Teilchenebene und messbaren Größen wie der Masse wechseln.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was ein Mol bedeutet

Atome, Moleküle und Ionen sind so klein, dass eine Stoffportion meist unvorstellbar viele davon enthält. Das Mol fasst diese Teilchen zu einer festen Anzahl zusammen – ähnlich wie ein Dutzend immer zwölf Stück bezeichnet.

Definition

Stoffmenge

Die Stoffmenge $n$ beschreibt die Anzahl der Teilchen in einer Stoffportion. Als Teilchen können zum Beispiel Atome, Moleküle, Ionen oder Formeleinheiten gemeint sein. Die Einheit der Stoffmenge ist $\mathrm{mol}$.

Ein Mol enthält stets

$$6{,}02214076 \cdot 10^{23}$$

Teilchen. Die zugehörige Avogadro-Konstante lautet

$$N_A=6{,}02214076\cdot10^{23}\,\mathrm{mol^{-1}}.$$

Für Überschlagsrechnungen wird sie häufig zu $6{,}022\cdot10^{23}\,\mathrm{mol^{-1}}$ gerundet.

Merke

Die Stoffmenge ist keine Masse. Zwei Stoffportionen können beide $1\,\mathrm{mol}$ enthalten und trotzdem unterschiedliche Massen besitzen. Beide enthalten jedoch gleich viele Teilchen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage über ein Mol ist richtig?
Lösung: Ein Mol jedes Stoffes enthält dieselbe festgelegte Anzahl von Teilchen. — Ein Mol bündelt $6{,}02214076\cdot10^{23}$ Teilchen. Welche Art von Teilchen gemeint ist, muss zum Stoff passen.
Zwischen Stoffmenge und Teilchenzahl umrechnen

Die Teilchenzahl $N$ ist die Anzahl einzelner Teilchen. Sie besitzt keine Einheit. Stoffmenge und Teilchenzahl hängen so zusammen:

$$N=n\cdot N_A$$

$$n=\frac{N}{N_A}$$

Du wählst die Formel nach der gesuchten Größe:

  • Gesucht ist die Teilchenzahl $N$: Multipliziere $n$ mit $N_A$.
  • Gesucht ist die Stoffmenge $n$: Teile $N$ durch $N_A$.
Beispiel

Aufgabe: Wie viele Atome befinden sich in $3\,\mathrm{mol}$ Helium?

Gegeben sind $n=3\,\mathrm{mol}$ und $N_A=6{,}02214076\cdot10^{23}\,\mathrm{mol^{-1}}$. Gesucht ist $N$.

$$N=n\cdot N_A$$

$$N=3\,\mathrm{mol}\cdot6{,}02214076\cdot10^{23}\,\mathrm{mol^{-1}}$$

Die Einheiten $\mathrm{mol}$ und $\mathrm{mol^{-1}}$ kürzen sich. Es ergibt sich

$$N=1{,}806642228\cdot10^{24}.$$

In $3\,\mathrm{mol}$ Helium befinden sich also rund $1{,}807\cdot10^{24}$ Heliumatome.

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Frage 1 von 1MittelEine Stoffportion enthält $0{,}5\,\mathrm{mol}$ Teilchen. Welcher Ansatz bestimmt die Teilchenzahl?
Lösung: $N=0{,}5\,\mathrm{mol}\cdot N_A$ — Für die Umrechnung von der Stoffmenge zur Teilchenzahl gilt $N=n\cdot N_A$.
Von der Masse zur Stoffmenge

Eine Waage misst die Masse $m$ in Gramm. Um daraus die Stoffmenge zu erhalten, brauchst du die molare Masse $M$. Sie gibt an, welche Masse ein Mol eines Stoffes besitzt. Eine übliche Einheit ist $\mathrm{g/mol}$.

$$n=\frac{m}{M}$$

Umgekehrt gilt:

$$m=n\cdot M$$

Bei einem Molekül addierst du für $M$ die Atommassen aller enthaltenen Atome. Tiefgestellte Zahlen in der Formel geben dabei an, wie oft ein Atom vorkommt.

Beispiel

Für Wasser, H2O, werden die gerundeten Werte $M(\mathrm{H})=1\,\mathrm{g/mol}$ und $M(\mathrm{O})=16\,\mathrm{g/mol}$ verwendet.

$$M(\mathrm{H_2O})=2\cdot1\,\mathrm{g/mol}+16\,\mathrm{g/mol}=18\,\mathrm{g/mol}$$

Welche Stoffmenge besitzen $36\,\mathrm{g}$ Wasser?

$$n=\frac{m}{M}=\frac{36\,\mathrm{g}}{18\,\mathrm{g/mol}}=2\,\mathrm{mol}$$

Die Gramm-Einheiten kürzen sich so, dass Mol übrig bleibt. $36\,\mathrm{g}$ Wasser entsprechen daher $2\,\mathrm{mol}$ Wasser.

Merke

Prüfe nach jeder Rechnung die Einheit: Bei $m:M$ muss $\mathrm{mol}$ herauskommen, bei $n\cdot M$ dagegen eine Masse.

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Frage 1 von 1MittelEine Kupferportion hat die Masse $34\,\mathrm{g}$; die molare Masse beträgt $63{,}5\,\mathrm{g/mol}$. Welcher Wert ist richtig?
Lösung: $n\approx0{,}535\,\mathrm{mol}$ — Mit $n=m/M$ erhältst du $34:63{,}5\approx0{,}535$. Weil $34\,\mathrm{g}$ weniger als die Masse eines Mols sind, muss das Ergebnis unter $1\,\mathrm{mol}$ liegen.
Stoffmengen aus Reaktionsgleichungen ablesen

In einer ausgeglichenen Reaktionsgleichung geben die Koeffizienten vor den Formeln das Verhältnis der Teilchen an. Weil jedes Mol gleich viele Teilchen umfasst, gilt dasselbe Zahlenverhältnis für die Stoffmengen.

Bei

2 Na + S → Na2S

lautet das Stoffmengenverhältnis

$$n(\mathrm{Na}):n(\mathrm{S}):n(\mathrm{Na_2S})=2:1:1.$$

Ein Koeffizient steht vor einer Formel und vervielfacht das ganze Teilchen. Ein tiefgestellter Index gehört dagegen zur Stoffformel: In Na2S enthält eine Formeleinheit zwei Natriumatome und ein Schwefelatom.

Beispiel

Aufgabe: Wie viel Natriumsulfid kann aus $0{,}2\,\mathrm{mol}$ Natrium entstehen, wenn genügend Schwefel vorhanden ist?

  1. Die Gleichung ist ausgeglichen: 2 Na + S → Na2S.
  2. Das Verhältnis Natrium zu Natriumsulfid beträgt $2:1$.
  3. Teile die Stoffmenge des Natriums deshalb durch 2.

$$n(\mathrm{Na_2S})=0{,}2\,\mathrm{mol}:2=0{,}1\,\mathrm{mol}$$

Aus $0{,}2\,\mathrm{mol}$ Natrium können somit $0{,}1\,\mathrm{mol}$ Natriumsulfid entstehen.

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Frage 1 von 1SchwerFür 2 Na + S → Na2S stehen $0{,}4\,\mathrm{mol}$ Natrium und genügend Schwefel bereit. Welche Stoffmenge Natriumsulfid kann entstehen?
Lösung: $0{,}2\,\mathrm{mol}$ — Übertrage das Verhältnis $2:1$: $0{,}4\,\mathrm{mol}:2=0{,}2\,\mathrm{mol}$.
Rechnungen sicher planen und prüfen

Bei einer Stoffmengenrechnung hilft dir diese Reihenfolge:

  1. Notiere die gegebenen Größen mit Einheiten.
  2. Benenne die gesuchte Größe.
  3. Wähle die passende Beziehung: $N=nN_A$, $n=m/M$ oder ein Verhältnis aus der Reaktionsgleichung.
  4. Setze Werte mit Einheiten ein.
  5. Prüfe Einheit und Größenordnung des Ergebnisses.

Eine Plausibilitätsprüfung erkennt viele Fehler: Ist die Masse kleiner als die molare Masse, muss $n=m/M$ kleiner als $1\,\mathrm{mol}$ sein. Ist die Stoffmenge größer als $1\,\mathrm{mol}$, muss die Teilchenzahl größer als $N_A$ sein.

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Frage 1 von 1SchwerEine Stoffportion hat eine kleinere Masse als die Masse von einem Mol desselben Stoffes. Was muss gelten?
Lösung: Ihre Stoffmenge ist kleiner als $1\,\mathrm{mol}$. — Die molare Masse ist die Masse eines Mols. Eine kleinere Masse entspricht deshalb weniger als einem Mol.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Stoffmenge $n$
    • bündelt Teilchen in Mol
    • verbindet sich über $N_A$ mit der Teilchenzahl $N$
    • verbindet sich über $M$ mit der Masse $m$
    • folgt in Reaktionen dem Verhältnis der Koeffizienten
    • wird durch Einheit und Größenordnung geprüft
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Einheit gehört zur Stoffmenge $n$?
Lösung: $\mathrm{mol}$ — Die Stoffmenge wird in Mol angegeben. $\mathrm{mol^{-1}}$ gehört zur Einheit der Avogadro-Konstante.
Frage 2 von 3MittelWelche Stoffmenge entsprechen $9\,\mathrm{g}$ Wasser bei $M(\mathrm{H_2O})=18\,\mathrm{g/mol}$?
Lösung: $0{,}5\,\mathrm{mol}$ — $n=9\,\mathrm{g}:18\,\mathrm{g/mol}=0{,}5\,\mathrm{mol}$. Das Ergebnis ist plausibel: Die halbe Masse eines Mols entspricht einem halben Mol.
Frage 3 von 3SchwerIn einer ausgeglichenen Gleichung stehen die Koeffizienten $3:2$ für Ausgangsstoff A und Produkt B. Wie viel B entsteht rechnerisch aus $0{,}6\,\mathrm{mol}$ A?
Lösung: $0{,}4\,\mathrm{mol}$ — Aus $3\,\mathrm{mol}$ A entstehen $2\,\mathrm{mol}$ B. Daher gilt $0{,}6\,\mathrm{mol}\cdot2/3=0{,}4\,\mathrm{mol}$.

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