Chemie

Stöchiometrie: Stoffmengen und Massen berechnen

Stöchiometrie: Stoffmengen und Massen berechnen
Stöchiometrie: Stoffmengen und Massen berechnen
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Mit Stöchiometrie berechnest du, welche Stoffmenge, Masse oder welches Gasvolumen bei einer chemischen Reaktion benötigt wird oder entsteht. Der Schlüssel ist die ausgeglichene Reaktionsgleichung: Ihre Koeffizienten geben das Stoffmengenverhältnis an.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Reaktionsgleichungen als Mengenverhältnisse lesen

Bei einer Reaktion werden Atome neu angeordnet. Ihre Anzahl bleibt dabei erhalten. Deshalb muss eine Reaktionsgleichung ausgeglichen sein: Von jedem Element stehen links und rechts gleich viele Atome.

Definition

Stöchiometrie

Stöchiometrie ist das chemische Rechnen mit Mengenverhältnissen. Die Zahlen vor den Stoffformeln heißen stöchiometrische Koeffizienten. Sie geben an, in welchem Verhältnis die Stoffmengen reagieren oder entstehen.

Die Verbrennung von Methan lautet ausgeglichen:

$$\mathrm{CH_4 + 2\,O_2 \rightarrow CO_2 + 2\,H_2O}$$

Du liest daraus:

$$n(\mathrm{CH_4}):n(\mathrm{O_2}):n(\mathrm{CO_2}):n(\mathrm{H_2O})=1:2:1:2$$

Also reagieren zum Beispiel $1\,\mathrm{mol}$ Methan mit $2\,\mathrm{mol}$ Sauerstoff. Dabei entstehen $1\,\mathrm{mol}$ Kohlenstoffdioxid und $2\,\mathrm{mol}$ Wasser.

Merke

Ändere beim Ausgleichen nur die Koeffizienten vor den Formeln. Veränderst du eine tiefgestellte Zahl in einer Stoffformel, beschreibst du einen anderen Stoff.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelches Stoffmengenverhältnis von Methan zu Sauerstoff zeigt die ausgeglichene Gleichung?
Lösung: $1:2$ — Vor Methan steht gedanklich eine 1, vor Sauerstoff eine 2. Daher gilt $n(\mathrm{CH_4}):n(\mathrm{O_2})=1:2$.
Masse und Stoffmenge verbinden

Eine Waage misst die Masse $m$ in Gramm. Für stöchiometrische Verhältnisse brauchst du dagegen die Stoffmenge $n$ in Mol. Die molare Masse $M$ sagt, wie viel ein Mol eines Stoffes wiegt; ihre Einheit ist $\mathrm{g\,mol^{-1}}$.

GrößeZeichentypische Einheit
Masse$m$$\mathrm g$
Stoffmenge$n$$\mathrm{mol}$
molare Masse$M$$\mathrm{g\,mol^{-1}}$
Volumen$V$$\mathrm L$
molares Volumen$V_m$$\mathrm{L\,mol^{-1}}$

Für Masse und Stoffmenge gelten:

$$n=\frac{m}{M}$$

$$m=n\cdot M$$

Beispiel

Für Natriumhydroxid gilt mit den verwendeten gerundeten Atommassen:

$$M(\mathrm{NaOH})=23+16+1=40\,\mathrm{g\,mol^{-1}}$$

Bei $5\,\mathrm g$ Natriumhydroxid ist die Stoffmenge:

$$n(\mathrm{NaOH})=\frac{5\,\mathrm g}{40\,\mathrm{g\,mol^{-1}}}=0{,}125\,\mathrm{mol}$$

Die Einheit Gramm kürzt sich. Übrig bleibt Mol.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Größe beschreibt die Masse eines Mols eines bestimmten Stoffes?
Lösung: die molare Masse $M$ — Die molare Masse verbindet die messbare Masse mit der Stoffmenge und wird meist in $\mathrm{g\,mol^{-1}}$ angegeben.
Frage 2 von 2MittelWelche Stoffmenge entsprechen $80\,\mathrm g$ NaOH bei $M=40\,\mathrm{g\,mol^{-1}}$?
Lösung: $2\,\mathrm{mol}$ — Mit $n=m/M$ erhältst du $80\,\mathrm g : 40\,\mathrm{g\,mol^{-1}}=2\,\mathrm{mol}$.
Eine Massenrechnung vollständig lösen

Gesucht ist die Masse Natriumchlorid, die aus $5\,\mathrm g$ Natriumhydroxid bei der Reaktion mit Salzsäure entsteht. Dabei wird vorausgesetzt, dass Salzsäure ausreichend vorhanden ist.

Die ausgeglichene Gleichung lautet:

$$\mathrm{HCl + NaOH \rightarrow NaCl + H_2O}$$

Beispiel

1. Gegebenes in Stoffmenge umrechnen

Mit $M(\mathrm{NaOH})=40\,\mathrm{g\,mol^{-1}}$:

$$n(\mathrm{NaOH})=\frac{5\,\mathrm g}{40\,\mathrm{g\,mol^{-1}}}=\frac18\,\mathrm{mol}$$

2. Koeffizientenverhältnis anwenden

NaOH und NaCl haben beide den Koeffizienten 1. Daher ist ihr Stoffmengenverhältnis $1:1$:

$$n(\mathrm{NaCl})=\frac18\,\mathrm{mol}$$

3. Gesuchte Masse berechnen

Mit $M(\mathrm{NaCl})=58\,\mathrm{g\,mol^{-1}}$:

$$m(\mathrm{NaCl})=\frac18\,\mathrm{mol}\cdot58\,\mathrm{g\,mol^{-1}}=7{,}25\,\mathrm g$$

Antwort: Es entstehen $7{,}25\,\mathrm g$ Natriumchlorid.

Dass die Produktmasse größer als die eingesetzten $5\,\mathrm g$ NaOH ist, ist kein Widerspruch: Chlorwasserstoff liefert weitere Atome und damit weitere Masse.

Merke

Der sichere Rechenweg lautet: Gleichung ausgleichen, gegebene Größe in Stoffmenge umrechnen, Koeffizientenverhältnis anwenden und die gesuchte Stoffmenge in die Zieleinheit umrechnen.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWarum darfst du in diesem Beispiel $n(\mathrm{NaOH})=n(\mathrm{NaCl})$ setzen?
Lösung: Beide Stoffe haben in der ausgeglichenen Gleichung den Koeffizienten 1. — Die Koeffizienten legen das Stoffmengenverhältnis fest. Hier lautet es für NaOH zu NaCl $1:1$.
Frage 2 von 2SchwerWas wäre der erste sinnvolle Rechenschritt bei einer neuen Aufgabe mit gegebener Masse?
Lösung: Die Masse mit $n=m/M$ in eine Stoffmenge umrechnen. — Stöchiometrische Koeffizienten beziehen sich auf Stoffmengen. Darum führt der Weg von der Masse zunächst über $n=m/M$.
Gasvolumen unter festen Bedingungen berechnen

Für ein Gas kannst du die Stoffmenge mit dem molaren Volumen $V_m$ in ein Volumen umrechnen:

$$V=V_m\cdot n$$

Der hier verwendete Wert $V_m=24\,\mathrm{L\,mol^{-1}}$ gilt für $20\,^\circ\mathrm C$ und $1013\,\mathrm{hPa}$. Bei anderen Bedingungen darfst du diesen Wert nicht ungeprüft übernehmen.

Bei der thermischen Zersetzung von Silberoxid gilt:

$$\mathrm{2\,Ag_2O \rightarrow 4\,Ag + O_2}$$

Beispiel

Aus $3{,}5\,\mathrm g$ Silberoxid mit $M(\mathrm{Ag_2O})=232\,\mathrm{g\,mol^{-1}}$ folgt:

$$n(\mathrm{Ag_2O})=\frac{3{,}5}{232}\,\mathrm{mol}=\frac7{464}\,\mathrm{mol}$$

Das Verhältnis $\mathrm{Ag_2O:O_2}$ beträgt $2:1$. Daher:

$$n(\mathrm{O_2})=\frac12\cdot\frac7{464}\,\mathrm{mol}=\frac7{928}\,\mathrm{mol}$$

Nun wird in Volumen umgerechnet:

$$V(\mathrm{O_2})=24\,\mathrm{L\,mol^{-1}}\cdot\frac7{928}\,\mathrm{mol}\approx0{,}18\,\mathrm L$$

Antwort: Unter den genannten Bedingungen entstehen ungefähr $0{,}18\,\mathrm L$ Sauerstoff.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelches Sauerstoffvolumen entsteht aus $2\,\mathrm{mol}$ Ag₂O unter den genannten Bedingungen?
Lösung: $24\,\mathrm L$ — Das Verhältnis Ag₂O zu O₂ ist $2:1$. Aus $2\,\mathrm{mol}$ Ag₂O entsteht $1\,\mathrm{mol}$ O₂, also $24\,\mathrm L$.
Frage 2 von 2SchwerWelche Angabe musst du prüfen, bevor du $V_m=24\,\mathrm{L\,mol^{-1}}$ verwendest?
Lösung: Temperatur und Druck — Der verwendete Wert gilt für $20\,^\circ\mathrm C$ und $1013\,\mathrm{hPa}$. Die Bedingungen gehören deshalb zur Rechnung.
Ergebnisse prüfen und Fehler vermeiden

Eine richtige Rechnung endet nicht beim Zahlenwert. Prüfe vier Punkte:

  1. Gleichung: Ist jedes Element auf beiden Seiten gleich oft vorhanden?
  2. Verhältnis: Hast du die Koeffizienten in der richtigen Reihenfolge gelesen?
  3. Einheiten: Kürzen sie sich so, dass die gesuchte Einheit übrig bleibt?
  4. Plausibilität: Passt die Größenordnung zum Verhältnis und zum Sachverhalt?
Gut zu wissen

Bei der Methanverbrennung entstehen aus $10\,\mathrm g$ Methan rechnerisch $27{,}5\,\mathrm g$ Kohlenstoffdioxid und $22{,}5\,\mathrm g$ Wasser. Zusammen sind das $50\,\mathrm g$ Produkte. Die zusätzliche Masse stammt aus dem mitreagierenden Sauerstoff; betrachtet man alle Edukte und Produkte, bleibt die Gesamtmasse erhalten.

Führe Zwischenwerte möglichst als Bruch weiter und runde erst am Ende. So vermeidest du unnötige Rundungsfehler.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Vor dem Rechnen wird die Reaktionsgleichung . Koeffizienten geben ein Verhältnis von an. Eine gegebene Masse wird mit in Mol umgerechnet. Bei einem Gasvolumen muss zusätzlich auf geachtet werden.

Lösungen: Lücke 1: ausgeglichen; Lücke 2: Stoffmengen; Lücke 3: n=m/M; Lücke 4: Temperatur und Druck. Der Ablauf trennt Reaktionsverhältnis und Einheitenumrechnung: erst ausgleichen, dann über die Stoffmenge rechnen und Bedingungen prüfen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Stöchiometrische Rechnung
    • Grundlage: ausgeglichene Reaktionsgleichung
    • Übersetzung: Koeffizienten werden Stoffmengenverhältnisse
    • Masse und Stoffmenge: $n=m/M$ und $m=nM$
    • Gasvolumen: $V=V_m n$ bei angegebenen Bedingungen
    • Kontrolle: Atome, Einheiten, Verhältnis und Plausibilität
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas liefern die Koeffizienten einer ausgeglichenen Reaktionsgleichung unmittelbar?
Lösung: das Verhältnis der Stoffmengen — Die Koeffizienten übersetzen die Teilchenzahlen der Gleichung in Stoffmengenverhältnisse.
Frage 2 von 3MittelBei $\mathrm{Fe_2O_3+3\,C\rightarrow2\,Fe+3\,CO}$ entstehen $18\,\mathrm{mol}$ Eisen. Wie viel $\mathrm{Fe_2O_3}$ wurde stöchiometrisch benötigt?
Lösung: $9\,\mathrm{mol}$ — Aus $1\,\mathrm{mol}$ Fe₂O₃ entstehen $2\,\mathrm{mol}$ Fe. Für $18\,\mathrm{mol}$ Fe brauchst du daher $18:2=9\,\mathrm{mol}$ Fe₂O₃.
Frage 3 von 3SchwerEine Rechnung ergibt mehr Produktmasse als die Masse des einzigen in der Aufgabe genannten Edukts. Was ist die beste Prüfung?
Lösung: Prüfen, ob weitere Edukte Masse zum Produkt beitragen und ob die Gesamtbilanz stimmt. — Massenerhaltung gilt für die Summe aller beteiligten Stoffe. Deshalb musst du die vollständige Reaktionsgleichung und alle Edukte betrachten.

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