Chemie

Fette in der Chemie: Aufbau und Eigenschaften

Fette in der Chemie: Aufbau und Eigenschaften
Fette in der Chemie: Aufbau und Eigenschaften
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Fette sind Triacylglycerine: Ein Molekül Glycerin ist über drei Esterbindungen mit drei Fettsäureresten verbunden. Welche Fettsäuren gebunden sind, bestimmt wesentlich, ob ein Stoffgemisch bei Raumtemperatur fest oder als fettes Öl flüssig ist.

Auf dieser Seite lernst du, den Aufbau zu erklären, Eigenschaften aus der Struktur abzuleiten und Fette mit einer kontrollierten Fettfleckprobe zu untersuchen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wie ist ein Fettmolekül aufgebaut?

Stell dir Glycerin als Baustein mit drei Verknüpfungsstellen vor. Glycerin, auch Propan-1,2,3-triol genannt, besitzt drei Hydroxygruppen. Jede davon kann mit der Carboxylgruppe einer Fettsäure reagieren.

Definition

Triacylglycerin

Ein Triacylglycerin besteht aus einem Glycerinrest und drei Fettsäureresten. Zwischen ihnen liegen drei Esterbindungen. Die ältere Bezeichnung Triglycerid meint denselben Grundaufbau.

Bei der Veresterung werden Glycerin und drei Fettsäuren verknüpft. Dabei entstehen ein Triacylglycerin und drei Wassermoleküle:

Glycerin + 3 Fettsäuren → Triacylglycerin + 3 H₂O

Die drei Fettsäurereste können gleich oder verschieden sein. Natürliche Fette enthalten außerdem viele unterschiedliche Triacylglycerine. Darum ist ein Speiseöl kein einzelner Reinstoff, sondern ein Stoffgemisch.

Beispiel

Ein Triacylglycerin enthält drei lange Fettsäurereste. Du erkennst die Stoffklasse nicht am Lebensmittel „Butter“ oder „Olivenöl“, sondern am chemischen Verknüpfungsprinzip: Glycerinrest + drei Fettsäurereste + drei Esterbindungen.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Beschreibung trifft auf ein Triacylglycerin zu?
Lösung: Ein Glycerinrest ist über drei Esterbindungen mit drei Fettsäureresten verbunden. — Entscheidend sind ein Glycerinrest, drei Fettsäurereste und drei Esterbindungen.
Frage 2 von 2MittelWarum lässt sich für natürliches Olivenöl meist keine einzige Molekülformel angeben?
Lösung: Es ist ein Gemisch verschiedener Triacylglycerine. — Natürliche Fette und Öle sind Stoffgemische. Ihre Triacylglycerine können unterschiedliche Fettsäurereste tragen.
Was macht ein Fett fest oder flüssig?

Eine gesättigte Fettsäure besitzt zwischen ihren Kohlenstoffatomen nur Einfachbindungen. Eine ungesättigte Fettsäure enthält mindestens eine C=C-Doppelbindung; mehrere Doppelbindungen machen sie mehrfach ungesättigt.

Lange, gesättigte Ketten können dicht nebeneinanderliegen. Mit zunehmender Kettenlänge werden die van-der-Waals-Kräfte stärker. Das begünstigt einen höheren Schmelzbereich.

Die cis-Doppelbindungen natürlicher Fettsäurereste erzeugen Knicke. Dadurch lassen sich die Ketten weniger dicht packen und ihre Wechselwirkungen werden schwächer. Ein hoher Anteil ungesättigter Reste begünstigt deshalb einen niedrigeren Schmelzbereich.

Merke

Länger und stärker gesättigt begünstigt fest; mehr cis-Doppelbindungen begünstigen flüssig. Beides sind Struktur-Eigenschafts-Zusammenhänge, keine ausnahmslose Aussage über jedes einzelne Stoffgemisch.

Beispiel

Butter enthält einen größeren Anteil langer, gesättigter Fettsäurereste und hat einen Schmelzbereich von etwa 30 bis 36 °C. Sonnenblumenöl enthält laut Vergleichsdaten einen hohen Linolsäureanteil mit mehreren Doppelbindungen und besitzt einen deutlich niedrigeren Schmelzbereich. Der Gedankengang lautet: mehr Doppelbindungen → schlechtere Packung → schwächere Wechselwirkungen → niedrigerer Schmelzbereich.

Natürliche Fette werden beim Erwärmen meist allmählich weich. Weil sie Gemische verschiedener Triacylglycerine sind, haben sie gewöhnlich einen Schmelzbereich statt eines scharfen Schmelzpunkts.

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Frage 1 von 2MittelWelcher Stoff ist bei Raumtemperatur eher flüssig?
Lösung: Ein Gemisch mit vielen cis-ungesättigten Fettsäureresten. — Cis-Doppelbindungen knicken die Ketten. Das schwächt ihre dichte Packung und senkt meist den Schmelzbereich.
Frage 2 von 2SchwerZwei Fettgemische haben ähnlich lange Ketten. Gemisch A enthält mehr Doppelbindungen als Gemisch B. Welche Vorhersage ist begründet?
Lösung: Gemisch A hat voraussichtlich den niedrigeren Schmelzbereich. — Bei ähnlicher Kettenlänge sprechen mehr cis-Doppelbindungen für schwächere Wechselwirkungen und damit einen niedrigeren Schmelzbereich.
Warum mischen sich Fett und Wasser nicht dauerhaft?

Die langen Kohlenwasserstoffketten der Fettsäurereste sind unpolar. Sie prägen das Verhalten des gesamten Fettmoleküls: Fette sind hydrophob, also wassermeidend, und zugleich lipophil, also in fettähnlichen unpolaren Stoffen gut löslich.

Wasser ist polar. Weil Wasser und Fett sehr unterschiedliche Teilcheneigenschaften haben, bilden sie getrennte Phasen. Die geringere Dichte vieler Fette erklärt, warum die Fettphase häufig oben schwimmt; sie ist aber nicht die Ursache der schlechten Mischbarkeit.

Definition

Emulgator

Ein Emulgator besitzt einen hydrophilen, wasserfreundlichen Teil und einen lipophilen, fettfreundlichen Teil. Er ordnet sich an der Grenzfläche an und kann fein verteilte Fett- und Wassertröpfchen stabilisieren.

Beispiel

Schüttelst du Öl und Wasser, entstehen kurzzeitig kleine Tröpfchen. Ohne passenden Emulgator vereinigen sie sich wieder, und die Phasen trennen sich. Ein Emulgator kann diese Tröpfchen stabilisieren; so entsteht eine Emulsion.

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Frage 1 von 1MittelÖl schwimmt nach dem Schütteln wieder auf Wasser. Welche Erklärung trennt zwei Beobachtungen korrekt?
Lösung: Unpolarität erklärt die Phasentrennung; die geringere Dichte erklärt die obere Lage der Ölphase. — Die langen unpolaren Ketten verursachen die Hydrophobie. Die Dichte entscheidet anschließend, welche Phase oben liegt.
Wie weist du einen Fettfleck kontrolliert nach?

Bei der Fettfleckprobe hinterlassen schwer flüchtige Fette auf Papier einen bleibenden, durchscheinenden Fleck. Ein einzelner Fleck beweist jedoch nicht eindeutig, dass ein Lebensmittel Fett enthält: Auch Mineralöle können ein positives Ergebnis liefern.

Versuchsplan

  1. Beschrifte drei getrennte Stellen auf Filterpapier: Wasser, Speiseöl und Probe.
  2. Gib auf jede Stelle die gleiche kleine Menge. Wasser ist die Negativkontrolle, Speiseöl die Positivkontrolle.
  3. Lass die Stellen unter gleichen Bedingungen trocknen.
  4. Halte das Papier gegen eine Lichtquelle und vergleiche die Stellen.

Ein dauerhaft durchscheinender Fleck wie bei der Positivkontrolle ist ein Hinweis auf Fett oder einen anderen schwer flüchtigen öligen Stoff. Verschwindet der Fleck wie bei Wasser, ist die Probe unter diesen Bedingungen negativ.

Gut zu wissen

Eine Kontrolle zeigt, ob dein Versuchsaufbau grundsätzlich funktioniert. Die Positivkontrolle muss den erwarteten Fleck ergeben; die Negativkontrolle zeigt, wie Papier ohne Fett nach dem Trocknen aussieht.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei der Fettfleckprobe dient als Positivkontrolle und als Negativkontrolle. Ein bleibend Fleck ist ein Hinweis, aber kein spezifischer Beweis. Auch kann einen solchen Fleck hinterlassen.

Lösungen: Lücke 1: Speiseöl; Lücke 2: Wasser; Lücke 3: durchscheinender; Lücke 4: Mineralöl. Ein kontrollierter Nachweis braucht Vergleichsproben. Weil auch Mineralöl positiv reagieren kann, ist die Fettfleckprobe nicht spezifisch.
Wie lassen sich Esterbindungen verändern?

Die Esterbindungen sind der Schlüssel zu mehreren Reaktionen von Fetten.

  • Veresterung: Glycerin und Fettsäuren werden unter Wasserabspaltung zu einem Triacylglycerin verknüpft.
  • Hydrolyse: Wasser spaltet Esterbindungen. Aus einem Triacylglycerin entstehen Glycerin und Fettsäuren.
  • Verseifung: Bei der Esterspaltung mit Alkalihydroxiden entstehen Glycerin und Fettsäuresalze. Diese Salze sind Seifen.
  • Umesterung: Der Alkoholanteil eines Esters wird ausgetauscht. Bei der Reaktion eines Triacylglycerins mit drei Methanolmolekülen entstehen drei Fettsäuremethylester und Glycerin. Die Fettsäuremethylester können als Biodiesel dienen.
Beispiel

Du sollst die Produkte einer Verseifung nennen. Gehe vom Aufbau aus: Drei Esterbindungen verbinden Glycerin mit drei Fettsäureresten. Bei der alkalischen Spaltung wird der Glycerinrest wieder frei; die Fettsäurereste liegen als Salze vor. Ergebnis: Glycerin und Seifen.

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Frage 1 von 2MittelBei welcher Reaktion entstehen aus einem Fett Glycerin und Fettsäuresalze?
Lösung: Bei der Verseifung mit Alkalihydroxid. — Verseifung ist eine chemische Esterspaltung. Schmelzen verändert nur den Aggregatzustand.
Frage 2 von 2SchwerWodurch unterscheidet sich die Umesterung mit Methanol von der Verseifung?
Lösung: Sie erzeugt Fettsäuremethylester statt Fettsäuresalzen. — Bei der Umesterung wird der Alkoholanteil ausgetauscht; bei der Verseifung entstehen Salze der Fettsäuren.
Welche Bedeutung haben Fette?

Fette liefern etwa 37 kJ pro Gramm. Kohlenhydrate und Proteine liefern zum Vergleich etwa 17 kJ pro Gramm. Der hohe Energiegehalt passt zur Funktion als langfristiger Energiespeicher.

Im Körper dienen Fette außerdem als Wärmeisolation und Schutzpolster. Sie helfen beim Umgang mit fettlöslichen Stoffen, darunter einige Vitamine. Diese physiologischen Funktionen sind von der chemischen Stoffklasse zu unterscheiden: Ein Lebensmittel ist meist ein Gemisch aus vielen Stoffen und nicht einfach „ein Fettmolekül“.

Merke

Trenne drei Ebenen: Stoffklasse beschreibt den chemischen Aufbau, Lebensmittel bezeichnet ein Stoffgemisch, und Funktion beschreibt eine Wirkung im Organismus oder eine technische Nutzung.

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Frage 1 von 1SchwerEine Schülerin sagt: „Butter ist ein einziges Triacylglycerin.“ Was ist die beste Korrektur?
Lösung: Butter ist ein Lebensmittelgemisch und enthält verschiedene Triacylglycerine sowie weitere Bestandteile. — Die chemische Stoffklasse und das Lebensmittelgemisch dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Fette
    • Aufbau: Glycerin + drei Fettsäurereste + drei Esterbindungen
    • Eigenschaften: Schmelzbereich und Hydrophobie
    • Strukturbezug: Kettenlänge und Doppelbindungen
    • Reaktionen: Veresterung, Hydrolyse, Verseifung, Umesterung
    • Untersuchung: Fettfleckprobe mit Kontrollen
    • Einordnung: Stoffklasse, Gemisch und Funktion unterscheiden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Bindungsart verbindet Glycerin- und Fettsäurereste im Triacylglycerin?
Lösung: Esterbindungen — Ein Triacylglycerin enthält drei Esterbindungen zwischen Glycerinrest und Fettsäureresten.
Frage 2 von 3MittelEin unbekanntes Fettgemisch enthält besonders viele lange, gesättigte Fettsäurereste. Welche Eigenschaft ist eher zu erwarten?
Lösung: Ein höherer Schmelzbereich — Lange, gesättigte Ketten können dicht packen und stärker wechselwirken. Als Gemisch besitzt das Material dennoch meist einen Schmelzbereich.
Frage 3 von 3SchwerEine Probe erzeugt denselben bleibenden Fleck wie Speiseöl; Wasser trocknet ohne Fleck. Welche Schlussfolgerung ist fachlich angemessen?
Lösung: Die Probe enthält wahrscheinlich Fett oder einen anderen schwer flüchtigen öligen Stoff; ein spezifischer Beweis ist das nicht. — Die Kontrollen machen das Ergebnis auswertbar. Die bekannte Unspezifität begrenzt jedoch die Aussage.

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