Stoffgemische trennen in der Grundschule
Ein Stoffgemisch kannst du trennen, wenn sich seine Bestandteile in einer nutzbaren Eigenschaft unterscheiden. Bei Kies, Sand und Wasser helfen vor allem Korngröße und Sinkverhalten. Die Stoffe werden beim Mischen und Trennen nicht in neue Stoffe umgewandelt.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was macht ein Stoffgemisch trennbar?
Stell dir eine Schüssel mit Kies, Sand und Wasser vor. Alles befindet sich zusammen in einem Gefäß, doch Kies bleibt Kies, Sand bleibt Sand und Wasser bleibt Wasser.
Stoffgemisch
Ein Stoffgemisch enthält mindestens zwei verschiedene Stoffe. Beim Vermischen entstehen nicht automatisch neue Stoffe.
Zum Trennen suchst du nach einer Eigenschaft, in der sich die Bestandteile unterscheiden:
- Kiesstücke sind größer als Sandkörner.
- Sandkörner sind größer als die Poren eines passenden Filters.
- Sand löst sich nicht im Wasser und sinkt nach unten.
Erst vergleichst du die Eigenschaften der Bestandteile. Dann wählst du das passende Trennverfahren.
Welches Verfahren passt zu welcher Eigenschaft?
Die Verfahren haben unterschiedliche Aufgaben. Entscheidend ist nicht ihr Name, sondern die Eigenschaft, die sie nutzen.
| Verfahren | Wann passt es? | Genutzte Eigenschaft |
|---|---|---|
| Sortieren | Große, sichtbare Stücke lassen sich einzeln herausnehmen. | Größe oder Aussehen |
| Sieben | Große Körner sollen von kleineren Körnern oder einer Flüssigkeit getrennt werden. | Korngröße und Maschenweite |
| Filtrieren | Kleine, ungelöste Feststoffteilchen befinden sich in einer Flüssigkeit. | Teilchengröße und Porengröße |
| Absetzen lassen | Ungelöste Teilchen sinken mit der Zeit nach unten. | Sinkverhalten |
| Vorsichtiges Abgießen | Nach dem Absetzen soll die Flüssigkeit über dem Bodensatz abgetrennt werden. | Lage der getrennten Schichten |
Beim Sieben bleiben Teilchen zurück, die größer als die Siebmaschen sind. Kleinere Teilchen und Wasser gelangen hindurch.
Beim Filtrieren hält ein feinporiger Filter ungelöste Feststoffteilchen zurück. Der Stoff im Filter heißt Filterrückstand. Die hindurchgelaufene Flüssigkeit heißt Filtrat.
Beim Absetzen, fachlich auch Sedimentieren genannt, sinkt ungelöster Sand zum Boden. Der Sand am Boden bildet den Bodensatz. Danach kann die Flüssigkeit vorsichtig abgegossen werden. Dieses Abgießen heißt Dekantieren.
Absetzen und Abgießen trennen oft nicht vollständig: Damit kein Sand mitfließt, muss etwas Wasser beim Bodensatz bleiben. Filtrieren kann den restlichen Sand genauer abtrennen.
Wie trennst du Kies, Sand und Wasser?
Für diesen ungefährlichen Versuch brauchst du ein grobes Sieb, einen passenden Filter mit Halterung, mehrere Gefäße und das Gemisch. Führe Versuche nur mit bekannten, ungefährlichen Stoffen und nach den Regeln deiner Lehrkraft oder einer erwachsenen Aufsicht durch. Probiere die Stoffe niemals durch Kosten.
Aufgabe: Trenne Kies, Sand und Wasser möglichst weit voneinander.
- Gemisch untersuchen: Der Kies ist deutlich gröber als der Sand. Sand löst sich nicht im Wasser.
- Kies absieben: Gieße das Gemisch langsam durch ein grobes Sieb in ein zweites Gefäß. Der Kies bleibt im Sieb. Sand und Wasser laufen hindurch.
- Sand und Wasser filtern: Setze einen geeigneten Filter in eine Halterung und stelle ein leeres Gefäß darunter. Gieße das Sand-Wasser-Gemisch langsam hinein.
- Ergebnis prüfen: Der Sand bleibt als Filterrückstand im Filter. Das Wasser läuft als Filtrat in das Gefäß.
Die Reihenfolge ist begründet: Zuerst wird der größte Feststoff mit dem groben Sieb entfernt. Danach hält der feinere Filter die kleineren Sandkörner zurück.
Nenne das aufgefangene Wasser nicht automatisch reines Wasser. Ein Filter hält passende ungelöste Teilchen zurück, aber nicht jeden möglicherweise gelösten Stoff.
Eine mögliche Alternative
Du kannst das Sand-Wasser-Gemisch zunächst ruhig stehen lassen. Wenn der Sand abgesunken ist, gießt du einen Teil des Wassers vorsichtig ab. Den Rest kannst du anschließend filtern. Es gibt also mehr als einen sinnvollen Weg, solange du jeden Schritt mit einer Eigenschaft begründest.
Wie planst und prüfst du eine eigene Trennfolge?
Nutze für jedes ungefährliche Gemisch dieselben fünf Denkfragen:
- Welche Stoffe sind im Gemisch enthalten?
- Welche beobachtbaren Eigenschaften unterscheiden sie?
- Welches Verfahren nutzt genau einen dieser Unterschiede?
- In welcher Reihenfolge lassen sich grobe und feine Bestandteile sinnvoll trennen?
- Woran erkennst du nach jedem Schritt, ob die Trennung gelungen ist?
Eine einfache Zeichnung kann deinen Plan sichtbar machen:
Kies + Sand + Wasser → Sieb → Kies | Sand + Wasser → Filter → Sand | Wasser
Der Pfeil zeigt jeweils einen Trennschritt. Hinter dem Verfahren stehen die getrennten Anteile.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Beim Sieben entscheidet die . Beim Filtrieren bleibt der Sand als zurück. Die hindurchgelaufene Flüssigkeit heißt . Beim Absetzen sammelt sich der Sand als unten im Gefäß.
Typische Fehler vermeiden
- Das falsche Sieb wählen: Sind die Maschen größer als die Kiesstücke, fällt auch der Kies hindurch.
- Zu schnell gießen: Das Gefäß oder der Filter kann überlaufen.
- Nach dem Absetzen rühren: Dadurch verteilt sich der Sand wieder im Wasser.
- Filtern mit Auflösen verwechseln: Der Filter verändert den Sand nicht, sondern hält ihn zurück.
- Das Filtrat vorschnell für rein halten: Gelöste Stoffe können einen Filter passieren.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Stoffgemische trennen
- Eigenschaften vergleichen
- Korngröße
- Sinkverhalten
- Verfahren auswählen
- Sieben für grobe Teilchen
- Filtrieren für kleine ungelöste Teilchen
- Absetzen und Abgießen für einen Bodensatz
- Trennfolge planen
- Stoffe bestimmen
- Von grob zu fein trennen
- Ergebnis nach jedem Schritt prüfen
- Stoffe bleiben erhalten
- Mischen ist keine Stoffumwandlung
- Trennen ist keine Stoffumwandlung
- Eigenschaften vergleichen
Mit Google fortfahren