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Flexion: Deklination und Konjugation erklärt

Flexion: Deklination und Konjugation erklärt
Flexion: Deklination und Konjugation erklärt
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Flexion oder Beugung bedeutet: Ein Wort verändert seine Form, damit es zu seiner grammatischen Aufgabe im Satz passt. Bei Nomen, Artikeln, Adjektiven und Pronomen heißt diese Veränderung Deklination, bei Verben Konjugation.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du Flexion?

Vergleiche die Sätze:

  • Das Kind spielt.
  • Die Kinder spielen.

Kind wird zu Kinder, das wird zu die und spielt wird zu spielen. Die Wortformen ändern sich, weil nun mehrere Kinder gemeint sind.

Definition

Flexion

Flexion ist die grammatisch bedingte Veränderung der Form eines Wortes. Dabei entsteht kein neues Wort, sondern eine andere Form desselben Wortes.

Flektierbar sind im Deutschen:

  • Nomen: Kind – Kinder – Kindern
  • Verben: spiele – spielst – spielte
  • Adjektive: klein – kleine – kleinen
  • Artikel: der – die – den
  • Pronomen: ich – mir – mich
  • manche Zahlwörter: ein – eines – einem

Präpositionen wie mit, Konjunktionen wie weil, Adverbien wie heute und andere Partikeln verändern ihre Form dagegen nicht.

Merke

Flexion passt eine Wortform an den Satz an. Das Wort bleibt in seiner Grundbedeutung dasselbe.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtIn welcher Reihe stehen nur verschiedene Flexionsformen desselben Wortes?
Lösung: Kind – Kinder – Kindern — Bei der Flexion bleibt es dasselbe Wort. Kind, Kinder und Kindern unterscheiden sich nur in ihren grammatischen Merkmalen.
Wie funktioniert die Deklination?

Die Flexion von Nomen, Artikeln, Adjektiven und Pronomen heißt Deklination. Wichtig sind dabei drei Merkmale:

  • Kasus: der Fall, also Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ
  • Numerus: die Zahl, also Singular oder Plural
  • Genus: das grammatische Geschlecht, also Maskulinum, Femininum oder Neutrum

Ein Nomen besitzt normalerweise ein festes Genus. Kind ist zum Beispiel Neutrum. Kasus und Numerus können sich im Satz ändern. Artikel und Adjektive zeigen das Genus des Nomens durch ihre passende Form mit an.

Ein Nomen in vier Fällen

KasusFrageSingularPlural
NominativWer oder was?das Kinddie Kinder
GenitivWessen?des Kindesder Kinder
DativWem?dem Kindden Kindern
AkkusativWen oder was?das Kinddie Kinder
Beispiel

Wir helfen den kleinen Kindern.

  1. Das Verb helfen verlangt hier den Dativ: Wem helfen wir?
  2. Gemeint sind mehrere Kinder: Plural.
  3. Deshalb stehen Artikel, Adjektiv und Nomen im Dativ Plural: den kleinen Kindern.
  4. Am Nomen erscheint zusätzlich die Endung -n: Kindern.

Bei Adjektiven hängt die Endung außerdem davon ab, welcher Artikel vorausgeht:

  • bestimmter Artikel: der alte Hund
  • unbestimmter Artikel: ein alter Hund
  • ohne Artikel: alter Hund
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In „Sie fährt mit einem neuen Fahrrad“ steht die Wortgruppe im . Der Artikel lautet , das Adjektiv .

Lösungen: Lücke 1: Dativ; Lücke 2: einem; Lücke 3: neuen. Die Präposition mit verlangt den Dativ. Fahrrad ist Neutrum und steht im Singular. Deshalb heißt es mit einem neuen Fahrrad.
Wie funktioniert die Konjugation?

Die Flexion eines Verbs heißt Konjugation. Die Verbform kann folgende grammatische Merkmale ausdrücken:

  • Person: erste, zweite oder dritte Person
  • Numerus: Singular oder Plural
  • Tempus: die Zeitform
  • Modus: zum Beispiel Aussage, Aufforderung oder Möglichkeit
  • Genus Verbi: Aktiv oder Passiv
Beispiel

Das Verb spielen verändert sich mit Person und Numerus:

PersonSingularPlural
1. Personich spielewir spielen
2. Persondu spielstihr spielt
3. Personer, sie, es spieltsie spielen

In Du spielst zeigt die Endung -st die zweite Person Singular an.

Verbformen entstehen nicht immer nur durch eine Endung:

  • schwach: spiele – spielte; das Präteritum wird mit -t- gebildet.
  • stark: singe – sang; der Stammvokal verändert sich.
  • unregelmäßig: bin – bist – ist – seid – sind; innerhalb des Verbs erscheinen stark verschiedene Formen.

Auch Modus und Genus Verbi verändern Verbformen:

  • Aussage im Indikativ: Du kommst.
  • Aufforderung im Imperativ: Komm!
  • Wunsch im Konjunktiv II: Wenn du doch kämst!
  • Aktiv: Der Unternehmer entließ die Angestellten.
  • Passiv: Die Angestellten wurden entlassen.
Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Erklärung zu „du sangst“ ist richtig?
Lösung: Die Form gehört zur zweiten Person Singular im Präteritum. — Sangst ist eine konjugierte Form von singen. Das Pronomen du zeigt die zweite Person Singular; der Stamm sang- zeigt hier das Präteritum.
Warum müssen Wortformen zusammenpassen?

Zusammengehörige Wörter tragen häufig passende grammatische Merkmale. Diese Übereinstimmung heißt Kongruenz.

Definition

Kongruenz

Kongruenz ist die grammatische Übereinstimmung zusammengehöriger Wörter oder Wortgruppen.

Betrachte den Satz:

Wir sehen den kleinen Jungen.

  • Wir sehen: Das Subjekt steht in der ersten Person Plural. Dazu passt die Verbform sehen.
  • den kleinen Jungen: Artikel, Adjektiv und Nomen gehören zusammen. Sie stehen im Akkusativ Singular Maskulinum.

Ein häufiger Fehler entsteht, wenn man sich beim Verb von einem nahe stehenden Pluralwort täuschen lässt:

  • richtig: Das Korpus der Quellen besteht aus Berichten.
  • falsch: Das Korpus der Quellen bestehen aus Berichten.

Das Subjekt ist das Korpus und steht im Singular. Deshalb muss auch das Verb im Singular stehen: besteht.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Form ergänzt den Satz richtig: „Die Gruppe der Kinder … im Hof“?
Lösung: spielt — Frage: Wer spielt? Die Gruppe spielt. Das Subjekt steht in der dritten Person Singular, deshalb lautet die Verbform spielt.
Frage 2 von 2SchwerWarum ist „den schnellen Fahrrad“ falsch?
Lösung: Artikel und Adjektiv zeigen eine maskuline Form, aber Fahrrad ist Neutrum. — Artikel, Adjektiv und Nomen müssen zusammenpassen. Je nach Satz wäre zum Beispiel das schnelle Fahrrad oder mit dem schnellen Fahrrad richtig.
Was ist keine Flexion?

Nicht jede Veränderung eines Wortes ist Flexion. Entscheidend ist, ob nur eine grammatische Form oder ein neues Wort entsteht.

VorgangBeispielErgebnis
Flexionspielen – spielstandere Form desselben Verbs
Ableitungspielen – Spielerneues Wort mit neuer Bedeutung
ZusammensetzungSpiel + Platz – Spielplatzneues Wort aus mehreren Wörtern
Merke

Ändert sich nur die grammatische Form, liegt Flexion vor. Entsteht ein neues Wort mit eigener Bedeutung, liegt Wortbildung vor.

Nicht alle Flexionsformen folgen einem einzigen Muster. Bei einigen Verben gibt es mehrere gebräuchliche Varianten. So gelten sowohl du backst als auch du bäckst sowie er backt und er bäckt.

Ein besonderer Fall ist möchte: Diese Form gehört zum Konjunktiv II von mögen. Es gibt deshalb keine Vergangenheitsform möchtete.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEine Schülerin ordnet „abends“ und „am Abend“ derselben Flexionsreihe zu. Was spricht dagegen?
Lösung: abends und Abend werden im Satz unterschiedlich verwendet; es sind nicht bloß zwei grammatische Formen desselben Wortes. — Bei der Bestimmung reicht eine ähnliche Bedeutung nicht aus. Du musst Form und Verwendung im Satz prüfen: abends wird unverändert als Adverb gebraucht, Abend ist ein deklinierbares Nomen.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Flexion
    • Deklination: nominale Wortarten
    • Konjugation: Verben
    • Merkmale: Kasus, Numerus, Genus, Person und Zeit
    • Kongruenz: passende Formen im Satz
    • Abgrenzung: Flexion verändert die Form, Wortbildung erzeugt ein neues Wort
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWie heißt die Flexion eines Verbs?
Lösung: Konjugation — Verben werden konjugiert. Andere flektierbare Wortarten werden dekliniert.
Frage 2 von 3MittelWelche Wortgruppe steht im Dativ Plural?
Lösung: mit den kleinen Hunden — Mit verlangt den Dativ. Im Plural zeigen den, kleinen und Hunden gemeinsam die passende Form.
Frage 3 von 3SchwerWelcher Satz ist grammatisch richtig und warum?
Lösung: Das Paket mit den Büchern liegt im Flur, weil das Singularwort Paket die Verbform bestimmt. — Das Subjekt das Paket steht in der dritten Person Singular, daher heißt es liegt. Nach mit steht außerdem der Dativ: mit den Büchern.

Prüfe beim nächsten Satz in drei Schritten: Welche Wörter sind flektierbar? Welche grammatischen Merkmale verlangt der Satz? Passen die zusammengehörigen Formen zueinander?

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