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Reflexivpronomen: Formen, Fälle und Verwendung

Reflexivpronomen: Formen, Fälle und Verwendung
Reflexivpronomen: Formen, Fälle und Verwendung
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Reflexivpronomen wie mich, dir oder sich verweisen auf das Subjekt des Satzes. Du brauchst sie vor allem, wenn eine Handlung auf die handelnde Person zurückwirkt oder zwischen mehreren Personen wechselseitig geschieht.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Den Rückbezug erkennen

Vergleiche diese Sätze:

  • Lena schminkt sich.
  • Lena schminkt Mia.

Im ersten Satz führt Lena die Handlung aus und ist zugleich davon betroffen. Sich verweist auf das Subjekt Lena. Im zweiten Satz betrifft die Handlung eine andere Person.

Definition

Reflexivpronomen

Ein Reflexivpronomen ist ein rückbezügliches Fürwort. Es richtet sich nach der Person des Subjekts und verweist auf dieses Subjekt zurück.

Beispiel

In „Ich sehe mich im Spiegel“ bezeichnet ich die handelnde Person. Mich bezeichnet dieselbe Person. Das Pronomen ist deshalb reflexiv.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelcher Satz enthält ein Reflexivpronomen?
Lösung: Du erinnerst dich. — In „Du erinnerst dich“ beziehen sich „du“ und „dich“ auf dieselbe Person.
Frage 2 von 2MittelWorauf bezieht sich „sich“ in „Die Kinder setzen sich“?
Lösung: auf die Kinder — Das Subjekt „die Kinder“ führt die Handlung aus und ist zugleich davon betroffen.
Die Formen sicher zuordnen

Die Form des Reflexivpronomens richtet sich nach der Person des Subjekts und nach dem Kasus.

Person des SubjektsAkkusativDativ
ichmichmir
dudichdir
er, sie, essichsich
wirunsuns
ihreucheuch
sie, Siesichsich

Nur bei ich und du unterscheiden sich Akkusativ und Dativ sichtbar: mich–mir und dich–dir.

Merke

Bestimme zuerst die Person des Subjekts. Entscheide danach, ob das Reflexivpronomen im Akkusativ oder Dativ stehen muss.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Reflexivpronomen passt zu „ihr“?
Lösung: euch — Zum Subjekt „ihr“ gehört im Akkusativ und Dativ die Form „euch“.
Frage 2 von 2MittelWelche Formen können zum Subjekt „du“ gehören?
Lösung: dich und dir — „Dich“ ist Akkusativ, „dir“ ist Dativ. Welche Form passt, entscheidet der Satz.
Akkusativ oder Dativ wählen

Ohne weiteres Objekt steht das Reflexivpronomen meistens im Akkusativ:

  • Ich wasche mich.
  • Du kämmst dich.
  • Wir konzentrieren uns.

Steht daneben ein weiteres Akkusativobjekt, bezeichnet das Reflexivpronomen meist die betroffene Person im Dativ:

  • Ich wasche mir die Hände.
  • Du putzt dir die Zähne.
  • Paul zieht sich eine neue Hose an.

Im Satz „Ich wasche mir die Hände“ antwortet die Hände auf „Wen oder was wasche ich?“ und ist das Akkusativobjekt. Mir bezeichnet die Person im Dativ.

Beispiel

So entscheidest du bei „Du putzt ___ die Zähne“:

  1. Das Subjekt ist du. Möglich sind daher dich oder dir.
  2. „Die Zähne“ ist bereits das Akkusativobjekt.
  3. Das Reflexivpronomen steht deshalb im Dativ.
  4. Der vollständige Satz lautet: „Du putzt dir die Zähne.“

Nicht immer entscheidet ein weiteres Objekt. Manche Verben verlangen selbst den Dativ. Deshalb heißt es: „Du schadest dir.“

Merke

Nutze diese Reihenfolge: Prüfe zuerst, welchen Kasus das Verb verlangt. Suche dann nach einem weiteren Akkusativobjekt. Ohne ein solches Objekt steht das Reflexivpronomen meistens im Akkusativ; neben einem Akkusativobjekt meistens im Dativ.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Ich wasche . Ich wasche die Hände. Du schadest . Wir kaufen ein Auto.

Lösungen: Lücke 1: mich; Lücke 2: mir; Lücke 3: dir; Lücke 4: uns. „Mich“ steht ohne weiteres Objekt im Akkusativ. Vor „die Hände“ und „ein Auto“ bezeichnet das Reflexivpronomen die Person im Dativ. „Schaden“ verlangt hier ebenfalls den Dativ.
Reflexiv oder wechselseitig verstehen

Ein Reflexivpronomen kann unterschiedliche Beziehungen ausdrücken.

  • Reflexiv bedeutet sich selbst: „Ich sehe mich im Spiegel.“
  • Reziprok bedeutet einander oder gegenseitig: „Tim und Jana umarmen sich.“

Eine reziproke Handlung braucht mindestens zwei beteiligte Personen. Das Subjekt kann deshalb im Plural stehen oder aus mehreren Personen bestehen.

Definition

Reziproke Bedeutung

Bei einer reziproken Bedeutung handeln mindestens zwei Personen wechselseitig: Jede Person richtet die Handlung auf die andere. Als Probe kannst du das Reflexivpronomen durch „einander“ oder „miteinander“ ersetzen.

Beispiel

„Wir treffen uns morgen“ kann bedeuten: Wir treffen einander morgen. Die Ersatzprobe funktioniert; die Bedeutung ist reziprok.

Bei „Wir waschen uns nach dem Sport“ ist dagegen normalerweise gemeint, dass jede Person sich selbst wäscht. Der Zusammenhang entscheidet also mit.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Formulierung erklärt „Tim und Jana umarmen sich“ passend?
Lösung: Tim und Jana umarmen einander. — „Sich“ bedeutet in diesem Satz „einander“ und wird reziprok verwendet.
Frage 2 von 2MittelWelcher Satz ist eindeutig reflexiv?
Lösung: Ich sehe mich im Spiegel. — Bei „Ich sehe mich“ sind die handelnde und die gesehene Person identisch. Eine wechselseitige Bedeutung ist mit nur einer beteiligten Person ausgeschlossen.
Die Wortstellung prüfen

Im Hauptsatz steht das Reflexivpronomen gewöhnlich nach dem konjugierten Verb:

  • Sie freut sich.

Steht ein Personalpronomen als Subjekt hinter dem Verb, folgt das Reflexivpronomen darauf:

  • Heute freut sie sich.

Im Nebensatz steht das Reflexivpronomen nach einem Personalpronomen als Subjekt:

  • Sie sagt, dass sie sich freut.

Besteht das Subjekt aus einem Nomen oder einer Nominalgruppe, kann das Reflexivpronomen direkt nach der Konjunktion stehen:

  • Sie weiß, dass sich ihre beste Freundin für ein Studium interessiert.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Sie , weil sie bestanden hat. Sie sagt, dass freut. Sie weiß, dass ebenfalls interessiert.

Lösungen: Lücke 1: freut sich; Lücke 2: sie sich; Lücke 3: sich ihre Freundin. Im Hauptsatz folgt „sich“ dem konjugierten Verb. Im Nebensatz steht es nach einem Personalpronomen als Subjekt oder bei einer folgenden Nominalgruppe direkt nach der Konjunktion.
Formen und Bedeutungen anwenden

Gehe bei jedem Satz in drei Schritten vor:

  1. Bestimme das Subjekt und damit die möglichen Pronomenformen.
  2. Prüfe den Kasus: Verlangt das Verb den Dativ oder gibt es ein weiteres Akkusativobjekt?
  3. Prüfe die Bedeutung: Handelt jemand an sich selbst oder handeln mehrere Personen wechselseitig?
Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWelcher Satz ist richtig ergänzt?
Lösung: Die Kinder benehmen sich gut. — Das Subjekt steht in der dritten Person Plural. Dazu gehört „sich“.
Frage 2 von 4MittelWelche Form ergänzt „Ich sehe ___ den Film an“?
Lösung: mir — Zum Subjekt „ich“ gehört hier die Dativform „mir“, weil „den Film“ bereits im Akkusativ steht.
Frage 3 von 4MittelWelche Ergänzung ist richtig?
Lösung: Paul zieht sich eine neue Hose an. — „Eine neue Hose“ ist das Akkusativobjekt. Für Paul lautet die Form im Dativ wie im Akkusativ „sich“.
Frage 4 von 4SchwerWas zeigt die Ersatzprobe bei „Wir treffen uns im Park“?
Lösung: „Wir treffen einander“ ist möglich; der Satz kann reziprok gemeint sein. — Die Ersetzung durch „einander“ zeigt eine mögliche reziproke Bedeutung. Der Zusammenhang entscheidet über die genaue Lesart.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Reflexivpronomen
    • Bezug: verweist auf das Subjekt
    • Formen: mich, mir, dich, dir, sich, uns, euch
    • Kasus: meistens Akkusativ oder neben Akkusativobjekt Dativ
    • Sonderprüfung: vom Verb verlangten Kasus beachten
    • reflexive Bedeutung: sich selbst
    • reziproke Bedeutung: einander oder miteinander
    • Wortstellung: vom Haupt- oder Nebensatz abhängig
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Form gehört im Dativ zum Subjekt „ich“?
Lösung: mir — Die Dativform zu „ich“ lautet „mir“.
Frage 2 von 3MittelWarum heißt es „Ich binde mir die Schuhe zu“?
Lösung: „Die Schuhe“ ist das Akkusativobjekt; das Reflexivpronomen steht im Dativ. — Zuerst wird „die Schuhe“ als Akkusativobjekt erkannt. Die betroffene Person wird deshalb mit „mir“ im Dativ bezeichnet.
Frage 3 von 3SchwerIn welchem Satz ist die reziproke Bedeutung durch die Ersatzprobe erkennbar?
Lösung: Die beiden Freunde kennen sich: Sie kennen einander. — Nur im ersten Satz lässt sich „sich“ sinnvoll durch „einander“ ersetzen. Die Beziehung zwischen den beiden Freunden gilt wechselseitig.

Wenn du unsicher bist, prüfe immer Subjekt, Kasus und Bedeutung in dieser Reihenfolge. So findest du nicht nur die richtige Form, sondern kannst deine Entscheidung auch begründen.

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