Reflexivpronomen: Formen, Fälle und Verwendung
Reflexivpronomen wie mich, dir oder sich verweisen auf das Subjekt des Satzes. Du brauchst sie vor allem, wenn eine Handlung auf die handelnde Person zurückwirkt oder zwischen mehreren Personen wechselseitig geschieht.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Den Rückbezug erkennen
Vergleiche diese Sätze:
- Lena schminkt sich.
- Lena schminkt Mia.
Im ersten Satz führt Lena die Handlung aus und ist zugleich davon betroffen. Sich verweist auf das Subjekt Lena. Im zweiten Satz betrifft die Handlung eine andere Person.
Reflexivpronomen
Ein Reflexivpronomen ist ein rückbezügliches Fürwort. Es richtet sich nach der Person des Subjekts und verweist auf dieses Subjekt zurück.
In „Ich sehe mich im Spiegel“ bezeichnet ich die handelnde Person. Mich bezeichnet dieselbe Person. Das Pronomen ist deshalb reflexiv.
Die Formen sicher zuordnen
Die Form des Reflexivpronomens richtet sich nach der Person des Subjekts und nach dem Kasus.
| Person des Subjekts | Akkusativ | Dativ |
|---|---|---|
| ich | mich | mir |
| du | dich | dir |
| er, sie, es | sich | sich |
| wir | uns | uns |
| ihr | euch | euch |
| sie, Sie | sich | sich |
Nur bei ich und du unterscheiden sich Akkusativ und Dativ sichtbar: mich–mir und dich–dir.
Bestimme zuerst die Person des Subjekts. Entscheide danach, ob das Reflexivpronomen im Akkusativ oder Dativ stehen muss.
Akkusativ oder Dativ wählen
Ohne weiteres Objekt steht das Reflexivpronomen meistens im Akkusativ:
- Ich wasche mich.
- Du kämmst dich.
- Wir konzentrieren uns.
Steht daneben ein weiteres Akkusativobjekt, bezeichnet das Reflexivpronomen meist die betroffene Person im Dativ:
- Ich wasche mir die Hände.
- Du putzt dir die Zähne.
- Paul zieht sich eine neue Hose an.
Im Satz „Ich wasche mir die Hände“ antwortet die Hände auf „Wen oder was wasche ich?“ und ist das Akkusativobjekt. Mir bezeichnet die Person im Dativ.
So entscheidest du bei „Du putzt ___ die Zähne“:
- Das Subjekt ist du. Möglich sind daher dich oder dir.
- „Die Zähne“ ist bereits das Akkusativobjekt.
- Das Reflexivpronomen steht deshalb im Dativ.
- Der vollständige Satz lautet: „Du putzt dir die Zähne.“
Nicht immer entscheidet ein weiteres Objekt. Manche Verben verlangen selbst den Dativ. Deshalb heißt es: „Du schadest dir.“
Nutze diese Reihenfolge: Prüfe zuerst, welchen Kasus das Verb verlangt. Suche dann nach einem weiteren Akkusativobjekt. Ohne ein solches Objekt steht das Reflexivpronomen meistens im Akkusativ; neben einem Akkusativobjekt meistens im Dativ.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Ich wasche . Ich wasche die Hände. Du schadest . Wir kaufen ein Auto.
Reflexiv oder wechselseitig verstehen
Ein Reflexivpronomen kann unterschiedliche Beziehungen ausdrücken.
- Reflexiv bedeutet sich selbst: „Ich sehe mich im Spiegel.“
- Reziprok bedeutet einander oder gegenseitig: „Tim und Jana umarmen sich.“
Eine reziproke Handlung braucht mindestens zwei beteiligte Personen. Das Subjekt kann deshalb im Plural stehen oder aus mehreren Personen bestehen.
Reziproke Bedeutung
Bei einer reziproken Bedeutung handeln mindestens zwei Personen wechselseitig: Jede Person richtet die Handlung auf die andere. Als Probe kannst du das Reflexivpronomen durch „einander“ oder „miteinander“ ersetzen.
„Wir treffen uns morgen“ kann bedeuten: Wir treffen einander morgen. Die Ersatzprobe funktioniert; die Bedeutung ist reziprok.
Bei „Wir waschen uns nach dem Sport“ ist dagegen normalerweise gemeint, dass jede Person sich selbst wäscht. Der Zusammenhang entscheidet also mit.
Die Wortstellung prüfen
Im Hauptsatz steht das Reflexivpronomen gewöhnlich nach dem konjugierten Verb:
- Sie freut sich.
Steht ein Personalpronomen als Subjekt hinter dem Verb, folgt das Reflexivpronomen darauf:
- Heute freut sie sich.
Im Nebensatz steht das Reflexivpronomen nach einem Personalpronomen als Subjekt:
- Sie sagt, dass sie sich freut.
Besteht das Subjekt aus einem Nomen oder einer Nominalgruppe, kann das Reflexivpronomen direkt nach der Konjunktion stehen:
- Sie weiß, dass sich ihre beste Freundin für ein Studium interessiert.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Sie , weil sie bestanden hat. Sie sagt, dass freut. Sie weiß, dass ebenfalls interessiert.
Formen und Bedeutungen anwenden
Gehe bei jedem Satz in drei Schritten vor:
- Bestimme das Subjekt und damit die möglichen Pronomenformen.
- Prüfe den Kasus: Verlangt das Verb den Dativ oder gibt es ein weiteres Akkusativobjekt?
- Prüfe die Bedeutung: Handelt jemand an sich selbst oder handeln mehrere Personen wechselseitig?
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Reflexivpronomen
- Bezug: verweist auf das Subjekt
- Formen: mich, mir, dich, dir, sich, uns, euch
- Kasus: meistens Akkusativ oder neben Akkusativobjekt Dativ
- Sonderprüfung: vom Verb verlangten Kasus beachten
- reflexive Bedeutung: sich selbst
- reziproke Bedeutung: einander oder miteinander
- Wortstellung: vom Haupt- oder Nebensatz abhängig
Abschluss-Check
Wenn du unsicher bist, prüfe immer Subjekt, Kasus und Bedeutung in dieser Reihenfolge. So findest du nicht nur die richtige Form, sondern kannst deine Entscheidung auch begründen.
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