Wortfeld: Bedeutung, Beispiele und Übungen
Ein Wortfeld versammelt Wörter derselben Wortart mit ähnlicher Bedeutung. Zum Wortfeld gehen gehören zum Beispiel schlendern, eilen und marschieren. Welches Wort passt, hängt jedoch vom Satz und von der beabsichtigten Wirkung ab.
Auf dieser Seite lernst du, Wortfelder zu bilden, Bedeutungsnuancen zu unterscheiden und Wiederholungen durch treffende Wörter zu ersetzen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was gehört zu einem Wortfeld?
Wörter eines Wortfeldes haben einen gemeinsamen Bedeutungsbereich. Im engeren Sinn gehören sie derselben Wortart an: Ein Wortfeld kann also beispielsweise aus Verben oder aus Adjektiven bestehen.
Wortfeld
Ein Wortfeld ist eine Gruppe sinnverwandter Wörter derselben Wortart. Die Wörter bezeichnen ähnliche Handlungen, Eigenschaften oder Sachverhalte, unterscheiden sich aber häufig in Einzelheiten und Wirkung.
Beispiele:
- gehen: schlendern, eilen, marschieren, rennen
- sagen: flüstern, rufen, antworten, erklären
- lachen: lächeln, kichern, grinsen, schmunzeln
- spannend: fesselnd, mitreißend, packend
Manchmal wird Wortfeld weiter gefasst. Dann bezeichnet der Ausdruck auch thematisch zusammengehörige Wörter wie Tisch, Stuhl und Schrank unter dem Oberbegriff Möbel. Diese Wörter gehören zwar alle zum selben Thema, sind aber nicht sinnverwandt und können einander nicht ersetzen. Auf dieser Seite steht deshalb die engere Bedeutung im Mittelpunkt.
Dass Wörter zum selben Thema passen, genügt für ein Wortfeld im engeren Sinn nicht. Entscheidend sind ähnliche Bedeutungen innerhalb derselben Wortart.
Bedeutungsnuancen machen Wörter genauer
Sinnverwandte Wörter bedeuten nicht genau dasselbe. Eine Bedeutungsnuance ist ein feiner Bedeutungsunterschied. Sie kann zum Beispiel Lautstärke, Tempo, Stimmung oder Haltung ausdrücken.
Beim Wortfeld sagen zeigen Verben unterschiedliche Arten des Sprechens:
| Bedeutungsnuance | Passende Verben |
|---|---|
| laut | brüllen, schreien |
| leise | flüstern, wispern |
| unüberlegt und viel | quasseln, schnattern |
| unzufrieden | nörgeln, motzen |
| traurig | jammern, weinen |
Auch das Wortfeld gehen enthält deutliche Unterschiede:
- Wer schlendert, geht langsam und ohne Eile.
- Wer eilt, will schnell ans Ziel kommen.
- Wer marschiert, geht in festen, gleichmäßigen Schritten.
- Wer huscht, bewegt sich schnell und möglichst unauffällig.
Im Satz „Mira ging gemütlich durch die Fußgängerzone und betrachtete die Schaufenster“ passt schlenderte besonders gut. Das Wort enthält bereits die Vorstellung einer langsamen, entspannten Bewegung.
„Mira eilte gemütlich“ wäre widersprüchlich: eilen drückt Schnelligkeit und Zeitdruck aus, gemütlich dagegen Ruhe.
Warum entscheidet der Kontext?
Wörter aus demselben Wortfeld lassen sich nicht automatisch in jedem Satz austauschen. Der Kontext ist der sprachliche Zusammenhang, in dem ein Wort steht. Er zeigt, welche Einzelbedeutung gebraucht wird.
„Ich sehe gern Serien“ kann man je nach Sprachsituation durch „Ich schaue gern Serien“ ersetzen. „Ich besichtige gern Serien“ passt dagegen nicht: besichtigen verwendet man für etwas, das man gezielt vor Ort betrachtet, etwa ein Gebäude oder eine Ausstellung.
Prüfe ein Ersatzwort deshalb in drei Schritten:
- Gehört es zur benötigten Wortart?
- Passt seine Bedeutungsnuance zur Situation?
- Bleibt der ganze Satz sinnvoll und widerspruchsfrei?
Ein treffendes Wort passt nicht nur ungefähr zum Thema. Es muss zur Handlung, zur Stimmung und zum gesamten Satz passen.
Ausgangssatz: „Am Ende der Führung sahen wir das Schloss.“
Passende Überarbeitung: „Am Ende der Führung besichtigten wir das Schloss.“
Hier passt besichtigen, weil die Gruppe das Schloss gezielt und vor Ort betrachtet. Im Satz über Serien wäre dasselbe Verb ungeeignet.
Wie unterscheiden sich Wortfeld und Wortfamilie?
Ein Wortfeld verbindet Wörter über ihre Bedeutung. Eine Wortfamilie verbindet Wörter über einen gemeinsamen Wortstamm und ihre Herkunft.
Wortfamilie
Eine Wortfamilie umfasst Wörter mit demselben Wortstamm. Ihre Mitglieder können verschiedenen Wortarten angehören und unterschiedliche Bedeutungen haben.
| Wortfeld gehen | Wortfamilie gehen |
|---|---|
| schlendern | ausgehen |
| eilen | Gehweg |
| marschieren | Gehhilfe |
| rennen | weggehen |
Die Wörter im Wortfeld sind Verben mit ähnlicher Bedeutung, besitzen aber nicht alle denselben Stamm. In der Wortfamilie taucht der Stamm geh wieder auf. Dafür gehören die Wörter nicht zwingend derselben Wortart an: ausgehen ist ein Verb, Gehweg ein Substantiv.
Wie überarbeitest du einen Text mit Wortfeldern?
Wiederholungen sind nicht grundsätzlich falsch. Häufen sie sich jedoch, wirkt ein Text schnell eintönig oder ungenau. Wörter aus einem Wortfeld helfen dir, eine Handlung genauer zu beschreiben.
Ausgangstext:
Lauras Mutter sagt, dass Laura ihre Hausaufgaben jetzt machen soll. Laura sagt, dass sie lieber spielen will. Darauf sagt ihre Mutter, dass Laura eine Woche lang keine Videospiele spielen darf.
Überarbeitung:
Lauras Mutter befiehlt, dass Laura ihre Hausaufgaben jetzt machen soll. Laura erwidert, dass sie lieber spielen will. Darauf antwortet ihre Mutter, dass Laura eine Woche lang keine Videospiele spielen darf.
Die Ersatzwörter vermeiden nicht nur Wiederholungen:
- befiehlt zeigt, dass die Mutter eine nachdrückliche Anweisung gibt;
- erwidert zeigt, dass Laura auf die Anweisung reagiert;
- antwortet kennzeichnet die folgende Reaktion der Mutter.
Übung: Finde treffende Verben
Überarbeite den Text. Ersetze jede Form von gehen durch ein Verb, das zum Kontext passt.
Nach dem Essen ging Nele ohne Eile durch den Park. Als sie die Uhr sah, ging sie schnell zur Bushaltestelle. Ein kleines Tier ging plötzlich und fast unbemerkt durch das Gebüsch.
Mögliche Lösung:
Nach dem Essen schlenderte Nele durch den Park. Als sie die Uhr sah, eilte sie zur Bushaltestelle. Ein kleines Tier huschte plötzlich durch das Gebüsch.
Schlendern passt zur fehlenden Eile, eilen zum Zeitdruck und huschen zur schnellen, unauffälligen Bewegung. Andere Lösungen sind nur dann überzeugend, wenn ihre Bedeutungsnuance ebenfalls zum Satz passt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Wortfeld
- erkennen
- gleiche Wortart
- ähnliche Bedeutung
- unterscheiden
- Bedeutungsnuancen
- Kontext
- anwenden
- treffende Wörter wählen
- Wiederholungen überarbeiten
- abgrenzen
- Wortfamilie: gleicher Stamm
- Themenfeld: gemeinsames Thema
- erkennen
Abschluss-Check
Du kannst ein Wortfeld sicher nutzen, wenn du nicht beim Sammeln ähnlicher Wörter stehen bleibst: Vergleiche ihre Bedeutungsnuancen, prüfe den Kontext und entscheide dich für das Wort, das die Situation am genauesten ausdrückt.
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