Englische Quellen recherchieren und prüfen
Eine gute englischsprachige Recherche beginnt mit einer klaren Frage. Danach suchst du vom Überblick zum Detail, prüfst jeden Fund kritisch und hältst sofort fest, welche Information aus welcher Quelle stammt.
Auf dieser Seite lernst du den vollständigen Weg von der research question bis zur nachvollziehbaren Belegdokumentation.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Von einem Thema zu einer Forschungsfrage
Mit einem großen Thema wie social media oder climate change kannst du noch nicht gezielt recherchieren. Du brauchst eine eingegrenzte research question, also eine Forschungsfrage, die du mit Informationen aus Quellen beantworten kannst.
Research question
Eine research question ist eine klar eingegrenzte Frage, die Thema, Blickrichtung und häufig auch eine Zielgruppe oder einen Zeitraum festlegt.
Aus dem Oberthema social media könnte zum Beispiel diese Frage entstehen:
How does social media use affect the sleep of teenagers?
Die Frage grenzt das Thema durch einen untersuchten Zusammenhang und eine Zielgruppe ein. Sie ist deshalb hilfreicher als die allgemeine Frage What is social media?
Gehe beim Planen so vor:
- Notiere dein Oberthema.
- Bestimme, was du herausfinden möchtest: eine Ursache, eine Folge, einen Vergleich oder eine Entwicklung.
- Grenze die Frage durch eine Zielgruppe, einen Ort, einen Zeitraum oder einen Teilaspekt ein.
- Prüfe, ob du unterschiedliche Quellen zur Frage finden und auswerten kannst.
Leite anschließend englische Suchbegriffe ab. Für die Beispielfrage eignen sich etwa social media, sleep, teenagers und adolescents. Das zweite Wort für Jugendliche eröffnet einen zusätzlichen Suchweg.
Eine genaue Forschungsfrage verhindert, dass du wahllos Informationen sammelst. Sie entscheidet, welche Quellen für deine Arbeit relevant sind.
Vom Überblick zur gezielten Suche
Recherche ist eine Schleife. Du sammelst erste Informationen, wertest sie aus, entwickelst genauere Suchbegriffe und suchst erneut.
Beginne mit allgemeinen Quellen, um Fachbegriffe und Teilfragen kennenzulernen. Danach wechselst du zu spezifischeren Quellen wie Fachaufsätzen, Berichten oder Bibliotheksbeständen. Eine allgemeine Übersichtsseite kann ein Startpunkt sein, sollte aber nicht automatisch deine wichtigste Belegquelle werden.
Suchoperatoren einsetzen
Suchoperatoren grenzen eine Suchanfrage ein:
ANDverbindet Begriffe, die gemeinsam vorkommen sollen.ORsucht nach mindestens einer von mehreren Varianten.- Anführungszeichen suchen eine feste Wortgruppe, zum Beispiel
"social media use". - Ein Minuszeichen schließt einen Begriff aus, zum Beispiel
jaguar -car. site:beschränkt die Suche auf eine bestimmte Domain.intitle:sucht einen Begriff im Seitentitel.inurl:sucht ihn in der Webadresse.intext:sucht ihn im sichtbaren Seitentext.
Zur Forschungsfrage über soziale Medien und Schlaf startest du mit:
"social media" AND sleep AND teenagers
Du bemerkst, dass viele Fachtexte statt teenagers das Wort adolescents verwenden. Im nächsten Suchlauf erweiterst du die Anfrage:
"social media" AND sleep AND (teenagers OR adolescents)
Der entscheidende Schritt ist nicht das bloße Tippen der Operatoren. Du wertest die ersten Ergebnisse aus und verbesserst mit neu gefundenen Fachbegriffen deine nächste Suche.
Nutze nicht nur eine allgemeine Suchmaschine. Wissenschaftliche Suchdienste, Bibliothekskataloge, Bücher, Zeitschriftenarchive oder Interviews mit Fachleuten können andere und spezifischere Informationen liefern.
Informationen von Unternehmen oder Interessenverbänden können nützlich sein. Weil die Herausgebenden eigene Ziele verfolgen können, solltest du wichtige Aussagen mit unabhängigen Quellen vergleichen.
Quellen kritisch prüfen
Ein Suchtreffer ist noch kein Beleg. Prüfe zunächst, ob die Quelle wirklich zu deiner Forschungsfrage passt und ob ihre Aussagen nachvollziehbar sind.
Quellenkritik
Quellenkritik bedeutet, Herkunft, Zweck und Beleglage einer Quelle zu untersuchen, bevor du ihre Informationen verwendest.
Nutze dafür fünf Prüffragen:
- Relevanz: Beantwortet die Quelle deine Forschungsfrage oder nur ein ähnliches Thema?
- Urheberschaft: Sind Autor, Organisation und fachliche Rolle erkennbar?
- Aktualität: Gibt es ein Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum, und ist das Alter für dein Thema vertretbar?
- Belege: Werden Behauptungen durch überprüfbare Daten, Untersuchungen oder weitere Quellen gestützt?
- Zweck und Interessen: Soll die Seite informieren, überzeugen, verkaufen oder Stimmung erzeugen?
Ein seriöser Gesamteindruck kann ein Hinweis sein, genügt aber nicht allein. Auch eine ansprechend gestaltete Seite kann unbelegte oder einseitige Aussagen enthalten.
Du vergleichst zwei Fundstellen zu derselben Forschungsfrage:
- Quelle A nennt Autor, Erscheinungsdatum, Untersuchungsmethode und Datengrundlage.
- Quelle B ist anonym, undatiert, wirbt für ein Produkt und nennt keine überprüfbaren Belege.
Quelle A ist für eine sachliche Auswertung zunächst geeigneter. Trotzdem prüfst du, ob ihre Methode tatsächlich zur behaupteten Aussage passt. Quelle B musst du nicht automatisch verwerfen, aber ihre Verkaufsabsicht und fehlende Beleglage begrenzen ihren Wert deutlich.
Wikipedia oder ein Lexikon kann dir beim Einstieg helfen, Begriffe und Teilfragen zu finden. Für eine anspruchsvolle Arbeit solltest du zentrale Aussagen anschließend anhand genauer zuordenbarer Fachquellen prüfen.
Prüfe nicht nur, was eine Quelle behauptet, sondern auch, wer es mit welchen Belegen und welchem möglichen Interesse behauptet.
Funde sichern und fremde Gedanken kennzeichnen
Halte die Quelldaten fest, sobald du einen Fund verwenden möchtest. Später fehlen sonst häufig Autor, Datum oder genaue Fundstelle.
Für eine Webseite notierst du mindestens:
- Autor oder verantwortliche Organisation, soweit erkennbar;
- Titel der Seite;
- vollständige Webadresse;
- Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum, soweit vorhanden;
- Datum deines Seitenbesuchs.
Fehlt ein Autor, kann der Seitentitel am Anfang der Angabe stehen. Fehlt ein Veröffentlichungsjahr, wird in manchen deutschen Vorgaben o. J. für „ohne Jahr“ verwendet. Welche genaue Reihenfolge und Zeichensetzung gilt, hängt vom verlangten Zitierstil ab. Bleibe innerhalb deiner Arbeit konsequent bei einem Stil.
Zitat und Paraphrase
Ein Zitat übernimmt den Wortlaut einer Quelle unverändert und kennzeichnet ihn als wörtliche Übernahme. Eine Paraphrase gibt einen fremden Gedanken in eigenen Worten wieder. Auch eine Paraphrase braucht einen Quellenverweis.
Beim wörtlichen Zitieren gelten vier Grundentscheidungen:
- Trenne eigene Aussagen klar von übernommenen Aussagen.
- Gib den Wortlaut unverändert wieder, auch wenn er einen Fehler enthält.
- Kennzeichne eigene Änderungen oder Auslassungen nach dem verlangten Zitierstil.
- Verknüpfe jedes Zitat mit einer eindeutig auffindbaren Quelle.
Speichere bei wichtigen Internetquellen zusätzlich eine lokale Kopie oder vollständige Notiz. Webseiten können verändert oder entfernt werden.
Du findest eine Aussage, die deine Forschungsfrage beantwortet.
Schlecht: Du kopierst den Satz in deine Notizen und vergisst die Herkunft.
Besser: Du markierst den Satz sofort als wörtliches Zitat, notierst Autor, Seitentitel, Datum, Webadresse und Abrufdatum und hältst fest, an welcher Stelle du ihn gefunden hast.
Wenn du den Gedanken später in eigenen Worten ausdrückst, bleibt der Quellenverweis nötig. Eigene Formulierungen machen einen fremden Gedanken nicht zu deinem eigenen Forschungsergebnis.
Eine Recherche vollständig durchführen
Wende die Schritte nun als zusammenhängenden Prozess an.
Oberthema: soziale Medien und Jugendliche
1. Forschungsfrage festlegen
Du formulierst: How does social media use affect the sleep of teenagers?
2. Suchbegriffe planen
Du notierst social media, sleep, teenagers und adolescents.
3. Überblick gewinnen
Du liest allgemeine Darstellungen, um wichtige Begriffe und Teilfragen zu erkennen. Noch übernimmst du keinen Treffer ungeprüft.
4. Suche verfeinern
Du verwendest "social media" AND sleep AND (teenagers OR adolescents) und suchst zusätzlich in einem wissenschaftlichen Suchdienst oder Bibliothekskatalog.
5. Quellen prüfen
Für jeden geeigneten Fund beantwortest du die fünf Fragen zu Relevanz, Urheberschaft, Aktualität, Belegen und Interessen.
6. Informationen dokumentieren
Du notierst die vollständigen Quelldaten und markierst in deinen Arbeitsnotizen, was ein Zitat, eine Paraphrase oder dein eigener Gedanke ist.
7. Suche erneut ausrichten
Wenn eine Quelle einen wichtigen neuen Fachbegriff nennt, startest du damit einen genaueren Suchlauf. Du beendest die Recherche erst, wenn du deine Frage mit geeigneten, geprüften Quellen beantworten kannst.
Typische Fehler vermeiden
- Der erste Treffer wird zur Hauptquelle: Vergleiche mehrere geeignete Quellen.
- Viele Treffer ersetzen eine klare Frage: Kehre zur Forschungsfrage zurück und grenze sie ein.
- Eine aktuelle Quelle gilt automatisch als zuverlässig: Prüfe zusätzlich Urheber, Belege und Interessen.
- Eine Paraphrase bleibt unbelegt: Kennzeichne auch übernommene Gedanken.
- Die Suche bleibt bei Google: Ergänze wissenschaftliche Suchdienste, Bibliothekskataloge oder passende Offlinequellen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Englischsprachige Recherche
- Forschungsfrage eingrenzen
- Englische Suchbegriffe ableiten
- Vom Überblick zum Detail suchen
- Suchoperatoren gezielt verwenden
- Relevanz und Quellenqualität prüfen
- Zitate und Paraphrasen kennzeichnen
- Quelldaten sofort dokumentieren
- Ergebnisse vergleichen und Suche wiederholen
Abschluss-Check
Wenn du alle vier Abschlussfragen begründen kannst, beherrschst du den Kernprozess: Du recherchierst nicht nur schnell, sondern zielgerichtet, kritisch und nachvollziehbar.
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