Zitieren auf Englisch: Regeln und Beispiele
Ein direktes Zitat übernimmt den genauen Wortlaut und steht in englischen Anführungszeichen. Eine Paraphrase gibt einen Gedanken in eigenen Worten wieder. Beides braucht einen Quellenbeleg, damit fremde Gedanken erkennbar bleiben.
Auf dieser Seite lernst du, beide Formen zu unterscheiden, kurze Schulbelege zu schreiben und Zitate sinnvoll in eine Analyse einzubauen. Bei abweichenden Vorgaben gilt immer der Zitierstil deiner Schule, Lehrkraft oder Hochschule.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Direkt zitieren oder paraphrasieren?
Übernimmst du die Wörter einer Quelle genau, verwendest du ein direktes Zitat, auf Englisch quote. Englische Anführungszeichen stehen oben: “…”.
Direktes Zitat
Ein direktes Zitat gibt Wortlaut, Rechtschreibung und Zeichensetzung der Quelle wieder. Jede bewusste Änderung muss sichtbar sein.
Direktes Zitat:
Silvia is described as “an older woman who lives in a small apartment in Brooklyn” (p. 5, l. 8).
Der übernommene Wortlaut steht in Anführungszeichen. Der Beleg nennt die Seite und die Zeile.
Bei einer Paraphrase formulierst du den Inhalt vollständig neu. Du setzt keine Anführungszeichen, belegst die Aussage aber trotzdem.
Paraphrase
Eine Paraphrase gibt den Sinn einer Quelle mit eigenen Wörtern und eigener Satzstruktur wieder. Sie darf den ursprünglichen Gedanken nicht verfälschen.
Paraphrase:
The older main character lives in Brooklyn (p. 5, l. 8).
In manchen schulischen Vorgaben steht vor dem Beleg cf.: (cf. p. 5, l. 8). Verwende cf. nur, wenn deine Vorgabe es verlangt. Viele wissenschaftliche Zitierstile verzichten darauf.
Fremde Wörter brauchen Anführungszeichen und einen Beleg. Fremde Gedanken in eigenen Worten brauchen keine Anführungszeichen, aber weiterhin einen Beleg.
Seiten und Zeilen richtig angeben
In schulischen Textanalysen beziehen sich häufig alle Belege auf denselben Ausgangstext. Dann können kurze Angaben zu Seite und Zeile genügen.
| Kürzel | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
p. | eine Seite (page) | p. 5 |
pp. | mehrere Seiten (pages) | pp. 5–6 |
l. | eine Zeile (line) | l. 8 |
ll. | mehrere Zeilen (lines) | ll. 8–10 |
Seite und Zeile lassen sich verbinden: (p. 5, l. 8) oder (p. 5, ll. 8–10). Bei mehreren Ausgangstexten können zusätzlich Name, Jahr oder Titel nötig sein, zum Beispiel (Lim 2018, p. 5).
Die genaue Form des Belegs ist nicht überall gleich. Manche Aufgaben verlangen nur Seiten und Zeilen, andere einen Autor-Jahr-Beleg oder Fußnoten. Prüfe deshalb zuerst die Aufgabenstellung und die verbindliche Vorgabe.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Für eine Seite verwendest du . Mehrere Seiten kennzeichnest du mit . Eine Zeile erhält das Kürzel . Bei mehreren Zeilen schreibst du .
pp. bedeutet pages, ll. bedeutet lines.pp. bedeutet pages, ll. bedeutet lines.Zitate kürzen oder anpassen
Manchmal passt ein langer Originalsatz nicht vollständig zu deinem Argument. Du darfst ihn kürzen oder grammatisch einpassen, solange du den Sinn nicht veränderst und jeden Eingriff sichtbar machst.
Auslassungen markieren
Ausgelassene Wörter kennzeichnest du mit […].
Original:
“Rowley’s dad wanted to know what we were doing, and why Shane Snella was curled up under the bed.”
Gekürzt:
“Rowley’s dad wanted to know […] why Shane Snella was curled up under the bed” (p. 62).
Die Auslassung entfernt einen Satzteil, ohne die verbleibende Aussage zu verändern.
Eigene Eingriffe markieren
Eigene Ergänzungen und grammatische Anpassungen stehen in eckigen Klammern. So bleibt erkennbar, welche Zeichen nicht zum ursprünglichen Wortlaut gehören.
Ein angepasstes Pronomen kann beispielsweise so erscheinen: “[…] why [he] was curled up under the bed” (p. 62).
Einen Fehler im Original darfst du nicht still korrigieren. Wenn er übernommen werden muss, kann [sic!] zeigen, dass er bereits in der Quelle steht.
Verszeilen wiedergeben
In einem kurzen Zitat aus einem Gedicht oder Drama kann / das Ende einer Verszeile anzeigen. Der Schrägstrich gehört dann zur Darstellung des Zeilenwechsels, nicht zum ursprünglichen Satz.
Eckige Klammern machen deinen Eingriff sichtbar: […] steht für eine Auslassung, [Wort] für eine Ergänzung oder Anpassung.
Zitate in eine Analyse einbauen
Ein Zitat erklärt sich nicht selbst. In einer Analyse verbindest du deine Aussage, den passenden Beleg und die Erklärung seiner Bedeutung.
Ein hilfreicher Ablauf lautet:
- Formuliere eine klare Beobachtung oder Teilthese.
- Baue einen kurzen, passenden Beleg grammatisch in deinen Satz ein.
- Untersuche die entscheidenden Wörter oder die sprachliche Gestaltung.
- Erkläre, wie der Beleg deine Aussage stützt oder einschränkt.
Beobachtung: The description emphasizes Silvia’s limited living space.
Eingebauter Beleg: She “lives in a small apartment in Brooklyn” (p. 5, l. 8).
Auswertung: The adjective “small” draws attention to the restricted size of her home and therefore supports the observation.
Der Beleg steht nicht allein. Die Auswertung nennt mit small ein konkretes Textelement und erklärt dessen Funktion für die Beobachtung.
Nutze das Muster Aussage – Beleg – Auswertung. Wiederhole nach dem Zitat nicht nur seinen Inhalt, sondern erkläre, was die gewählte Formulierung zeigt.
Sonderfälle bei längeren Arbeiten
Bei Haus-, Fach- und Abschlussarbeiten reichen Seiten- und Zeilenangaben allein häufig nicht aus. Du brauchst dann einen einheitlichen Zitierstil und ein vollständiges Literaturverzeichnis. Die genaue Reihenfolge von Namen, Titel, Jahr, Verlag, URL oder Abrufdatum hängt vom vorgeschriebenen Stil und vom Quellentyp ab.
Mehrere Quellen unterscheiden
Wenn du mehr als einen Text verwendest, muss jeder Kurzbeleg eindeutig zur vollständigen Angabe im Literaturverzeichnis führen. Vermische keine Belegsysteme, sofern deine Vorgabe das nicht ausdrücklich erlaubt.
Englische Quellen in deutschen Arbeiten
Ein englischer Originalwortlaut kann sinnvoll sein, wenn du einen Fachbegriff oder die sprachliche Form untersuchst. Oft genügt sonst eine deutsche Paraphrase. Auch eine Übersetzung ist eine fremde Übernahme und braucht einen Quellenbeleg.
Kennzeichne eine eigene Übersetzung nach der geltenden Vorgabe, beispielsweise mit [Übers. d. Verf.]. Bei einer veröffentlichten Übersetzung muss auch die übersetzende Person in der vollständigen Quellenangabe berücksichtigt werden.
Für Übersetzungen, Blockzitate, Fußnoten und Literaturverzeichnisse gibt es keine einzige Form, die überall gilt. Prüfungsordnung, institutionelle Vorgaben und der gewählte Zitierstil haben Vorrang.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Zitieren auf Englisch
- Übernahme kennzeichnen: direktes Zitat oder Paraphrase
- Fundstelle nennen: Seite, Zeile oder vollständigerer Kurzbeleg
- Eingriffe zeigen: Auslassung, Ergänzung oder Anpassung
- Beleg auswerten: Aussage, Textstelle und Wirkung verbinden
- Vorgaben beachten: Schule, Hochschule und Zitierstil
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