Wenn du auf Französisch nicht nur sagen willst, was jemand macht, sondern wie, wann oder wie stark, brauchst du Adverbien. Sie machen Sätze genauer: Elle parle vite klingt anders als Elle parle doucement. In dieser Erklärung lernst du, Adverbien zu erkennen, zu bilden und an die passende Stelle im Satz zu setzen.
- Ich kann erklären, was ein französisches Adverb ist und worauf es sich beziehen kann.
- Ich kann Adjektive und Adverbien im Französischen unterscheiden.
- Ich kann regelmäßige Adverbien auf *-ment* bilden.
- Ich kenne wichtige Sonderformen wie *bien*, *mal*, *vite*, *-amment* und *-emment*.
- Ich kann Adverbien in einfachen und zusammengesetzten Zeiten sinnvoll platzieren.
- Ich kann Adverbien vergleichen und typische Prüfungsfehler vermeiden.
Was Adverbien im Satz leisten
Ein französischer Satz besteht oft schon aus Subjekt und Verb: Lina travaille. Das ist richtig, aber noch ungenau. Mit einem Adverb kannst du ergänzen, wie, wann, wo oder wie stark etwas passiert.
Adverb
Ein Adverb ist ein unveränderliches Wort, das ein Verb, ein Adjektiv, ein anderes Adverb oder einen ganzen Satz genauer beschreibt. Auf Französisch heißt es adverbe. Es wird nicht an Geschlecht oder Zahl angepasst.
Vergleiche die Bedeutung:
Lina travaille. - Lina arbeitet.
Lina travaille bien. - Lina arbeitet gut.
Lina travaille très bien. - Lina arbeitet sehr gut.
Aujourd'hui, Lina travaille bien. - Heute arbeitet Lina gut.
Das Wort bien beschreibt zuerst das Verb travaille. Das Wort très verstärkt dann das Adverb bien. Aujourd'hui gibt dem ganzen Satz einen Zeitpunkt.
Ein Adverb antwortet oft auf Fragen wie: Wie? Wann? Wo? Wie oft? Wie stark?
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Adjektiv oder Adverb?
Im Deutschen sieht man den Unterschied oft kaum: "gut" kann ein Nomen beschreiben oder eine Handlung. Im Französischen musst du genauer hinsehen. Beschreibt das Wort ein Nomen, brauchst du ein Adjektiv. Beschreibt es eine Handlung, eine Eigenschaft oder einen ganzen Satz, brauchst du ein Adverb.
Adjektiv und Adverb
Ein Adjektiv beschreibt ein Nomen oder Pronomen und passt sich im Französischen oft an: un bon film, une bonne idée. Ein Adverb beschreibt kein Nomen, sondern zum Beispiel ein Verb: Il chante bien.
So entscheidest du Schritt für Schritt:
- C'est un bon gâteau. - Was ist gut? Der Kuchen. Gâteau ist ein Nomen, also brauchst du das Adjektiv bon.
- Il cuisine bien. - Wie kocht er? Gut. Bien beschreibt das Verb cuisine, also brauchst du ein Adverb.
- Elle est très attentive. - Wie aufmerksam ist sie? Sehr. Très verstärkt das Adjektiv attentive.
- Elle écoute attentivement. - Wie hört sie zu? Aufmerksam. Attentivement beschreibt das Verb écoute.
Die Paarung bon und bien ist besonders wichtig. Bon/bonne ist meistens ein Adjektiv: une bonne réponse. Bien ist meistens ein Adverb: Tu réponds bien. In festen Wendungen gibt es Ausnahmen, zum Beispiel C'est bien d'aider ses amis oder Ce thé sent bon.
Interaktiver Lückentext wird geladen ...
Regelmäßige Adverbien auf -ment bilden
Viele französische Adverbien entstehen aus Adjektiven. Das erkennst du oft an der Endung -ment. Diese Endung entspricht ungefähr dem deutschen "-weise" oder hilft dir, aus "klar" die Bedeutung "klarerweise/klar" zu machen.
Abgeleitetes Adverb
Ein abgeleitetes Adverb wird aus einem anderen Wort gebildet, meistens aus einem Adjektiv. Im Französischen endet es häufig auf -ment, zum Beispiel clair -> clairement.
Die Grundregel lautet: Nimm die weibliche Form des Adjektivs und hänge -ment an.
Bildung nach der Grundregel:
- Maskuline Form: lent - langsam
- Weibliche Form bilden: lente
- -ment anhängen: lentement - langsam
Weitere Beispiele:
clair -> claire -> clairement
heureux -> heureuse -> heureusement
franc -> franche -> franchement
Für viele -ment-Adverbien denkst du: Adjektiv weiblich machen, dann -ment anhängen.
Manche Adjektive haben in der maskulinen und femininen Form dieselbe Gestalt. Dann hängst du -ment einfach an diese Form: facile -> facilement, rapide -> rapidement, rare -> rarement.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Wichtige Sonderformen
Die Grundregel hilft oft, aber nicht immer. Einige Formen musst du als Muster erkennen oder als feste Wörter lernen. Das ist normal: Viele häufige Adverbien sind kurz und alt, deshalb folgen sie nicht der hübschen Schulregel.
Sonderform
Eine Sonderform ist eine Form, die nicht sauber aus der Grundregel entsteht oder eine zusätzliche Schreibregel braucht. Du lernst sie am besten zusammen mit einem Beispielsatz.
Adjektive auf -i, -é und -u:
Bei vielen Adjektiven mit diesen Endungen nimmst du die maskuline Form und hängst -ment an.
poli -> poliment
vrai -> vraiment
absolu -> absolument
aisé -> aisément
Beispielsatz: Il répond poliment. - Er antwortet höflich.
Einige Adverbien enden auf -ément:
Bei manchen Adjektiven ersetzt du ein stummes -e durch -ément oder lernst die Form als festes Paar.
énorme -> énormément
profond -> profondément
précis -> précisément
uniforme -> uniformément
Beispielsatz: Merci énormément. - Vielen Dank.
Adjektive auf -ant und -ent:
Bei -ant entsteht oft -amment:
constant -> constamment
Bei -ent entsteht oft -emment:
prudent -> prudemment
Wichtig für die Aussprache: -amment und -emment klingen beide ungefähr wie "aman".
Nicht jedes Wort mit den Buchstaben ent folgt der Sonderregel. Lent bildet ganz regelmäßig lentement. Deshalb lohnt sich immer die Frage: Ist -ent wirklich die Endung des Adjektivs wie bei prudent, oder gehört das Wort zu einem einfacheren bekannten Muster?
Einige wichtige Adverbien sind einfache eigene Wörter: bien (gut), mal (schlecht), vite (schnell), tôt (früh), tard (spät), souvent (oft), toujours (immer), ici (hier), là (dort).
Eine klassische Einzelform ist gentil -> gentiment. Du kannst sie nicht sauber mit der Grundregel aus gentille ableiten, deshalb lernst du sie am besten direkt mit: Il sourit gentiment.
Interaktive Lernkarten wird geladen ...
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Wo steht das Adverb?
Die Stellung hängt davon ab, was das Adverb beschreibt. Du musst also zuerst die Funktion erkennen, nicht blind eine feste Position auswendig lernen.
Stellung
Die Stellung eines Adverbs ist seine Position im Satz. Im Französischen steht ein Adverb beim Verb oft hinter dem konjugierten Verb, bei Adjektiven und anderen Adverbien direkt davor.
Adverb beschreibt ein Verb in einer einfachen Zeit:
Marie parle lentement.
- Das Verb ist parle.
- Lentement sagt, wie Marie spricht.
- Das Adverb steht nach dem konjugierten Verb.
Weitere Beispiele: Nous mangeons souvent à midi. Tu réponds vite.
Adverb beschreibt ein Adjektiv oder ein anderes Adverb:
Ce film est très intéressant.
Très steht direkt vor dem Adjektiv intéressant.
Elle parle vraiment bien.
Vraiment steht direkt vor dem Adverb bien.
Bei zusammengesetzten Zeiten, zum Beispiel im passé composé, stehen kurze und häufige Adverbien oft zwischen Hilfsverb und Partizip: J'ai bien compris, Elle a souvent chanté, Nous avons trop mangé. Längere Adverbien der Art und Weise können auch nach dem Partizip stehen: Il a répondu calmement.
Adverbien, die den ganzen Satz einordnen, stehen oft am Anfang oder am Ende: Demain, nous irons au cinéma. Heureusement, tout va bien.
Erst fragen: Was beschreibt das Adverb? Dann setzen: beim Verb oft nach dem Verb, bei Adjektiv/Adverb direkt davor, beim ganzen Satz oft an den Rand.
Interaktiver Lückentext wird geladen ...
Steigerung und Vergleiche
Mit Adverbien kannst du auch vergleichen. Dann sagst du, ob jemand etwas stärker, gleich stark oder weniger stark tut.
Vergleich mit Adverbien
Beim Vergleich mit Adverbien nutzt du plus ... que für "mehr als", aussi ... que für "genauso wie" und moins ... que für "weniger als". Der Superlativ nutzt le plus oder le moins.
Vergleiche Schritt für Schritt:
Grundform: Lina parle lentement. - Lina spricht langsam.
Mehr: Lina parle plus lentement que Tom. - Lina spricht langsamer als Tom.
Gleich: Lina parle aussi lentement que Tom. - Lina spricht genauso langsam wie Tom.
Weniger: Lina parle moins lentement que Tom. - Lina spricht weniger langsam als Tom.
Superlativ: Lina parle le plus lentement. - Lina spricht am langsamsten.
Das wichtigste unregelmäßige Vergleichsadverb ist bien. Der Komparativ heißt mieux: Il joue mieux que moi. Der Superlativ heißt le mieux: C'est elle qui joue le mieux.
Nicht plus bien, sondern mieux. Nicht le plus bien, sondern le mieux.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Prüfungsmodus
In Klassenarbeiten reicht es selten, nur eine Regel zu kennen. Du musst erkennen, welche Wortart gebraucht wird, welche Form korrekt ist und wo das Adverb stehen sollte.
Fehler finden:
Falsch: Elle parle forte.
- Forte sieht aus wie ein Adjektiv und wäre feminin.
- Es beschreibt aber das Verb parle.
- Deshalb muss es unveränderlich sein.
Richtig: Elle parle fort. - Sie spricht laut.
Noch ein Fall:
Falsch: Il a compris bien la règle.
Besser: Il a bien compris la règle.
Bei einem kurzen, häufigen Adverb wie bien steht die Form im passé composé meist zwischen Hilfsverb und Partizip.
Entscheide zwischen Adjektiv und Adverb:
Deutsch: "Das ist eine klare Antwort."
Französisch: C'est une réponse claire.
Warum? Claire beschreibt das Nomen réponse.
Deutsch: "Sie antwortet klar."
Französisch: Elle répond clairement.
Warum? Clairement beschreibt das Verb répond.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Alles auf einen Blick
Interaktive Mindmap wird geladen ...
Interaktive Lernkarten wird geladen ...
Abschluss-Check
Jetzt trainierst du mit neuen Sätzen. Lies immer zuerst: Welches Wort wird beschrieben?
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Interaktiver Lückentext wird geladen ...
Zusammenfassung
Adverbien machen französische Sätze genauer. Sie beschreiben Verben, Adjektive, andere Adverbien oder ganze Sätze und bleiben dabei unverändert.
Viele Adverbien bildest du mit -ment: meistens aus der femininen Form des Adjektivs, zum Beispiel lent -> lente -> lentement. Wichtige Sonderformen sind poliment, vraiment, prudemment, constamment sowie einfache Adverbien wie bien, mal und vite.
Für die Stellung fragst du immer zuerst, was das Adverb beschreibt. Beim einfachen Verb steht es oft nach dem Verb, bei Adjektiven und anderen Adverbien direkt davor, im passé composé stehen kurze häufige Adverbien oft zwischen Hilfsverb und Partizip. Beim Vergleichen merkst du dir besonders: bien wird zu mieux und le mieux.
Mit Google fortfahren