Indirekte Rede im Französischen einfach erklärt
Mit der indirekten Rede gibst du sinngemäß wieder, was jemand gesagt, gefragt oder verlangt hat. Eine Aussage verbindest du meist mit que, eine Ja-/Nein-Frage mit si und eine Aufforderung mit de + Infinitiv. Dabei prüfst du auch Perspektive, Zeitform sowie Zeit- und Ortsangaben.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was verändert sich beim Berichten?
Direkte Rede übernimmt den genauen Wortlaut:
Lina dit : « Je viens demain. »
Indirekte Rede berichtet den Inhalt:
Lina dit qu’elle vient demain.
Doppelpunkt und Anführungszeichen fallen weg. Zwischen Einleitung und indirekter Rede steht im Französischen kein Komma.
Einleitungsverb
Das Einleitungsverb zeigt, wie eine Äußerung wiedergegeben wird. Häufig sind dire (sagen), expliquer (erklären), raconter (erzählen), répondre (antworten) und demander (fragen oder bitten).
Gehe bei jeder Umformung in dieser Reihenfolge vor:
- Bestimme das Einleitungsverb und seine Zeitform.
- Erkenne die Satzart: Aussage, Frage oder Aufforderung.
- Wähle die passende Verbindung: que, si, Fragewort oder de + Infinitiv.
- Kläre neu, wer spricht, wer angesprochen wird und wem etwas gehört.
- Prüfe die Zeitenfolge.
- Prüfe, ob Zeit und Ort aus der neuen Berichtssituation noch stimmen.
Ändere Pronomen nicht nach einer starren Liste. Frage immer: Wer ist mit dem Pronomen in der neuen Situation gemeint?
Wie werden Aussagen wiedergegeben?
Eine indirekte Aussage wird gewöhnlich mit que eingeleitet. Vor einem Vokal oder stummen h wird daraus qu’.
Direkt: Lucas dit : « Je fais mes devoirs. »
- Es handelt sich um eine Aussage: Daher brauchst du que.
- Je bezeichnet Lucas: In der Berichtsperspektive wird daraus il.
- Das Verb muss zu il passen: fais wird zu fait.
- Die Hausaufgaben gehören weiterhin Lucas: mes wird zu ses.
Indirekt: Lucas dit qu’il fait ses devoirs.
Nicht jedes Pronomen muss sich ändern. Der gemeinte Mensch entscheidet über die Form.
Paul sagt zu dir: « Tu regardes un film. »
Du berichtest: Paul dit que tu regardes un film.
Das direkte tu bezeichnet weiterhin dich. Deshalb bleibt es in dieser Berichtssituation erhalten.
Auch Objektpronomen hängen davon ab, wer gemeint ist und welchen Anschluss das Verb verlangt.
Emma sagt zu Marc: « Je te vois. »
Eine andere Person berichtet über beide: Emma dit qu’elle le voit.
Je bezeichnet Emma und wird zu elle. Te bezeichnet Marc und wird zum direkten Objektpronomen le, weil voir quelqu’un ohne Präposition steht.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Aussagen werden meist mit eingeleitet. Vor einem Vokal wird daraus . In Nora dit : « Je prépare mon sac. » bezeichnet je Nora. Daher lautet der Beginn der indirekten Rede: *Nora dit prépare son sac.*
Wie werden Fragen indirekt gestellt?
Bei indirekten Fragen gibt es zwei Grundfälle.
Ja-/Nein-Fragen
Kann man eine Frage mit Ja oder Nein beantworten, leitest du sie mit si im Sinn von „ob“ ein.
Direkt: Elle demande : « Tu comprends la règle ? »
Indirekt: Elle demande si tu comprends la règle.
Es gibt kein Fragewort. Deshalb steht si. Die indirekte Frage endet hier als Teil des Aussagesatzes mit einem Punkt.
Vor il und ils wird si zu s’:
Elle demande s’il comprend la règle.
Fragen mit Fragewort
Ein vorhandenes Fragewort wie où, pourquoi, quand oder comment bleibt erhalten. Die indirekte Frage hat die normale Reihenfolge Subjekt vor Verb. Eine Inversion wie vas-tu entfällt.
Direkt: Il demande : « Où vas-tu ? »
Indirekt: Il demande où tu vas.
Das Fragewort où bleibt. Aus der Frageform vas-tu wird die normale Wortstellung tu vas.
Das direkte Frageelement que beziehungsweise qu’est-ce que wird zu ce que:
Il demande : « Que regardes-tu ? » → Il demande ce que tu regardes.
Fragt qu’est-ce qui nach dem Subjekt, wird daraus ce qui:
Il demande : « Qu’est-ce qui ne va pas ? » → Il demande ce qui ne va pas.
Wie werden Aufforderungen wiedergegeben?
Eine Aufforderung im Imperativ kannst du mit de + Infinitiv wiedergeben. Ein Verb wie demander macht deutlich, dass jemand um etwas bittet oder etwas verlangt.
Direkt: La prof dit : « Fermez la porte ! »
- Der Satz ist eine Aufforderung.
- Der Imperativ fermez wird zum Infinitiv fermer.
- Vor dem Infinitiv steht de.
Indirekt: La prof dit de fermer la porte.
Als Bitte ist ebenfalls möglich: La prof demande de fermer la porte.
Bei einer verneinten Aufforderung stehen ne und pas beim Infinitiv:
Elle dit : « Ne t’inquiète pas ! » → Elle demande de ne pas s’inquiéter.
Das reflexive Pronomen richtet sich nach dem Infinitiv. Deshalb steht hier s’inquiéter.
Wann verschieben sich die Zeiten?
Zuerst prüfst du die Zeitform des Einleitungsverbs.
Steht es im Präsens oder Futur, bleibt die Zeitform der ursprünglichen Aussage grundsätzlich erhalten:
Elle dit : « Je comprends la question. » → Elle dit qu’elle comprend la question.
Il dira : « Je finis mes devoirs. » → Il dira qu’il finit ses devoirs.
Steht das Einleitungsverb in der Vergangenheit, gelten für den grundlegenden Lernweg diese Verschiebungen:
| Direkte Rede | Indirekte Rede nach vergangener Einleitung |
|---|---|
| présent | imparfait |
| passé composé | plus-que-parfait |
| futur simple | conditionnel présent |
| imparfait | bleibt imparfait |
| plus-que-parfait | bleibt plus-que-parfait |
| conditionnel présent | bleibt conditionnel présent |
Nach einer vergangenen Einleitung wird Gegenwärtiges zu damals Gleichzeitigem, bereits Abgeschlossenes zu Vorvergangenem und damals Zukünftiges zum conditionnel présent.
Direkt: Ils ont expliqué : « Nous finirons demain. »
- Ont expliqué steht in der Vergangenheit.
- Finirons steht im futur simple und wird zum conditionnel présent: finiraient.
- Nous bezeichnet die sprechende Gruppe und wird aus der neuen Perspektive zu ils.
- Der Bericht erfolgt später. Das ursprüngliche demain wird deshalb zu le lendemain.
Indirekt: Ils ont expliqué qu’ils finiraient le lendemain.
Eine zukünftige Handlung wird dabei nicht „zur Vergangenheit“. Sie war aus Sicht des früheren Sprechzeitpunkts noch zukünftig. Das conditionnel présent drückt diese Zukunft in der Vergangenheit aus.
Direkt: Elle a dit : « J’ai perdu mes clés. »
Passé composé wird nach a dit zum plus-que-parfait:
Elle a dit qu’elle avait perdu ses clés.
Wann ändern sich Zeit und Ort?
Zeit- und Ortsangaben änderst du nur, wenn ihr ursprünglicher Bezug in der neuen Berichtssituation nicht mehr stimmt.
| Direkte Angabe | Typische berichtete Angabe |
|---|---|
| hier | la veille |
| aujourd’hui | ce jour-là |
| demain | le lendemain |
| après-demain | le surlendemain |
| la semaine prochaine | la semaine suivante |
| ici | là oder là-bas |
Am Montag sagt Chloé: « Je pars demain. » Am Mittwoch wird darüber berichtet.
Chloé a dit qu’elle partait le lendemain.
Demain meinte aus Chloés Sicht den Dienstag. Beim Bericht am Mittwoch wäre demain falsch, deshalb steht le lendemain.
Wenn der zeitliche oder örtliche Bezug noch gilt, kann eine Angabe erhalten bleiben. Prüfe also die Situation, statt jedes demain oder ici automatisch auszutauschen.
So löst du eine vollständige Umformung
Wende nun alle Prüfschritte gemeinsam an.
Direkt: Théo m’a demandé : « Tu as déjà vu ce film ? »
- A demandé steht in der Vergangenheit.
- Die Frage hat kein Fragewort und lässt sich mit Ja oder Nein beantworten: Verbindung si.
- Tu bezeichnet die berichtende Person: Daraus wird je.
- As vu steht im passé composé: Nach der vergangenen Einleitung wird daraus avais vu im plus-que-parfait.
- Die indirekte Frage hat normale Wortstellung.
Indirekt: Théo m’a demandé si j’avais déjà vu ce film.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Marie a dit : « Je travaille ici aujourd’hui. » Das Einleitungsverb steht in der . Deshalb wird travaille im Grundmuster zu . Wenn Ort und Tag beim späteren Bericht nicht mehr dieselben sind, können ici und aujourd’hui durch und ersetzt werden. Der vollständige Satz lautet dann: *Marie a dit qu’elle là ce jour-là.*
Eine häufige Fehlerquelle ist das rein mechanische Ersetzen einzelner Wörter. Stelle dir stattdessen vier Fragen:
- Wer ist mit je, tu, nous oder vous gemeint?
- Handelt es sich um Aussage, Frage oder Aufforderung?
- Wann wurde gesprochen und wann wird berichtet?
- Bezeichnen Wörter wie demain oder ici noch denselben Zeitpunkt oder Ort?
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Indirekte Rede
- Aussage: *que* oder *qu’*
- Entscheidungsfrage: *si*
- Ergänzungsfrage: Fragewort und normale Wortstellung
- Aufforderung: *de + Infinitiv*
- Perspektive: Personen, Besitz und Objekte neu bestimmen
- Vergangene Einleitung: grundlegende Zeitenfolge anwenden
- Situation: Zeit- und Ortsangaben nur bei verändertem Bezug anpassen
Nutze beim Umformen immer dieselbe Entscheidungskette: Satzart erkennen, Verbindung wählen, Perspektive klären, Zeitform prüfen und Situationsangaben kontrollieren.
Abschluss-Check
Wenn du alle fünf Schritte begründen kannst, beherrschst du nicht nur eine Schablone: Du erhältst beim Wechsel der Perspektive auch die ursprüngliche Bedeutung.
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