Gebirgsbildung: Entstehung und Formung
Gebirge entstehen vor allem dort, wo Bewegungen der Erdplatten die Erdkruste zusammendrücken, verdicken oder vulkanisches Material aufbauen. Gebirgsbildung heißt auch Orogenese. Nach der Hebung formen Verwitterung, Flüsse, Gletscher und Schwerkraft das Gebirge weiter.
Auf dieser Seite untersuchst du den Weg von der Plattenbewegung bis zur sichtbaren Gebirgslandschaft. Dabei lernst du auch, warum ein Gebirge gleichzeitig wachsen und abgetragen werden kann.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wenn Erdplatten aufeinandertreffen
Die äußere feste Erdhülle ist in Platten gegliedert. Diese bewegen sich meist nur einige Zentimeter pro Jahr. Über viele Millionen Jahre ergeben daraus aber gewaltige Verschiebungen.
Bewegen sich zwei Platten aufeinander zu, spricht man von Konvergenz. An ihren Rändern werden Gesteine zusammengedrückt und verformt. Schichten können sich falten, brechen oder übereinanderschieben. Dadurch verdickt sich die Erdkruste und wird angehoben.
Orogenese
Orogenese ist der langfristige geologische Prozess, bei dem ein Gebirge oder eine stark verformte Gesteinszone entsteht. Plattenbewegung, Verformung, Hebung und Abtragung können dabei gleichzeitig wirken.
Stelle dir mehrere übereinanderliegende Stoffdecken vor. Schiebst du sie von beiden Seiten zusammen, bilden sich Falten und einzelne Lagen gleiten übereinander. Gestein verhält sich nicht genauso wie Stoff, doch das Modell macht zwei Folgen des seitlichen Drucks sichtbar: Verkürzung und Verdickung.
In einem echten Gebirge wirken zusätzlich hohe Temperaturen, großer Druck, Brüche und Bewegungen über sehr lange Zeiträume.
Plattenkonvergenz → Zusammendrücken und Verformen → Verdickung der Erdkruste → Hebung → Gebirgsbildung
Kontinentkollision und Subduktion unterscheiden
Nicht jede Annäherung von Platten erzeugt dasselbe Gebirge. Entscheidend ist unter anderem, welche Krustenarten zusammentreffen.
Zwei Kontinentalbereiche kollidieren
Stoßen zwei Kontinentalbereiche zusammen, werden ihre Ränder stark gestaucht. Gesteinsschichten falten sich oder werden als große Pakete übereinandergeschoben. So entstehen Kollisionsgebirge.
Der Himalaya ist ein Beispiel: Dort traf der indische Kontinentalblock auf die Eurasische Platte. Der Zusammenstoß verdickte und hob die Kruste.
Ozeanische Kruste taucht ab
Trifft dichtere ozeanische Kruste auf eine andere Platte, kann sie in den Erdmantel absinken. Dieser Vorgang heißt Subduktion.
Über einer Subduktionszone kann Magma aufsteigen. Deshalb treten dort häufig Vulkanismus und Erdbeben auf. Außerdem können Sedimente und mitgeführte Krustenstücke am Rand der oberen Platte zusammengeschoben oder angelagert werden. Auch dadurch entstehen Gebirge. Die Anden sind ein Beispiel für Gebirgsbildung an einer Subduktionszone.
Subduktion
Subduktion bedeutet, dass eine dichtere ozeanische Platte unter eine andere Platte in Richtung Erdmantel absinkt.
Ein einfaches Schema zeigt nur den Grundmechanismus. Die Form eines Gebirges hängt zusätzlich von Gesteinsart, innerem Aufbau, Wassergehalt, Bewegungsrichtung und der langen Vorgeschichte der beteiligten Platten ab. Aus der Plattenkombination allein lässt sich deshalb nicht jede Landschaftsform eindeutig vorhersagen.
Die Alpen entstanden in vielen Schritten
Die Alpen entstanden nicht in einem einzigen Zusammenstoß. Ihre Entwicklung umfasst Ablagerung, Plattenbewegung, Gesteinsverformung, Hebung und spätere Landschaftsformung.
1. Ablagerungen im Tethysmeer
Vor rund 250 Millionen Jahren lag zwischen Afrika und Eurasien das flache Tethysmeer. Gesteinsschutt und Reste von Lebewesen sammelten sich am Meeresboden. Aus solchen Ablagerungen entstand unter anderem Kalkstein.
2. Annäherung der Platten
Vor ungefähr 100 Millionen Jahren bewegte sich die Afrikanische Platte weiter nach Norden. Der dazwischenliegende Raum wurde eingeengt. Die Hauptphase der Auffaltung setzte später ein und erstreckte sich über viele Millionen Jahre.
3. Faltung und Deckenbildung
Der zunehmende Druck stauchte die abgelagerten Gesteinsschichten. Sie wurden gefaltet und teilweise wie Dachziegel übereinandergeschoben. Solche großen übereinandergeschobenen Gesteinspakete heißen Gesteinsdecken.
Bei den komplexen Plattenbewegungen wurde außerdem Gestein in der Tiefe aufgeschmolzen. Aufsteigendes Magma erstarrte teilweise noch unter der Oberfläche. Deshalb findet man in den Zentralalpen unter anderem Granit, während Kalkstein besonders die nördlichen und südlichen Alpen prägt.
4. Hebung und Abtragung
Das verdickte Gebiet wurde über den Meeresspiegel gehoben. Flüsse schnitten Täler ein und transportierten Abtragungsschutt in das Alpenvorland. Während der Kaltzeiten formten Gletscher tiefe Trogtäler und steile Bergflanken.
Die verschiedenen Zeitangaben bezeichnen unterschiedliche Teilphasen: Meeresablagerungen, Annäherung, Auffaltung und stärkste Hebung fanden nicht gleichzeitig statt.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Am Beginn der Alpenentwicklung lagerten sich im Sedimente ab. Durch die Annäherung der Platten wurden diese Schichten . Falten und übereinandergeschobene Gesteinspakete führten zur Verdickung der . Später schnitten Täler ein, während Gletscher die Hochgebirgslandschaft weiter .
Warum Gebirge nicht unbegrenzt wachsen
Tektonische Kräfte können ein Gebirge heben. Gleichzeitig beginnt die Abtragung, sobald sich das Gelände über seine Umgebung erhebt.
Verwitterung lockert oder zerkleinert Gestein an seinem Ort. Erosion trägt Material ab und transportiert es weiter. Flüsse schneiden Täler ein, Gletscher schürfen Gestein aus und die Schwerkraft bewegt lockeres Material hangabwärts.
Ob ein Gebirge höher wird, hängt vom Verhältnis zweier Raten ab:
- Ist die Hebung stärker als die Abtragung, nimmt die Höhe zu.
- Sind Hebung und Abtragung ungefähr gleich stark, kann die mittlere Höhe ähnlich bleiben, obwohl sich das Gestein ständig verändert.
- Ist die Abtragung stärker, wird das Gebirge allmählich niedriger.
Auch Isostasie spielt eine Rolle. Die verdickte Erdkruste eines Gebirges reicht tief in das darunterliegende zähplastische Material hinein. Wird oben Gestein abgetragen, kann die entlastete Kruste etwas nach oben nachgeben. Diese Nachhebung ersetzt die abgetragene Masse jedoch nicht vollständig und beendet die Erosion nicht.
In den Alpen wirken bis heute Hebung und Abtragung. Eine Messung der seitlichen Annäherung zweier Orte beschreibt dabei etwas anderes als die senkrechte Hebung eines Gebirgsteils. Solche Werte dürfen nicht direkt gleichgesetzt werden.
Die sichtbare Landschaft ist deshalb kein unveränderliches Endprodukt: Tektonik hebt und staucht, während Flüsse, Gletscher, Verwitterung und Schwerkraft das Relief umformen.
Landschaftsspuren deuten und Modelle prüfen
An der Form eines Gebirges sind endogene und exogene Prozesse beteiligt.
- Endogene Prozesse stammen aus dem Erdinneren. Dazu gehören Plattenbewegung, Faltung, Überschiebung, Bruch und Hebung.
- Exogene Prozesse wirken an der Oberfläche. Dazu gehören Verwitterung, Flusserosion, Gletschererosion und Massenbewegungen durch die Schwerkraft.
Eine gefaltete Gesteinsschicht ist ein Hinweis auf Verformung. Ein Trogtal weist dagegen auf die formende Wirkung eines früheren Gletschers hin. Eine heutige Landschaft kann deshalb Spuren verschiedener Prozesse und Zeiten zugleich enthalten.
Du untersuchst ein Hochgebirge mit gefalteten Kalkschichten und tiefen Trogtälern.
- Die Kalkschichten sprechen zunächst für frühere Ablagerungen.
- Ihre Faltung zeigt späteren seitlichen Druck und tektonische Verformung.
- Die Lage im Hochgebirge setzt Hebung voraus.
- Die Trogtäler zeigen eine spätere Überprägung durch Gletscher.
Eine vollständige Erklärung verbindet diese Spuren zu einer zeitlich geordneten Prozessfolge.
Ein Modell der Gebirgsbildung erklärt ausgewählte Zusammenhänge. Es ist keine maßstabsgetreue Kopie der Erde und bildet weder alle Gesteinseigenschaften noch jede regionale Besonderheit ab.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Gebirgsbildung
- Antrieb: Bewegung der Erdplatten
- Aufbau: Stauchung, Faltung, Überschiebung und Vulkanismus
- Hebung: verdickte Erdkruste steigt auf
- Formung: Verwitterung, Flüsse, Gletscher und Schwerkraft
- Höhenentwicklung: Verhältnis von Hebung und Abtragung
- Beispiel Alpen: Meeresablagerung, Kollision, Deckenbildung, Hebung und Erosion
- Modellgrenze: regionale Bedingungen werden nur vereinfacht dargestellt
Abschluss-Check
Du kannst Gebirgsbildung erklären, wenn du nicht nur „Platten stoßen zusammen“ sagst. Verbinde Plattenbewegung, Gesteinsverformung, Krustenverdickung und Hebung mit der anschließenden Formung durch äußere Kräfte.
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