Erdkunde

Gebirgsbildung: Entstehung und Formung

Gebirgsbildung: Entstehung und Formung
Gebirgsbildung: Entstehung und Formung
Für Quiz, Lückentext, Lernkarten und Fortschritt ist JavaScript nötig. Alle Inhalte und Lösungen bleiben direkt lesbar.

Gebirge entstehen vor allem dort, wo Bewegungen der Erdplatten die Erdkruste zusammendrücken, verdicken oder vulkanisches Material aufbauen. Gebirgsbildung heißt auch Orogenese. Nach der Hebung formen Verwitterung, Flüsse, Gletscher und Schwerkraft das Gebirge weiter.

Auf dieser Seite untersuchst du den Weg von der Plattenbewegung bis zur sichtbaren Gebirgslandschaft. Dabei lernst du auch, warum ein Gebirge gleichzeitig wachsen und abgetragen werden kann.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wenn Erdplatten aufeinandertreffen

Die äußere feste Erdhülle ist in Platten gegliedert. Diese bewegen sich meist nur einige Zentimeter pro Jahr. Über viele Millionen Jahre ergeben daraus aber gewaltige Verschiebungen.

Bewegen sich zwei Platten aufeinander zu, spricht man von Konvergenz. An ihren Rändern werden Gesteine zusammengedrückt und verformt. Schichten können sich falten, brechen oder übereinanderschieben. Dadurch verdickt sich die Erdkruste und wird angehoben.

Definition

Orogenese

Orogenese ist der langfristige geologische Prozess, bei dem ein Gebirge oder eine stark verformte Gesteinszone entsteht. Plattenbewegung, Verformung, Hebung und Abtragung können dabei gleichzeitig wirken.

Beispiel

Stelle dir mehrere übereinanderliegende Stoffdecken vor. Schiebst du sie von beiden Seiten zusammen, bilden sich Falten und einzelne Lagen gleiten übereinander. Gestein verhält sich nicht genauso wie Stoff, doch das Modell macht zwei Folgen des seitlichen Drucks sichtbar: Verkürzung und Verdickung.

In einem echten Gebirge wirken zusätzlich hohe Temperaturen, großer Druck, Brüche und Bewegungen über sehr lange Zeiträume.

Merke

Plattenkonvergenz → Zusammendrücken und Verformen → Verdickung der Erdkruste → Hebung → Gebirgsbildung

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Beobachtung passt am besten zu einer konvergenten Plattengrenze?
Lösung: Gesteinsschichten werden zusammengedrückt und übereinandergeschoben. — Bei Konvergenz bewegen sich Platten aufeinander zu. Der seitliche Druck kann Gestein falten, überschieben und die Erdkruste verdicken.
Kontinentkollision und Subduktion unterscheiden

Nicht jede Annäherung von Platten erzeugt dasselbe Gebirge. Entscheidend ist unter anderem, welche Krustenarten zusammentreffen.

Zwei Kontinentalbereiche kollidieren

Stoßen zwei Kontinentalbereiche zusammen, werden ihre Ränder stark gestaucht. Gesteinsschichten falten sich oder werden als große Pakete übereinandergeschoben. So entstehen Kollisionsgebirge.

Der Himalaya ist ein Beispiel: Dort traf der indische Kontinentalblock auf die Eurasische Platte. Der Zusammenstoß verdickte und hob die Kruste.

Ozeanische Kruste taucht ab

Trifft dichtere ozeanische Kruste auf eine andere Platte, kann sie in den Erdmantel absinken. Dieser Vorgang heißt Subduktion.

Über einer Subduktionszone kann Magma aufsteigen. Deshalb treten dort häufig Vulkanismus und Erdbeben auf. Außerdem können Sedimente und mitgeführte Krustenstücke am Rand der oberen Platte zusammengeschoben oder angelagert werden. Auch dadurch entstehen Gebirge. Die Anden sind ein Beispiel für Gebirgsbildung an einer Subduktionszone.

Definition

Subduktion

Subduktion bedeutet, dass eine dichtere ozeanische Platte unter eine andere Platte in Richtung Erdmantel absinkt.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelAn einem Kontinentalrand werden Erdbeben, aufsteigendes Magma und eine absinkende ozeanische Platte festgestellt. Welcher Vorgang erklärt diese Kombination?
Lösung: Subduktion — Eine absinkende ozeanische Platte kennzeichnet eine Subduktionszone. Sie kann Erdbeben, Magmenbildung und Gebirgsbildung an der oberen Platte begleiten.
Gut zu wissen

Ein einfaches Schema zeigt nur den Grundmechanismus. Die Form eines Gebirges hängt zusätzlich von Gesteinsart, innerem Aufbau, Wassergehalt, Bewegungsrichtung und der langen Vorgeschichte der beteiligten Platten ab. Aus der Plattenkombination allein lässt sich deshalb nicht jede Landschaftsform eindeutig vorhersagen.

Die Alpen entstanden in vielen Schritten

Die Alpen entstanden nicht in einem einzigen Zusammenstoß. Ihre Entwicklung umfasst Ablagerung, Plattenbewegung, Gesteinsverformung, Hebung und spätere Landschaftsformung.

1. Ablagerungen im Tethysmeer

Vor rund 250 Millionen Jahren lag zwischen Afrika und Eurasien das flache Tethysmeer. Gesteinsschutt und Reste von Lebewesen sammelten sich am Meeresboden. Aus solchen Ablagerungen entstand unter anderem Kalkstein.

2. Annäherung der Platten

Vor ungefähr 100 Millionen Jahren bewegte sich die Afrikanische Platte weiter nach Norden. Der dazwischenliegende Raum wurde eingeengt. Die Hauptphase der Auffaltung setzte später ein und erstreckte sich über viele Millionen Jahre.

3. Faltung und Deckenbildung

Der zunehmende Druck stauchte die abgelagerten Gesteinsschichten. Sie wurden gefaltet und teilweise wie Dachziegel übereinandergeschoben. Solche großen übereinandergeschobenen Gesteinspakete heißen Gesteinsdecken.

Bei den komplexen Plattenbewegungen wurde außerdem Gestein in der Tiefe aufgeschmolzen. Aufsteigendes Magma erstarrte teilweise noch unter der Oberfläche. Deshalb findet man in den Zentralalpen unter anderem Granit, während Kalkstein besonders die nördlichen und südlichen Alpen prägt.

4. Hebung und Abtragung

Das verdickte Gebiet wurde über den Meeresspiegel gehoben. Flüsse schnitten Täler ein und transportierten Abtragungsschutt in das Alpenvorland. Während der Kaltzeiten formten Gletscher tiefe Trogtäler und steile Bergflanken.

Die verschiedenen Zeitangaben bezeichnen unterschiedliche Teilphasen: Meeresablagerungen, Annäherung, Auffaltung und stärkste Hebung fanden nicht gleichzeitig statt.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Am Beginn der Alpenentwicklung lagerten sich im Sedimente ab. Durch die Annäherung der Platten wurden diese Schichten . Falten und übereinandergeschobene Gesteinspakete führten zur Verdickung der . Später schnitten Täler ein, während Gletscher die Hochgebirgslandschaft weiter .

Lösungen: Lücke 1: Tethysmeer; Lücke 2: gestaucht; Lücke 3: Erdkruste; Lücke 4: Flüsse; Lücke 5: formten. Die Alpenlandschaft entstand als Prozessfolge: Sedimentation, Stauchung und Überschiebung, Hebung sowie Formung durch Flüsse und Gletscher.
Warum Gebirge nicht unbegrenzt wachsen

Tektonische Kräfte können ein Gebirge heben. Gleichzeitig beginnt die Abtragung, sobald sich das Gelände über seine Umgebung erhebt.

Verwitterung lockert oder zerkleinert Gestein an seinem Ort. Erosion trägt Material ab und transportiert es weiter. Flüsse schneiden Täler ein, Gletscher schürfen Gestein aus und die Schwerkraft bewegt lockeres Material hangabwärts.

Ob ein Gebirge höher wird, hängt vom Verhältnis zweier Raten ab:

  • Ist die Hebung stärker als die Abtragung, nimmt die Höhe zu.
  • Sind Hebung und Abtragung ungefähr gleich stark, kann die mittlere Höhe ähnlich bleiben, obwohl sich das Gestein ständig verändert.
  • Ist die Abtragung stärker, wird das Gebirge allmählich niedriger.

Auch Isostasie spielt eine Rolle. Die verdickte Erdkruste eines Gebirges reicht tief in das darunterliegende zähplastische Material hinein. Wird oben Gestein abgetragen, kann die entlastete Kruste etwas nach oben nachgeben. Diese Nachhebung ersetzt die abgetragene Masse jedoch nicht vollständig und beendet die Erosion nicht.

Beispiel

In den Alpen wirken bis heute Hebung und Abtragung. Eine Messung der seitlichen Annäherung zweier Orte beschreibt dabei etwas anderes als die senkrechte Hebung eines Gebirgsteils. Solche Werte dürfen nicht direkt gleichgesetzt werden.

Die sichtbare Landschaft ist deshalb kein unveränderliches Endprodukt: Tektonik hebt und staucht, während Flüsse, Gletscher, Verwitterung und Schwerkraft das Relief umformen.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEin Gebirge wird weiterhin gehoben, bleibt aber über längere Zeit ungefähr gleich hoch. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Hebung und Abtragung wirken ungefähr gleich stark. — Für die Höhenentwicklung zählt das Verhältnis von Hebungsrate und Abtragungsrate. Ähnliche Raten können zu ähnlicher Höhe führen, obwohl das Gebirge fortlaufend verändert wird.
Landschaftsspuren deuten und Modelle prüfen

An der Form eines Gebirges sind endogene und exogene Prozesse beteiligt.

  • Endogene Prozesse stammen aus dem Erdinneren. Dazu gehören Plattenbewegung, Faltung, Überschiebung, Bruch und Hebung.
  • Exogene Prozesse wirken an der Oberfläche. Dazu gehören Verwitterung, Flusserosion, Gletschererosion und Massenbewegungen durch die Schwerkraft.

Eine gefaltete Gesteinsschicht ist ein Hinweis auf Verformung. Ein Trogtal weist dagegen auf die formende Wirkung eines früheren Gletschers hin. Eine heutige Landschaft kann deshalb Spuren verschiedener Prozesse und Zeiten zugleich enthalten.

Beispiel

Du untersuchst ein Hochgebirge mit gefalteten Kalkschichten und tiefen Trogtälern.

  1. Die Kalkschichten sprechen zunächst für frühere Ablagerungen.
  2. Ihre Faltung zeigt späteren seitlichen Druck und tektonische Verformung.
  3. Die Lage im Hochgebirge setzt Hebung voraus.
  4. Die Trogtäler zeigen eine spätere Überprägung durch Gletscher.

Eine vollständige Erklärung verbindet diese Spuren zu einer zeitlich geordneten Prozessfolge.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerIn einem Gebirge liegen gefaltete Meeressedimente hoch über dem Meeresspiegel. Zusätzlich gibt es Trogtäler. Welche Deutung verbindet alle Beobachtungen?
Lösung: Ablagerung im Meer, spätere tektonische Faltung und Hebung sowie anschließende Formung durch Gletscher — Die Beobachtungen stammen aus verschiedenen Prozessphasen. Sedimentation, tektonische Verformung, Hebung und glaziale Erosion müssen in der richtigen Reihenfolge verbunden werden.
Merke

Ein Modell der Gebirgsbildung erklärt ausgewählte Zusammenhänge. Es ist keine maßstabsgetreue Kopie der Erde und bildet weder alle Gesteinseigenschaften noch jede regionale Besonderheit ab.

Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Gebirgsbildung
    • Antrieb: Bewegung der Erdplatten
    • Aufbau: Stauchung, Faltung, Überschiebung und Vulkanismus
    • Hebung: verdickte Erdkruste steigt auf
    • Formung: Verwitterung, Flüsse, Gletscher und Schwerkraft
    • Höhenentwicklung: Verhältnis von Hebung und Abtragung
    • Beispiel Alpen: Meeresablagerung, Kollision, Deckenbildung, Hebung und Erosion
    • Modellgrenze: regionale Bedingungen werden nur vereinfacht dargestellt
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWas bedeutet Orogenese?
Lösung: die langfristige Bildung und Entwicklung eines Gebirges — Orogenese bezeichnet Gebirgsbildung: Tektonische Verformung, Krustenverdickung und Hebung stehen dabei im Mittelpunkt.
Frage 2 von 3MittelWelche Reihenfolge beschreibt die Alpenentwicklung am besten?
Lösung: Meeresablagerung → Plattenannäherung → Faltung und Überschiebung → Hebung → Formung durch Flüsse und Gletscher — Die Alpen entstanden in mehreren Phasen. Bereits vorhandene Meeressedimente wurden durch Plattenbewegungen verformt und gehoben; danach prägten Flüsse und Gletscher das Relief.
Frage 3 von 3SchwerZwei Erklärungen werden vorgeschlagen: A führt ein Trogtal nur auf Plattenkollision zurück. B verbindet tektonische Hebung mit späterer Gletschererosion. Welche Erklärung ist überzeugender?
Lösung: B, weil sie sowohl den Aufbau des Gebirges als auch die Form des Trogtals erklärt. — Eine gute Erklärung berücksichtigt die beobachtete Form und trennt verschiedene Prozessphasen: Tektonik erzeugt und hebt den Gebirgskörper, ein Gletscher kann später das Trogtal ausschürfen.

Du kannst Gebirgsbildung erklären, wenn du nicht nur „Platten stoßen zusammen“ sagst. Verbinde Plattenbewegung, Gesteinsverformung, Krustenverdickung und Hebung mit der anschließenden Formung durch äußere Kräfte.

Passend dazu