Plattentektonik: Plattengrenzen verstehen
Die feste Außenschicht der Erde besteht aus beweglichen Platten. Je nachdem, ob diese auseinanderdriften, zusammenstoßen oder seitlich aneinander vorbeigleiten, entstehen unter anderem Ozeanrücken, Tiefseegräben, Gebirge, Vulkane und Erdbeben.
Auf dieser Seite lernst du, die drei Arten von Plattengrenzen zu unterscheiden und ihre Folgen aus der Bewegungsrichtung abzuleiten.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum bewegen sich Kontinente?
Kontinente liegen nicht unbeweglich an ihrem heutigen Ort. Sie werden von tektonischen Platten getragen, die sich langsam verschieben. Selbst wenige Zentimeter pro Jahr summieren sich über Millionen Jahre zu großen Entfernungen.
Lithosphäre
Die Lithosphäre ist die feste äußere Hülle der Erde. Sie umfasst die Erdkruste und den festen obersten Teil des Erdmantels. Sie ist in sieben große und zahlreiche kleinere tektonische Platten gegliedert.
Unter der Lithosphäre liegt die Asthenosphäre. Ihr heißes Gestein ist nicht einfach ein Meer aus flüssigem Magma, sondern über lange Zeiträume plastisch verformbar. Auf dieser verformbaren Zone können sich die starren Platten bewegen.
Einige Platten tragen Kontinente, andere überwiegend Ozeanboden. Ozeanische Kruste ist dichter als kontinentale Kruste. Dieser Unterschied wird wichtig, wenn Platten zusammenstoßen.
Europa und Deutschland liegen auf der Eurasischen Platte. Wenn sich diese Platte bewegt, bewegt sich der von ihr getragene Kontinent mit. Kontinentaldrift und Plattenbewegung sind deshalb miteinander verbunden, aber nicht gleichbedeutend: Kontinentaldrift beschreibt die Ortsveränderung der Kontinente, Plattentektonik das umfassendere Modell der beweglichen Platten und ihrer Wechselwirkungen.
Was treibt die Platten an?
Im Erdmantel transportieren langsame Strömungen Wärme: Heißeres Material steigt auf, kühlt ab und sinkt wieder. Solche Konvektionsströme gehören zu den Erklärungen für die Plattenbewegung.
Daneben wirken weitere Kräfte:
- Beim Plattenzug zieht ein dichter, absinkender Plattenteil den übrigen Teil hinter sich her.
- Beim Rückenschub bewegt sich eine Platte von einem erhöhten mittelozeanischen Rücken weg.
Platten werden nicht von nur einer einzigen Kraft bewegt. Mantelbewegungen, Plattenzug und Rückenschub wirken im Modell zusammen.
Diese Erklärung ist ein Modell. Bewegungen, Erdbeben und die Neubildung von Meeresboden lassen sich beobachten und messen. Vereinfachte Kreislaufbilder im Mantel zeigen dagegen nicht jeden realen Vorgang und jede Kraft im Erdinneren vollständig.
Divergenz bildet neue Kruste
An einer divergenten Plattengrenze bewegen sich zwei Platten voneinander weg. Der Untergrund reißt auf, heißes Gesteinsmaterial steigt auf, kühlt ab und erstarrt. So entsteht neue Kruste. Deshalb heißt diese Grenze auch konstruktiv.
Unter dem Meer bildet die fortlaufende Neubildung von Meeresboden einen mittelozeanischen Rücken. Der Mittelatlantische Rücken ist ein Beispiel dafür.
Auf einem Kontinent kann die gedehnte Erdoberfläche absinken. Es entsteht ein lang gestreckter Grabenbruch oder Rift, etwa der Große Afrikanische Grabenbruch.
Beobachtung: Zwei Platten entfernen sich, in der Mitte steigt Material auf und junge Kruste entsteht.
Schlussfolgerung: Es handelt sich um Divergenz. Unter dem Meer wächst an dieser Grenze neuer Ozeanboden; an Land kann ein Grabenbruch entstehen.
Konvergenz staucht oder vernichtet Kruste
An einer konvergenten Plattengrenze bewegen sich Platten aufeinander zu. Was folgt, hängt davon ab, welche Platten zusammentreffen.
Ozeanische und kontinentale Platte
Die dichtere ozeanische Platte taucht unter die kontinentale Platte. Dieser Vorgang heißt Subduktion, der Bereich Subduktionszone. Dabei kann ein Tiefseegraben entstehen. Aufsteigendes Magma kann Vulkanismus verursachen; zugleich kann die kontinentale Platte angehoben und gestaucht werden.
Zwei ozeanische Platten
Auch hier kann eine Platte unter die andere sinken. Häufig wird die ältere und dichtere Platte subduziert. Tiefseegräben und vulkanische Inselbögen können entstehen. Die Kurilen sind ein Beispiel für einen solchen Inselbogen.
Zwei kontinentale Platten
Kontinentale Kruste ist vergleichsweise leicht. Deshalb sinkt keine der beiden Platten leicht tief ab. Das Gestein wird zusammengeschoben, gestaucht und aufgefaltet. So entstanden Hochgebirge wie die Alpen und der Himalaya.
Frage bei Konvergenz zuerst: Treffen ozeanische oder kontinentale Platten aufeinander? Die beteiligten Plattenarten entscheiden, ob vor allem Subduktion oder Gebirgsbildung zu erwarten ist.
Transformbewegung löst Erdbeben aus
An einer Transformstörung gleiten zwei Platten seitlich aneinander vorbei. Dabei entsteht keine neue Kruste, und es wird keine Kruste durch Subduktion vernichtet. Daher wird diese Grenze auch konservativ genannt.
Die Platten bewegen sich nicht immer gleichmäßig. Raue Bereiche können sich verhaken, während die Bewegung weiter Druck aufbaut. Löst sich die Blockade plötzlich, wird die gespeicherte Spannung ruckartig frei: Es kommt zu einem Erdbeben.
Die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien ist ein Beispiel für eine Transformstörung.
Beobachtung: Entlang einer langen Störungszone treten häufig Erdbeben auf. Es gibt dort weder einen Ozeanrücken noch deutliche Anzeichen einer Subduktion.
Schlussfolgerung: Die Befunde passen zu einer Transformstörung. Die Platten bewegen sich seitlich gegeneinander, können sich verhaken und Spannungen aufbauen.
Wie deutest du geologische Spuren?
Du kannst den Grenztyp mit drei Schritten bestimmen:
- Beobachtungen sammeln: Gibt es einen Ozeanrücken, einen Grabenbruch, einen Tiefseegraben, eine Vulkankette, ein Faltengebirge oder eine lange Erdbebenzone?
- Bewegung ableiten: Bewegen sich die Platten auseinander, aufeinander zu oder seitlich aneinander vorbei?
- Erklärung prüfen: Passt deine Vermutung zu allen wichtigen Beobachtungen und zu den beteiligten Plattenarten?
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
An einer divergenten Grenze bewegen sich Platten . Dort kann Kruste entstehen. Bei der Subduktion sinkt meist die Platte ab. An einer Transformstörung wird Spannung häufig durch aufgebaut.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Plattentektonik
- Aufbau
- Lithosphäre aus beweglichen Platten
- verformbare Asthenosphäre darunter
- Antrieb
- Mantelbewegungen
- Plattenzug und Rückenschub
- Divergenz
- neue Kruste
- Ozeanrücken oder Grabenbruch
- Konvergenz
- Subduktion und Tiefseegraben
- Stauchung und Gebirge
- Transformbewegung
- seitliches Vorbeigleiten
- Spannungsaufbau und Erdbeben
- Modell
- erklärt beobachtete Muster
- vereinfacht Vorgänge im Erdinneren
- Aufbau
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