Höhenstufen im Gebirge einfach erklärt
Höhenstufen sind übereinanderliegende Naturräume eines Gebirges. Mit zunehmender Höhe ändern sich vor allem Temperatur, Feuchtigkeit, Wind und Schneedeckendauer. Dadurch verändern sich Vegetation, Tierwelt und menschliche Nutzung.
Auf dieser Seite lernst du, eine typische Stufenfolge zu erklären, ein vereinfachtes Höhenprofil der Nordalpen auszuwerten und regionale Unterschiede zu begründen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum entstehen Höhenstufen?
Wenn du in einem Gebirge aufsteigst, wird es im Allgemeinen kälter. Häufig verändern sich außerdem Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Wind und die Dauer der Schneedecke. Pflanzen finden deshalb in verschiedenen Höhen unterschiedliche Lebensbedingungen vor.
Höhenstufen
Höhenstufen sind vertikal angeordnete Naturräume eines Gebirges. Sie unterscheiden sich unter anderem durch Klima, Vegetation und Nutzung.
Eine wichtige Wirkungskette lautet:
zunehmende Höhe → niedrigere Temperatur → kürzere Vegetationsperiode → veränderte Vegetation
Die Vegetationsperiode ist die Zeit im Jahr, in der Pflanzen aufgrund geeigneter Temperaturen wachsen können. Wird diese Zeit kürzer, können zunächst viele Laubbäume, später auch Nadelbäume nicht mehr dauerhaft wachsen. Oberhalb des Waldes folgen niedrige Pflanzen und schließlich fast vegetationsfreie Bereiche.
Auch Feuchtigkeit, Wind, Geländeform und die Exposition, also die Ausrichtung eines Hanges, wirken mit. Ein dem Wind zugewandter Luvhang ist häufig feuchter und kühler. Auf der windabgewandten Leeseite kann es wärmer und trockener sein.
Die Höhe allein erklärt die Stufung nicht. Entscheidend ist, wie sich die Lebensbedingungen mit der Höhe und von Standort zu Standort verändern.
Wie stark sinkt die Temperatur?
Als vereinfachter Mittelwert gilt: Bei einem Höhengewinn von 1000 m sinkt die Temperatur um ungefähr 6 °C. Das ist ein Richtwert und keine exakte Vorhersage für jeden Tag oder jeden Hang.
An einem Ort auf 400 m Höhe werden 18 °C gemessen. Wie hoch wäre die Temperatur nach dem vereinfachten Modell auf 2400 m?
- Höhenunterschied bestimmen: 2400 m − 400 m = 2000 m.
- 2000 m entsprechen zweimal 1000 m.
- Temperaturabnahme berechnen: 2 · 6 °C = 12 °C.
- Temperatur abschätzen: 18 °C − 12 °C = 6 °C.
Nach dem Modell beträgt die Temperatur auf 2400 m ungefähr 6 °C. Das Ergebnis ist plausibel: Der höhere Ort ist deutlich kälter. Lokale Wetter- und Hangbedingungen können den tatsächlichen Wert verändern.
Wie sieht die Stufenfolge in den Nordalpen aus?
Das folgende Profil ist eine idealisierte und vereinfachte Darstellung. Die Grenzen sind ungefähre Orientierungswerte und können je nach Lage und Klima abweichen.
| Bereich | Ungefähre Lage im vereinfachten Profil | Typische Merkmale und Nutzung |
|---|---|---|
| Tallagen und Hügelland | untere Lagen | Siedlungen, Landwirtschaft, Verkehr und Tourismus |
| Laub- und Mischwaldstufe | bis ungefähr 1400 m | Laub- und Mischwald; landwirtschaftliche Nutzung bleibt möglich |
| Nadelwaldstufe | ungefähr ab 1400 m | Nadelwald und Forstwirtschaft; Bergwald schützt auch vor Lawinen und Muren |
| Übergang zur waldfreien Stufe | geschlossener Wald bis ungefähr 1700 m; einzelne Bäume bis etwa 1900 m | Der Wald wird lichter; strauchförmige Gehölze kommen mit den härteren Bedingungen zurecht |
| Almen- und Mattenstufe | oberhalb des Waldes bis ungefähr 2500 m | Gräser, Moose und kleine Sträucher; Alm- und Weidewirtschaft |
| Fels-, Schnee- und Eisstufe | im vereinfachten Profil ab ungefähr 2500 m | kaum Vegetation; je nach Höhe bleiben Schnee oder Eis erhalten |
Die Fachbegriffe werden nicht in allen Darstellungen völlig gleich verwendet. Häufig heißen die bewaldeten Bereiche montane und subalpine Stufe, die Mattenregion alpine Stufe und der Fels-, Schnee- und Eisbereich nivale Stufe. Wichtiger als das bloße Auswendiglernen der Namen ist die begründete Abfolge.
Die Grenze des geschlossenen Waldes und die höchsten Vorkommen einzelner Bäume sind nicht dasselbe. Im vereinfachten Nordalpenprofil endet der geschlossene Wald früher, während einzelne Bäume noch etwas höher wachsen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Mit zunehmender Höhe wird die Vegetationsperiode meist . Oberhalb der Laub- und Mischwaldstufe folgt im vereinfachten Nordalpenprofil die . Über dem geschlossenen Wald liegen Almen und . In den höchsten Bereichen ist die Vegetation meist .
Warum gelten die Höhengrenzen nicht überall?
Höhengrenzen sind keine waagerechten Linien, die in allen Gebirgen auf derselben Höhe liegen. Sie verschieben sich mit Klimazone, Niederschlag, Trockenheit, Wind und Exposition.
In trockenen Gebirgen kann eine Waldstufe ganz fehlen. Geschlossene alpine Matten entstehen dort teilweise nur an feuchten Standorten. Auch Begriffe, die an den feuchten europäischen Alpen entwickelt wurden, lassen sich deshalb nicht ohne Einschränkung auf tropische oder sehr trockene Gebirge übertragen.
Ein Vergleich zeigt den Einfluss der Breitenlage: In den peruanischen Anden liegt die Schneegrenze in der zugrunde liegenden Darstellung ungefähr 2500 m höher als in den Alpen. Die Nähe zum Äquator ist dafür wichtig. Gleichzeitig beeinflusst auch die Trockenheit die Höhe von Schnee- und Gletschergrenzen.
Die Ähnlichkeit von Höhenstufen mit den Vegetationszonen Europas hilft beim Verstehen: Ein Aufstieg im Gebirge kann teilweise einer Reise von wärmeren zu kälteren Breiten ähneln. Beide Abfolgen sind jedoch nicht vollständig gleich, weil Einstrahlung, Niederschlag und örtliche Bedingungen verschieden sind.
Wie verändert der Mensch die Höhenstufen?
Menschen nutzen verschiedene Höhenlagen unterschiedlich. In Tallagen konzentrieren sich Siedlungen, Landwirtschaft, Hotels und Verkehrswege. In der Waldstufe spielt die Forstwirtschaft eine wichtige Rolle. Oberhalb des Waldes werden Flächen als Almen und Weiden genutzt.
Rodung, Weide und die gezielte Anpflanzung bestimmter Baumarten verändern die natürliche Vegetation. Die sichtbare Grenze zwischen Wald und offenen Weideflächen muss daher nicht allein durch das Klima entstanden sein.
Der Bergwald liefert Holz und besitzt zugleich eine Schutzfunktion: Seine Vegetation kann die Wirkung von Lawinen und Muren mindern. In höheren, empfindlichen Stufen belasten Skipisten, Beschneiung sowie Sommer- und Wintertourismus das Ökosystem.
Menschliche Nutzung erzeugt nicht den klimatischen Grundmechanismus der Höhenstufen, kann aber ihre sichtbare Ausprägung deutlich verändern.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Höhenstufen
- Entstehung: Temperatur, Feuchtigkeit, Wind und Schneedeckendauer verändern sich
- Vegetation: Wald geht in Matten und schließlich vegetationsarme Hochlagen über
- Grenzen: regional verschieden statt weltweit fest
- Nordalpen: idealisierte Richtwerte erleichtern die Orientierung
- Nutzung: Siedlung, Land- und Forstwirtschaft, Almwirtschaft und Tourismus
- Schutz: empfindliche Hochlagen und Schutzwald erfordern nachhaltige Nutzung
Mit Google fortfahren