Vulkantypen einfach vergleichen und erkennen
Vulkane sehen unterschiedlich aus, weil Magma verschieden zusammengesetzt und unterschiedlich fließfähig ist, auf verschiedene Weise austritt und in unterschiedlichen Umgebungen aufsteigt. Besonders wichtig ist der Vergleich: Dünnflüssige Lava fließt weit und baut eher einen breiten Schildvulkan auf. Zähflüssiges, gasreiches Magma begünstigt explosive Ausbrüche und steile Schichtvulkane.
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Welche Merkmale unterscheiden Vulkane?
Ein einzelnes Merkmal reicht zur Bestimmung oft nicht aus. Fachleute betrachten unter anderem die äußere Form, die Art des geförderten Materials, die Magmaeigenschaften, die Ausbruchsweise und die tektonische Lage.
Magma und Lava
Magma ist eine Gesteinsschmelze im Erdinneren. Tritt sie an die Erdoberfläche aus, wird sie Lava genannt. Ihre Fließfähigkeit heißt Viskosität: Dünnflüssige Lava hat eine geringe, zähflüssige Lava eine hohe Viskosität.
Die Fließfähigkeit beeinflusst den Vulkanbau:
- Dünnflüssige Lava kann sich weit ausbreiten. Viele übereinanderliegende Lavaströme bilden einen breiten, flachen Vulkan.
- Zähflüssiges Magma bewegt sich langsamer. Ist es zudem gasreich, kann sich Druck aufbauen und eine explosive Eruption begünstigen.
- Ausgeworfene Asche, Schlacke und anderes lockeres Material lagern sich um den Schlot ab und können steile Kegel oder Schichten bilden.
Bestimme einen Vulkantyp nie nur nach seinem Umriss. Verbinde Magmaeigenschaften, Ausbruchsweise, Material und Form zu einer Erklärung.
Wie unterscheiden sich Schild- und Schichtvulkane?
Schild- und Schichtvulkane sind die beiden klassischen Vergleichstypen. Ihre Namen weisen bereits auf Form beziehungsweise Aufbau hin.
| Merkmal | Schildvulkan | Schicht- oder Stratovulkan |
|---|---|---|
| Magma und Lava | meist kieselsäurearm, basaltisch und dünnflüssig | meist kieselsäurereicher, zähflüssiger und gasreicher |
| Ausbruchsweise | überwiegend ruhig und ausfließend, also effusiv | häufig explosiv; auch Lava kann austreten |
| Form | breit und flach | steiler, kegelförmiger Vulkanbau |
| Aufbau | vor allem weit ausgebreitete Lavaströme | wechselnde Schichten aus Lava und Tephra |
| typische Lage | häufig über Hotspots oder an Riftzonen | häufig an Subduktionszonen |
| Beispiele | Kīlauea, Mauna Loa | Fuji, Vesuv, Ätna |
Tephra ist lockeres Material, das bei einem Ausbruch ausgeworfen wird. Dazu gehören beispielsweise Asche und größere Gesteinsstücke.
Du beobachtest einen sehr breiten Vulkan mit flachen Hängen. Seine dünnflüssige Lava tritt über längere Zeit aus und fließt weit.
- Die Lava ist dünnflüssig.
- Deshalb breitet sie sich weit aus, statt sich nahe am Austrittsort aufzutürmen.
- Viele Lavaströme bauen einen flachen Vulkan auf.
Die Merkmalskette spricht für einen Schildvulkan.
Ein Schichtvulkan entsteht dagegen aus wiederholten Ablagerungen. Lavaströme wechseln sich mit ausgeworfener Asche und anderem Lockermaterial ab. So wächst ein steiler Vulkan aus Schichten.
„Ruhiger“ bedeutet nicht „ungefährlich“. Die Ausbruchsweise ist nur ein Teil der Gefährdung. Für eine Beurteilung sind auch der konkrete Ausbruch, die Umgebung, die betroffenen Menschen, Überwachung und Schutzmaßnahmen wichtig.
Welche weiteren Vulkanformen gibt es?
Nicht jede Vulkanform passt in den Gegensatz von Schild- und Schichtvulkan. Manche Bezeichnungen beschreiben einen kleinen Kegel, eine Kuppe oder eine durch Explosion beziehungsweise Einsturz entstandene Vertiefung.
Schlacken- und Aschenkegel
Kleine Explosionen werfen Schlacke und Asche aus. Das Material fällt um den Schlot zu Boden und bildet einen regelmäßigen, steilen Kegel mit Gipfelkrater. Solche Kegel werden meist nur einige hundert Meter hoch und entstehen häufig während einer einzigen Eruption.
Lavadom oder Quellkuppe
Lavadom
Ein Lavadom entsteht, wenn sehr zähflüssige Lava langsam aus einem Schlot quillt und nahe am Austrittsort erstarrt. So wächst eine kuppelartige Erhebung.
Erkaltete Lava kann den Schlot wie ein Pfropfen verschließen. Stauen sich darunter Magma und Gase, sind starke Explosionen möglich. Auch der Einsturz eines instabilen Doms kann gefährliche pyroklastische Ströme erzeugen. Das sind heiße Gemische aus Gas, Asche und Gestein, die sich hangabwärts bewegen.
Maar
Ein Maar ist ein wannen- oder trichterförmiger Explosionskrater. Es entsteht durch hohen Wasserdampfdruck:
- Bei einer phreatischen Eruption sprengt Wasserdampf das Gestein, ohne dass Magma unmittelbar an der Explosion beteiligt ist.
- Bei einer phreatomagmatischen Eruption trifft heißes Magma auf Wasser. Die heftige Wechselwirkung kann eine Explosion auslösen.
Ein Ring aus ausgeworfenem Material umgibt häufig den Krater. Viele Maare enthalten später einen See.
Caldera
Caldera
Eine Caldera ist eine große vulkanische Einbruchsmulde. Wird eine flach liegende Magmakammer während einer Eruption stark entleert, kann das darüberliegende Gestein einbrechen.
Eine Caldera ist daher nicht einfach ein besonders großer gewöhnlicher Gipfelkrater. In der Einbruchsmulde können später neue Lavadome, Schlackenkegel oder andere Vulkanbauten entstehen.
Wie hängen Lage und Vulkantyp zusammen?
Vulkanismus tritt besonders an auseinanderdriftenden Platten, an Subduktionszonen und über Hotspots auf. Diese Lage kann einen Typ wahrscheinlicher machen, bestimmt ihn aber nicht als einziges Merkmal.
- An mittelozeanischen Rücken bewegen sich Platten auseinander. Dort tritt häufig dünnflüssige basaltische Lava entlang von Spalten aus.
- An Subduktionszonen taucht eine Platte unter eine andere. Dort kommen häufig explosive Schichtvulkane vor, etwa am Pazifischen Feuerring.
- Ein Hotspot ist ein Bereich vulkanischer Aktivität innerhalb einer Platte. Bewegt sich die Platte über den relativ ortsfesten Bereich, kann eine Vulkan- oder Inselkette entstehen. Schildvulkane treten häufig über Hotspots auf.
Eine ozeanische Platte bewegt sich über einen relativ ortsfesten Hotspot. Direkt über dem Hotspot entsteht ein neuer Vulkan. Ältere Vulkane werden mit der Platte weitertransportiert und können erlöschen. Wiederholt sich dieser Ablauf, bildet sich eine Kette verschieden alter Vulkane oder Inseln.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Schichtvulkane treten häufig an auf. Breite Schildvulkane kommen oft über vor. An mittelozeanischen Rücken bewegen sich Platten .
Wie bestimmst du einen unbekannten Vulkantyp?
Gehe in einer festen Reihenfolge vor:
- Beschreibe die Form: Ist der Vulkan breit, steil, kuppelförmig oder eine Vertiefung?
- Untersuche das Material: Überwiegen Lavaströme, wechselnde Schichten oder ausgeworfene Schlacke und Asche?
- Erkläre die Ausbruchsweise: Fließt Lava überwiegend aus, explodiert gasreiches Magma oder wirkt Wasser mit?
- Beziehe die Entstehung ein: Wächst ein Vulkanbau, entsteht ein Explosionskrater oder bricht Gestein über einer Magmakammer ein?
- Nutze die Lage als Zusatzhinweis: Liegt der Vulkan an einer Riftzone, Subduktionszone oder über einem Hotspot?
- Formuliere eine Merkmalskette: Nenne nicht nur den Typ, sondern begründe deine Entscheidung.
Ein unbekannter Vulkan ist steil. In seinem Aufbau wechseln erstarrte Lavaströme und Ascheschichten. Seine Ausbrüche können explosiv sein.
Die Form allein wäre noch kein sicherer Beweis. Der Wechsel aus Lava und Asche zeigt jedoch den typischen Schichtaufbau. Zusammen mit der explosiven Aktivität ist die begründete Zuordnung Schichtvulkan.
Deine Anwendung
Ordne die folgenden Beobachtungen zu:
- Fall A: ein kleiner, steiler Kegel aus ausgeworfener Schlacke mit einem Krater am Gipfel;
- Fall B: eine große, annähernd kreisförmige Mulde nach dem Einbruch über einer entleerten Magmakammer;
- Fall C: eine Kuppe aus sehr zähflüssiger Lava direkt über dem Schlot.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Vulkantypen
- Aufbauende Formen
- Schildvulkan: weit reichende Lavaströme
- Schichtvulkan: Lava- und Tephraschichten
- Schlackenkegel: ausgeworfenes Lockermaterial
- Lavadom: zähflüssige Lava am Schlot
- Vertiefungsformen
- Maar: Explosion durch hohen Wasserdampfdruck
- Caldera: Einsturz über entleerter Magmakammer
- Bestimmungsmerkmale
- Magma und Viskosität
- Ausbruchsweise und Material
- Form und tektonische Lage
- Aufbauende Formen
Abschluss-Check
Du kannst einen Vulkantyp sicherer bestimmen, wenn du eine vollständige Ursache-Wirkungs-Kette formulierst: Magmaeigenschaften beeinflussen die Ausbruchsweise, die geförderten Materialien bauen eine bestimmte Form auf, und die tektonische Lage liefert einen zusätzlichen Hinweis.
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