Wind: Entstehung, Richtung und Küstenwinde erklärt
Wind ist vor allem die horizontale Bewegung von Luft. Er entsteht, wenn die Erdoberfläche ungleichmäßig erwärmt wird: Dadurch bilden sich Temperatur- und Luftdruckunterschiede. Luft strömt am Boden vom Hochdruck- zum Tiefdruckgebiet.
Auf dieser Seite lernst du, diesen Ablauf zu erklären und auf Küstenwinde sowie einfache Wetterkarten anzuwenden.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum Luft in Bewegung gerät
Die Sonne erwärmt die Erdoberfläche nicht überall gleich stark. Land und Wasser nehmen Wärme unterschiedlich schnell auf und geben sie unterschiedlich schnell wieder ab. Dadurch entstehen nebeneinander wärmere und kühlere Luftbereiche.
Wind
Wind ist hauptsächlich die horizontale Bewegung von Luftmassen. Das Aufsteigen warmer und das Absinken kalter Luft setzen den Druckausgleich in Gang.
Der grundlegende Ablauf besteht aus fünf Schritten:
- Die Sonne erwärmt den Boden.
- Der Boden erwärmt die Luft darüber.
- Warme Luft dehnt sich aus, hat eine geringere Dichte und steigt auf.
- Am Boden entsteht dadurch ein Bereich mit niedrigerem Luftdruck.
- Luft aus einem benachbarten Gebiet mit höherem Luftdruck strömt nach: Wind entsteht.
Ungleichmäßige Erwärmung erzeugt Druckunterschiede. Beim Druckausgleich strömt Luft am Boden vom Hochdruckgebiet zum Tiefdruckgebiet.
Über einer stark erwärmten Küstenfläche steigt warme Luft auf. Über dem kühleren Meer bleibt die Luft dichter. Am Boden strömt diese kühlere Luft vom Meer zur Küste. Du spürst sie als Wind.
Wie Hoch, Tief und Isobaren zusammenhängen
Luftdruck
Luftdruck ist der Druck, den die Luft aufgrund ihres Gewichts auf eine Fläche ausübt. Auf Wetterkarten werden Gebiete mit relativ hohem Druck durch H und Gebiete mit relativ niedrigem Druck durch T gekennzeichnet.
Wo Luft aufsteigt, bleiben am Boden weniger Luftteilchen zurück: Dort entsteht niedrigerer Druck. Wo kalte Luft absinkt, sammelt sich am Boden mehr Luft: Dort herrscht höherer Druck.
Isobaren
Isobaren sind Linien auf einer Wetterkarte, die Orte mit gleichem Luftdruck verbinden.
In einem einfachen Modell kannst du die bodennahe Strömung mit einem Pfeil von H nach T einzeichnen. Bei großräumigen Winden verändert die Erdrotation den geraden Weg; der Druckunterschied bleibt aber der Antrieb.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die Sonne erwärmt die Erdoberfläche . Warme Luft . Dadurch entsteht am Boden häufig . Zum Druckausgleich strömt Luft vom zum Tiefdruckgebiet.
Warum der Küstenwind seine Richtung wechselt
An einer Küste ändern Land und Wasser ihre Temperatur unterschiedlich schnell. Deshalb kann sich die Windrichtung zwischen Tag und Nacht umkehren.
Tagsüber: Seewind
Das Land erwärmt sich schneller als das Wasser. Die Luft über dem Land wird warm und steigt auf. Am Boden entsteht dort niedrigerer Druck. Kühlere Luft strömt vom Meer zum Land.
Seewind kommt vom Meer und weht zum Land.
Nachts: Landwind
Das Land kühlt schneller ab, während das Wasser Wärme länger speichert. Nun bleibt die Luft über dem Wasser wärmer und steigt dort auf. Kühlere Luft strömt am Boden vom Land zum Meer.
Landwind kommt vom Land und weht zum Meer.
Am sonnigen Nachmittag spürst du am Strand häufig Luft vom Wasser her: Seewind. In der Nacht kann sich die Strömung umkehren, weil das Meer länger warm bleibt: Dann entsteht Landwind.
Wie du Windrichtung und Windstärke beschreibst
Ein Wind wird nach der Himmelsrichtung benannt, aus der er kommt. Ein Westwind kommt also aus Westen und weht in Richtung Osten.
Eine Fahne wird nach Osten geweht. Die Luft kommt aus Westen. Deshalb handelt es sich um einen Westwind.
Auch die Stärke des Windes hängt mit dem Druckunterschied zusammen. Je größer der Druckunterschied zwischen benachbarten Gebieten ist, desto schneller kann die Luft zum Druckausgleich strömen und desto stärker ist der Wind.
Vertiefung: Warum großräumiger Wind abgelenkt wird
Die Erdrotation lenkt bewegte Luft ab. Auf der Nordhalbkugel erfolgt die Ablenkung nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links. Deshalb verlaufen großräumige Winde nicht einfach auf einer geraden Linie vom Hoch zum Tief.
Die Ablenkung durch die Erdrotation heißt Corioliskraft. Sie verändert die Bewegungsrichtung, erzeugt aber nicht den Druckunterschied, der den Wind antreibt.
Typische Denkfehler vermeiden
Warme Luft ist nicht automatisch Wind. Erst das Aufsteigen warmer Luft und der dadurch entstehende Druckunterschied führen zu einer horizontalen Ausgleichsströmung.
Wind strömt im Grundmodell nicht vom Tief zum Hoch. Am Boden bewegt sich Luft zum Druckausgleich vom höheren zum niedrigeren Druck.
Der Windname nennt nicht das Ziel. Ein Ostwind weht aus Osten; ein Seewind kommt vom Meer.
See- und Landwind wechseln nicht ohne Ursache. Entscheidend ist, welche Fläche schneller warm wird oder abkühlt und wo deshalb Luft aufsteigt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Wind
- Ursache: ungleichmäßige Erwärmung erzeugt Temperatur- und Druckunterschiede
- Druckausgleich: Luft strömt am Boden vom Hoch zum Tief
- Windstärke: Ein größerer Druckunterschied begünstigt eine stärkere Strömung
- Seewind: tagsüber häufig vom Meer zum Land
- Landwind: nachts häufig vom Land zum Meer
- Windrichtung: Sie nennt die Herkunft des Windes
- Isobaren: Sie verbinden Orte mit gleichem Luftdruck
- Coriolisablenkung: auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links
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