Erdkunde

Wind: Entstehung, Richtung und Küstenwinde erklärt

Wind: Entstehung, Richtung und Küstenwinde erklärt
Wind: Entstehung, Richtung und Küstenwinde erklärt
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Wind ist vor allem die horizontale Bewegung von Luft. Er entsteht, wenn die Erdoberfläche ungleichmäßig erwärmt wird: Dadurch bilden sich Temperatur- und Luftdruckunterschiede. Luft strömt am Boden vom Hochdruck- zum Tiefdruckgebiet.

Auf dieser Seite lernst du, diesen Ablauf zu erklären und auf Küstenwinde sowie einfache Wetterkarten anzuwenden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum Luft in Bewegung gerät

Die Sonne erwärmt die Erdoberfläche nicht überall gleich stark. Land und Wasser nehmen Wärme unterschiedlich schnell auf und geben sie unterschiedlich schnell wieder ab. Dadurch entstehen nebeneinander wärmere und kühlere Luftbereiche.

Definition

Wind

Wind ist hauptsächlich die horizontale Bewegung von Luftmassen. Das Aufsteigen warmer und das Absinken kalter Luft setzen den Druckausgleich in Gang.

Der grundlegende Ablauf besteht aus fünf Schritten:

  1. Die Sonne erwärmt den Boden.
  2. Der Boden erwärmt die Luft darüber.
  3. Warme Luft dehnt sich aus, hat eine geringere Dichte und steigt auf.
  4. Am Boden entsteht dadurch ein Bereich mit niedrigerem Luftdruck.
  5. Luft aus einem benachbarten Gebiet mit höherem Luftdruck strömt nach: Wind entsteht.
Merke

Ungleichmäßige Erwärmung erzeugt Druckunterschiede. Beim Druckausgleich strömt Luft am Boden vom Hochdruckgebiet zum Tiefdruckgebiet.

Beispiel

Über einer stark erwärmten Küstenfläche steigt warme Luft auf. Über dem kühleren Meer bleibt die Luft dichter. Am Boden strömt diese kühlere Luft vom Meer zur Küste. Du spürst sie als Wind.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Kette erklärt die Windentstehung richtig?
Lösung: Ungleichmäßige Erwärmung → Druckunterschied → Luftströmung — Wind braucht einen Druckunterschied. Dieser entsteht häufig, weil Flächen und die Luft darüber unterschiedlich stark erwärmt werden.
Wie Hoch, Tief und Isobaren zusammenhängen
Definition

Luftdruck

Luftdruck ist der Druck, den die Luft aufgrund ihres Gewichts auf eine Fläche ausübt. Auf Wetterkarten werden Gebiete mit relativ hohem Druck durch H und Gebiete mit relativ niedrigem Druck durch T gekennzeichnet.

Wo Luft aufsteigt, bleiben am Boden weniger Luftteilchen zurück: Dort entsteht niedrigerer Druck. Wo kalte Luft absinkt, sammelt sich am Boden mehr Luft: Dort herrscht höherer Druck.

Definition

Isobaren

Isobaren sind Linien auf einer Wetterkarte, die Orte mit gleichem Luftdruck verbinden.

In einem einfachen Modell kannst du die bodennahe Strömung mit einem Pfeil von H nach T einzeichnen. Bei großräumigen Winden verändert die Erdrotation den geraden Weg; der Druckunterschied bleibt aber der Antrieb.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Die Sonne erwärmt die Erdoberfläche . Warme Luft . Dadurch entsteht am Boden häufig . Zum Druckausgleich strömt Luft vom zum Tiefdruckgebiet.

Lösungen: Lücke 1: ungleichmäßig; Lücke 2: steigt auf; Lücke 3: Tiefdruck; Lücke 4: Hochdruckgebiet. Prüfe die Wirkungskette: ungleichmäßige Erwärmung, aufsteigende Warmluft, niedrigerer Druck am Boden und nachströmende Luft.
Warum der Küstenwind seine Richtung wechselt

An einer Küste ändern Land und Wasser ihre Temperatur unterschiedlich schnell. Deshalb kann sich die Windrichtung zwischen Tag und Nacht umkehren.

Tagsüber: Seewind

Das Land erwärmt sich schneller als das Wasser. Die Luft über dem Land wird warm und steigt auf. Am Boden entsteht dort niedrigerer Druck. Kühlere Luft strömt vom Meer zum Land.

Merke

Seewind kommt vom Meer und weht zum Land.

Nachts: Landwind

Das Land kühlt schneller ab, während das Wasser Wärme länger speichert. Nun bleibt die Luft über dem Wasser wärmer und steigt dort auf. Kühlere Luft strömt am Boden vom Land zum Meer.

Merke

Landwind kommt vom Land und weht zum Meer.

Beispiel

Am sonnigen Nachmittag spürst du am Strand häufig Luft vom Wasser her: Seewind. In der Nacht kann sich die Strömung umkehren, weil das Meer länger warm bleibt: Dann entsteht Landwind.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelÜber einer Insel steigt nachts die wärmere Luft über dem Wasser auf. Wohin strömt die bodennahe Luft?
Lösung: Von der Insel zum Wasser — Nachts bleibt das Wasser länger warm. Über ihm steigt Luft auf, sodass kühlere Luft vom Land nachströmt.
Wie du Windrichtung und Windstärke beschreibst

Ein Wind wird nach der Himmelsrichtung benannt, aus der er kommt. Ein Westwind kommt also aus Westen und weht in Richtung Osten.

Beispiel

Eine Fahne wird nach Osten geweht. Die Luft kommt aus Westen. Deshalb handelt es sich um einen Westwind.

Auch die Stärke des Windes hängt mit dem Druckunterschied zusammen. Je größer der Druckunterschied zwischen benachbarten Gebieten ist, desto schneller kann die Luft zum Druckausgleich strömen und desto stärker ist der Wind.

Vertiefung: Warum großräumiger Wind abgelenkt wird

Die Erdrotation lenkt bewegte Luft ab. Auf der Nordhalbkugel erfolgt die Ablenkung nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links. Deshalb verlaufen großräumige Winde nicht einfach auf einer geraden Linie vom Hoch zum Tief.

Gut zu wissen

Die Ablenkung durch die Erdrotation heißt Corioliskraft. Sie verändert die Bewegungsrichtung, erzeugt aber nicht den Druckunterschied, der den Wind antreibt.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtEin Wind kommt aus Norden. Wie heißt er?
Lösung: Nordwind — Ein Nordwind kommt aus Norden und weht nach Süden.
Frage 2 von 2MittelWelche Situation begünstigt den stärkeren Wind?
Lösung: Ein großer Luftdruckunterschied zwischen benachbarten Gebieten — Ein größerer Druckunterschied führt gewöhnlich zu einer schnelleren Ausgleichsströmung.
Typische Denkfehler vermeiden

Warme Luft ist nicht automatisch Wind. Erst das Aufsteigen warmer Luft und der dadurch entstehende Druckunterschied führen zu einer horizontalen Ausgleichsströmung.

Wind strömt im Grundmodell nicht vom Tief zum Hoch. Am Boden bewegt sich Luft zum Druckausgleich vom höheren zum niedrigeren Druck.

Der Windname nennt nicht das Ziel. Ein Ostwind weht aus Osten; ein Seewind kommt vom Meer.

See- und Landwind wechseln nicht ohne Ursache. Entscheidend ist, welche Fläche schneller warm wird oder abkühlt und wo deshalb Luft aufsteigt.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerAn einem sonnigen Nachmittag steigt die Luft über dem Land auf. Eine Schülerin behauptet: „Der Wind muss vom Land zum Meer wehen, weil warme Luft vom Land wegsteigt.“ Welche Beurteilung ist richtig?
Lösung: Die Behauptung ist falsch: Am Boden strömt kühlere Luft vom Meer zum Tiefdruckbereich über dem Land. — Tagsüber führt die stärkere Erwärmung des Landes zum Seewind: Die bodennahe Luft kommt vom Meer.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Wind
    • Ursache: ungleichmäßige Erwärmung erzeugt Temperatur- und Druckunterschiede
    • Druckausgleich: Luft strömt am Boden vom Hoch zum Tief
    • Windstärke: Ein größerer Druckunterschied begünstigt eine stärkere Strömung
    • Seewind: tagsüber häufig vom Meer zum Land
    • Landwind: nachts häufig vom Land zum Meer
    • Windrichtung: Sie nennt die Herkunft des Windes
    • Isobaren: Sie verbinden Orte mit gleichem Luftdruck
    • Coriolisablenkung: auf der Nordhalbkugel nach rechts, auf der Südhalbkugel nach links
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtIn welche Richtung strömt Luft im einfachen bodennahen Grundmodell?
Lösung: Vom Hochdruckgebiet zum Tiefdruckgebiet — Der Druckunterschied treibt die Luft vom Hoch zum Tief.
Frage 2 von 3MittelAm Morgen erwärmt sich das Land an einer Küste schneller als das Meer. Welcher Wind entwickelt sich?
Lösung: Seewind vom Meer zum Land — Über dem wärmeren Land steigt Luft auf. Kühlere Meeresluft strömt am Boden nach.
Frage 3 von 3SchwerZwei benachbarte Gebiete weisen einen besonders großen Luftdruckunterschied auf. Was lässt sich im vereinfachten Modell erwarten?
Lösung: Eine schnelle Ausgleichsströmung und damit stärkerer Wind — Je größer der Druckunterschied, desto schneller erfolgt gewöhnlich der Druckausgleich und desto stärker ist der Wind.

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