Erdkunde

Luftdruck verstehen: Höhe, Wetter und Messung

Luftdruck verstehen: Höhe, Wetter und Messung
Luftdruck verstehen: Höhe, Wetter und Messung
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Luftdruck entsteht, weil die Luft über uns Gewicht hat und auf Flächen drückt. Mit zunehmender Höhe sinkt er. Druckunterschiede beeinflussen Wind und Wetter und erklären auch den Druck auf den Ohren.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was drückt da eigentlich?

Luft ist unsichtbar, aber sie besitzt Masse. Die Schwerkraft zieht sie zur Erde. Dadurch lastet über jedem Ort eine Luftsäule, die von der Erdoberfläche bis in die Atmosphäre reicht.

Definition

Luftdruck

Luftdruck ist die Kraft, die ruhende Luft auf eine bestimmte Fläche ausübt. Kurz: Druck ist Kraft pro Fläche. In Wetterberichten wird Luftdruck meist in Hektopascal, abgekürzt hPa, angegeben.

Als Referenzwert am Meeresspiegel dient der Normaldruck:

$$1013{,}25\,\text{hPa} = 101\,325\,\text{Pa} \approx 1\,\text{bar}$$

Dabei gilt: $1\,\text{hPa}=100\,\text{Pa}$. Der Luftdruck wirkt nicht nur von oben. Luft umgibt dich, und dein Körper erzeugt einen Gegendruck. Deshalb wirst du trotz der großen Luftlast nicht zusammengedrückt.

Beispiel

Eine Wetterstation zeigt 1013 hPa an. In Pascal sind das:

$$1013\cdot 100\,\text{Pa}=101\,300\,\text{Pa}$$

Der kleine Unterschied zum genauen Normaldruck von 101 325 Pa entsteht durch die Rundung auf 1013 hPa.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage erklärt Luftdruck richtig?
Lösung: Luft besitzt Masse und übt unter der Schwerkraft Kraft auf Flächen aus. — Die Schwerkraft wirkt auf die Masse der Luft. Temperatur kann Druckunterschiede beeinflussen, ist aber nicht die Grunddefinition des Luftdrucks.
Warum nimmt der Luftdruck mit der Höhe ab?

Je höher du steigst, desto weniger Luft befindet sich über dir. Die Luftsäule über dem Standort wird kleiner, deshalb sinkt der Luftdruck.

Höhe oder Ortungefährer Luftdruck
Meeresspiegel, 0 m1013 hPa
etwa 3000 m700 hPa
Mont Blanc, etwa 4800 m550 hPa
etwa 8849 m330 hPa
Reiseflughöhe, etwa 12 000 m190 hPa

Der Druck fällt nicht in jeder Höhenstufe um denselben Betrag. In Bodennähe ist die Luft dichter; dort liegen besonders viele Teilchen eng beieinander. In großer Höhe ist die Luft dünner. Der Verlauf ist deshalb nicht linear.

Beispiel

Am Meeresspiegel werden etwa 1013 hPa gemessen, in 3000 m Höhe etwa 700 hPa. Der Unterschied beträgt ungefähr 313 hPa. Daraus darfst du nicht schließen, dass der Druck in den nächsten 3000 m wieder genau um 313 hPa fällt: Die Abnahme ist nicht gleichmäßig.

Merke

Mehr Höhe bedeutet weniger Luft über dem Standort und damit geringeren Luftdruck. „Pro 1000 m immer gleich viel weniger“ wäre jedoch falsch.

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Frage 1 von 1MittelZwei Messorte liegen übereinander. Ort B befindet sich deutlich höher als Ort A. Welche Aussage ist unter sonst vergleichbaren Bedingungen zu erwarten?
Lösung: In Ort B ist der Luftdruck geringer, weil weniger Luft darüber liegt. — Mit wachsender Höhe nimmt die Menge der darüberliegenden Luft ab. Daher sinkt der Luftdruck.
Wie wird Luftdruck gemessen?

Alle Geräte zur Luftdruckmessung heißen Barometer.

BarometerSo funktioniert es
FlüssigkeitsbarometerDer Luftdruck hält eine Flüssigkeitssäule; ihre Höhe verändert sich mit dem Druck.
Dosenbarometer oder AneroidbarometerEine weitgehend luftleere Metallkapsel verformt sich bei Druckänderungen und bewegt einen Zeiger.
Elektronischer SensorEin Sensor wandelt den Druck in einen digitalen Messwert um, etwa in einer Wetterstation.

Für eine brauchbare Wetterbeobachtung notierst du zum Messwert auch Ort und Zeit. Nur so lassen sich Messungen sinnvoll vergleichen.

Beispiel

Eine Schulwetterstation zeigt am Montag um 8 Uhr 1018 hPa und am Dienstag am selben Ort um 8 Uhr 1006 hPa. Der Druck ist um 12 hPa gefallen. Das ist eine Beobachtung. Ob und welches Wetter folgt, musst du zusammen mit weiteren Wetterdaten und der räumlichen Druckverteilung beurteilen.

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Frage 1 von 1MittelWelche Notiz macht eine Luftdruckmessung am besten vergleichbar?
Lösung: 1008 hPa, Schulhof, Dienstag, 8 Uhr — Ein Messwert braucht mindestens die Einheit. Ort und Zeit zeigen, wo und wann er galt.
Wie entstehen Hoch und Tief?

Die Erdoberfläche wird ungleichmäßig erwärmt. Dadurch bewegt sich die Luft:

  1. Erwärmte Luft dehnt sich aus, wird leichter und steigt auf. Am Boden fehlt nun Luftmasse: Es bildet sich ein Tiefdruckgebiet.
  2. Aufsteigende Luft kühlt ab. Enthält sie genügend Wasserdampf, kann dieser kondensieren. Wolken und Niederschlag können entstehen.
  3. Kalte, dichtere Luft sinkt ab. Am Boden sammelt sich Luftmasse: Es bildet sich ein Hochdruckgebiet.
  4. Beim Absinken wird Luft zusammengedrückt und wärmer. Dadurch sinkt ihre relative Feuchtigkeit, Wolken lösen sich eher auf.
Definition

Hoch und Tief

Ein Hoch ist ein Gebiet mit höherem Luftdruck als seine Umgebung. Ein Tief hat niedrigeren Luftdruck als seine Umgebung. Entscheidend ist also der Vergleich benachbarter Orte, nicht bloß die Frage, ob ein Wert über oder unter 1013 hPa liegt.

Gut zu wissen

Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft. Wird absinkende Luft wärmer, ohne dass Wasserdampf hinzukommt, sinkt ihre relative Feuchtigkeit. Deshalb entstehen in Hochdruckgebieten häufig weniger Wolken. „Warme Luft kann weniger Feuchtigkeit halten“ ist hier die falsche Erklärung.

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Frage 1 von 2MittelWelche Kette beschreibt die Wolkenbildung in einem Tief am besten?
Lösung: Luft steigt auf, kühlt ab, Wasserdampf kondensiert, Wolken entstehen. — Im Tief steigt Luft auf. Beim Abkühlen kann Wasserdampf kondensieren, wenn genug Feuchtigkeit vorhanden ist.
Frage 2 von 2SchwerOrt X meldet 1015 hPa. Alle Nachbarorte melden 1022 hPa. Wie ist X im Vergleich zur Umgebung einzuordnen?
Lösung: Als Bereich niedrigeren Drucks — 1015 hPa sind weniger als 1022 hPa. Deshalb liegt X gegenüber seinen Nachbarorten in einem Bereich niedrigeren Drucks.
Wie werden Druckunterschiede zu Wind?

Luft bewegt sich zum Druckausgleich grundsätzlich vom Hoch zum Tief. Diese Luftbewegung nennst du Wind.

Auf Wetterkarten steht H für ein Hoch und T für ein Tief. Isobaren sind Linien, die Orte mit gleichem Luftdruck verbinden.

Die Erdrotation lenkt bewegte Luft durch die Corioliskraft ab. Auf der Nordhalbkugel erfolgt die Ablenkung nach rechts: Hochs werden im Uhrzeigersinn, Tiefs entgegen dem Uhrzeigersinn umströmt. Auf der Südhalbkugel sind die Drehrichtungen umgekehrt.

Beispiel

Am Tag erwärmt sich Land schneller als Wasser. Die Luft über dem Land wird warm und steigt auf. Am Boden entsteht dort ein Bereich niedrigeren Drucks. Kühlere Luft strömt vom Meer zum Land nach. So entsteht Seewind.

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Frage 1 von 2LeichtWas zeigen Isobaren?
Lösung: Sie verbinden Orte mit gleichem Luftdruck. — „Iso“ bedeutet gleich; Isobaren verbinden Messorte mit gleichem Luftdruck.
Frage 2 von 2SchwerWarum weht tagsüber häufig Wind vom Meer zum wärmeren Land?
Lösung: Über dem Land steigt warme Luft auf; kühlere Luft strömt vom höheren Druck über dem Meer nach. — Der Temperaturunterschied erzeugt einen Druckunterschied. Am Boden strömt Luft zum Druckausgleich vom höheren zum niedrigeren Druck.
Wo spürst du Luftdruck im Alltag?

Bei einem schnellen Höhenwechsel passt sich der Druck im Mittelohr nicht sofort an den Außendruck an. Das Trommelfell wird unterschiedlich belastet: Du spürst Ohrendruck. Beim Schlucken oder Gähnen öffnet sich kurz die Eustachische Röhre, sodass ein Druckausgleich möglich wird.

Luftdruck beeinflusst außerdem die Siedetemperatur von Wasser:

  • am Meeresspiegel bei etwa 1013 hPa: 100 °C;
  • in ungefähr 3000 m Höhe bei etwa 700 hPa: ungefähr 90 °C.

Bei niedrigerem Druck können Wassermoleküle leichter in die Luft übergehen. Wasser siedet früher, ist dabei aber weniger heiß. Speisen garen deshalb in großer Höhe langsamer. Im Dampfkochtopf ist es umgekehrt: Höherer Druck erhöht die Siedetemperatur, sodass Speisen schneller garen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Mit zunehmender nimmt der Luftdruck ab. Bei niedrigerem Druck siedet Wasser bei einer Temperatur. Ein Dampfkochtopf erzeugt einen Druck und erhöht dadurch die des Wassers.

Lösungen: Lücke 1: Höhe; Lücke 2: niedrigeren; Lücke 3: höheren; Lücke 4: Siedetemperatur. Weniger Außendruck erleichtert den Übergang von Wasser in die Gasphase. Mehr Druck im Dampfkochtopf bewirkt das Gegenteil.
Gut zu wissen

Gewöhnliche Wetterhochs sind nicht mit den extremen Druck- und Sauerstoffbedingungen beim tiefen Tauchen oder in Druckkammern gleichzusetzen. Das sind unterschiedliche Situationen.

Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Luftdruck
    • Ursache: Gewicht der Luft
    • Messung: Barometer und hPa
    • Höhe: weniger Luft, geringerer Druck
    • Wetter: Hoch, Tief und Wolken
    • Ausgleich: Wind vom Hoch zum Tief
    • Alltag: Ohrendruck und Siedetemperatur
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelches Gerät misst den Luftdruck?
Lösung: Barometer — Barometer ist der Oberbegriff für Geräte zur Messung des Luftdrucks.
Frage 2 von 4MittelBeim schnellen Aufstieg entsteht Druck auf den Ohren. Warum kann Schlucken helfen?
Lösung: Dabei öffnet sich kurz die Eustachische Röhre, sodass sich Mittelohr- und Außendruck ausgleichen können. — Beim Höhenwechsel passen Außen- und Mittelohrdruck zunächst nicht zusammen. Die kurz geöffnete Eustachische Röhre ermöglicht den Druckausgleich.
Frage 3 von 4MittelAuf einem Berg siedet Wasser schon bei ungefähr 90 °C. Was erklärt das?
Lösung: Der niedrigere Luftdruck erleichtert den Übergang von Wasser in die Gasphase. — Mit sinkendem Luftdruck sinkt auch die Siedetemperatur. Siedendes Wasser kann deshalb in großer Höhe kühler als 100 °C sein.
Frage 4 von 4SchwerÜber einer stark erwärmten Landfläche steigt Luft auf. Welche Folge am Boden passt dazu?
Lösung: Es entsteht ein Bereich niedrigeren Drucks, in den Luft aus der Umgebung nachströmen kann. — Aufsteigende Luft hinterlässt am Boden weniger Luftmasse. Der Druck sinkt relativ zur Umgebung, und nachströmende Luft kann Wind erzeugen.

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