Wenn du in deiner Stadt eine Moschee siehst, begegnet dir ein Stück Religionsgeschichte. Vielleicht kennst du auch Mitschülerinnen oder Mitschüler, die Ramadan feiern oder kein Schweinefleisch essen. Im Geschichtsunterricht geht es beim Islam nicht darum, jemanden zu bewerten. Du lernst, wie diese Religion entstand, woran Muslime glauben und warum sie im Mittelalter wichtig wurde.
- Du kannst erklären, was der Islam ist.
- Du kennst Muhammad, den Koran und Allah als wichtige Begriffe.
- Du kannst die fünf Säulen des Islam nennen.
- Du verstehst grob, wie sich der Islam nach 622 ausbreitete.
Was bedeutet Islam?
Das Wort Islam kommt aus dem Arabischen. Es meint im religiösen Sinn die Hingabe an Gott und das Leben nach Gottes Willen. Wer dem Islam angehört, heißt Muslim oder Muslimin.
Der Islam ist eine monotheistische Religion. Das bedeutet: Gläubige glauben an einen einzigen Gott. Muslime benutzen für Gott das arabische Wort Allah.
Islam ist eine monotheistische Religion. Musliminnen und Muslime glauben an Allah, richten ihr Leben nach dem Koran aus und sehen Muhammad als wichtigen Propheten.
Stell dir vor, jemand fragt: "Glauben Muslime an viele Götter?" Historisch kannst du antworten: Nein. Der Islam gehört wie Judentum und Christentum zu den monotheistischen Religionen.
Monotheistisch heißt: Es gibt nur einen Gott.
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Muhammad und die Entstehung
Viele Religionen verbinden ihren Anfang mit wichtigen Personen. Im Islam ist Muhammad zentral. Er lebte auf der Arabischen Halbinsel, also in der Region des heutigen Saudi-Arabiens.
Ein Prophet ist in einer Religion ein Mensch, der eine Botschaft Gottes verkündet. Musliminnen und Muslime glauben, dass Muhammad ab dem Jahr 610 Offenbarungen von Allah empfing. Eine Offenbarung ist eine göttliche Botschaft an Menschen.
Im Jahr 622 zog Muhammad mit seinen Anhängern von Mekka nach Medina. Diese Auswanderung heißt Hidschra. Sie ist so wichtig, dass mit ihr die islamische Zeitrechnung beginnt. Muhammad starb 632.
Für den Geschichtsunterricht ist 622 ein Merkjahr. Es steht nicht für eine Schlacht, sondern für den Ortswechsel von Mekka nach Medina. Dadurch entstand eine feste muslimische Gemeinschaft.
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Muhammad gilt im Islam nicht als Gott. Er gilt als Prophet, also als Überbringer einer göttlichen Botschaft.
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Koran, Hadithe und Glauben
Wenn du etwas über eine Religion lernen willst, fragst du oft nach ihren Texten. Im Islam ist der Koran die wichtigste heilige Schrift. Eine heilige Schrift ist ein Text, der für Gläubige besondere religiöse Bedeutung hat.
Musliminnen und Muslime glauben, dass der Koran Gottes Botschaft enthält. Er ist in Suren eingeteilt. Eine Sure ist ein Abschnitt oder Kapitel im Koran. Zusätzlich gibt es Hadithe. Hadithe sind Überlieferungen über Aussagen und Handlungen Muhammads.
Wenn in einer Familie eine Frage zum Beten, Fasten oder Zusammenleben auftaucht, können der Koran und Hadithe Orientierung geben. Nicht alle Muslime legen Texte gleich aus. Deshalb gibt es unterschiedliche Traditionen und Gelehrte.
Im Islam wird Muhammad oft als Vorbild gesehen. Das heißt: Viele Gläubige fragen, wie er gehandelt oder gesprochen haben soll.
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Die fünf Säulen
Religion zeigt sich nicht nur in Gedanken, sondern auch im Alltag. Im Islam gibt es fünf besonders wichtige Grundpflichten. Sie heißen fünf Säulen des Islam. Eine Säule trägt ein Gebäude. So ähnlich tragen diese Regeln das religiöse Leben vieler Musliminnen und Muslime.
Die erste Säule ist die Schahada, das Glaubensbekenntnis. Dabei bekennt man den Glauben an Allah und Muhammad als Gesandten. Die zweite Säule ist das Gebet, auf Arabisch Salat. Viele Muslime beten zu festen Zeiten. Die dritte Säule ist die Zakat, eine Abgabe für Bedürftige. Die vierte Säule ist das Fasten im Ramadan. Ramadan ist ein Monat im islamischen Mondkalender. Die fünfte Säule ist der Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka, wenn man sie körperlich und finanziell leisten kann.
Beim Ramadan verzichten viele gläubige Muslime tagsüber auf Essen und Trinken. Nach Sonnenuntergang essen Familien oder Gemeinden gemeinsam. Das Fasten ist dabei nicht nur Verzicht, sondern auch Übung in Geduld, Dankbarkeit und Gemeinschaft.
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Die fünf Säulen verbinden Glauben, Alltag, Gemeinschaft und Verantwortung.
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Moschee, Gemeinschaft und Richtungen
Religion findet oft an besonderen Orten statt. Eine Moschee ist ein muslimisches Gebetshaus. Dort wird gebetet, gelernt und Gemeinschaft erlebt. Ein Imam ist ein Vorbeter oder religiöser Leiter in einer Gemeinde.
Die weltweite muslimische Gemeinschaft nennt man Umma. Dieser Begriff zeigt: Muslime können in vielen Ländern leben und sich trotzdem religiös verbunden fühlen. Gleichzeitig ist der Islam nicht überall gleich. Es gibt verschiedene Glaubensrichtungen, also große Gruppen mit eigenen Traditionen. Die größten sind Sunniten und Schiiten.
Eine Moschee in Deutschland, eine Moschee in Indonesien und eine Moschee in Marokko können unterschiedlich aussehen. Trotzdem können dort ähnliche Gebete gesprochen werden. Kultur und Religion überschneiden sich, sind aber nicht dasselbe.
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Nicht jeder Muslim lebt gleich. Religion, Herkunft, Sprache und persönliche Entscheidung prägen den Alltag.
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Ausbreitung im Mittelalter
Für Geschichte ist wichtig, wie aus einer religiösen Bewegung eine große Macht wurde. Nach Muhammads Tod führten Kalifen viele muslimische Gebiete. Ein Kalif war ein politischer und religiöser Herrscher oder Führer in der frühen islamischen Welt.
Im 7. und 8. Jahrhundert breiteten sich muslimische Herrschaftsgebiete stark aus. Das geschah durch Eroberungen, Bündnisse, Verwaltung und später auch durch Handel. Besonders Händler, Gelehrte und Reisende trugen den Islam in neue Regionen. So erreichte er Nordafrika, Teile Spaniens, Vorderasien und später auch Süd- und Südostasien.
In al-Andalus, dem muslimisch geprägten Teil der Iberischen Halbinsel, lebten im Mittelalter Muslime, Christen und Juden nebeneinander. Das Zusammenleben war nicht immer friedlich, aber es gab wichtige Kontakte in Wissenschaft, Medizin, Philosophie und Handel.
Wenn du die Ausbreitung des Islam erklärst, trenne zwei Dinge: die Religion Islam und die politischen Reiche, die von muslimischen Herrschern regiert wurden.
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Zusammenfassung
Der Islam ist eine monotheistische Religion. Musliminnen und Muslime glauben an Allah, den einen Gott. Muhammad gilt im Islam als Prophet, nicht als Gott. Der Koran ist die wichtigste heilige Schrift.
Wichtige Grundlagen sind die fünf Säulen: Schahada, Gebet, Zakat, Fasten im Ramadan und Hadsch. Eine Moschee ist ein muslimisches Gebetshaus. Die Umma meint die muslimische Gemeinschaft. Im Mittelalter breitete sich der Islam durch politische Herrschaft, Handel, Reisen und Gelehrte weit aus.
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