Jakobiner: Ziele, Herrschaft und Ende erklärt
Die Jakobiner waren Mitglieder und Anhänger eines politischen Klubs der Französischen Revolution. Aus einer zunächst gemäßigten Vereinigung wurden sie eine radikale politische Kraft. Unter Robespierre beherrschten sie Frankreich 1793/94 mithilfe von Überwachung, Verhaftungen und Hinrichtungen.
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Wie entstand der Jakobinerklub?
Während der Französischen Revolution entstanden politische Klubs. Sie waren keine Parteien im heutigen Sinn, sondern Versammlungen, in denen Mitglieder politische Fragen und Gesetzesvorhaben diskutierten.
Der spätere Jakobinerklub ging 1789 aus dem Bretonischen Klub hervor. Nach seiner Neugründung traf er sich in einem ehemaligen Jakobinerkloster in Paris. Von diesem Versammlungsort stammt der Name Jakobiner.
Jakobiner
Im engeren historischen Sinn sind Jakobiner die Mitglieder des Pariser Jakobinerklubs. Später wurde der Name auch für Anhänger Robespierres oder allgemeiner für radikale Revolutionsanhänger verwendet. Deshalb musst du beim Begriff immer auf den Zusammenhang achten.
Die rote phrygische Mütze, auch Jakobinermütze genannt, wurde zu einem Erkennungszeichen republikanischer Anhänger. Die Revolutionäre hielten sie für die Mütze freigelassener Sklaven und verbanden sie deshalb mit Freiheit.
Was wollten die Jakobiner erreichen?
Der Klub war anfangs gemäßigt, entwickelte sich aber zum radikalen Flügel der Revolution. Die Jakobiner wollten die Monarchie abschaffen und eine Republik errichten. Sie forderten politische Gleichheit, eine breitere Beteiligung des Volkes und den Abbau ererbter Privilegien.
Ihre Vorstellungen hatten jedoch Grenzen. Politische Aktivität von Frauen lehnten sie ab. Auch wollten sie Privateigentum und wirtschaftliche Unterschiede nicht vollständig beseitigen. Gruppen links von ihnen verlangten deutlich stärkere Eingriffe zugunsten der Besitzlosen.
Die Jakobiner traten für Republik und politische Gleichheit ein. Das bedeutete aber nicht, dass sie alle Menschen gesellschaftlich, wirtschaftlich und politisch vollständig gleichstellen wollten.
Die Verfassung von 1793 spiegelte wichtige Forderungen wider. Sie sah eine Republik, gleiches Wahlrecht für männliche Franzosen ab 21 Jahren sowie soziale Rechte auf Arbeit und Bildung vor. In Kraft trat sie nicht: Die Machthaber erklärten, zuerst müssten die Feinde der Republik besiegt werden.
Wer unterstützte die Jakobiner?
Viele Klubmitglieder stammten aus dem gehobenen Bürgertum. Ihre breite politische Unterstützung fanden die Jakobiner dagegen besonders unter Arbeitern, Handwerkern und Kleinbürgern. Eine wichtige Gruppe waren die Sansculotten, also Angehörige der städtischen Unterschichten.
Steigende Brotpreise und Warenknappheit verschärften deren Not. Viele Sansculotten verlangten soziale Gleichheit und das Ende der Monarchie. Dadurch wurden sie zu einer wichtigen Machtbasis der Jakobiner.
Eine politische Forderung bleibt wirkungslos, wenn sie nur im Klub besprochen wird. Die Jakobiner verbreiteten ihre Ansichten deshalb durch Reden, Flugschriften und Zeitungsartikel. Ein Netz verbundener Klubs trug ihre Positionen zudem in die Provinzen. So trafen politische Organisation und die Unzufriedenheit der städtischen Bevölkerung aufeinander.
Die Beziehung war keine einfache Gleichsetzung: Klubmitglieder und Massenbasis waren nicht dieselbe Gruppe. Außerdem verloren die Jakobiner später einen Teil des Rückhalts der Sansculotten, als sie konkurrierende Bewegungen ausschalteten und ihre Politik die Erwartungen der Unterschichten nicht mehr erfüllte.
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Viele Jakobiner gehörten zum . Eine wichtige Massenbasis bildeten die . Brotpreise und verstärkten die soziale Unzufriedenheit. Mit Flugschriften, Zeitungen und verbreitete der Klub seine Ansichten.
Wie wurde aus Revolution eine Terrorherrschaft?
1792 wurde die Monarchie abgeschafft. Im Januar 1793 wurde Ludwig XVI. hingerichtet. Gleichzeitig bedrohten innere Aufstände, politische Gegner und Konflikte die neue Republik. In dieser Lage setzten sich die Jakobiner gegen die gemäßigteren Girondisten durch und übernahmen im Sommer 1793 die Macht.
Der im April 1793 geschaffene Wohlfahrtsausschuss entwickelte sich zu einer diktatorisch regierenden Machtzentrale. Maximilien de Robespierre wurde zur führenden Person der Jakobinerherrschaft.
Terrorherrschaft
Als Terrorherrschaft oder La Terreur wird die jakobinische Herrschaft 1793/94 bezeichnet, in der der Staat politische Gegner systematisch überwachte, verhaftete, verurteilte und hinrichten ließ.
Zu ihren wichtigsten Mitteln gehörten:
- der Wohlfahrtsausschuss als politische Machtzentrale,
- das Revolutionstribunal als Strafgericht,
- Bespitzelung und Verhaftung vermeintlicher Gegner,
- Hinrichtungen mit der Guillotine,
- die gewaltsame Unterdrückung gegenrevolutionärer Bewegungen,
- Höchstpreise für Getreide und Güter des täglichen Bedarfs.
Die Höchstpreise sollten Brot bezahlbarer machen. Sie zeigen, dass die Herrschaft nicht nur aus Verfolgung bestand. Politische und soziale Reformziele wurden jedoch mit einer Diktatur und massiver Gewalt verbunden.
Die Jakobiner rechtfertigten die Ausnahmeherrschaft mit der Bedrohung der Republik. Zuerst sollten die Gegner besiegt und die Revolution gesichert werden; erst danach sollte die neue Verfassung gelten. Diese Begründung erklärt ihre Sichtweise, macht die Gewalt aber nicht automatisch gerechtfertigt.
Warum endete die Jakobinerherrschaft?
Die Jakobiner verfolgten nicht nur Girondisten und Gegner der Revolution. Sie schalteten auch Gruppen aus, denen ihre Politik zu radikal oder nicht radikal genug war. Im Frühjahr 1794 wurden unter anderem die gemäßigteren Anhänger Dantons hingerichtet, obwohl Danton zuvor selbst eine wichtige Rolle in der Revolution gespielt hatte.
Während des Großen Terrors vom 10. Juni bis 27. Juli 1794 wurden die Rechte der Angeklagten weiter eingeschränkt. Vor dem Revolutionstribunal erhielten sie keinen Rechtsbeistand mehr; bei einem Schuldspruch war nur noch die Todesstrafe möglich. Dadurch fühlten sich immer mehr Politiker selbst bedroht.
Gegner verschiedener Richtungen schlossen sich gegen Robespierre zusammen. Am 27. Juli 1794 wurde er gestürzt und festgenommen; am folgenden Tag wurde er hingerichtet. Damit endete die Jakobinerherrschaft. Der Jakobinerklub tagte noch kurze Zeit weiter und wurde am 12. November 1794 endgültig geschlossen.
- 1789Aus dem Bretonischen Klub entsteht der Jakobinerklub.
- 1792Die Monarchie wird abgeschafft; der Nationalkonvent tritt zusammen.
- Sommer 1793Die Jakobiner übernehmen die Macht; die Verfassung von 1793 tritt nicht in Kraft.
- 10. Juni 1794Der Große Terror beginnt mit weiter eingeschränkten Rechten für Angeklagte.
- 27./28. Juli 1794Robespierre wird gestürzt, festgenommen und am folgenden Tag hingerichtet; die Jakobinerherrschaft endet.
- 12. November 1794Der Jakobinerklub wird endgültig geschlossen.
Die Verfolgung politischer Konkurrenten stärkte die Jakobiner zunächst, weil sie Widerstand beseitigte. Langfristig hatte sie die gegenteilige Wirkung: Frühere Verbündete verloren Vertrauen, immer mehr Abgeordnete fürchteten um ihr Leben und schlossen sich gegen Robespierre zusammen. Machtkonzentration führte so zum Verlust der politischen Basis.
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Alles auf einen Blick
- Jakobiner
- Entstehung: politischer Klub von 1789 in Paris
- Ziele: Republik, politische Gleichheit, breitere Beteiligung
- Machtbasis: Sansculotten und weitere städtische Gruppen
- Einfluss: Klubnetz, Flugschriften, Zeitungen und Reden
- Herrschaft: Wohlfahrtsausschuss und Revolutionstribunal
- Terror: Überwachung, Verhaftungen und Hinrichtungen
- Ende: Sturz Robespierres und Schließung des Klubs 1794
Die Entwicklung lässt sich als Wirkungskette zusammenfassen: soziale Not und politische Organisation stärkten die Jakobiner; Bedrohungsgefühle begünstigten die Ausnahmeherrschaft; die Verfolgung immer neuer Gegner konzentrierte zunächst Macht, zerstörte später aber den nötigen Rückhalt.
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