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Nation

Nation einfach erklärt: Gemeinschaft mit gemeinsamer Geschichte, Sprache, Kultur oder Herkunft und politischer Bedeutung.

Wenn in der Schule die Nationalmannschaft spielt, hängen manchmal Flaggen im Klassenzimmer. In Geschichte geht es aber nicht nur um Flaggen und Hymnen. Wichtig ist die Frage: Warum fühlen sich viele Menschen als Teil einer großen Gemeinschaft, obwohl sie die meisten anderen gar nicht kennen?

Deine Lernziele
  • Du kannst erklären, was eine Nation ist.
  • Du kannst Nation, Staat und Volk unterscheiden.
  • Du verstehst den Unterschied zwischen Kulturnation und Staatsnation.
  • Du kannst erklären, warum die Idee der Nation in der Französischen Revolution wichtig wurde.
  • Du erkennst, warum Nationalismus gefährlich werden kann.

Was bedeutet Nation?

Das Wort Nation begegnet dir oft im Alltag: Nationalhymne, Nationalmannschaft, Nationalfeiertag. Dahinter steckt immer die Idee, dass viele Menschen zusammengehören.

Definition

Eine Nation ist eine große Gemeinschaft von Menschen, die sich als zusammengehörig versteht. Diese Zusammengehörigkeit kann auf gemeinsamer Geschichte, Sprache, Kultur, Herkunft, Religion, politischen Werten oder einem gemeinsamen Staat beruhen.

Eine Nation ist also nicht einfach eine Schulklasse, ein Verein oder eine Familie. Sie ist viel größer. Die meisten Mitglieder einer Nation kennen sich nicht persönlich. Trotzdem können sie das Gefühl haben: Wir gehören zusammen.

Beispiel

Viele Menschen in Frankreich verbinden ihre Nation mit der französischen Sprache, der Geschichte der Französischen Revolution, der Flagge und gemeinsamen politischen Werten wie Freiheit und Gleichheit.

In der Schweiz ist es anders: Dort gibt es mehrere Sprachen. Trotzdem verstehen sich viele Menschen als Teil einer gemeinsamen schweizerischen Nation, weil sie einen gemeinsamen Staat, gemeinsame Regeln und eine gemeinsame politische Kultur haben.

Merke

Eine Nation entsteht nicht nur durch ein Merkmal. Meist wirken mehrere Dinge zusammen: Geschichte, Sprache, Kultur, Staat, Symbole und das Gefühl der Zugehörigkeit.

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Nation, Staat und Volk unterscheiden

Im Alltag sagt man oft: „Deutschland ist eine Nation“ oder „Frankreich ist ein Land“. In Geschichte musst du genauer sein. Drei Begriffe sind besonders wichtig.

Definition

Ein Staat ist eine politische Ordnung mit einem Gebiet, einer Regierung, Gesetzen und Menschen, die dort leben.

Ein Volk kann eine Gruppe von Menschen mit gemeinsamer Herkunft, Sprache, Kultur oder Geschichte meinen. Das Wort wird aber unterschiedlich benutzt.

Ein Nationalstaat ist ein Staat, der sich als Staat einer Nation versteht.

Ein Staat ist also eher die politische Seite: Grenzen, Regierung, Gerichte, Gesetze. Eine Nation ist eher die Zugehörigkeitsseite: gemeinsames Wir-Gefühl, gemeinsame Geschichte, gemeinsame Symbole oder gemeinsame Werte.

Beispiel

Frankreich ist ein Staat, weil es ein Gebiet, eine Regierung und Gesetze hat. Es ist zugleich eine Nation, weil sich viele Menschen als Franzosen verstehen.

Die Kurden werden oft als Nation oder Volk beschrieben, obwohl sie keinen eigenen allgemein anerkannten Nationalstaat haben. Viele Kurden leben in verschiedenen Staaten.

Gut zu wissen

Verwechsle nicht Staat und Nation. Ein Staat kann mehrere Nationen oder Volksgruppen umfassen. Eine Nation kann auch über mehrere Staaten verteilt sein.

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Wie entsteht ein Wir-Gefühl?

Eine Nation fühlt sich für viele Menschen selbstverständlich an. Historisch gesehen entsteht dieses Gefühl aber Schritt für Schritt. Es wird gelernt, erzählt, gefeiert und politisch genutzt.

Definition

Nationsbildung bedeutet: Aus vielen Menschen entwickelt sich nach und nach das Gefühl, zu einer Nation zu gehören.

Nationsbildung passiert durch gemeinsame Erfahrungen und Zeichen. Dazu gehören Schule, Sprache, Geschichtsbücher, Feiertage, Flaggen, Hymnen, Karten, Denkmäler und manchmal auch Kriege oder Revolutionen. Diese Dinge sagen den Menschen: Ihr habt eine gemeinsame Vergangenheit und eine gemeinsame Zukunft.

Beispiel

Wenn Kinder in der Schule dieselbe Nationalgeschichte lernen, dieselbe Landkarte sehen und dieselben Feiertage feiern, kann ein gemeinsames Wir-Gefühl wachsen.

In der Schweiz stärkten gemeinsame Institutionen, politische Rechte, Feste und Symbole das Gefühl, trotz verschiedener Sprachen zusammenzugehören.

Merke

Eine Nation ist nicht einfach von Anfang an fertig da. Sie wird durch gemeinsame Geschichten, Regeln, Symbole und Erfahrungen aufgebaut.

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Kulturnation und Staatsnation

Nicht jede Nation wird gleich begründet. Zwei wichtige Modelle helfen dir beim Ordnen: Kulturnation und Staatsnation.

Definition

Eine Kulturnation ist eine Nation, die vor allem durch gemeinsame Sprache, Kultur, Traditionen oder Geschichte verbunden wird.

Eine Staatsnation ist eine Nation, die vor allem durch gemeinsamen Staat, Bürgerrechte, Verfassung und politische Werte verbunden wird.

Bei einer Kulturnation steht also eher die kulturelle Nähe im Mittelpunkt. Bei einer Staatsnation steht eher der gemeinsame politische Wille im Mittelpunkt: Menschen wollen nach denselben Regeln zusammenleben.

Beispiel

Im 19. Jahrhundert fühlten sich viele deutschsprachige Menschen als kulturell verbunden, obwohl es noch keinen einheitlichen deutschen Nationalstaat gab. Das passt zur Idee der Kulturnation.

Frankreich wird oft als Beispiel für eine Staatsnation genannt. Dort wurde besonders betont, dass die Bürger durch gleiche Rechte, Verfassung und gemeinsame politische Werte zusammengehören.

Gut zu wissen

Die beiden Modelle sind Hilfen zum Verstehen. In Wirklichkeit mischen sich Kultur, Sprache, Geschichte, Staat und politische Werte oft.

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Nation in der Französischen Revolution

In der Französischen Revolution wurde die Nation besonders wichtig. Vor 1789 hatte der König in Frankreich sehr viel Macht. Die Gesellschaft war in Stände eingeteilt. Viele Menschen wollten nicht mehr, dass Geburt und Stand über politische Rechte entscheiden.

Definition

Die Volkssouveränität bedeutet: Die höchste politische Macht geht vom Volk aus, nicht von einem König oder einer kleinen privilegierten Gruppe.

Eine Verfassung ist ein Grundgesetz. Sie legt fest, wie ein Staat aufgebaut ist und welche Rechte die Menschen haben.

Die Revolutionäre sagten: Nicht der König allein ist Frankreich. Die Nation besteht aus den Bürgern. Sie sollen politisch mitbestimmen. Dadurch bekam das Wort Nation eine neue Kraft: Es stand für gleiche Bürger, gemeinsame Rechte und den Anspruch, die politische Ordnung selbst zu gestalten.

Beispiel

Die Nationalversammlung in Frankreich verstand sich 1789 als Vertretung der Nation. Sie wollte Regeln für den ganzen Staat schaffen und die alte Ordnung verändern.

Der Ruf nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit passte zu dieser Idee: Die Nation sollte nicht nur aus Adel und König bestehen, sondern aus den Bürgern.

Merke

In der Französischen Revolution wurde Nation zu einem politischen Kampfbegriff: Die Bürger beanspruchten, selbst die Grundlage des Staates zu sein.

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Patriotismus und Nationalismus

Das Gefühl, zu einer Nation zu gehören, kann Menschen verbinden. Es kann aber auch gefährlich werden, wenn daraus Abwertung anderer wird.

Definition

Patriotismus bedeutet: Jemand fühlt sich seinem Land oder seiner politischen Gemeinschaft verbunden und übernimmt dafür Verantwortung.

Nationalismus bedeutet: Die eigene Nation wird überhöht. Andere Nationen oder Gruppen werden oft abgewertet oder ausgegrenzt.

Patriotismus kann heißen: Ich möchte, dass mein Land gerecht, friedlich und demokratisch ist. Nationalismus kann heißen: Meine Nation ist besser als andere, und andere Menschen gehören weniger dazu. Besonders gefährlich wird Nationalismus, wenn er mit Rassismus, Hass oder Gewalt verbunden wird.

Beispiel

Patriotisch wäre: Eine Person setzt sich dafür ein, dass alle Menschen in ihrem Land gleiche Rechte haben.

Nationalistisch wäre: Eine Person behauptet, nur Menschen mit bestimmter Herkunft seien echte Mitglieder der Nation.

Merke

Zugehörigkeit kann stärken. Sie darf aber nicht dazu dienen, andere Menschen abzuwerten oder auszugrenzen.

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Zusammenfassung

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Eine Nation ist eine große Gemeinschaft, die Menschen als zusammengehörig empfinden. Dieses Gefühl kann durch Sprache, Kultur, Geschichte, politische Werte oder einen gemeinsamen Staat entstehen. Staat und Nation sind nicht dasselbe, auch wenn sie oft zusammenfallen.

Für die Französische Revolution war die Nation besonders wichtig, weil die Bürger politische Rechte forderten. Die Nation sollte nicht mehr nur mit König, Adel oder Herkunft verbunden sein. Sie wurde zur Idee einer Gemeinschaft von Bürgern, die ihren Staat selbst gestalten will.

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