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Parlament: Aufgaben, Rechte und Arbeitsweise

Parlament: Aufgaben, Rechte und Arbeitsweise
Parlament: Aufgaben, Rechte und Arbeitsweise
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Ein Parlament vertritt in einer Demokratie die Bürgerinnen und Bürger. Seine gewählten Abgeordneten beraten und beschließen Gesetze, kontrollieren die Regierung und machen politische Streitfragen öffentlich.

Auf dieser Seite lernst du, woran du ein demokratisches Parlament erkennst, wie es arbeitet und weshalb seine Rechte für eine Demokratie wichtig sind.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du ein Parlament?
Definition

Parlament

Ein Parlament ist in einer Demokratie eine vom Volk gewählte und dadurch legitimierte Volksvertretung. Seine Mitglieder heißen Abgeordnete. Sie beraten politische Fragen, beschließen Gesetze und kontrollieren Regierung und Verwaltung.

Die Gesetzgebung heißt auch Legislative. Die Regierung und die ihr unterstellte Verwaltung gehören zur Exekutive, also zur ausführenden Gewalt. Das Parlament legt durch Gesetze Regeln fest; die Exekutive setzt diese Regeln um.

Ein Organ wird nicht allein durch seinen Namen demokratisch. Auch nichtdemokratische Staaten können Versammlungen als „Parlament“ bezeichnen. Entscheidend sind unter anderem freie Wahlen, echte Entscheidungsrechte und wirksame Kontrolle.

Merke

In einer Demokratie erhält das Parlament seine Legitimation durch Wahlen und begrenzt mit seinen Rechten die Macht der Regierung.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Beschreibung trifft auf ein demokratisches Parlament zu?
Lösung: Es ist eine gewählte Volksvertretung, die Gesetze beschließt und die Regierung kontrolliert. — Abgeordnete vertreten die Wahlberechtigten. Gesetzgebung und Regierungskontrolle gehören zu den Kernaufgaben des Parlaments.
Welche Aufgaben übernimmt das Parlament?

Gesetze beraten und beschließen

Ein Gesetzentwurf wird nicht einfach verkündet. Abgeordnete beraten ihn, prüfen Argumente und mögliche Folgen, verändern ihn gegebenenfalls und stimmen anschließend darüber ab.

Beispiel

Eine Regierung möchte eine Steuer erhöhen. Dafür ist ein Gesetz nötig. Die Abgeordneten beraten den Entwurf und stimmen darüber ab. Lehnt die notwendige parlamentarische Mehrheit ihn ab, kann die geplante Erhöhung nicht auf dieser Grundlage umgesetzt werden.

Die Regierung kontrollieren

Das Parlament kann Auskünfte verlangen, Regierungsmitglieder befragen und mögliche Missstände untersuchen. Ein Untersuchungsausschuss prüft einen bestimmten Vorgang genauer. Besonders die Opposition, also die nicht an der Regierung beteiligten Kräfte, übernimmt häufig Kontrollaufgaben.

Den Staatshaushalt beschließen

Mit dem Haushaltsrecht entscheidet das Parlament über staatliche Einnahmen und Ausgaben. Der Haushalt wird als Gesetz beschlossen. Dadurch kann die Regierung nicht nach Belieben über öffentliche Mittel verfügen.

Politische Auffassungen sichtbar machen

Im Parlament treffen unterschiedliche politische Positionen aufeinander. Öffentliche Debatten zeigen, welche Lösungen vorgeschlagen und wie sie begründet werden. Das Parlament vertritt damit nicht nur Bürger, sondern trägt auch zur öffentlichen politischen Willensbildung bei.

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Frage 1 von 2MittelEin Ausschuss verlangt Akten, um mögliches Fehlverhalten eines Ministeriums zu prüfen. Welche Aufgabe steht im Mittelpunkt?
Lösung: Kontrolle der Regierung — Informationsrechte und Untersuchungsausschüsse helfen dem Parlament, das Handeln der Exekutive zu prüfen.
Frage 2 von 2MittelDie Abgeordneten stimmen darüber ab, wofür der Staat im kommenden Jahr Geld ausgeben darf. Welches Recht nutzen sie?
Lösung: das Haushaltsrecht — Der Haushalt wird parlamentarisch beschlossen und ist deshalb zugleich ein wichtiges Mittel der Regierungskontrolle.
Wie entsteht aus einem Vorschlag eine Entscheidung?

Parlamentarische Arbeit besteht aus mehr als Reden im großen Sitzungssaal. Häufig läuft sie in mehreren Schritten ab:

  1. Ein Gesetzentwurf wird eingebracht.
  2. Abgeordnete beraten die Grundidee öffentlich im Plenum, der Vollversammlung des Parlaments.
  3. Fachlich zuständige Ausschüsse prüfen Einzelheiten und bereiten Änderungen vor.
  4. Das Plenum berät das Ergebnis und stimmt ab.
  5. Erhält der Entwurf die erforderliche Mehrheit und sind weitere vorgeschriebene Schritte erfüllt, kann daraus ein Gesetz werden.

Die genauen Verfahren unterscheiden sich je nach Staat und Verfassung. Daher gilt nicht für jedes Gesetz und jedes Parlament derselbe Ablauf im Detail.

Definition

Rede- und Arbeitsparlament

In einem Redeparlament stehen öffentliche Plenardebatten im Vordergrund. In einem Arbeitsparlament findet ein großer Teil der fachlichen Vorbereitung in Ausschüssen statt. Die meisten Parlamente verbinden beide Arbeitsweisen.

Beispiel

Ein Entwurf zum Schutz vor Verkehrslärm wird im Plenum grundsätzlich diskutiert. Danach prüft ein Ausschuss Einzelheiten: Welche Grenzwerte sind vorgesehen? Welche Behörden wären zuständig? Anschließend stimmt das Plenum über die ausgearbeitete Fassung ab. Die öffentliche Debatte und die Detailarbeit erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Die Vollversammlung eines Parlaments heißt . Die fachliche Detailarbeit findet häufig in statt. Am Ende entscheiden die Abgeordneten durch eine über den Entwurf.

Lösungen: Lücke 1: Plenum; Lücke 2: Ausschüssen; Lücke 3: Abstimmung. Plenum, Ausschussarbeit und Abstimmung gehören zusammen: öffentlich beraten, Einzelheiten prüfen und verbindlich entscheiden.
Warum braucht die Demokratie parlamentarische Kontrolle?

Eine Regierung muss im Alltag viele Entscheidungen treffen. Ohne Kontrolle könnte sie Informationen zurückhalten, öffentliche Mittel unangemessen verwenden oder das Parlament bei wichtigen Fragen umgehen.

Parlamentarische Rechte setzen Grenzen:

  • Das Fragerecht verschafft Abgeordneten Informationen über Regierungshandeln.
  • Untersuchungsausschüsse klären mögliche Missstände oder Fehlverhalten.
  • Das Haushaltsrecht bindet staatliche Einnahmen und Ausgaben an einen Parlamentsbeschluss.
  • Je nach Verfassung kann ein Parlament eine Regierung oder ein Regierungsoberhaupt wählen und mit besonderen Verfahren zur Verantwortung ziehen.
Gut zu wissen

Welche Kontrollmittel bestehen und wie sie angewendet werden, regeln die jeweilige Verfassung und die Geschäftsordnung des Parlaments. Nicht jedes Parlament besitzt dieselben Rechte. So kann sich etwa der Deutsche Bundestag nicht selbst auflösen.

Beispiel

Ein Ministerium vergibt einen großen Auftrag. Abgeordnete vermuten Unregelmäßigkeiten und verlangen Auskunft. Bleiben wichtige Fragen offen, kann ein Untersuchungsausschuss den Vorgang genauer prüfen. Kontrolle bedeutet hier nicht automatisch, dass bereits ein Fehlverhalten bewiesen ist. Sie soll den Sachverhalt zunächst aufklären.

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Frage 1 von 1SchwerEine Regierung lässt zwar im Parlament abstimmen, verweigert den Abgeordneten aber alle Informationen zum Vorhaben. Was ist das demokratische Hauptproblem?
Lösung: Das Parlament kann seine Beratungs- und Kontrollaufgabe nicht sachgerecht erfüllen. — Eine Abstimmung allein genügt nicht. Abgeordnete benötigen Informationen und Beratungsmöglichkeiten, um verantwortlich entscheiden und kontrollieren zu können.
Welche Parlamente und Vertretungen gibt es?

Deutschland besitzt Parlamente auf verschiedenen staatlichen Ebenen:

  • Der Deutsche Bundestag ist das Parlament des Bundes.
  • Die Bundesländer besitzen eigene Parlamente, die meist Landtag heißen. In Berlin heißt das Landesparlament Abgeordnetenhaus.
  • Das Europäische Parlament ist die unmittelbar gewählte Vertretung der Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union und wirkt an der europäischen Gesetzgebung mit.

Städte, Gemeinden und Kreise haben ebenfalls gewählte Vertretungen. Umgangssprachlich werden solche Räte manchmal „Kommunalparlamente“ genannt. In der engeren staatsrechtlichen Einordnung gelten sie jedoch nicht als Parlamente mit eigener gesetzgebender Gewalt, sondern als Organe kommunaler Selbstverwaltung.

Schüler-, Kinder- oder Studierendenparlamente sind gewählte Interessenvertretungen. Sie können Beteiligung ermöglichen, besitzen aber nicht die staatlichen Gesetzgebungsrechte eines nationalen oder regionalen Parlaments.

Parlamente können unterschiedlich aufgebaut sein. Manche bestehen aus einer Kammer, andere aus zwei Kammern. In einer zweiten Kammer können beispielsweise Gliedstaaten oder Regionen vertreten sein. Aufbau und Rechte hängen von der jeweiligen Verfassungsordnung ab.

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Frage 1 von 1MittelWelche Aussage unterscheidet einen Gemeinderat in Deutschland am genauesten von einem staatlichen Parlament?
Lösung: Der Gemeinderat ist ein Organ kommunaler Selbstverwaltung und besitzt keine eigene staatliche Gesetzgebungsgewalt. — Die Bezeichnung „Kommunalparlament“ ist alltagssprachlich verständlich, aber staatsrechtlich ungenau.
Wie wurden Parlamente zu mächtigen Volksvertretungen?

Parlamente entstanden nicht überall zur gleichen Zeit und nicht sofort in ihrer heutigen demokratischen Form. Viele frühe Versammlungen berieten Herrscher oder vertraten nur bestimmte Stände. Breite Wahlrechte und wirksame Gesetzgebungs- und Kontrollrechte entwickelten sich erst schrittweise.

Ein Beispiel ist das Europäische Parlament:

  • 1958 trat eine Parlamentarische Versammlung zusammen. Ihre 142 Mitglieder wurden von nationalen Parlamenten entsandt und hatten vor allem beratende Bedeutung.
  • Seit 1962 trägt die Versammlung offiziell den Namen Europäisches Parlament.
  • Ab den 1970er-Jahren erhielt sie stärkere Rechte beim Haushalt.
  • 1979 wählten die Bürgerinnen und Bürger der damaligen Mitgliedstaaten die Abgeordneten erstmals direkt.
  • Spätere europäische Verträge erweiterten seine Beteiligung an der Gesetzgebung. Mit dem 2009 in Kraft getretenen Vertrag von Lissabon wurde das Mitentscheidungsverfahren zum gewöhnlichen Gesetzgebungsverfahren.

Das Beispiel zeigt ein wiederkehrendes Entwicklungsmuster: Aus einer beratenden Versammlung kann durch direkte Wahlen und zusätzliche Rechte eine stärkere demokratische Institution werden. Diese Entwicklung ist jedoch nicht zwangsläufig. Parlamente können auch entmachtet oder ausgeschaltet werden. In Österreich wurde das Parlament 1933 ausgeschaltet; 1945 begann der parlamentarische Neubeginn.

Auch ein Parlament ohne echte Macht kann als Fassade bestehen bleiben. Deshalb musst du bei einer historischen Ordnung stets prüfen: Wer durfte wählen? Wen vertraten die Abgeordneten? Welche Entscheidungen durfte das Parlament tatsächlich treffen? Konnte es die Regierung wirksam kontrollieren?

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Frage 1 von 1SchwerEin historisches Organ heißt „Parlament“, seine Mitglieder werden jedoch ernannt, dürfen nur beraten und können die Regierung nicht kontrollieren. Welche Beurteilung ist am besten begründet?
Lösung: Der Name allein beweist keine demokratische Volksvertretung; Wahl und tatsächliche Rechte fehlen. — Für ein begründetes Urteil prüfst du Wahl, Repräsentation, Gesetzgebungsrechte und Kontrollmöglichkeiten.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Parlament
    • Legitimation durch Wahlen
    • Vertretung der Bürgerinnen und Bürger
    • Gesetzgebung
    • Öffentliche Beratung im Plenum
    • Fachliche Vorbereitung in Ausschüssen
    • Kontrolle der Regierung
    • Fragerecht und Untersuchungsausschüsse
    • Haushaltsrecht
    • Unterschiedliche Ebenen und Kammerformen
    • Historisch veränderliche Rechte
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas bezeichnet die Legislative?
Lösung: die gesetzgebende Gewalt — Parlamente üben in demokratischen Staaten die gesetzgebende Gewalt aus.
Frage 2 von 3MittelEin Ausschuss verändert nach fachlicher Prüfung einen Gesetzentwurf. Anschließend stimmt das Plenum darüber ab. Was zeigt dieses Beispiel?
Lösung: Ausschussarbeit bereitet die Entscheidung des Plenums vor. — Arbeits- und Redeparlament ergänzen sich: Ausschüsse klären Einzelheiten, während das Plenum öffentlich berät und entscheidet.
Frage 3 von 3SchwerIn einem Staat werden Abgeordnete frei gewählt. Sie dürfen aber weder Gesetze ablehnen noch Auskünfte von der Regierung verlangen. Welche Bewertung ist überzeugend?
Lösung: Die Wahl schafft Legitimation, doch ohne wirksame Gesetzgebungs- und Kontrollrechte bleibt das Parlament stark eingeschränkt. — Prüfe demokratische Parlamente immer nach zwei Seiten: Wie werden sie legitimiert, und welche Entscheidungen sowie Kontrollen können sie tatsächlich durchsetzen?

Du kannst ein Parlament nun nicht nur benennen, sondern nach Wahl, Vertretung, Gesetzgebung und Kontrolle untersuchen. Diese vier Kriterien helfen dir auch dabei, historische und heutige politische Ordnungen miteinander zu vergleichen.

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