Pharao: Macht, Aufgaben und Zeichen erklärt
Ein Pharao war der König des Alten Ägypten. Er leitete den Staat, sollte Recht und Ordnung sichern und vermittelte nach ägyptischer Vorstellung zwischen den Göttern und den Menschen. Seine besondere Stellung wurde durch Titel, Kronen und andere Herrschaftszeichen sichtbar.
Auf dieser Seite erfährst du, wie das Amt begründet wurde, welche Aufgaben damit verbunden waren und woran man Pharaonen auf Darstellungen erkennt.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Vom großen Haus zum Königstitel
Du liest das Wort Pharao heute meist als Bezeichnung für jeden altägyptischen König. Ursprünglich bedeutete das ägyptische Per aa jedoch „großes Haus“. Gemeint waren zunächst der königliche Palast und der Hof. Erst später wurde die Bezeichnung auf den König selbst übertragen.
Historisch wurden frühe Herrscher also noch nicht mit diesem Titel angesprochen. In heutigen Darstellungen nennt man dennoch häufig alle Könige des Alten Ägypten Pharaonen.
Monarchie
Eine Monarchie ist eine Herrschaftsform, an deren Spitze eine einzelne Person steht. Im Alten Ägypten war dies der König beziehungsweise Pharao.
Wenn in einem heutigen Schulbuch vom „Pharao beim Bau der ersten Pyramiden“ die Rede ist, wird der bekannte Sammelbegriff verwendet. Das bedeutet nicht, dass dieser Herrscher zu seiner Zeit bereits mit dem später entstandenen Titel angeredet wurde.
Zwischen Göttern und Menschen
Warum gehorchten Menschen einem Pharao? Seine Herrschaft wurde nicht nur mit politischer Macht, sondern auch mit Religion begründet. Die Menschen stellten sich vor, dass der König im Auftrag der Götter handelte und die von ihnen gewollte Ordnung bewahren sollte.
Bei seiner Krönung übernahm er ein besonderes sakrales Amt. Sakral bedeutet „religiös oder heilig“. Der Pharao galt unter anderem als „Sohn des Re“ und als Träger des Horus-Amtes. Dadurch stand er nach der ägyptischen Vorstellung zwischen der Welt der Götter und der Welt der Menschen.
Die Aussage „Der Pharao war einfach ein Gott“ ist zu grob. Die Überlieferungen und ihre Deutungen sind nicht völlig einheitlich. Eine wichtige ägyptologische Erklärung unterscheidet zwischen der sterblichen Person und ihrem göttlich begründeten Amt: Der König war ein besonderer Vermittler, aber nicht ohne Weiteres mit einer Gottheit gleichzusetzen.
Diese religiöse Begründung stärkte seine politische Stellung. Wer den göttlichen Auftrag des Königs anerkannte, sollte auch seine Herrschaft anerkennen.
Der Pharao verband zwei Bereiche: Er war politischer Herrscher und religiöser Vermittler.
Aufgaben für Land, Menschen und Götter
Was musste ein Pharao tun? Sein Herrschaftsauftrag umfasste mehrere Bereiche. Viele praktische Arbeiten erledigten Beamte, Schreiber, Priester und Heerführer. Der König stand jedoch an der Spitze dieser Ordnung.
| Bereich | Aufgabe des Pharaos |
|---|---|
| Ordnung und Recht | Recht sprechen lassen, Regeln durchsetzen und die innere Ordnung erhalten |
| Verwaltung | den Beamtenapparat leiten und Abgaben sowie staatliche Arbeiten organisieren lassen |
| Verteidigung | Ägypten gegen äußere Feinde schützen und als oberster Heerführer auftreten |
| Außenbeziehungen | über Beziehungen zu anderen Ländern entscheiden |
| Religion | Tempel und Kulte fördern, Opfer darbringen und zwischen Menschen und Göttern vermitteln |
Die Ägypter verbanden eine gerechte und geordnete Welt mit dem Willen der Götter. Deshalb waren Rechtsprechung, Schutz und religiöser Kult keine völlig getrennten Aufgaben.
Drohte ein Angriff auf Ägypten, betraf das mehrere Rollen des Pharaos. Als politischer Herrscher musste er die Verteidigung organisieren. Als religiöser Vermittler sollte er zugleich den Beistand der Götter durch Kult und Opfer sichern.
Trotz seiner starken Stellung regierte der Pharao nicht ohne Helfer. Ein großer Beamtenapparat setzte Entscheidungen um, führte Aufzeichnungen und zog Abgaben ein. Die herausgehobene Stellung des Königs bedeutete daher nicht, dass er jede einzelne Tätigkeit persönlich ausführte.
Zeichen königlicher Macht lesen
Auf Statuen und Wandbildern erkennst du Pharaonen oft an Insignien. Das sind sichtbare Zeichen eines Amtes oder einer Herrschaft.
- Die weiße Krone stand für Oberägypten im Süden.
- Die rote Krone stand für Unterägypten im Norden.
- Die Doppelkrone verband beide Kronen und zeigte die Herrschaft über beide Landesteile.
- Geier und Kobra verwiesen ebenfalls auf Ober- und Unterägypten.
- Das königliche Kopftuch kennzeichnete die Königswürde.
- Krummstab oder Hirtenstab waren Zeichen der Herrschaft.
- Der lange Kunstbart war ein bei offiziellen Darstellungen verwendetes Zeichen der besonderen, religiös begründeten Stellung.
Auch der geschriebene Name war besonders gekennzeichnet.
Kartusche
Eine Kartusche ist eine längliche, geschlossene Seilschleife, die einen königlichen Namen umgibt. Sie symbolisierte Schutz und machte den Namen als königlich erkennbar.
Ein Pharao führte mehrere Namen und Titel. Dazu gehörten unter anderem Horusname, Thronname und Geburtsname. Die gesamte Königstitulatur konnte aus fünf Teilen bestehen. Häufig standen Thronname und Geburtsname in Kartuschen.
Siehst du auf einer Darstellung eine Figur mit Doppelkrone, Kunstbart und Krummstab, liefern diese Zeichen gemeinsam einen starken Hinweis auf einen König. Eine Kartusche neben der Figur kann zusätzlich den königlichen Namen kennzeichnen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Die weiße Krone steht für . Die rote Krone steht für . Beide zusammen bilden die . Eine längliche Schleife um einen Königsnamen heißt .
Herrschaft war nicht nur männlich
Das Königsamt wurde überwiegend von Männern ausgeübt. Es gab jedoch auch Frauen, die selbst als König über Ägypten herrschten und königliche Titel sowie Insignien verwendeten.
Hatschepsut ist ein bekanntes Beispiel. Sie übernahm zunächst eine Regentschaft und herrschte später selbst. Auf Darstellungen erscheint sie teilweise mit dem königlichen Kunstbart. Dieser war ein Amtszeichen und kein Hinweis darauf, dass sie als Mann angesehen werden muss.
Kleopatra VII. war die letzte Pharaonin. Nach dem Ende ihrer Herrschaft wurde Ägypten Teil des Römischen Reiches.
Insignien kennzeichneten das Königsamt. Deshalb konnten auch Herrscherinnen mit Krone und Kunstbart dargestellt werden.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Pharao
- Begriff: vom „großen Haus“ zum Königstitel
- Stellung: Herrscher mit religiös begründetem Amt
- Politik: Recht, Verwaltung, Schutz und Außenbeziehungen
- Religion: Vermittlung, Kult und Opfer
- Zeichen: Kronen, Kunstbart, Stab und Kartusche
- Herrscherinnen: selten, aber belegt
Ein Pharao stand an der Spitze des altägyptischen Staates. Seine Macht wurde politisch ausgeübt und religiös begründet. Aufgaben, Titel und Insignien bildeten deshalb ein zusammenhängendes Herrschaftssystem.
Abschluss-Check
Kannst du nun erklären, wie religiöse Legitimation, politische Aufgaben und sichtbare Herrschaftszeichen zusammenwirkten? Dann hast du den Kern des Pharaonenamtes verstanden.
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