Stell dir ein Bauwerk vor, das schon vor mehr als 4500 Jahren aus Millionen schwerer Steinbloecke errichtet wurde, ganz ohne Maschinen, ohne Kran und ohne Motor. Es ist so gewaltig, dass es noch heute steht und als einziges der sieben Weltwunder der Antike erhalten ist. Genau das ist die grosse Pyramide von Gizeh.
Auf dieser Seite verstehst du, wofuer die Aegypter Pyramiden bauten, wie eine Pyramide aufgebaut ist und wie die Menschen damals diese riesigen Bauwerke ueberhaupt errichten konnten.
- Ich kann erklaeren, wozu die Pyramiden im Alten Aegypten dienten.
- Ich kann beschreiben, wie sich der Pyramidenbau von der Stufenpyramide zur glatten Pyramide entwickelte.
- Ich kann die drei Pyramiden von Gizeh benennen und zuordnen.
- Ich kann ungefaehr sagen, wann die Pyramiden entstanden.
- Ich kann eine gaengige Erklaerung nennen, wie die schweren Steine transportiert wurden.
Wozu dienten die Pyramiden?
Lange raetselte man, wofuer die Pyramiden gebaut wurden. Heute ist die Antwort klar: Sie waren Graeber.
Pyramide
Eine Pyramide ist ein monumentales Grabmal fuer einen Pharao. Sie hat eine quadratische Grundflaeche und vier dreieckige Seiten, die sich oben in einer Spitze treffen.
Die Aegypter glaubten an ein Leben nach dem Tod. Damit der verstorbene Pharao im Jenseits weiterleben konnte, brauchte er ein sicheres, wuerdiges Grab. Die Pyramide sollte den Koerper und die Grabbeigaben schuetzen und zugleich die gottgleiche Stellung des Herrschers zeigen.
Eine Pyramide war kein Wohnhaus und kein Tempel im Alltag, sondern ein Grabmal fuer einen Pharao. Sie diente seinem Weiterleben im Jenseits.
Vom flachen Grab zur echten Pyramide
Die Pyramiden fielen nicht vom Himmel. Sie entstanden Schritt fuer Schritt aus einfacheren Graebern.
Am Anfang standen flache, rechteckige Graeber. Dann kam ein wichtiger Schritt: Koenig Djoser liess mehrere solcher Ebenen uebereinanderstapeln. So entstand die erste Stufenpyramide.
Stufenpyramide
Eine Stufenpyramide besteht aus mehreren immer kleiner werdenden Ebenen, die wie riesige Treppenstufen uebereinanderliegen. Die Stufenpyramide von Koenig Djoser in Sakkara gilt als die aelteste aegyptische Pyramide.
Danach wollte man glatte Seiten statt Stufen. Koenig Snofru probierte dafuer neue, riskante Techniken aus. Eine seiner Pyramiden bekam Risse, sodass man den Neigungswinkel auf halber Hoehe abflachen musste: die sogenannte Knickpyramide. Erst mit der "Roten Pyramide" gelang ein stabiler, glatter Bau.
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Du kannst dir die Entwicklung wie das Ueben einer schwierigen Technik vorstellen. Zuerst stapelt man vorsichtig Stufen (Djoser). Dann versucht man glatte Seiten, was erst misslingt (Knickpyramide), bis es endlich klappt (Rote Pyramide). Auf diesem Wissen baute Cheops spaeter seine Riesenpyramide auf.
Die Pyramiden von Gizeh
Am bekanntesten sind die drei grossen Pyramiden von Gizeh. Sie stehen nahe der heutigen Stadt Kairo und entstanden in der 4. Dynastie, vor rund 4500 Jahren.
Die drei Pyramiden von Gizeh:
- Cheops-Pyramide: die groesste und beruehmteste, urspruenglich rund 147 Meter hoch.
- Chephren-Pyramide: die mittlere; zu ihr gehoert der grosse Sphinx. Weil sie hoeher liegt, wirkt sie fast groesser als die des Cheops.
- Mykerinos-Pyramide: die kleinste der drei, nicht einmal halb so hoch wie die anderen.
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Die Cheops-Pyramide beeindruckt nicht nur durch ihre Groesse, sondern auch durch ihre Genauigkeit. Sie besteht aus rund 2,3 Millionen Steinbloecken mit einem durchschnittlichen Gewicht von etwa 2,5 Tonnen. Trotzdem sind die Seiten fast gleich lang, und das Fundament ist erstaunlich genau waagerecht.
Sphinx
Der grosse Sphinx von Gizeh ist eine riesige Figur mit dem Koerper eines Loewen und einem Menschenkopf, aus dem anstehenden Fels gehauen. Er steht in der Naehe der Chephren-Pyramide.
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Wie wurden die Pyramiden gebaut?
Bis heute raetselt die Forschung, wie die Aegypter die schweren Steine so genau aufeinandersetzen konnten. Sicher ist: Sie hatten keine Maschinen. Es gibt aber gut begruendete Erklaerungen.
Zwei wichtige Fragen und heutige Antworten:
- Wie kamen die Steine zur Baustelle? Ein Seitenarm des Nils fuehrte damals fast bis an die Pyramiden. Auf ihm konnte man schwere Bloecke per Schiff heranbringen, vor allem waehrend des jaehrlichen Hochwassers.
- Wie kamen die Steine in die Hoehe? Die meisten Fachleute gehen von Rampen aus, ueber die Arbeiter die Steine auf Schlitten nach oben zogen.
Die Arbeit leisteten keine gesichtslosen Sklavenheere, wie man frueher oft dachte. Am Bau waren viele organisierte Arbeiter beteiligt, die in eigenen Doerfern in der Naehe lebten und versorgt wurden. Auch Bauern halfen mit, vor allem in der Zeit der Ueberschwemmung, wenn die Felder unter Wasser standen.
Denke an eine Rampe wie an eine lange, schiefe Ebene. Statt einen schweren Stein senkrecht hochzuheben, zieht man ihn ueber die Schraege langsam nach oben. Das kostet weniger Kraft, aber die Rampe muss immer laenger werden, je hoeher die Pyramide waechst. Genau darueber diskutiert die Forschung bis heute.
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Pruefungsmodus
In Klassenarbeiten sollst du oft die Funktion der Pyramiden erklaeren und typische Irrtuemer vermeiden.
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Alles auf einen Blick
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Abschluss-Check
Diese Aufgaben pruefen, ob du das Gelernte auf neue Situationen uebertragen kannst. Antworte in ganzen Saetzen, wenn du schriftlich uebst.
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Zusammenfassung
Die Pyramiden waren gewaltige Grabmaeler fuer die Pharaonen. Sie sollten den verstorbenen Herrscher schuetzen und ihm ein Weiterleben im Jenseits sichern.
Der Bau entwickelte sich Schritt fuer Schritt: vom flachen Grab ueber die Stufenpyramide des Djoser und die Versuche des Snofru bis zu den glatten, echten Pyramiden. Am beruehmtesten sind die drei Pyramiden von Gizeh: Cheops (die groesste), Chephren (mit dem Sphinx) und Mykerinos (die kleinste).
Wie die Aegypter die Millionen schwerer Steine ohne Maschinen so genau bewegten, ist bis heute nicht vollstaendig geklaert. Wahrscheinlich brachte man das Material per Schiff ueber einen Nilarm heran und zog die Bloecke ueber Rampen nach oben. Gebaut wurde von vielen organisierten Arbeitern, nicht allein von Sklaven.
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